Posts by Juergen_B

    Hallo Marco,

    das mit der Klangqualität ist im Moment so ein bisschen zweigeteilt. Einerseits gefällt er mir ganz gut, weil das Klangbild einem guten Röhrenverstärker schon recht nahe kommt. Er spielt klar und offen und recht direkt und man ist sehr schnell mitten im Musikgeschehen ohne das man den Eindruck hat, da fehlt etwas oder etwas würde irgendwie 'falsch' klingen. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, da blitzt etwas von der Souveränität durch, den einige Röhrenverstärker haben, die Senderöhren benutzen.

    Auf der anderen Seite hat er eine gewisse Rauigkeit, die sich über das Klangbild legt. Die Ursache könnten die kleinen MKT-Kondensatoren sein, aber evtl. auch ein ungünstiger Arbeitspunkt der Treiberröhre oder auch die Ausgangsübertrager. Nächstes Jahr (wo ich dann ganz viel Zeit habe) wollte ich mal die MKTs austauschen. Dann weiss ich schonmal mehr.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Plus 3dB ist eine Verdoppelung des Schalldrucks (messtechnisch). Dafür braucht man die doppelte Leistung. Plus 10dB soll die gefühlte Verdopplung der Lautstärke sein. Dafür braucht man dann die 10fache Leistung.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo,

    warum nicht als Röhrengleichrichter die sogenannten TV-Damper Dioden nutzen, wie das auch Thomas Mayer häufig macht. Die sind immer noch sehr günstig und robust. Da braucht man nicht unbedingt viel Geld für ausgeben. Um grosse Ströme zu sieben dann auf jeden Fall eine grosse Drossel vorsehen. Evtl. auch direkt als Choke-Input-Filter. So wurde das ja auch bei den Netzteilen von Radar-Geräten in Röhrentechnik gemacht. Hatte mal ein paar kaputte Netzeile dieser Art ausgeschlachtet.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo Holger,

    ich würde auf GU50 und GM70 setzen. Beide sind recht günstig und in grösserer Stückzahl zu bekommen. Ohne 6 oder 8 Röhren zu besitzen würde ich kein grosses Projekt starten.

    Die GU50 hat bis auf die Heizung sehr ähnliche Daten wie eine 300B und kann auch so betrieben werden. GM70 hat dann Treiberanforderungen die zwischen 211 und 845 liegen. Die Amplifon GM70 gehört zu besten Verstärkern die ich kenne.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo Thorsten,

    Danke erstmal. Ca. 40% mehr Heizleistung würde ich dem Trafo in meinem Verstärker nicht zumuten wollen. Evtl. wurden in anderen Versionen ja grössere Trafos verbaut. Ich habe auch mal einen umgebauten Verstärker mit der GU32 gehört und das war sehr gut. Deshalb wollte die auch nicht unbedingt tauschen. Aber ich werde da mal die MKTs ersetzen. Das könnte schon was bringen.

    Hier mal ein Bild davon:

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo Anton,

    genau denselben Verstärker mit der FU32 habe ich mir auch mal zugelegt. Nur aus Interesse und weil ich das grün/graue Design ganz nett fand. Bei meinem wird nur der Netztrafo schon recht warm. Nach 2 Stunden kann man den eigentlich nicht mehr anfassen. Wird der wenn man da noch grössere Röhren reinsteckt nicht zu heiss? Oder war das bei deinem Gerät kein Problem?

    (Ölis anstatt den MKTs, die drin sind, wollte ich auch mal einsetzen. Original spielt er etwas rau. Die Treiberröhre habe ich gegen eine russische 6N2P ersetzt. Den Arbeitspunkt habe ich aber noch nicht kontrolliert. Und ich habe das Gehäuse erstmal geerdet.)

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Turmalin gibt es bei eBay ab 14,- pro KG. 250 KG hat er wohl schon verkauft. Da kann es an der Verfügbarkeit nicht scheitern.

    https://www.ebay.de/itm/1-KG-s…dec293:g:w5AAAOSw7rdabFAm


    Mein Beitrag oben war auch als Frage gestellt und bezog sich darauf, wenn diese Micro-discharges doch eigentlich überall neu entstehen, warum es dann wieder so sehr auf die Kabel und Stecker ankommt.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Merkwürdig finde ich nur, das der Effekt mal wieder nur in Kabeln und Steckern oder Netzleisten auftreten soll. Tritt dieser Effekt nicht in Platinen oder Transistor- und IC-Umhüllungen aus Epoxi-Harz auf? Oder in dem Lack, mit dem die Kupferlackdrähte in Übertragen, Tonabnehmern und den Schwingspulen der Lautsprecher überzogen sind? Dazu habe ich da jetzt mal nichts gefunden.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo Thore,

    das wird natürlich nicht so einfach sein. Alleine, das die originale 25mm Kalotte bei 1,5 kHz getrennt wurde, könnte man positiv formuliert als 'mutig' bezeichnen. Vielleicht kannst du zumindest noch erkennen, welche Impedanz der defekte Hochtöner hat und wie er gepolt war.

    Grob fallen mit da jetzt 2 Hochtöner von Wavecore ein. Die haben erstmal eine 30mm Kalotte, was bei der tiefen Trennung schon mal besser ist, und sie haben eine Membran von Dr.Müller, einem Hersteller aus Krefeld. Ich habe auch schon mal eine Lautsprecher gehört, der damit bestückt war, und das war im Hochton nicht schlecht. Ob das dann mit der bestehenden Weiche harmoniert ist dann eine ganz andere Frage. Eigentlich müsste man die wohl neu abstimmen.

    Die Wavecores gibt es mit 4 Ohm als TW030WA09 und mit 8 Ohm als TW030WA10. Genug Wirkungsgrad sollten beide haben.

    Evtl. mal einen bestellen und Mono ausprobieren.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Hallo jokeramik,

    das ist alles korrekt. Aber Herr Sengpiel beschreibt hier auch nur den Effekt durch die Spannungsteilung durch Aus- und Eingangswiderstand. Und er setzt eben auch voraus, das die Geräte vernünftig konstruiert sind. Da kann man bei hochwertigen Studiogeräten wohl auch von ausgehen. Im HiFi-Bereich aber eben nicht. Deshalb meine Beispiele oben, das es auch Geräte gibt, die auf dem Papier einen Ausgang von 600 Ohm haben, mit denn man aber sinnvoll noch keine 20KOhm treiben kann. Man kann am Ausgangswiderstand alleine nicht erkenne welche Last ein Gerät treiben kann. Und ein (frequenzabhängiger) Spannungsabfall wäre noch das kleinste Problem.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Meine mal, ganz im Gegenteil, ein niedriger Ausgangswiderstand ist Voraussetzung dafür, daß nicht ein Tiefpaß ersten Ordnung (mit der Kapazität des Kabels und des Eingangs der Folgestufe) mit einer für die Musikübertragung zu tiefen Grenzfrequenz entsteht.

    Das ist auf jeden Fall richtig, aber aus meiner Sicht nur die eine Seite der Medaille. Ein niedriger Ausgangswiderstand kommt in der Regel ja nur durch sehr starke Gegenkopplung zustande. Es sind ja keine ohmschen Ausgangswiderstände. Kann der Ausgang dann nicht genügend Strom liefern oder nicht schnell genug, um eine kapazitive Last zu laden, entsteht (z.Bsp. im OpAmp) eine Differenz zwischen Ein- und Ausgangssignal, die dann mal eben mit dem Leerlauf-Verstärungsfaktor verstärkt wird. Das kann dann zu einer starken Signal-Verformung bis zur vollständigen Übersteuerung führen. Genau da können dann Verzerrungen entstehen.

    Eine ähnliche Situation gibt es ja in der Röhrenwelt, wenn eine ECC83 als Kathodenfolger geschaltet wird. Unbelastet hat man dann einen Ausgangswiderstand von ca. 600 Ohm. Aber nur weil der Leerlauf-Verstärkungsfaktor von ca. 100 (y) voll in der Gegenkopplung zum Tragen kommt. Belastet man den Ausgang jetzt mit z.Bsp. 1KOhm bricht der Verstärkungsfaktor rapide zusammen und damit steigt der Ausgangswiderstand und die Verzerrungen massiv an. Deshalb sagt der Ausgangswiderstand alleine nichts über die Last aus, die man treiben kann.

    (Einen Transistor-Verstärker mit 0,001 Ohm Ausgangswiderstand kann man ja auch nicht mit 0,001 Ohm belasten. Und der Grund ist eben, das die 0,001 Ohm nur durch die Gegenkopplung zustande kommen. Die Stromlieferfähigkeit ist viel geringer).

    Viel Text an dieser Stelle, aber ich halte das für eine sehr wichtigen Punkt. Ich denke auch, das ein grosser Teil des 'Kabelklangs' darauf zurückzuführen ist. Es ist dann die Reaktion der Gegenkopplung auf die kapazitive Belastung.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    "Neutrale Infos" würde Dir nur jemand geben können, der die Schaltung genau kennt, oder ganz genau weiss, wie er selber den Ausgang belastet hat.

    Ich würde Rolf Gemein (mit 2 'e') einfach mal anrufen. Ich hatte in den 90ern eine RG1 von ihm und war auch 2 oder 3 mal bei ihm. Man kann sich mit ihm sehr gut über konkrete Sachverhalte unterhalten.

    Ich würde ihn dann aber nicht fragen, wie hoch die Ausgangsimpedanz ist, sondern welche Last der PreOut treiben kann. Vor allem welche kapazitive Last. Das wird hier leider immer gerne gleichgesetzt, aber ein niedriger Ausgangswiderstand hat nichts damit zu tun welche Last ein Ausgang treiben kann.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Moin Christoph,

    habe selber so gemischte Erfahrungen mit Class-D Verstärkern an Hörnern gemacht. Sowohl zu Hause als auch auf Messen. Ein leichtes Rauschen und auch kleine Rauigkeiten sind da öfters zu hören. Leistung spielt dagegen keine Rolle. Wie alle Prinzipien hat auch Class-D seine Nachteile. Und die liegen hier auch eher im Kleinsignalbereich. Durch das notwendigerweise enthaltende Tiefpassfilter im Ausgang können sie auch auf komplexe Lasten reagieren.

    Aber Du hast recht, ein echter Class-D Verstärker ist ein reiner Analog-Verstärker. Aber sie haben eben trotzdem ihre Schwachpunkte.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Viel von der Rückwirkung der Lautsprecher wird da einfach kurzgeschlossen und ich bin mir gerade garnicht so sicher, ob die Gegenkopplung da noch eine so bedeutende Rolle spielt?

    Hallo Michael,

    aber ja doch. Genau dieses 'Kurzschliessen' erfolgt ausschliesslich über die Gegenkopplung. Ohne Gegenkopplung läge der Ausgangswiderstand im zwei und dreistelligen Bereich bei typischen AB-Verstärkern.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Ja, schon sehr interessant. Vor allem weil sich Bob Carver und Lynn Olson in Punkto Back-EMF fast schon komplett widersprechen. Wobei ich die Ausführung von Bob Carver für recht dünn halte.

    Für Bob existiert die Back-EMF praktisch nur im Röhrenverstärker. Im Transistorverstärker nicht, da die Membran da ja praktisch nicht nachschwingt. Aber das tut sich ja nur nicht, weil sie wegen der starken Gegenkopplung daran gehindert wird. Und genau dafür muss das Signal der Back-EMF durch die Gegenkopplung stark verstärkt werden und durchläuft den kompletten Verstärker, wobei es schön mit dem aktuellen Signal interferieren kann.

    Nach Lynn treten die Probleme erst auf, wenn die Back-EMF auf einen nicht linearen Ausgangswiderstand stösst, wie er am stärksten in Gegentakt-Transistor oder -Pentoden Ausgangsstufen anzutreffen. Bei Trioden in Class-A sieht er dagegen keine Probleme (und ich auch nicht). Nach Bobs Theorie müssten die Unterschiede auch sofort verschwinden, wenn man die Lautsprecher draussen oder in einem stark bedämpften Raum spielt, da dann die Reflexionen keine Back-EMF mehr erzeugen.

    Ich sehe es eher wie audowala oben: Die Vorteile der Röhren liegen einfach am besseren Reaktionsverhalten.

    Viele Grüsse

    Jürgen