Posts by Sanug

    Ich kenne deine Ansprüche nicht. Für recht kleines Geld findet man noch den Hybrid-Chinakracher namens Mistral.


    Meinen habe ich neulich zerlegt, um die peinliche LED-Röhrenbeleuchtung zu entfernen. Und war ziemlich erstaunt über den soliden Aufbau und den reichlich dimensionierten Ringkerntrafo für das kleine Geld. Klanglich kann ich auch nicht meckern, habe die Chinaröhre aber gegen eine russische getauscht.


    An niedrrohmigen Hörern wäre das mein Budget-Tipp. Das Dingen wird schon mal unter 100 Euro angeboten.


    Grüße, Christof

    Ich kenne die Maschine nicht, aber offenbar ist der Signalweg recht komplex. Eine Komplettrevision mit Austausch aller Elkos ist vielleicht längerfristig sinnvoll, aber zur Fehlerbehebung nicht der richtige Weg, denn die Fehlerursache kann auch eine andere sein.


    Ich würde den Signalweg mit dem Servicemanual und einem Signalverfolger (Prüfverstärker) systematisch durchprüfen und erst mal die defekte Stufe eingrenzen. Ich halte wenig davon, wahllos Bauteile zu tauschen. Ausnahme sind die tropfenförmigen Tantalelkos, die ich immer ersetzen würde.

    Eine Fehlerdiagnose ist aus der Ferne schwierig. Das Fehlerbild kenne ich aber von defekten Tantal-Elkos. Das sind die winzigen Dinger in Tropfenform. Wo immer ich denen begegne, werden die ersetzt. Ob das bei deiner Revox die Ursache sein könnte, kann ich natürlich nicht sagen.


    Grüße, Christof

    Tausend Dank für den Link!

    P.S. Wo waren wir als Amiga für 1 Deutsche Mark verscherbelt wurde?

    Ich habe in Köln bei Zweitausendeins kurz nach der Wende sogar 2 gemischte Pakete á 20 Amiga-Platten für je 20 Mark abgeschleppt. Allerdings muss ich zugeben, dass das meiste musikalisch nicht meine Welt war. Die meisten Platten habe ich an dankbare Abnehmer verschenkt.

    Nettes Video: Amiga-Platte von Michael Jackson läuft auf russischem Korvet-Plattenspieler.

    Der Dreher ist Hammer8|. Leider nicht meiner.


    Ich habe recht viele Amiga- und Eterna-Platten aus der ehenmaligen DDR und schätze sehr die hervorragende Aufnahmequalität und auch die musikalische Qualität vieler Eigenproduktionen, vor allem bei Klassik. Die Pressqualität ist immer sehr gut, ich hatte noch nie eine Platte mit Pressfehlern oder knistrigem Vinyl. Die müssen eine rigorose Qualitätskontrolle gefahren haben. Einziger Nachteil ist das auffallend hohe Grundgeräusch, das auch am Anfang des obigen Videos deutlich zu hören und typisch für alle in der DDR hergestellten Platten ist. Es hat mich aber nie wirklich gestört, da es mir nur in der Einlaufrille auffällt.


    Die Papier-Innentüten und auch die Cover sind recht einfach gemacht. Die hatten Mangelwirtschaft, und bei DDR-Produkten wurde immer an der Verpackung, aber nicht am Inhalt gespart. Manche Cover sind dünn und labberig, die Innentüten dagegen zweckmäßig. Ich ersetze sie trotzdem meistens durch neue mit Fütterung. Über Sinn und Zweck der Fütterung lässt sich natürlich streiten.

    - Tangerine Dream: Quichotte

    Die ist musikalisch und auch klanglich meine Lieblingsplatte von Tangerine Dream! Live im Palast der Republik 1980 vom Ost-Berliner Rundfunk hervorragend gut aufgenommen. Die von Tangerine Dream selber unnötigerweise nachbearbeitete CD, die später im Westen erschienen ist, klingt deutlich schlechter. Als Kuriosum gab es wegen der lange nicht erschienenen West-Ausgabe dieser Platte ein Bootleg mit dem Titel "Staatsgrenze West", das schlicht den Radiomitschnitt enthält.


    Eine weitere hervorragende Liveaufnahme aus dem Palast der Republik ist "Canto General". Für mich hat die Gänsehautgarantie!

    Zitat Wikipedia:

    "Der Live-Mitschnitt einer Aufführung vom 14. Februar 1980 beim 10. Festival des politischen Liedes im Palast der Republik, Berlin, mit Maria Farantouri, Heiner Vogt und dem Rundfunkchor Berlin, Dirigent war Theodorakis, besteht aus denselben sieben Sätzen, ergänzt durch die historische Aufnahme einer Lesung von Amor América, gesprochen von Pablo Neruda."

    Hallo zusammen,


    hier lief vorhin:


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    Ted Heath and his music - Palladium Revisited

    Decca Phase 4, made in England, 1964.


    Hier ist direkt zu Anfang "Anschnallen!" angesagt. Die Big Band legt mit einem Schmackes und einer Spielfreude los, dass es kracht, zudem hat die Live-Aufnahme auch echt humorvoll-verrückte Momente. Und das in einer technischen Qualität, die mich vom Sockel haut! Eine super brilliante, teilweise in den Höhen etwas spitze Aufnahme, der ich das Alter nicht anhöre. Typisch Phase 4 sind allerdings die hörbaren Spielereien mit Stereoeffekten am Mischpult. Eine Platte, die richtig Spaß macht und eigentlich etwas zum wach werden morgens ist!


    Grüße, Christof

    Schließlich gibt es auch Pink Floyds Meddle und Atom Heart Mother haufenweise auf dem Gebrauchtmarkt und das hat Dich nicht davon abgehalten, Neuauflagen selbiger zu erwerben. Insofern war die anfängliche Bemerkung überflüssig.

    Danke für die "nette" Belehrung :cursing:


    Allerdings muss ich dir Recht geben, weil ich die Käufe der genannten Reissues mittlerweile bereut habe. Ich hatte aber auch nur aufgrund eines sehr günstigen Neupreises zugeschlagen.


    PF-Platten wurden damals massenhaft hergestellt, trotzdem muss man heute nach gut erhaltenen Exemplaren zum günstigen Preis suchen. Mittlerweise würde ich diese Herausforderung dem Risiko vorziehen, ein mieses Reissue zu erwischen.


    Bei PF ist das Klangbild des Remasters übrigens nahezu identisch zu meiner alten deutschen Pressung (bei Atom Heart Mother). Die geben sich nicht viel.

    Bei mir läuft gerade:

    Solange Knowles - A Seat At The Table

    Ich war auf Solange Knowles durch die polarisierenden und gegensätzlichen Kommentare zu Ihrem Auftritt in der Elbphilharmonie auf SPON und Welt.de aufmerksam geworden. Ich muss mich musikalisch erst noch drauf einstellen, das Album ist keine Liebe auf den ersten Blick.

    Die Pressqualität ist sauber und okay, aber wie bei vielen neuen Platten ist für meinen Geschmack der Bass überbetont und die Höhen zu zurückhaltend. Leider sind die Höhen auch etwas unsauber.

    Grüße, Christof


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    Die Stratosfear von Tangerine Dream gibt es doch sicher für kleines Geld auf dem Gebrauchtmarkt. Außer bei teuren und gesuchten Raritäten würde ich immer die alten Pressungen den neuen vorziehen.


    Ich vermeide mittlerweile den Kauf von neuem Vinyl so weit es geht aufgrund meiner schlechten Erfahrungen. So musste ich die Vier Jahreszeiten auf Divox kürzlich umtauschen, weil die Platte tellerförmig verzogen war und auf der ersten Seite ein drehabhängiges Störgeräusch machte, bei dem ich erst an ein defektes Plattentellerlager dachte - das war es aber nicht. Früher wäre so ein Müll in der Qualitätskontrolle aussortiert worden, heute kommt einfach alles in den Verkauf.


    Auch bei anderen neuen Platten hatte ich schon massive Qualitätsprobleme mit rascheligem Grundgeräusch (Yello Toy), Knacksern und sicht- und hörbaren Pressfehlern (Pink Floyd Meddle und Atom Heart Mother Reissues). Da ist manche dreckige dünne Flohmarktplatte nach einer Plattenwäsche besser anhörbar.


    Weiterhin fällt mir auf, dass neue Platten oft dickere Bässe und stark zurückgenommene Höhen haben, also insgesamt dunkler klingen. Mein Verdacht: Die Höhen werden absichtlich abgeschwächt, damit man mehr Pressungen aus der Matritze quetschen kann, ohne dass es zerrt. Das wurde angeblich früher schon bei billigen Neuauflagen ("Nice Price") so gemacht, um Material zu sparen. Könnt ihr das bestätigen oder ist meine Vermutung Quatsch?


    Grüße, Christof

    Deshalb kaufe ich am liebsten solide gebrauchte Geräte, die noch reparabel sind. Leider wird heutzutage irre viel kurzlebiger Müll verkauft, z.B. Leuchten mit fest verbauten Leuchtmitteln. LED oder Netzteil defekt = ganze Leuchte in den Sondermüll.

    Zur Entspannung am Feierabend läuft gerade:


    Andreas Vollenweider - Caverna Magica


    Vor langer Zeit hatte ich mir den Vollenweider leidgehört. Mittlerweise kann ich zumindest die älteren Scheiben wieder genießen. Die sind auch sehr gut produziert. Neben der sehr bekannten "Behind The Gardens..." mag ich auch die weniger bekannte "Eine Art Suite...", die allerdings untypisch ist, weil seine ganze Familie mitspielt, einschließlich seinem Vater auf der Kirchenorgel (!).

    Das mit der FM-Anzeige ist bei mir auch so. Erstaunlich finde ich, dass in der Klangqualität kein Unterschied auszumachen ist.


    Im Gegensatz dazu liegen Welten im Klang, wenn man sich die gleiche Nachrichtensendung auf WDR 2 und WDR 5 anhört. WDR 2 ist richtig fett gesoundet, während WDR 5 deutlich neutraler daherkommt.


    Wir Menschen reagieren offenbar sehr unterschiedlich auf eine eingeschränkte Klangqualität. Mich stört die Dynamikkompression ungemein, dafür fällt mir die Datenreduktion bei mp3 (ab 128 kBit/s) oder DAB+ kaum auf. Offenbar erleben das andere Menschen völlig anders.


    Kurioserweise sind gerade junge Leute, die ja ein viel besseres Gehör haben als ich alter Sack, völlig schmerzfrei und hören Musik über Handylautsprecher oder übersteuerte Bluetooth-Boom-Boxen, ohne sich daran zu stören. Der Loudness War wird von denen wahrscheinlich als geil-fetter Sound positiv wahrgenommen.


    Früher war aber auch nicht alles besser. Kaputte Nadeln, jaulende Kassetten (am schlimmsten im Autoradio) und verzerrende Lautsprecher (in der Disco) waren für mich eine Qual, aber vielen Mitmenschen so was von egal.


    Bei mir zu Hause gäbe es übrigens ein Argument für DAB+: Aus baulichen Gründen herrscht hier ein stark verzerrter UKW-Empfang der WDR-Lokalsender (Langenberg) aufgrund von Reflexionen eines benachbarten Hochhauses. Trotzdem würde ich keine Petition für den Erhalt von DAB+ unterschreiben, denn die Unterdachantenne empfängt WDR Aachen. Und es gibt auch noch Internetradio mit halbwegs ordentlicher Bitrate.

    Interessantes Thema. Ich denke, dass es langfristig keinen Sinn macht, DAB+ und FM parallel zu betreiben und zusätzlich noch die Programme ins Internet zu streamen. Das ist einfach Verschwendung von Bandbreite und Energie.


    Da es weiterhin einen riesigen Bestand an aktuellen und historischen FM-Empfängern gibt und dieser Verbreitungsweg im Krisenfall (Naturkatastrophen etc) recht robust ist, wäre ich noch am ehesten für den Erhalt des analogen UKW-Rundfunks.


    Ich habe in meinem Dienstwagen ein Werksradio mit DAB+. In nahezu jedem Tunnel und auch im Gebirge gibt es einen (unhörbaren) Fallback auf FM. Ohne FM gäbe es folglich störende Versorgungslücken. Die Klangqualität von DAB+ empfinde ich in dem gut klingenden Werksradio (VW) übrigens nicht hörbar besser (aber auch nicht schlechter) als die von FM.


    Als störend limitierend, was die Klangqualität angeht, empfinde ich bei Digitalradio per DAB+ und auch beim Internetradio übrigens nicht die Datenreduktion, sondern speziell bei Sendern mit moderner Musik die Dynamikkompression per Optimod und Konsorten. Sender wie WDR 2, Einslive, Kölncampus und viele andere sind für mich wegen des schrecklich aufgeblasenen und dynamikfreien Sounds unanhörbar. Was natürlich FM genauso betrifft. So lange sich das nicht ändert, höre ich WDR 3 oder WDR 5, und das eigentlich auch ausschließlich im Auto und auch nicht ständig. Ich kann nun mal weder Dauerberieselung noch übertriebene Dynamikkompression ertragen, und schon gar nicht beides in Kombination.


    Vom Komfort und der Auswahlmöglichkeit an Sendern her finde ich Internetradio-Streaming per Bluetooth vom Handy mit der werbefreien App "Audials" genial. Leider können die wenigsten Handys Bluetooth Audio in vernünftiger Qualität (aptX), außerdem vergeht mir auch hier die Lust wegen der Dynamikkompression.


    Für weniger empfindliche Zeitgenossen dürfte genau das aber die Zukunft sein. Der Trend geht ja ohnehin in die Richtung, alles nur noch übers Handy zu machen, und die Klangqualität ist den meisten Leuten eh egal. Das regional und von der Programmauswahl her beschränkte terrestrische Radio, egal ob digital oder analog, wird deshalb möglicherweise keine langfristige Zukunft haben. Von den Sender-Betriebskosten mal ganz zu schweigen, außerdem könnte man die frei werdenden Frequenzbänder für Internet-Dienste zumindest deutlich lukrativer nutzen.


    Wie seht ihr das? Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion, Christof

    Ich höre immer wieder gern:


    Benny Goodman and his Sextet live in Kopenhagen

    Decca, 1973


    Macht mir musikalisch mächtig Spaß. Muss man laut hören! Die technisch etwas verspielte "Phase 4 Stereo"-Produktion zaubert teilweise eine sehr schöne Bühnenillusion in meinen Raum. Weniger gelungen sind die katastrophal aufgenommenen Ansagen von Benny Goodman sowie die teils heftigen Pegelsprünge durch hastige Stellerei am Mischpult zwischen den Stücken beim Applaus. Insgesamt aber eine für meinen Geschmack sehr knackige und lebendige Aufnahme.


    Grüße, Christof

    Der war gut ;)

    Die Frage "Wie seht ihr das?" bezog sich nicht auf Handy neben den VV legen, dass man das besser lässt, ist doch klar. Sondern auf das Entfernen der Abschirmung von den Röhren.


    In anderen Beiträgen habe ich sogar Zwischensockel gesehen, damit die ganze Röhre herausschaut. Dann ist die Abschirmung natürlich vollends futsch, aber es sieht natürlich viel schöner aus. Scheint wohl kein Problem zu sein...