Beiträge von Juergen_B

    Von Klipsch gibt es offenbar was schickes Neues im Hornlautsprecher-Bereich.

    Die Jubilee und auch das Hochtonhorn K-402 sollen die letzten Lautsprecher gewesen sein, an dessen Entwicklung Paul Klipsch noch selbst beteiligt war. Habe ich leider selber noch nie live gesehen oder gehört. Das K-402 wird von Klipsch auch in ihren Kinolautsprechern verwendet. Es hat scheinbar auch unter AV-Anhängern und DIYern einen guten Ruf.

    In den USA kann man es als Ersatzteil für ca. 1000$ pro Stück kaufen.

    Es gibt aber auch schon Nachbauten davon, da die Grundform auf einem konischen Horn basiert: https://www.stereonet.com/foru…ipsch-k402-replica-build/

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Da ein privater Termin heute abgesagt wurde, war ich heute morgen eben nach Moers gefahren. (Fast um die Ecke). Auffallend war erstmal, das sehr wenige Besucher da waren. Oben waren ca. 30 Leute, die einem Konzert lauschten (nur mit Ticket). Unten ca. 20 bei den Plattenverkäufern. Um ca. 13:45 war ich oben der einzige, der sich die Musik angehört hat.

    Die Lautsprecher hatten Schwächen. Evtl. hätten sie für den sehr grossen Raum anders abgestimmt werden müssen. So fehlte fast vollständig der Grundton und der Superhochtonbereich. Die unteren Höhen waren dafür zu prominent und dadurch alles etwas kratzig und leicht schrill. Etwas anderes als Hörner braucht man in einem so grossen Raum (wohl über 200 qm) aber erst gar nicht aufzustellen. Die Erfahrung hatte ich noch im Mai auf der HighEnd gemacht. Das Hotel gefiel mir aber auch ganz gut.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    habt ihr Tricks, um sicherzustellen, dass der Leiter bereits Kontakt zum Lötkontakt hat, bevor ihr lötet?

    Hallo Frank,

    ausser bei Bauteilen auf Platinen mache ich es grundsätzlich anders: Ich benetze zuerst die Kabelenden und den Lötkontakt einzeln mit etwas Lötzinn. Vor allem das Flussmittel kann dabei ungehindert das Kabel und den Kontakt benetzen um die Oxide anzulösen.

    Danach habe ich nur noch das Kabel und den Lötkolben in den Händen und erwärme den Kontakt und das Kabel und drücke das Kabel dabei auf den Kontakt. Nachdem an beiden Seiten das Lötzinn weich geworden ist und das Kabel quasi eingetaucht ist nehme ich den Lötkolben weg und pussste drüber.

    Wenn man das Kabel zuerst auf den Kontakt drückt und dann verlötet hätte ich bedenken, das gerade an der Kontaktstelle kein Flussmittel hinkommt und die Oxidschicht bestehen bleibt.

    VG Jürgen

    Wer kennt Marken, die eine konsequent symmetrische Signalverarbeitung im gesamten Pfad aufweisen ?

    Nelson Pass macht das z.Bsp. in seiner Vorstufe Aleph P1.7 :

    http://poshaudio.blogspot.com/2012/06/aleph-p17-pre-amp.html

    Invertierter- und Nicht-Invertierter-Eingang werden hier vollkommen getrennt verstärkt wobei jeweils ihre Phase gedreht wird.

    Es gibt wohl auch Endstufen von ihm die sehr ähnlich arbeiten.

    VG Jürgen

    In Wirklichkeit ist das alles Augenwischerei - symmetrische Eingänge stellen in den meisten Fällen eine Verschlechterung dar, weil entweder die pos. Hälfte oder die neg. Hälfte durch eine zusätzliche Stufe geleitet wird zum Invertieren.

    Das sehe ich genauso wie du, 'Symmetrisch' ist halt das Schlüsselwort im beliebten Hifi-Bullshit-Bingo. Worauf es z.Bsp. bei einer symmetrischen Verbindung wirklich ankommt habe ich in den letzten 25 Jahren in keiner Hifi-Zeitschrift lesen können und scheint auch niemanden zu interessieren. In Fachbüchern wie 'EMV' von Joachim Franz ist das neben vielen anderen Zusammenhängen der Entstehung von Störungen und deren Vermeidung aber sehr gut erklärt.

    Auf irgendwelche OP-Amp-Gräber zur angeblichen Erzeugung symmetrischer Singale kann ich auch gut verzichten.

    Wer kennt Marken, die eine konsequent symmetrische Signalverarbeitung im gesamten Pfad aufweisen ?

    Hier müsste man nach meiner Meinung zwei Dinge grundsätzlich unterscheiden:


    - Gibt es nur ein elektrischen Signal zwischen 2 Polen, wie halt beim Ausgang von MM- oder MC-Systemen und werden diese dann im ersten Verstärker einseitig oder per Widerstände oder Trafoankopplung mittig auf die Schaltungsmasse gelegt und damit symmetriert ?


    - Oder werden im Verstärker zwei vollkommen eigenständige Signale erzeugt, die genau spiegelsymmetrisch sein sollen, und jeweils ihre Spannung gegen die Schaltungsmasse haben? Dann gibt es eben zwei vollkommen unabhänige Signale im Verstärker und theoretisch könnte im einem Mozart laufen und im anderen die Beatles.


    Gerade letzteres scheint in 'symmetrischen' Schaltungen eher angewand zu werden, genauso wie in den Fällen, wo mit OP-Amps die beiden vollkommen unabhängigen Signale für die symmetrischen Ausgänge erzeugt werden. Irgendwann müssen diese beiden unabhängigen Signale wieder zu einem Signal zusammengefasst werden, da am Ende der Lautsprecher wieder nur ein Signal zwischen zwei Polen sehen möchte.

    Je länger die beiden Signale jetzt 'vollsymmetrisch' und damit unabhängig voneinander die ganze Verstärkerkette durchlaufen, desto stärker können sie sich am Ende auch amlituden- und vor allem auch zeitmässig unterscheiden. Am Ende hört man nur die Differenz zwischen diesen beiden Signalen, da sie ja in einem Differenzverstärker zusammengefasst werden müssen oder zur Ansteuerung der beiden Halbwellenzweige in einem Gegentaktverstärker verwendet werden. Genau dabei können nach meiner Auffassung viele Details verwaschen werden oder verloren gehen. Das ist auch manchmal mein Eindruck gewesen, wenn ich solche Ketten gehört habe.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Waren die schon fertig eingespielt?

    Hallo Henner,

    nach Aussage des Beraters waren sie noch nicht ganz eingespielt. Die 15er hatten sie über Nacht mal durchlaufen lassen, so mit beiden Fronten gegenüber und einen verpolt. Das hatten sie mit dem 12er noch nicht gemacht. Der Klangeindruck könnte sich also beim 12er also noch leicht ändern.

    Nach meiner Erfahrung mit frischen und eingewobbelten Treibern glaube ich aber nicht, das sie dadurch im Bass straffer laufen. Eigentlich geht das eher in die Richtung das die Treiber freier spielen, sauberere Mitten haben und eher voluminöser spielen.

    Ich könnte mir eher vorstellen, das sie bei den sehr günstigen 12ern am Antrieb gespart haben, das würde auch die zu leisen Mitten erklären. Ist aber natürlich nur eine Hypothese.

    (Aber man macht sich ja immer so seine Gedanken und versucht Parallelen zu ziehen).

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Ich war heute morgen mal bei Hifi Klubben in Düsseldorf, da hatten sie beide, den 12er und den 15er, in der Vorführung. Hatte mich einfach mal interessiert. Klubben ist dort auf der Berliner-Allee 26, ca. 200m vom Stilwerk.

    Zuerst hatte ich mir den 12er angehört. Der war insgesamt etwas dunkel abestimmt, war im Bass etwas boomy und hatte auch eine kleine Reso im unteren Grundtonbereich. War ansonsten aber sauber abgestimmt und man hat das Horn auch nicht rausgehört.

    Danach hatte der Berater auch den 15er angeschlossen. Der spielte fast schon entgegen meinen Erwartungen in allen Punkten merklich besser. Der Bass war tiefer, differenzierter und kein Bisschen boomy und ohne die Reso im Grundton. Der Mittelton war lauter und klarer und das Horn genauso gut integriert. Ich hatte mir ein paar Stücke von Malia angehört, und gerade die kleinen Unterschiede in ihrem Ausdruck, dem Mikrofonabstand oder der Lautstärke wurden sehr natürlich und klar wiedergegeben.

    Im Hochtonbereich könnte man evtl. ein paar Details vermissen, das ist evtl. der Kompromiss, das die Teile dafür immer sehr angenehm und sauber spielen.

    Ich würde mal sagen, gerade der 15er ist wirklich sehr gut gelungen und ein interessanter Lautsprecher. Und für den Preis allemal.

    Viele Grüsse

    Jürgen

    Ich dachte, das Funk basiert auf dem RG 62?

    RG62 und RG71 sind fast identisch. Bei haben als Innenleiter Staku und für beide werden praktisch identische Werte angegeben.

    Der einzige Unterschied ist, RG71 hat 2 Abschirmgeflechte, RG62 nur eines aus blanken Kupferdrähten.

    Einen Meter RG62 habe ich mal aus Interesse bestellt.

    VG Jürgen

    Also Sylomer unter der eh schon ausgelagerten Frequenzweiche (siehe den Faden Yamaha NS-1000 Monsterweiche). Das Ergebnis ist ein völliges eliminieren von Härte in den "Spitzen" des HT.

    Die gleichen Erfahrungen hatte ich auch in den 90ern gemacht, sowohl zu hause als auch im Audioforum in Duisburg. Sobald man die Impulswiedergabe irgendwo in der Kette verbessert, besteht auch die Gefahr, das irgendwo durch Rückkopplung Resonanzen angeregt werden, die das Klangbild dann scharf und rau werden lassen. Erst wenn man die Rückkopplung über die Luft oder über den Boden oder das Rack beseitigt hat, kommt wirklich erst der Zugewinn an Auflösung und Klarheit zum tragen. Mit dem Bypass oder dem kompletten Ersatz durch KP-Kondesatoren oder ähnlichen wird auf jeden Fall die Impulswiedergabe der Anlage verbessert. Dann können solche Effekte auftreten. Wenn es dann schärfer klingt besteht immer die Möglichkeit, das nicht das neue Bauteil schlecht ist, sondern eine Resonanz angeregt wird.

    Die BE-Treiber der NS-1000 sind auf jeden Fall in der Lage, Impulse mit sehr geringer Komprimierung wiederzugeben.

    VG Jürgen

    Mit den Physik-Leugnern und deren manchmal recht abwegiger Argumentation bin ich trotzdem nicht einverstanden.

    Hallo Jo,

    damit bin ich auch nicht einverstanden. Ich sehe sie allerdings fast nur bei den Möchtegern-Experten, die Behauptungen aufstellen wie 'kann keinen Einfluss haben' der technisch oder physikalisch vollkommen unbegründet und auch nicht beweisbar sind.

    Die meisten Anderen berichten hier nur von ihren Erfahrungen, und die haben für mich auch immer noch die höchste Relevanz.

    Es gibt kein mathematischen Modell unseres Gehörsinns, an dem man alles theoretisch messen kann.

    VG Jürgen

    Um eben dieses Tiefpassverhalten zu minimieren, habe den die Ausgangsschaltungen inzwischen oft einen geringen Ausgangswiderstand und auf einen Entkoppelwiderstand wird verzichtetet. Somit hängen die Kabel und somit deren Kapazität direkt am Ausgang des Halbleiterbausteins.

    Hallo Uwe,

    das sehe ich auch als grosses Problem, wenn längere Kabel mit ihrer Kapazität ins Spiel kommen.

    Im Datenblatt des Op-Amps LM4562 wird z.Bsp. als Obergrenze für die Lastkapazität nur 100pF angegeben. Ist sie grösser, soll ein Entkoppelwiderstand von 470 Ohm hinter der Gegenkopplungsschleife verwendet werden. Dieser erhöht dann natürlich 1:1 den Ausgangswiderstand des Gerätes.

    Und jetzt kann man sich mal leicht vorstellen, warum dieser in 'High-End Geräten' gerne weggelassen wird, damit im Prospekt ein möglichst kleiner Ausgangswiderstand steht.

    Und die nächsten phantasieren sich dann zusammen, welche langen Kabeln und Kapazitäten man mit diesem Gerät wohl trieben kann....

    Bevor man sich blind auf angeblich 'objektive Messwerte' verlässt, lohnt es sich, sich auch mal um die Hintergründe und die Zusammenhänge in den Schaltungen schlau machen.

    Das gilt allgemein für viele dieser 'objektive Messwerte', vor allem auch für praktisch bedeutungslose Klirrmessungen. (Ist aber ein anderes Thema)

    VG Jürgen

    Eine nachvollziehbare und weithin akzeptierbare Korrelation zwischen messbaren Kabel Parametern und subjektivem Klang (Beitrags) Eindruck.

    Das sehe ich genauso und ich glaube auch, das ein Teil dieser Parameter in den Datenblättern der hier genannten RG-Kabel und anderen Industriekablen auch schon enthalten sind. Da sehe ich durchaus Korrelationen. Sowohl aus eigener Erfahrung als auch in vielen Berichten hier oder in DIY-Foren. Vor allem was den Einfluss des Dielektrikums angeht.

    Was hier zum Teil als 'objektive Messwerte' behandelt wird oder gar als wissenschaftlicher Beweis ist aus meiner Sicht ziemlicher Unfug. Genauso wie die vollkommen willkürliche Reduktion der Kabeleigenschaften auf die LCR-Parameter.

    (Habe selber in letzter Zeit gute Erfahrungen mit Aircell-7 und Ecoflex-10 gemacht. Vorteil hier ist auch, das die Abschirmfolie aus Kupfer ist und sehr gut verlötet werden kann. Im Gegensatz zu Alu-Folie)

    VG Jürgen

    Hallo Paul,

    Fezz, Thivan und auch den Simply Italy kenne ich von Hifi-Messen und die gehen schon alle in die von dir beschriebene Richtung. Klarheit, Offenheit und Dynamik bei gleichzeitiger Geschlossenheit des musikalischen Klangbildes sind schon die typischen Eigenschaften guter SE-Röhrenverstärker, mit denen sie sich von vielen anderen Verstärkern abheben.

    Ein Verwandter von mir hat seit ein paar Monaten auch einen Fezz mit 2 300B pro Kanal (Parallel-SE) und er ist damit klanglich sehr zufrieden. Ich habe das Teil bei ihm auch schon zweimal gehört und der spielt bei ihm auch mit grosser Klarheit und Feindynamik.

    Auf Grund der unterschiedlichen Ketten und Lautsprecher kann ich die 3 Verstärker jetzt aber nicht direkt vergleichen. Einen von beiden würde ich an deiner Stelle noch anhören und dann entscheiden.

    Das mit den Hybriden würde ich an deiner Stelle dann evtl. aufgeben, wenn du die höhere Leistung nicht brauchst. Die klanglich wirklich guten Hybriden, die mit guten kleinen Röhren-SE gleichziehen können, waren nach meiner Erfahrung bisher immer wesentlich teuer.

    VG Jürgen

    Hallo Thomas,

    das sieht schon etwas speziell aus, aber wenn es funktioniert, wieso nicht.

    Mit dem BMS 4590 bin ich auch nicht warm geworden und habe ihn wieder abgegeben.

    Die originale Serienweiche hatte mir auch nicht besonders gut gefallen. Ich war dann einem Tip gefolgt und hatte einfach HT und MT phasengleich verbunden. Also ganz ohne Weiche zwischen den beiden Bereichen. Das ging sehr gut und war viel harmonischer. Und mit ein paar Watt auch gar kein Problem für den HT-Bereich.

    VG Jürgen

    leider fehlen auch bei diesen Chassis (ich hatte eine Zeit lang die 16-Zöller zum Testen bei mir) die Feinst/Micro-Details, die z.B. meine Altec 604-8G völlig mühelos laut, wie auch leise darstellen können.

    Hallo Björn,

    das glaube ich dir gerne. Die Altec 604-8G sind schon eine Klasse für sich. Ich hatte sie mal vor Jahren im MOC in München in einer Kette von Jean Hiraga zusammen mit den schwarzen Melody-Röhrenverstärkern gehört. Die sehr realistische Wiedergabe der Stimmen und der gesamten Rauminformation auf der Platte ist mit bis heute gut in Erinnerung.


    Interessant wäre, ob du diese Qualität der Feinst/Micro-Details bei irgendeiner anderen Kette auf der NDH gehört hast? Ich müsste da passen.

    VG Jürgen

    Gestern war ich auch auf der NDH und das Hotel, als wohl neue Dauer-Location, machte einen sehr guten Eindruck. Die Räume und Flure send recht hell und vor allem auch weiträumig, gerade im Gegensatz zu den recht engen Fluren im alten Holiday-Inn. Die meisten Hotelzimmer waren auch etwas grösser als früher. Die Räume waren auch gut schallisoliert. Auch wenn ein Aussteller im 3.OG schon extrem laut vorführte, was weder gut geklungen hat noch fair den Anderen gegenüber war, hielt sich die Beeinträchtigung in den anderen Räumen in Grenzen. Es machte auch den Eindruck, das vom Veranstalter und vom Hotel alles gut organisiert war.

    Hier mal ein Eindruck vom 'Festsaal' in dem nur Präsentiert oder Tonträger verkauft wurden:


    Ich denke, das ich so in ca. 70% der präsentierten Anlagen reingehört habe und das meiste hat bei mir so einen gemischten Eindruck hinterlassen. Man konnte sich auf die Musik einlassen und auch länger angenehm hören, aber man konnte auch leicht Defizite und Schwächen oder Störungen ausmachen. Vor allem die Lautsprecher sind hier oft der limitierende Faktor, auch wenn sie teilweise schon sehr teuer sind.


    Hier erstmal die 3 Anlagen, die mir so am Besten gefallen haben:

    Bei der Vorführung von MFE hatte ich den Eindruck, das hier unterm Strich die beste Verstärker-Kette spielte. Sehr klar, dynamisch und feinauflösend. Selbst die recht starke Röhren-Gegentakt-Endstufe hatte hier Eigenschaften, die man sonst nur bei guten Eintaktern hört. Gehört hatte ich die Kette über die kleineren LSP auf dem Bild und den grösseren 'Secundo' (Stand daneben). Letztere hatten für mich eine natürlichere und körperhafte Wiedergabe, und auch die räumliche Darstellung war übersichtlicher und die Instrumente besser ortbar.


    LSP von Wolf-von-Langa mit Endstufen von Air-Tight spielten in 2 Räumen. Länger gehört hatte ich hier die Anlage mit der 'Stage-II' und Phasemation Übertrager und Phono-Pre.

    Die Stage-II sieht zwar aus wie die Son, aber sie enthält keinen Field-Coil-Treiber, sondern einen normalen 12"er mit Neodymmagnet und ist dadurch günstiger. Die Grenzen des Treibers im oberen Mittelton kann man heraushören, aber es hat mich nicht sonderlich gestört. Die ganze Kette spielte sehr differenziert und ausgewogen. Besonders der Grundtonbereich war sehr gut durchhörbar und authentisch, was auch ein Verdienst des Übertragers und der Phonostufe sein kann. Viele Analogquellen klingen für mich gerade im Grundtonbereich etwas dünn oder verwaschen.

    Ich hatte auch auf der ganzen Messe nicht den Eindruck, das LSP mit kleineren Mitteltönern hier Vorteile bei der Wiedergabe habe, was man leicht annehmen könnte, da kleinere Membranen auch erst später aufbrechen. Eher im Gegenteile haben bei vielen LSP kleinere Mitteltöner stärker verfärbt als der große Treiber in der Stage-II.


    Beeindruck war ich auch von diesen LSP mit den 10" Breitbändern von Lii-Audio von Audes, die hier an Elektronik von Thivanlab spielten. Auf der einen Seite hatten sie nicht das typisch Vorlaute oder Harsche im Mittelhochton, das man oft bei Breitbänder hört. Andererseits konnten sie selbst bei sehr leisen Passagen, wo die Umgebungsgeräusche bei offener Türe lauter als die Wiedergabe waren, die Musik noch vollständig und authentisch wiedergeben, so das man sich immer noch sehr leicht auf den musikalischen Inhalt konzentrieren konnte. Andererseits konnten sie die Vorteile des Breitbänders voll ausspielen. Die Wiedergabe war vollkommen bruchlos und sehr leichtfüssig. Die Unterstützung durch die Bassreflexöffnung konnte man als solche heraushören. Der Bass war aber eher straff und leicht voluminös, so das er sich gut integrierte und nicht aufgesetzt wirkte. Nur wenn man etwas lauter hörte, machte es den Eindruck, das der Breitbänder etwas rau wird. Für jemanden, der eher leise bis mittellaut hört, aber wohl eine sehr gute Wahl. Das Paar soll auch nur ca. 3000 Euro kosten.


    Interessant fand ich noch einen Effekt der Raumakustik in den Hotelzimmern. In einem Raum spielte ein LSP der aussah wie die Kim von Fink (und wohl auch von Fink war), aber eine kleine Kalotte anstatt des AMT hatte und bei der die Schallwand auch leicht nach hinten geneigt war. Hier hatte ich den Eindruck, das eine recht starke Reflexion von der Decke und den Raumecken direkt oberhalb vom LSP kam. Den gleichen Eindruck hatte ich dann noch etwas schwächer bei anderen LSP, die auch eine kleine Kalotte hatte und deshalb wohl auch weit nach oben abstrahlten. Bei LSP mit AMTs oder Breitbändern, die dadurch etwas stärker bündeln, konnte ich diese Art der Raum-Reflexion nicht hören.



    Und dann gab es auch das andere Ende der Fahnenstange:

    Und dann gab es viel schlechtes, die sicher auch noch suboptimal spielte:

    B&M

    Die große Säule mit den 147(?) Chassis bei Aries Cerat

    Da kann ich Balazs nur zustimmen. Bein den LSP von Aries konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. B&M spielte nur wummerig und harsch im Hochton.

    Ebenfalls recht fragwürdig fand ich die aktiven LSP von Grimm und Kii-Audio. Das wirkte auf mich vollkommen unharmonisch und synthetisch. Gerade der Bassbereich, wo Aktiv-Konzepte ihre grössten Vorteile haben sollten, klang eintönig und gequält. Irgendwie wirkte das bei beiden oft wie mit der Brechstange moduliert und wenig musikalisch.


    Viele Grüsse

    Jürgen