Beiträge von Juergen_B

    Und von der Bauform grosse Kondensatoren haben halt auch eine Induktivität, die sich am oberen Ende bemerkbar machen kann. Nicht zuletzt messtechnisch an einer immer tiefer sinkenden Resonanzfrequenz des Kondensators erkennbar.

    Mir ist aber auch schon vor ein paar Jahren aufgefallen, das sowohl im Buch von Otto Diciol als auch auf der Seite von Frihu fälschlicherweise ein Zusammenhang zwischen der Zeitkonstante beim Aufladen eines Kondensators und seiner oberen Grenzfrequenz erstellt wird, den es so nicht gibt. Die reine Grösse der Kapazität eines Kondensators hat auf seine obere Grenzfrequenz und irgendwelcher Phasendrehungen in diesem Bereich (die es eigentlich so nicht gibt) keinen Einfluss.

    Der gedankliche Fehler liegt wohl bei beiden, das sie die Spannung betrachten, die über den Kondensator abfällt. Die interessiert aber bei einem Koppelkondensator nicht, bzw. sie beschreibt den Pegelabfall und die Phasendrehung am unteren Ende, nicht am oberen.

    In einem Röhrenverstärker interessiert nur der Spannungsabfall am Gitterwiderstand der Folgestufe.

    Je grösser die Kapazität und/oder je höher die Frequenz bzw. die SlewRate, je weniger Spannung fällt am Koppelkondsator ab, weil er sich praktisch ja nicht mehr auflädt und der Spannungsanstieg am Gitterwiderstand der Folgestufe tritt sofort, ohne Verzögerung auf.

    Deswegen gibt es auch keine 'Verzögerung' im Millisekunden-Bereich bei Impulsen.

    VG Jürgen

    Ansonsten, gerne auch direkte Fragen an mich hier im Thread, dann kann ich das einfacher beantworten.

    Hallo Sascha,

    da werde ich auf dein Angebot doch gerne eingehen.

    Du sagst in deinem Video, das eine wichtige Erkenntnis für dich ist, 'Ein Weg, ein Treiber' , vor allem im Mittel-Hochton-Bereich.

    Das sehe ich mittlerweile auch so, auch gerade bei Mitteltönern. Wie bist du zu dieser Erkenntnis gekommen? Hast du verschiede Prototypen gebaut, oder hast du viele verschiedene Lautsprecher aus Hifi- oder PA-Bereich in Ruhe hören können ?


    Deine Wahl eines 10"-PA-Mitteltöners für diesen Bereich kann ich auch gut nachvollziehen.

    Ich habe zwei Paar die mir sehr gut gefallen. Manchmal lasse ich sie auch einfach breitbandig ohne jede Beschaltung spielen. Nicht unbedingt linear, aber mich fasziniert das immer wieder.

    VG Jürgen

    Welche Ausführung mit oder ohne Phono / welche Platine/ Gehäuse, gibt es Bilder ?

    Hallo Klaus,

    ich hatte dir gerade ein PN geschickt, wegen dem (überschaubaren) Preis und mit Tel-Nr.


    Ich stelle hier mal die Bilder ein und beschreibe ihn ein bisschen, das interessiert andere ja evtl. auch.

    Klimo-Merlin_2400-DSC06060.jpg


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    Auf der Rauchglasplatte steht 'Volume Left' und 'Volume Right' . Das passte nie zum Inhalt. Verbaut war ein Balance-Regler und ein Stereo-Poti. Als das Poti von Albs nur noch kratzte habe ich es gegen ein Kohleschicht-Poti von Noble getauscht und den Balance-Regler stillgelegt.

    Das magische Auge ist schon lange blind. Viele Reed-Relaus hängen oder der Umschalter hat Kontaktprobleme. Vor allem das Relais für die Mute-Funktion musste man zuletzt fast 10 mal betätigen, bis es aufmachte.

    Als der noch recht neu war, war einer der blauen Elkos ausgelaufen und dabei sind auch Widerstände verschmort. Bei der Reparatur hat Klimo aber nur die Platine in dem Beriech rot übermalt. Dafür hat er zusätzlich eine Einschaltverzögerung auf der kleine Extra-Platine eingebaut. Die funktionierte auch immer.

    Er enthält auch diese roten Röderstein-Elkos. Die haben jetzt scheinbar Ablagerungen auf der Oberseite und sollten vorm Einschalten ersetzt werden (ich hatte ihn jetzt wohl so 10 Jahre nicht in Betrieb)

    Die Cinchbuchsen sind versenkt eingebaut, was problematisch bei grösseren Steckern ist.

    Auch dreht sich das Innenteil schon mal mit, und da sind auch direkt Widerstände angelötet.

    Es fehlen pro Kanal 4 Koppelkondensatoren. Die Werte stehen auf dem gelben Zettel.

    Im Ausgang waren evtl. 4,7 yF verbaut (anstatt 1 yF). Hängt vom der Endstufe ab, was man da braucht. (Als ich ihn gekauft hatte, hatte ich schon mit dem Händler vereinbart, das ich sofort die verbauten MKS-Kondis ersetze, was auch besser so war)

    Die Bodenplatte ist jetzt aus Messing (3 oder 4mm), mit Luft-Löchern aber in der Mitte einmal durchgesägt. Da hatte ich die goldfarbenen Elkos mal durch MKPs ersetzt. Das Ganze aber nach ein paar Wochen zurückgeändert. Die Elkos waren in diesem Fall besser. (Die MKPs klangen lahm).

    Er ist wie man sieht, mit MM-Phono-Eingang. Passive Entzerrung mit Styroflex-Kondis. Das ist soweit OK. Die zweite Röhre in der Entzerrung ist eine ECC808, die sind recht teuer. Ist eigentlich identisch zur ECC83, hat aber eine andere Sockelbelegung.

    Ein paar Lötaugen sind nicht mehr in Ordnung. Konnte ich bisher durch längere Anschlussdrähte ausgleichen.

    Ich hatte ihn mal mit Isola-Drähten verkabelt. (Alle blauen Drähte) Die Enden sind alle mit Alu-Lot vorverzinnt und dann normal verlötet.

    Jetzt weisst du, worauf du dich einlässt :)

    VG Jürgen

    Früher klangen mir die Klimo Vorstufen einen Tick zu langsam. Nach meinem Geschmack fehlte Auflösung und Speed.

    Kann ich so bestätigen. Ich habe hier auch noch einen Klimo Merlin von ca. 1987 mit dem ich lange gehört habe. Der hat noch die grossen blauen liegenden Elkos von F&T. Mit der Zeit hat er auch einige Probleme bekommen und ist im Moment nicht spielbereit.


    Nachdem ich nur noch einen kleinen Röhrenvollverstärker benutze, hatte ich den Merlin mal zusätzlich in die Kette eingeschliffen, und da zeigte sich sehr deutlich, das er die Musik träge macht und ihr Dynamik raubt. Auf Grund vieler Hörerfahrungen hatte ich diesen Eindruck aber auch schon vorher.

    Als die HighEnd-Messe noch in Frankfurt war, hatte ich mich mal rein zufällig mit einem Italiener über den Merlin unterhalten, und er hatte mir empfohlen, die aktuelle Schaltung (in jeder Stufe galvanisch gekoppelte Kathodenfolger) in SRPP zu ändern, was wohl mit sehr kleinen Änderungen auf der Platine möglich ist. Hatte ich aber nie gemacht.

    Ich weiss auch nicht, ob dieser Italiener zu denen gehörte, die später die Marke Klimo übernommen hatte und sie die Schaltung in Serie so geändert haben.

    VG Jürgen

    Der Leben hat ja auch nur 15W. Wenn du damit einen ticken lauter hörst und es verzerrt nicht, dann hörst du aktuell auch nicht mit 7W. Zwischen 7W und 15W liegen nur ca. 3dB in der Lautstärke. Das ist ein Unterschied, der unter normalen Umständen gerade eben wahrnehmbar ist.

    ein bekannter lautsprecher-entwickler hat mir mal erklärt, der theorie nach wäre tiefbasswiedergabe in räumen, deren abmessungen nicht mindestens die halbe wellenlänge haben überhaupt nicht möglich.

    Wie erklärt er sich dann, das Musik auch über Kopfhörer hören kann oder sogar über In-Ear-Hörer. Da gibt es nur wenige cm für die Ausbreitung.


    wie kann man das erklären?

    Wir hören Druckunterschiede und keine Wellenlängen.


    VG Jürgen

    Auch dazu fehlt mir eine Erklärung mit einem Schaltbild.

    Das kann man mit Programmen wie LtSpice zum Teil simulieren. Zumindest was die reine Brummspannung angeht.

    Für die Entstehung und Grösse der Spannung und der Ströme hatte ich mal ein kleines Model angelegt:

    Trafo-C.jpg


    Das sind erstmal nur die beiden Trafo-Wicklungen mit ihrer Induktivität und der Kapazität zwischen den Wicklungen, die man in LtSpice aber als extra Bauteil einzeichnen muss.

    Im rechten Teil habe ich die quasi-Schaltungsmasse über 10 Milliohm auf Ground gelegt.

    Das entspricht evtl. den realen Verhältnissen in vielen Hifi-Geräten, wenn die Signal- oder Schaltungsmasse über Leiterbahnen auf der Platine gegen Ground geführt wird. Dann entstehen halt Spannungsabfälle. An dem Punkt 'not-GND' sieht man in der Simu dann ca. 200 nano-Volt Peak Spannung.

    Damit könnte man dann weiter simulieren. Die Spannung scheint erstmal sehr klein zu sein. Wenn sie aber z.Bsp. über eine Leiterbahn von mehreren cm Länge zwischen den Anschlüssen eines OpAmps auftritt, könnte das wohl schon hörbar werden. Da habe ich auch mal eine Fallstudie zu gelesen.

    (War in diesem Buch über EMV : https://www.amazon.de/EMV-Störungssicherer-Aufbau-elektronischer-Schaltungen/dp/3834817813 )

    VG Jürgen

    als 'Innovator', der erstmals Operationsverstärker im Vorverstärker-Bau sozusagen salonfähig gemacht hat. Bei seiner Schaltungs-Topologie konnte man sich damals einiges abgucken.

    Hallo Jo,

    da muss ich dir leider komplett widersprechen. Mein erstes vermeintliches HighEnd Gerät war so um 1985 ein Burmester 846. Selbstverständlich gekauft ohne ihn vorher anzuhören, weil das doch nach allen Tests so super toll sein sollte.

    Am Ende war nichts anderes als der berühmte Griff ins Klo. Das Teil hat nichts gut oder richtig gemacht. Nach einem Defekt daran (nicht kurzschlussfest) und auch später hatte ich einige andere Vorstufen vom Rolf Germain und auch manche Röhrenvorstufen bei mir zur Probe. Das war alles und in jeder Beziehung deutlich besser.

    Das hat aber meinen Blick aufs HighEnd-Geschäft und auf Billig-Schaltungen mit schönen Messwerten dafür stark beeinflusst.

    VG Jürgen

    Erstmal danke für deine Untersuchung. Das so eine kurze nicht abgeschirmte Strecke messbare Auswirkung hat, hätte ich jetzt auch nicht gedacht.

    Auf der anderen Seite hat man an vielen Stellen so kurze Lücken in der Abschirmung. Vom Tonarmkabel im Headshell, über offene Röhren mit ihrem Innenleben bis hin zu Lüftungsöffnungen in Verstärkergehäusen. Evtl. hat es bei Kabeln noch eine etwas grössere Auswirkung, weil diese nach zwei Seiten herausgeführt als Dipolantenne wirken und die Störspannung dadurch grösser wird.

    VG Jürgen

    Was ja auffällt ist, das die Höhe der drei Kurven in direkter Korrelation zur Kapazität der Kabel steht. Sowohl die absolute Höhe als auch der Abstand der Kurven. Denkbar wäre, das evtl. ein Op-Amp im Ausgang des Auralic damit Probleme hat.

    Eine andere Möglichkeit wäre, das es einfach Einstrahlungen von aussen sind. Evtl. ein Schaltnetzteil oder eine LED-Lampe und das das RG58 am besten geschirmt ist. Was mich nicht wundern würde.

    VG Jürgen

    Aber auch ohne dies: wie fühlen sich die Musiker, wenn das scheint‘s nur auf Desinteresse stösst?

    Vielleicht einfach mal in Ruhe überlegen, wie sinnvoll oder notwendig es ist, auf einer Hifi-Messe Musiker einzuladen und das dann in der Bar stattfinden zu lassen. Praktisch der einzige Ort wo man mal etwas trinken und sich unterhalten kann, wenn man sich halt nicht in den Räumen oder auf dem Gang unterhalten will, wo es garantiert stört.

    Auf Burg Vondern habe ich das Anfang des Jahres auch so erlebt. Oben in der Remis sang ab und zu eine Sängern. Auch gar nicht schlecht. Interessiert hat es niemanden, als ich da war. Und mich auch nicht.

    Ist keine Kritik daran. Aber wenn fast niemand Wert darauf legt, könnte man es mal überdenken.

    VG Jürgen

    Am schwierigsten finde ich es, einem Röhrenverstärker eine gute Form zu geben, wo man die Röhren sehen soll. Da fehlt mir meistens die gestalterische Höhe.

    Ja, das sehe ich auch so. Dampflock-Design oder Chrom-Orgien sind da auch nicht unbedingt mein Ding. In diesem Blog, der irgendwie mit 'Tron' zusammenhängt, habe ich mal diese Bilder gefunden:

    lamplificateur-300b-allegro-duetto.jpeg


    lamplificateur-300b-allegro-duetto_2.jpeg

    (Quelle: Tron-Audio)


    Die Treiber-Röhre ist innen verbaut. Auch dadurch bleibt die Oberseite recht aufgeräumt. Man muss ja nicht alle Röhren sehen können.

    VG Jürgen

    Und wie kommen die kleinen Manger mit dem Saal bei den Tapevorführungen zurecht?

    Aus meiner Sicht waren beide Lautsprecher, der Manger C1 und die 'Bach' soweit OK. Der Manger wohl etwas an der Grenze was die Lautstärke betraf, aber noch gut durchhörbar und angenehmen. Die Bach hatte ein paar Problemzonen, was Resonanzen und die Ausgewogenheit anging, war sonst aber auch recht gut und hatte natürlich mehr Dynamikreserven. Über die Bach konnte man die Unterschiede zwischen den Plattenspielern bei der Vorführung von Shakti auch noch gut heraushören. Zumindest wenn man recht weit vorne saß.

    Ich war jetzt nicht in jedem Raum, aber sehr beeindruckt hat mich die Vorführung im Raum 22 mit von AudioMaster21 mit ihren LS3-5A Lautsprechern und AuDeus Italia mit dem grossen 300B-Verstärker Vexo S40:

    Vexo-S40_LS35 Kopie.jpeg

    Das war rhythmisch, fein auflösend sehr ausgewogen und bei normaler Lautstärke auch noch recht dynamisch. Auch so eine Kombination kann durchaus Sinn machen, auch wenn es schon sehr ungewöhnlich ist. (Links im Bild sieht man ein Stück vom Netzteil, das nochmal genauso gross ist wie der eigentlich Verstärker)

    VG Jürgen