Posts by jhr

    Das Berliner Streichquartett ist das ehemalige Suske-Quartett -- ohne Karl Suske, der Ende der 1970er Jahre wieder zum Gewandhaus-Quartett zurückgekehrt ist (ein paar wenige Plattenaufnahmen hat das Suske-Quartett mit Suske auch nach seiner Rückkehr nach Leipzig noch gemacht, bis ca. 1980). Karl Suske wurde dann durch Wolf-Dieter Batzdorf ersetzt und die neue Besetzung hiess dann Berliner Streichquartett. Von dem Berliner Streichquartett gibt es etliche LPs mit Haydn Quartetten, jedoch nicht viele Aufnahmen anderer Komponisten.


    -- Joachim

    Hallo Michael,


    ich schlitze die Plastikverpackung der Tone Poet Alben an der beschrifteten Seite des Covers vorsichtig auf, dann kann man die Platte mit der offenen Seite nach dem Anhören wieder reinstecken und hat eine Staubschutz (und hat das lästige Verpackungsplastik sinnvoll wieder verwendet).


    Viele Grüße


    Joachim

    Hier eine Aufnahme des Reiter- und des Quintenquartettes von Haydn mit dem Loewenguth-Quartett aus Paris, die auf dem Opera-Label erschienen ist (ich habe neben dieser Stereo-Pressung Kat.nr. St. 1919 noch die Mono-Pressung Kat.nr. 1197, Opera gibt leider immer kein Veröffentlichungsdatum an, allerdings ist bei der spanischen Hispavox 1961 ein Reissue dieser Aufnahmen erschienen, vermutlich stammen die Aufnahmen aus dem Zeitraum 1959/1960 ...).


    -- Joachim



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    Hallo Frank,


    das kann schon sein, das kann ich nicht gut einschätzen. Z.B. mussten die in England gepressten London CS in die USA transportiert werden, dort erhielten sie die dort hergestellten Aussen-Cover aus dickem Karton (links unten auf der Rückseite steht auf den Cover "Printed in U.S.A") und mussten dann über ein eigenes Vetriebnetz an die Händler geliefert werden. Wenn eine Lizenzfirma vor Ort presst (die ein etabliertes Vertriebsnetz hat) entfällt nicht nur der Transport des Vinyls. Dazu kommt die Frage der Importsteuer -- vielleicht war es steuertechnisch günstig die Cover der London CS in den USA herzustellen, vielleicht ist somit das Endprodukt dann quasi im Inland hergestellt ...


    Aber ich spekuliere nur.


    Viele Grüße


    Joachim

    Oben hatte ich die Violinkonzerte von Paganini und Saint-Saens mit Ruggiero Ricci auf dem Brunswick Label (der Decca) erwähnt. Die Aufnahmen hat Decca-USA (d.h., Decca Records, Inc., 1934 gegründet) gemacht und sind 1964 zunächst auf dem Brunswick Label der engl. Decca erschienen (als SXA 4529), dann 1965 als DL 710106 bei Decca Records und (interessanterweise!) auch als DG 136 478 (ebenfalls 1965).


    (Es gibt auch Mono-Pressungen die 2 Jahre früher erschienen sind.)



    -- Joachim



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    Das habe ich mich auch schon oft gefragt, warum RCA und Decca für die deutschen Lizenzpressungen nicht einfach Muttermatritzen oder Preßstempel nach Deutschland schickten. Wahrscheinlich war das hinsichtlich der Importbestimmungen nicht ganz sauber, denn um Einfuhrzoll zu vermeiden, mussten die Platten "Made in Germany" sein. Und wenn man bedenkt, dass z.B. der Dollar in den 70er Jahren noch rund vier DM wert war, hätten Zölle die Platten dann doch erheblich verteuert - ich meine, das britische Pfund kostete auch so um vier DM und meine ersten richtig guten Boxen stammten aus dem zollfreien PX der US-Army. Im Hifi-Geschäft hätte ich mir die nicht kaufen können. Man musste eben jemand kennen...


    Viele Grüße - Frank

    Wenn man dem Lizenzpartner eine Bandkopie überlässt, ist der Aufwand geringer. Andererseits, wenn ein Haupt-Verkaufsargument für die Platten der "spektakuläre Klang" ist, wie etwa bei Mercury, dann will man den guten Ruf nicht durch schlecht klingende Lizenzpressungen ruinieren -- daher klingen die EMI-Mercury AMS-Pressungen (in England hergestellt) und die Magie du Son-Mercury MSY-Pressungen (in Frankreich hergestellt) ziemlich gut.


    Weiter hat Decca die London CS für die USA selbst in England gepresst und hat der spanischen Columbia Aufnahmeausrüstung und Matritzen (ich weiss nicht, ob Muttermatritzen oder Preßstempel) gegeben.


    -- Joachim

    Mit den Matrizen der englischen SXL ist man natürlich in einer viel besseren Position als mit Bandkopien. SXL 6088 habe ich nicht, ich habe nur eine Ace of Diamonds SDD 445, welche die Sinfonia Concertante, nicht aber das Duo, von Mozart enthält -- statt dem Duo enthält SDD 445 noch die Sinf. Concertante von Haydn. SDD 445 war günstig aber ist natürlich kein guter Ersatz für SXL 6088 (sondern ein "Misch-Masch" verschiedener Original-Platten).


    -- Joachim



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    Stimmt, die Telefunken / Teldec Pressungen sind gut (wobei die Klangqualität auch von dem Bandmaterial abhängt, das Decca zur Verfügung gestellt hat). Auch die 2. und 3. Labels von Decca sind günstige Alternativen zu den SXL und London CS Pressungen. Richtig billig sind in der Regel die SPA-Pressungen (besser als die unten abgebildete mit der dunkelblauen Schrift, die gab es ab 1974, sind die mit der silbernen Schrift und dem JT-Taxcode).


    Viele Grüße


    Joachim



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    Hallo Uwe,


    wenn ich die Wahl zwischen CS 6059 und ECS 746 hätte (beide in einem guten Zustand), dann würde ich persönlich die London nehmen ....


    Auch mir gefallen fast alle Aufnahmen von Ricci, z.B. habe ich die Mendelssohn und Bruch Violinkonzerte als SXL 2006. Andere Ricci-Aufnahmen habe ich als London (und kann keine klanglichen Abstriche erkennen): das Sibelius Violinkonzert (CS 6067), Lalo Symph. Espagnole (CS 6134) oder Bizet-Sarasate Carmen Fantasie (CS 6165). Auch gut sind die Violinkonzerte von Paganini und von Saint-Saens auf dem Brunswick Label (SXA 4529, auch eine Decca-Pressung). Die Aufnahmen für Violine solo habe ich als Mono-Deccas (LXT).


    Viele Grüße


    Joachim

    Oben hatte ich die Decca Eclipse ECS 697 mit Mozart Violinkonzerten, gespielt von Christian Ferras, erwähnt -- das war eine Aufnahme von 1954, die nicht als SXL sondern erst 1973 als ECS erschienen ist. Eine weitere Decca Eclipse mit Violinkonzerten, die nicht als SXL erschienen sind, ist ECS 746 (erschienen 1974) mit den beiden Violinkonzerten von Prokofjew, gespielt von Ruggiero Ricci. Allerdings sind diese Aufnahmen bereits 1958 als London-Pressung CS 6059 erschienen.


    Generell sind die Decca ECS qualitativ hochwertig (von einigen Pseudo-Stereopressungen abgesehen) und günstig -- ausgenommen ECS 746 (die inzwischen etwas teuer sein kann, da sie unglücklicherweise in der sog. TAS Liste steht).


    -- Joachim



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    Ich habe die 12 Original Eternas zu den 11 Platten der Eurodisc-Box einmal zusammengesucht. Die Katalognummern sind 826 xxx mit


    xxx = 039, 267, 268, 466, 467, 468, 469, 556, 830, 903, 904 und 905.


    Die ersten 3 Platten sind normale Schwarzlabel-Eternas, die letzten 9 Platten sind aus der "Eterna Edition" Reihe.


    Wenn man auf Vollständigkeit aus ist, dann geht das mit dem Kauf der Eurodisc Box bequemer ....


    -- Joachim


    PS: ähnlich aufwändig ist die Suche nach den Aufnahmen der Mozart Sinfonien mit der Staatskapelle Dresden unter Otmar Suitner (da oben vom "Geigensound" die Rede war: bei dem Geigenklang präferiere ich in der Regel die Staatskapelle gegenüber dem Leipziger Gewandhausorchester).

    "Ein gutes Beispiel sind die Aufnahmen des 3. und 7. Violinkonzertes von Mozart mit Christian Ferras und dem Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger. Die Mono-Pressung LXT 5044 ist 1955 erschienen, die erste Stereo-Pressung ECS 697 erst 1973."


    Noch eine Ergänzung zu diesen Aufnahmen der Mozart Violinkonzerte:


    Aufnahmezeitraum: 14. Oktober bis 11. November 1954


    Ort: Victoria Hall, Genf


    Produzent: Victor Olof


    Tonmeister: Gil Went (Mono), Roy Wallace (Stereo)


    Erstpressungen: Mono, LXT 5044, veröffentlicht im Mai 1955 / Stereo, ECS 697, veröffentlicht im November 1973


    Viele Grüße


    Joachim


    PS: diese Informationen findet man in dieser (sehr grossen) Datei


    http://images.cch.kcl.ac.uk/charm/liv/pubs/DeccaComplete.pdf

    Hallo Frank,


    die Mozart Klavierkonzerte mit Annerose Schmidt und Masur kann man als einzelne Eterna-Platten noch preiswert kaufen. Allerdings gibt es -- meines Wissens nach -- keine Box mit allen Klavierkonzerten. Man muss die Platten also alle einzeln suchen und kaufen.


    Vor den Aufnahmen mit Kurt Masur und der Dresdner Philharmonie hat Annerose Schmidt mit der Staatskapelle Dresden unter Otmar Suitner bereits zwei Klavierkonzerte von Mozart aufgenommen (1964 als Mono-LP Eterna 820 464 erschienen und 1966 als Stereo-LP Eterna 825 464).


    Viele Grüße


    Joachim



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    Wenn ich ehrlich bin: so hammerhaft empfinde ich den Klang subjektiv nicht. Die Mozart fand ich darüber hinaus interpretatorisch ziemlich seicht. Aber ich habe meine diversen Tacet LPs schon länger nicht gehört. Werde das kurzfristig nachholen und berichten.

    Daneben finde ich die CDs (habe einige Haydn-Quartets) von Tacet sehr gelungen.

    Hammerhaft (also sehr spektakulär) sind die 2-Mikrophon Aufnahmen mit den Neumann M49 nicht, aber ich finde sie sehr natürlich. In den ersten Experimenten von Decca mit Stereoaufnahmen (vor der Wilkinson Stereo-Ära, als Wilkinson noch Mono-Aufnahmen gemacht hat) hat Arthur Haddy in den ersten Versionen des Decca-Baumes 3 Neumann M49 Mikrophone verwendet. Diese Stereo-Aufnahmen haben keine sehr breite Klangbühne, klingen aber sehr natürlich und subtil (und sind klanglich näher an den Mono-Aufnahmen als an z.B. den -- meiner Meinung nach -- schrecklichen Stereo-Aufnahmen der Beethoven-Sinfonien mit dem Chicago Symph. Orch. unter Solti, die Wilkinson und Lock gemacht haben). Diese frühen Stereo-Experimente wurden bereits 1954/5 gemacht. Oft wurden zunächst nur Mono-Pressungen veröffentlicht, und dann viel später Stereo-pressungen auf Decca Zweitlabels.



    Ein gutes Beispiel sind die Aufnahmen des 3. und 7. Violinkonzertes von Mozart mit Christian Ferras und dem Stuttgarter Kammerorchester unter Karl Münchinger. Die Mono-Pressung LXT 5044 ist 1955 erschienen, die erste Stereo-Pressung ECS 697 erst 1973. Der Klang dieser Aufnahmen erinnert mich stark an die Tacet-Aufnahmen der Beethoven Sinfonien.


    -- Joachim


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    Hallo Reinhard,


    bekannte, grosse Orchester (etwa die Wiener oder die Berliner Philharmoniker) sind wohl weit ausserhalb der Reichweite von kleinen Labels. Bei bekannten Kammermusik-Ensembles -- insbesondere wenn diese die Klangphilosophie eines kleinen Labels schätzen -- besteht die Chance, dass auch kleine Labels diese unter Vertrag nehmen können.


    Viele Grüße,


    Joachim

    Man darf nicht vergessen, dies ist eine wirklich kleine Firma, deshalb ist es umso erstaunlicher was Andreas Spreer geschafft hat. Natürlich kann man anderswo sehr viel bessere Interpretationen finden.


    Viele Grüße

    Reinhard

    Stimmt, Tacet scheint ja fast eine Ein-Mann-Firma zu sein.


    Die 5. Sinfonie von Beethoven unter dem Dirigat von Wojciech Rajski gefällt mir aber auch musikalisch (auch im Vergleich zu meiner Lieblingseinspielung mit Franz Konwitschny auf Eterna). Weiter gefallen mir auch alle Tacet-CDs mit dem Abegg-Trio (leider gibt es diese Aufnahmen nicht auf LP).


    -- Joachim