Posts by jhr

    Hallo Frank,


    am Anfang seiner Zeit in den USA hatte Strawinsky auch finanzielle Probleme (und konnte Einnahmen von Plattenaufnahmen wohl gut gebrauchen). Vermutlich hat das aber kurz vor seinem 80. Geburtstag 1962 keine Rolle mehr gespielt.


    Mein Exemplar von MS 6331 ist keine 6-eye Columbia (wie in der Abbildung in dem Discogs-Link) -- MS 6331 ist 1962 erschienen und das 6-eye Label gab es bis 1962, ab 1963 kam dann das 2-eye Label (ab ca. 1969 dann die "Augen-losen" Labels). Wichtiger als die Papierlabels sind natürlich (wie auch bei Decca) die Informationen über die Pressmatrizen im Bereich der Auslaufrillen. Mein Exemplar von MS 6331 klingt gut, ist aber kein audiophiler Kracher.


    Viele Grüße,


    Joachim


    PS: wie gesagt, 1962 war der 80. Geburtstag, ein guter Zeitpunkt für eine Aussöhnung ....

    Ab 1932 hat das Busch-Quartett in den Tonstudios von HMV in der Abbey Road in London sieben Streichquartette von Beethoven aufgenommen -- das Streichquartett Nr. 1 aus op. 18 wurde am 11.11.1933 aufgenommen. Ich habe diese Monopressung auf Vinyl (ohne Veröffentlichungsdatum, sieht aus wie eine Electrola LP aus den 1970er Jahren):


    http://www.discogs.com/Beethoven-Busch-Quartett-Adolf-Busch-Rudolf-Serkin-Streichquartette-Op-18-Nr-1-Op-59-Nr-3-Op-95-Frü/release/9202429


    Da die Aufnahmen aus der Schellack-Ära stammen und damals pro Plattenseite nur 5 Minuten Musik wiedergegeben werden konnte, soll das Busch-Quartett bei manchen Beethovenquartetten dieser HMV-Aufnahmen einige Wiederholungen in der Partitur weggelassen haben ....


    -- Joachim

    Andre, es kann schon sein, dass schon immer ein (relativ konstanter) niedriger prozentualer Anteil der Pressungen z.B. verwellt war -- vor der Produktion von CDs waren bei den neu veröffentlichten LPs die Auflagen aber wohl höher. Durch die hohen Auflagen konnten defekte Exemplare problemlos entsorgt und durch ein nicht verwelltes Exemplar ersetzt werden. Die bereits nach der Herstellung stark verwellten Platten findet man also gar nicht auf dem 2nd Hand-Markt, da sie z.B. vor 40 Jahren bereits entsorgt wurden.


    Aktuell gepresste Reissues werden aber oft (um den Markt anzuheizen?) in einer limitierten Auflage produziert. Zudem sollen LP-Käufer in einigen Ländern (z.B. den USA) toleranter gegenüber verwellten LPs sein. Das kann dazu führen, dass man vor der Alternative "bügeln oder verzichten" statt "umtauschen oder Mangel akzeptieren" steht.


    Beispielsweise haben die Music Matters Reissues von Blue Note Aufnahmen eine limitierte Auflage von 3500 Exemplaren, die sich problemlos alle in den USA verkaufen lassen (wohl auch verwellte Exemplare). Vor 2 Monaten habe ich direkt bei Music Matters 2 LPs gekauft. Eine Platte war perfekt, die andere war verwellt (Salatschüsselform mit einem Höhenschlag von 4 mm am Rand, aber abspielbar). Die verwellte Platte hat 74,95 Dollar gekostet, der Versand für beide Platten 45,80 Dollar. Die Mail mit meiner Beanstandung hat Music Matters nicht beantwortet. Music Matters lässt seine LPs von RTI pressen, die auch die Reissues von Analogue Productions pressen (und angeblich pro Pressmatrix weniger als 1000 LPs herstellen). Insgesamt habe ich 8 RTI-Pressungen, davon eine stark verwellte (die oben erwähnte) -- für eine fundierte statistische Aussage reichen 8 Exemplare natürlich nicht aus.


    -- Joachim

    Noch etwas Barock-Musik -- allerdings ohne die üppige Coverausstattung mit Zeichnungen von Porzellanfiguren wie auf dem Cover der Decca SXL von Frank. Die beiden Aufnahmen von 1979 in der Reihe Archiv Produktion mit der Musica Antiqua Köln unter Reinhard Goebel sind nämlich nicht mehr mit so aufwändigen Covern und dickem Vinyl ausgestattet wie die früheren Archiv Produktion LPs.


    1) Kammerkonzerte von Georg Philipp Telemann:


    http://www.discogs.com/de/Georg-Philipp-Telemann-Musica-Antiqua-Köln-Reinhard-Goebel-Kammerkonzerte-Chamber-Concertos-Concert/release/3466347


    2) Musique de Chambre von Jean-Marie Leclair:


    http://www.discogs.com/de/Jean-Marie-Leclair-Musica-Antiqua-Köln-Musique-De-Chambre-Spätwerke-Late-Works/release/5370290


    Dennoch sind Interpretation und Klang sehr gut.


    -- Joachim

    Mein "igitt" bezog sich nicht auf die Mono-Aufnahmen (im Gegenteil)! Du hast ja eine Mono-Pressung der 1956er Mono-Aufnahme, was Sinn macht. Leider hat Philips die Sonaten für Violine und Klavier (wie ich sagte) auch als Doppel-LP herausgebracht: die 1959er Aufnahme in Stereo, aber die 1956er Mono-Aufnahme leider nicht als Mono-Pressung sondern als Pseudo-Stereo ...


    Diese Doppel-LP meine ich (LP1 ist echtes Stereo, LP2 ist Pseudo-Stereo):


    http://www.discogs.com/Mozart-Clara-Haskil-Arthur-Grumiaux-Sonaten-Für-Klavier-Und-Violine-Sonatas-For-Piano-And-Violin/release/11583024


    -- Joachim

    Hallo Reinhard,


    die 1956er Aufnahme der Sonaten f. Klavier u. Violine KV 545 u. KV 526 ist sowieso Mono -- die 1959er Aufnahme der Sonaten KV 301, 302, 376 u. 378 ist dann eine Stereoaufnahme. Es gibt zwar eine Philips Stereo Doppel-LP, welche die beiden Aufnahmen kombiniert, bei dieser ist die Mono-Aufnahme in Pseudo-Stereo (igitt!).


    Ausser den anderen Mozart-Aufnahmen mit Grumiaux (der Violinkonzerte und der Mozart Quintette, verfügbar als Philips LP-Boxen) finde ich eigentlich alle Aufnahmen von Arthur Grumiaux gut (auch Barock und moderne Klassik).


    Viele Grüße,


    Joachim

    Hallo Dietmar,


    obwohl ich mich bei Mono-LPs im Bereich Jazz (im Vergleich zur Klassik) weniger gut auskenne, liege ich mit diesem (wohl wenig originellen) Vorschlag bestimmt nicht komplett daneben: die Mono-Version von "Kind of Blue" von Miles Davis habe ich als Reissue von Legacy (gepresst von RTI). Die ist derzeit auch noch kaufbar bei diversen Versandhändlern (z.B. Dacapo), da Du nach einem kaufbaren Exemplar gefragt hast.


    Hier ist ein Link zu einer Besprechung der Sony/Legacy Mono-Pressung von Michael Fremer:


    http://www.analogplanet.com/co…y-analog-planet-exclusive


    Die Jazz-Experten hier im Forum können vielleicht auch noch eine bessere Mono-Pressung dieser Aufnahme vorschlagen (ich finde die obige ganz OK).


    Viele Grüße,


    Joachim

    Zum Frühstück wieder einmal die Partita Nr. 2 für Solovioline (von Bach) mit Arthur Grumiaux (1961 aufgenommen). Das ist die 2. LP in meiner Philips 3-LP-Box, die schätzungsweise in den 1970er Jahren erschienen ist (auf den späteren Philips Pressungen ist in der Regel nur das Datum der Erstveröffentlichung angegeben):


    http://www.discogs.com/de/Bach…olin-Solo/release/8801800


    Viele Grüße,


    Joachim


    PS: Die Originalpressungen von 1961, die ich nicht besitze und somit bzgl. ihrem Klang mit den späteren Pressungen nicht vergleichen kann, haben das "Hi-Fi Stereo" Label und sind zunächst als 3 separate LPs erschienen:


    http://www.discogs.com/de/Arthur-Grumiaux-JS-Bach-Sonaten-und-Partiten-für-Violine-allein-Sonata-1-and-Partita-1/master/855896


    Auch kann ich mir vorstellen, dass die Mono-Pressungen mindestens genauso gut wie die Stereo-Pressungen sind:


    http://www.discogs.com/de/Arthur-Grumiaux-JS-Bach-Sonaten-und-Partien-für-Violine-allein-Sonata-1-and-Partita-1/release/7396849

    Hallo Reinhard,


    mit "Sammler" meinte ich in dem Kontext natürlich Sammler von 2nd-Hand LPs (welche sich mehrere Exemplare einer Aufnahme besorgen, die beste für sich auswählen und die übrigen wieder abgeben). Selbstverständlich kann (und konnte man in der Vergangenheit noch viel bequemer) auch neue LPs sammeln.


    Auch ich besitze etliche LPs aus den 1980er Jahren, die damals zu Neupreisen von 8 oder 9 DM verschleudert wurden (weil v.a. Klassikhörer auf CD umsteigen wollten) -- und das war auch die beste Zeit für den Kauf von 2nd-Hand Klassik-LPs (etwa englische Decca SXL).


    Allerdings findet man auch heute noch in lokalen Buch- und Plattenläden -- versteckt zwischen LPs, die niemand will (wegen des Zustands oder aus musikalischen Gründen) -- ab und zu Raritäten im Mint-Zustand für 1 Euro.


    -- Joachim

    Für die Stereo-Pressungen der englischen Decca gibt es Informationen über die Schneidemaschinen und -köpfe (über die anderen Plattenfirmen habe ich fast keine Informationen, obwohl Neumann Schneideköpfe vermutlich weit verbreitet waren):


    1957 -- 1967: Teldec 45/45 Schneideköpfe in Verbindung mit Half-Speed Mastering


    1968 -- 1973: Neumann SX-68 Schneideköpfe (15 Grad nach DIN)


    1974 -- ??: Neumann SX-74 (18 Grad als Kompromiss zwischen DIN und IEC Empfehlung).


    Es ist sogar wahrscheinlich, dass Decca bis Ende der 1970er den SX-74 Kopf verwendet hat (danach hat Philips für Decca gepresst, aber Decca hat Anfang der 1980er noch selbst gemastered und auch die Folien geschnitten, ab 1981 mit einer Neumann VMS-80 Schneidemaschine, die ebenfalls die 18 Grad SX-74 Köpfe verwendet).


    Viele Grüße,


    Joachim


    PS: Literaturtipp über Mikrophone, Band- und Schneidemaschinen von Decca: z.B. Michael Gray, "The golden age: the birth of Decca / London stereo"

    ....


    Es erstaunt mich immer wieder, dass sehr viele doch noch Platten kaufen, bei mir ist es umgekehrt.





    Hallo Reinhard,


    ich muss gelegentlich zu meiner bestehenden Sammlung neue Platten dazu kaufen, auch um mein Interesse an der bestehenden Sammlung aufrecht zu erhalten ... dann kann ich die Interpretationen und/oder den Klang der neuen Exemplare mit denen von schon länger nicht mehr gehörten Platten aus der Sammlung vergleichen.


    Aber man sollte inzwischen selektiver kaufen (auch im Bereich Klassik) als noch vor 20 oder 30 Jahren -- die meisten Secondhand Platten stammen nicht mehr vom Erstbesitzer sondern oft von Sammlern, die defekte Platten wieder weiter verkaufen.


    Viele Grüße,


    Joachim

    Ich war heute wieder einmal in zwei Plattenläden, die ich 15 J. lange nicht mehr besucht hatte -- die haben ihr Klassik-Angebot inzwischen extrem reduziert (da Klassik dort wenig nachgefragt wird).


    Ich habe zwei schöne Philips 1970er Jahre Pressungen gefunden:


    1) die Boccherini Cellokonzerte mit Maurice Gendron (das B-dur Konzert mit dem Orchestre des Concerts Lamoureux unter dem Dirigat von Pablo Casals 1961 aufgenommen, das G-dur Konzert mit dem LSO unter Raymond Leppart 1966 aufgenommen):


    http://www.discogs.com/de/Bocc…rchestra-R/master/1222177


    2) Beethoven Sonaten für Violine und Klavier op. 12, No. 2 und op. 23 mit Arthur Grumiaux und Claudio Arrau (1977 aufgenommen -- es gibt eine frühere Aufnahme von Grumiaux mit Clara Haskil, eine ganze Box von Philips, die auch sehr gut ist):


    http://www.discogs.com/de/Beet…-2-Op-23/release/10271531


    Viele Grüße,


    Joachim

    Noch eine Bemerkung zu den EMT-Tonabnehmern:


    1) in der Beschreibung des Neumann SX 74 steht, dass nach DIN 45542 der vertikale Spurwinkel von 15 Grad vorgesehen war und nach der Empfehlung in IEC Publ. 98 dann 20 plus/minus 5 Grad, also 15 bis 25 Grad:


    http://www.vintagewindings.com…/NeumannVMS/Neumann-SX-74


    (Neumann hat dann -- als Reaktion auf diese Empfehlung und die frühere DIN Norm -- den Schneidekopf für einen 18 Grad Winkel konzipiert.)


    2) Dagegen sagt Fabritius, dass in IEC Publ. 98 ein Bereich zwischen 20 und 25 Grad vorgeschlagen wird:


    http://www.fabtech.de/deutsch/…erschiedlicher-klang.html


    Die spätere 23 Grad Variante des EMT TSD 15 liegt ungefähr in der Mitte des Intervalls 20 -- 25 Grad, aber eher im oberen Bereich des Intervalls 15 -- 25 Grad (in diesem liegt das Ortofon SPU mit 20 Grad genau in der Mitte ...).


    -- Joachim

    Hallo Frank,


    stimmt, das kann man nicht. Wenn man aber für Stereo-LPs z.B. einen EMT TSD 15 Tonabnehmer verwendet, dann könnte man sich 2 Exemplare zulegen: eines für zwischen 1958 und 1975/78 geschnittene LPs (für einen vertikalen Spurwinkel von 15 Grad konzipiert) und ein zweites für "neuere" LPs (für 23 Grad)


    Mir wäre das zu viel Aufwand.


    -- Joachim


    PS: die Mehrzahl meiner Stereo LPs sind zwischen 1958 und 1975 geschnitten, daher wäre mir der Winkel bei dem 23 Grad TSD 15 zu gross (ich verwende das Ortofon SPU, mit 20 Grad, und das Denon DL 103, mit (soviel ich weiss) 16 Grad).