Posts by Trurls Elektrobarde

    Bei einigen eigenen Interpretationen anderer Künstlerinen bzw deren Musikstücken, da fehlt mir persönlich der Fluss.

    Moin,

    es kommt auf das Original an. Janitor of Lunacy ist schon (wie das ganze Desertshore von Nico) amorph genug und legt völlig alles ab, was mit Zeitgefühl auch nur entfernt zu tun haben kann. Da zollt die Version von Soap & Skin dem Original Tribut ohne Abstriche; das ist selten.

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    nach einer Runde schlafen Soap and Skin - Lovetune for Vacuum

    Jo, Hammer, die Gute; wobei ich nie weiß, was sie mit dem Schilde und auf dem Schilde führt. Da ist sie aber nicht alleine. Irgendwie auch typisch Felix Austria, im besten Sinne. Expressionismus, Galizien bis hin zu Bruno Schulz – alles dabei. Insofern: klasse, die Anja.


    Fast noch geiler finde ich ihre mini-LP (mit dem Fahrrad), auf der Frl. Plaschg auch noch "Janitor of Lunacy" neu und kongenial interpretiert. Auch ohne Harmonium geht es.

    Annie Anxiety - Sugarbowl


    der Titeltrack ist nett,[…]

    :*8):saint:


    Leicht OT, aber nur leicht, denn es geht hier nachfolgend auch um analog und sogar ums Tonband. So sei mir verziehen, dass ich einen Text aus dem Jahr 2014 aufgreife. Als einem immerhin absolvierten Literaturhistoriker ist mir das Zugreifen auf so alte und noch etwas ältere Texte ja auch nichts Außergewöhnliches.<3 — Nun die Story:


    Mir hatte vor Jahrzehnten jemand eine Compact Cassette (von der LP privat aufgenommen) von "Soul Possessions" in die Hand gedrückt… nach dem Motto: hör es dir mal an … und weg war er/sie.


    Das war in den 1980er. Nach einem kurzen Reinhören war der Eindruck: "Na is ja süß die Lütte, 'wenn ich groß werde, will ich ein Adrian Sherwood sein', nette Reggae/Dub-Mugge". Reggae war nie mein Fall gewesen und statt Dub fand ich The Residents abgefahrener. Langer Rede kurzer Sinn: Die Kassette landete irgendwo in einer "na ja"-Ecke der Studentenbude und ward lange gar nicht über die ersten paar Minuten lang gehört. Man hatte als junger Mann ja so viele Interessen.


    Um einige Wochen vorspulen: Lauer, launischer, endloser Sommerabend, eine Vorstadt, damals hörte die Stadt kurz hinter dem Haus auf. Ein nichts verheißendes Wochenende. Ich war daheim in meinem Studenten-Refugium, hatte nichts vor, war gerade erfreulich alleine. Eine sehr schöne Zeit. Da habe ich mir gedacht: wir gehen mal spazieren. Erst einen amtlichen Joint konstruiert; Jugendsünde eben. :saint: Frischen Vorrat an Batterien für den Walkman eingepackt – was nehmen wir denn mit, ach so, diese komische "Annie Anxiety - Soul Possessions"-Reggae-Kassette, das passt ja – na dann ist es ja fein…


    Irgendwo draußen am Waldrand zwischen der Wolkenpracht der untergehenden Sonne und der unübersehbar aufziehender Finsternis habe ich den Joint vernichtet, dann Kopfhörer drauf, Reggae genießen, na komm. Ich drücke Play. Restate my assumptions.


    Da kamm es… Jawohl, Reggae… Bis heute, wenn ich über den Horror-Abend, der auf den Druck auf die Play-Taste folgte, nachdenke, wird mir kalt. Ich war schlicht nicht in der Lage, den Kopfhörer abzusetzen oder schlicht die Wiedergabe zu stoppen. Ich lief ziellos in der immer finstreren Gegend Normitteldeuropas unter dem sich immer brachialer färbendem Himmel umher, wie in einem noch nicht entdeckten Gedicht von Georg Trakl. Irgendwann war der High zu Ende und ich konnte immer noch nicht aufhören, diesem grandiosen Albtraum zuzuhören. Es gab kein Entkommen, zwischendurch maximal hin und wieder einen Batteriewechsel in dem Walkman – so lange hielten die zwei AA-Alkalis damals auch nicht. Und wieder konnte ich es nicht lassen, Play und Reverse und Pay und… immer mal wieder wie ein Ferngesteuerter zu drücken, obwohl ich genau wusste: dieser Horror von Musik lässt dich vielleicht nie los.


    Irgendwann am Morgengrauen ließ es dann doch nach, alles. Ich traf doch wie durch ein Wunder wieder im Quartier ein. Es war immer noch einsam und sommerlich und ich kam mir vor wie Trakl nach Grodek… oder so ähnlich.


    Diese Frau ist eine Vernichtungsmaschine!


    Die Musik im Übrigen bis heute eindrucksvoll, auch und gerade ohne "Hilfsmittel". Nach diesem Läuterungs-Abend habe ich übrigens nie wieder einen Joint angefasst… :)

    Moin,

    bei der Wahl eines Plattenspielers, gerade wenn es ein Neugerät sein muss, würde ich empfehlen, auch die Verhältnisse im "Hörraum" zu betrachten/beachten. Diese können m.E. (ich bin auch gewissermaßen Schallplatten-Wiedereinsteiger) die Freude am schwarzen Klang erhöhen – oder auch so richtig vermiesen.


    So wirst Du die Schallplatten nur eingeschränkt genießen können, wenn Du einen minimalistischen MDF-Brettspieler im Altbau mit Dielenboden oder schwimmend verlegtem Parkett betreiben willst und eine Wandhalterung, aus welchem Grund auch immer, nicht in Frage kommt. In diesem Fall willst Du einen Spieler, der (auf die eine oder andere Weise) entkoppelt konstruiert ist und so den Trittschall möglichst gut dämmt.


    Es würde auch der Bedienungskomfort eine Rolle spielen, allerdings sind die meisten aktuellen Plattenspieler, die diesen Namen verdienen, absolut unkomfortabel – keine auch nur angedeutete Halbautomatik, keine Anhebung des Tonarms am Ende. Oft fehlt auch noch die Staubschutzhaube – Du kannst dann vom Glück sprechen, wenn eine solche wenigstens separat bestellbar ist. – In diesem Sinne sind ordentliche Plattenspieler derzeit ganz egalitär, egal ob für 250 oder für 25.000 Euro.


    Ansonsten sind neue Geräte von namhaften Herstellern fast alle zum Musikhören bestens geeignet. Der eine hat einen besseren Abnehmer ab Werk montiert, der andere bestimmte technische Leckereien, die der eine mag und der andere nicht leidet – Geschmackssache.


    Dann ist noch die subjektive Seite: Retro oder Brett, minimalistisch oder bombastisch… das muss sich jeder selber beantworten.


    Damit das persönlich Erfahrene nicht fehlt: Ich hatte mal einen Onkyo CP-1050 als Wiedereinstieg in die LP-Welt gewählt. Ich hatte an dem direkt angetriebenen Player kaum was auszusetzen. Leider vertrug es sich nicht mit unserem Altdstadthäuschen-Wackelboden. So musste er zurück…

    Die frühe, noch nicht selbstzensierte Ausgabe. Ich hatte eigentlich die Hoffnung längst aufgegeben, dieses Album noch in der Ur-Version irgendwo zu finden, schon gar nicht in einem genießbaren Zustand. Acht Euro im 2nd-Plattenladen "Studio 1" waren für die exzellent erhaltene LP nachgerade eine Wohltat… nicht nur, weil das Album seinerzeit konzeptionell und auch technisch wegbereitend war – auch von dem gesellschaftlichen Kontext der Zeit, leider, weit voraus.


    Die nicht immer so erfreulichen Hintergründe – die den Geist des Albums unfreiwillig bekräftigen.

    Tomasz Stanko, gutes Stichwort! Hier "Music for K" mit dem Tomasz Stanko Quintett (Polish Jazz Vol. 22, 1970).

    Wow, Muniak mit dabei… den habe ich auch mehrmals live erlebt, der Gute war jedesmal so extrem betrunken, dass ihn seine Combo-Kameraden auf die Bühne und von ebendieser unterhakt bringen mussten… am Sax hat er trotzdem alles gegeben, unglaublich, so im Stil einer Kurzgeschichte von Julio Cortázar… aber das ist schon gemein offtopic.

    stanko_witkacy_DxO_k.jpgIst "Jazz" nicht eine Frage der Definition?


    Gerade lief hier "Peyotl" von Tomasz Stańko und Marek Walczewski, und nun denn, ist das Jazz oder ist das Rap (falls es in den Jahren 1984 – 1986, als die Aufnahme entstand, so etwas in Europa überhaupt schon gab)…? Mir fällt für dieses Wahnsinns-Trip-Album nach 35 Jahren immer noch keine Definition ein, aber ja, auch als Jazz könnte man es nehmen, den Akteuren nach:



    • Tomasz Stańko klar
    • Janusz Skowron Yamaha DX7 (bezeichnend, dieser furchtbare Synth musste damals immer und überall extra namentlich genannt werden, man war ja topmodern…)
    • Apostolis Anthymos guitar, dr, perc
    • Witold E. Szczurek el. & acc. bass
    • Zbigniew Brysiak perc
    • Tadeusz Sudnik Synthi AKS (wow, dieser kleine Biest-Synth ist wieder tatsächlich eine Erwähnung wert… dabei war der AKS ab Mitte 1980er eigentlich sowas von out: voll analog, monophon, nicht speicherbar, kein MIDI… iiih…)
    • Andrzej Major Przybielski tp
    • sowie in der Hauptrolle Marek Walczewski voc

    Witold E. Szczurek "The Spark"

    Poljazz, ohne Publikationsdatum, (vermutlich 1987)

    Laut Label eine Sonderedition (Edycja Specjalna) – was auch immer das heißen mag.

    Aufgenommen in der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Warschau, 1986


    Witold E. Szczurek Kontrabass

    Janusz Skowron Kirchenorgel


    Witold Szczurek ist international besser unter dem Künstlernamen Vitold Rek bekannt.


    Die Qualität des Umschlags spiegelt die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse in Polen: die dünne, schlabberige "Pappe" zerfällt nach mehr als 30 Jahren buchstäblich unter den Fingern. In diesem Zusammenhang grenzt es an ein Wunder, dass die Pressung bis heute durchaus hörbar ist. Die Musik bleibt sowieso über jegliche Zweifel erhaben. :)

    Hallo,


    In einem größeren Auditorium geht es nicht, denn dieses Instrument hört man fast nicht. […]

    Deshalb ist das Instrument ja hauptsächlich in Kammerorchestern zu finden. Mein' ich ja nur…

    Unabhängig davon, ob der Spieler die Tasten mit Gewalt hineingelegt oder sie mit großer Zärtlichkeit behandelt hat, der vom Instrument erzeugte Klang bleibt immer gleich laut, der dem Instrument zugrunde liegende Mechanismus machte es unmöglich, einen dynamischen Spielstil zu entwickeln.

    Ich verstehe unter Dynamik nich nur laut-leise, sondern wie sich das Instrument in einem Mix durchsetzt. Und das kann man so oder so machen – im Studio sowieso, aber auch auf der Bühne. Entweder auf die typisch deutsche Art mit den ganzen Vorurteilen, die Du beschreibst. Dann werden die Vorurteile zu einer Self-fulfilling-prophecy. Oder mal auf die feine englische Art zu sagen: Wo Cembalo drin ist, soll auch nach Cembalo klingen. Und da kann das Instrument je nach "Spielart" (da fehlen mir zugegebenermaßen die Fachtermini) schon recht unterschiedlich ertönen.


    Nimm mal als Beispiel die Harpsichord Concertos von JSB by Retrospect Ensemble / Matthew Halls. Erschienen 2012 bei Linn Records. Das nenne ich mal eine Verneigung vor den Fähigkeiten dieses Instruments. Dieselben jungen Leute haben auch Purcell aufgenommen, und Purcell ist bekanntlich Harpsichord. :-)


    Natürlich ist eine Lotus Elise kein Defender, ein Cembalo kein Konzertflügel, das hat niemand je versprochen, beide Arten haben ganz andere Ausgangsbedingungen. Chopin auf Cembalo geht genauso nicht wie Purcell auf Fortepiano, und ein Basso continuo auf Klavier klingt nachgerade burlesk.


    Ferner sind einige der Cembalo-Konzerte nicht ohne Grund für zwei, drei oder vier Cembali geschrieben… ;)


    Viele Grüße

    Wie ist die denn klanglich, die Lindemann?

    Moin, ich habe erst nur den Vergleich mit der Vorgängerin (MuFi LP V90), und das war ein ordentliches, aber doch Einsteiger-Teil. Nach ungefähr 30 bis 40 Stunden Laufzeit kann ich folgendes sagen:


    Von dem üblichen "Schleier vom Fenster weggewischt" sehe ich mal ab, denn so was Triviales erwarte ich beim Aufstieg auf ein Gerät von höherem Wert eigentlich und fände es enttäuschend, wäre es dem nicht so.


    Nun genauer. Nach den ersten Takten dachte ich mir als erstes: "und das soll alles sein?". Nach der zweiten Seite des LP hörte sich die Sache schon anders an. Als der Hörabend lang wurde, war die anfängliche Enttäuschung wie weggewischt.


    Die Linde ist das Gegenteil eines "Effektgerätes": sie klingt an sich überhaupt nicht. Sie macht, was so eine Vorstufe soll, das aber ziemlich gut: Signal erhalten, entzerren, verstärken, weiterreichen. Eine Art elektroakustische Durchreiche sozusagen. Sie klingt nicht analytisch, nicht aufdeckend, nicht warm, nicht euphorisch. Ich würde den Nicht-Klang am ehesten noch als "musikalisch und ehrlich" bezeichnen. Für mich ist das keineswegs mit "langweilig" gleichbedeutend, sondern mit "so wollte ich schon immer HiFi klingen hören".


    Auf jeden Fall eine deutliche Aufwertung der Kette – endlich bekommt der Music Receiver, was ihm der LP12 so liefert.


    Was ich da Neues an bekannten LPs entdeckt habe, seit ich die Linde habe, wäre ein weites Thema, aber da ist natürlich jede Menge Subjektives dabei, zum Beispiel eine doch auf einmal vorhandene Plastizität des Bildes oder neue, bislang nicht gehörte Komponenten in mancher zu Genüge bekannt geglaubten Stimme – teilweise kommen Überraschungen von Seiten, die ich nicht ansatzweise erwartet hätte, somit schließe ich Autosuggestion an diesen Stellen schon mal aus. Und wenn auch…

    Ah, JSB, Barock… da streiten sich zwar schon mal die Gelehrten™, ob das im engsten Sinne Klassik sein, aber… pfeif die Piccoloflöte drauf.


    Habe vor kurzem aus der Abstellkammer auch was gerettet: 1985 für schweres Geld gekauft, das Album hat mehrere Umzüge mitgemacht, darunter einen internationalen – nun können die Tschechen (eher Tschechinnen + eine Litauerin) zeigen, was sie drauf hatten… Ich finde, das können sie bis heute. Interessanterweise leiden deutsche Musiker offensichtlich vor einer Harpsichord-Phobie. Diese böhmischen Meister nicht, da sind Cembalo-Konzerte genau das, was sie heißen, man hört das Hauptinstrument, um das das Ganze gewoben ist, ganz deutlich – und wenn es 2 oder 3 oder 4 Cembali sind, na bravo.


    So würdigend und spielerisch können glaub ich sonst nur Engländer mit dem Thema Harpsichord umgehen, von Pinnock bis heute.


    Die Aufnahme selbst lässt sich absolut genießen, der Linn Adikt scheint tatsächlich eine ganze Menge aus den Rillen zu holen. Die drei Platten könnten eine ordentliche Plattenwäsche vertragen (was besseres als Knosti), aber die Pressung scheint einwandfrei – damals im "Ostblock" alles andere als selbstverständlich. Es war aber eine der ersten Digitalaufnahmen damals im ganzen "Osten", wohl eine Art Prestige-Projekt. Hört man bis heute, im positiven Sinne.

    Alles im grünen süddeutschen Bio-Bereich hier…


    Gut, Grün habe ich herbeigeschummelt. Rot auch. So bunt ist die Beleuchtung an der Stelle nur für die Fotos gewesen.


    Dafür sind die Lindemannschen LED auf geradezu politisch inkorrekte Art warmgelb – und leuchten dabei auch nicht gleich den ganzen Raum aus. Ich meine die optische Ausleuchtung. :)

    P.S.: Kreuzweise…™


    Bin gerade bei „Songs from the Road“ von Leonard Cohen gelandet – hier kann ich tatsächlich nur noch sagen: So habe ich es noch nie gesehen – pardon: gehört. Die Aufnahme ist musikalisch und elektroakustisch ohnehin ein Zimmes, aber nun breitet sich ein zu dieser Aufnahme passendes Bühnenbild aus. Die damals absolut altersreife grandios schwermütige Stimme des alten Haudegens lüpft zu meiner Überraschung ihren doppelten Boden und zeigt deutlich das längst vergessen geglaubte, leicht trotzige Jugendhafte, als Zweitstimme sozusagen. Unglaublich. Homöopathie oder Wahrheit?

    Moin,


    nun ist mein Exemplar auch angekommen. Ein für den Verkauf bei Lindemann verantwortlicher Mensch soll gerade abwesend gewesen sein, was der möglichen Grund für die Verzögerung darstelle. Nun denn. Hauptsache, das Gerät erfüllt die Erwartungen und wird den Ansprüchen gerecht.

    Nach dem Feierabend habe ich das Kästchen beim Händler abgeholt, daheim installiert. Wobei „installiert“ nach Aufwand, einstellen, viel Techno klingt. Nichts dergleichen war bei dem zu verstärkenden/entzerrenden Adikt-MM nötig. Einfach Plug + Play. Gut! Genau mein Fall.


    Nach dem Motto „Lieber Vorspiel als ‚Einspielen‘“ habe ich dem Lindenblatt gleich ein paar gute Aufgaben gegeben und höre nun rein.


    Derzeit, nicht mal eine Stunde und erst zweites Album nach Inbetriebnahme, habe ich folgende spontane Anmerkungen, vielleicht:


    • statt wie bisher through the grimy window I can’t keep clean schaue ich jetzt durch ein ordentlich geputztes Fenster auf die Musiklamdschaft;


    • das Glas ist einen kleinen Hauch zu kristallklar – legt sich wohl noch – doch tatsächlich „klingt“ der Pre gar nicht, sondern erfüllt entspannt und doch exakt seine Aufgabe;


    • die sprichwörtlichen „Töne, die ich sonst noch nie gehört habe“ sind auf vertrauten Alben in ausreichender Quantität und Qualität anwesend;


    • der Kleine verstärkt den MM (Linn Adikt) nicht mehr, eher knapp weniger als der LP90, s.u.;


    • mein bisheriger Pre, Musical Fidelity LP90, ist für seine Preisklasse schon mal verdammt gut;


    • der V90 ist jedoch in diesem Zusammenhang eher wie Marmite. Er verdickt, überdeckt, verdichteten erzählt eine schöne Legende. Immer sehr dezent und äußerst in Grenzen, aber er tut es. Zur Klarstellung: ich mag Marmite beizeiten absolut gern, aber alles mit Marmite zu würzen können nur die Briten vertragen;


    • der Lindemann kann in der Tat ohne Wow-Effekte klar überzeugen. Er klingt, wie er aussieht. Unprätentiös bzw. „gar nicht“ im dem Sinne. Es steht alles im Raum, hat Tiefe, Kontur, die ganze Tech-Magie. Das Bild klar wie die Herbstluft an „noch ein paar südlicheren Tagen“. Die Musik ertönt einfach eine guten Schritt näher dem „so stellte ich mir eigentlich schon immer guten HiFi-klang vor“.


    Mehr Bericht kommt wohl, irgendwann – so denn Interesse besteht. Im Moment bin ich am Genießen – keine Euphorie, sondern eben ein Genuss. Schön.

    P.S.:


    Kann mir bitte jemand sagen, wo es dieses Limetree Phono überhaupt zu kaufen gibt?


    Der Händler hier vor Ort, der ja als Vertragshändler von Lindemann auf der Hersteller-Website steht, ist wohl keine Bezugsquelle. Er hat das Gerät vor mehr als drei Wochen für mich bestellt. Dazwischen liegt kein Weihnachten, ein Erdbeben im süddeutschen Firmensitz von Lindemann ereignete sich in den letzten Wochen auch nicht.


    Es ist zwar im 21. JH fast schon putzig, wöchentlich auf Anfrage am Telefon mit netten Floskeln vertröstet zu werden, doch langsam kommt es mir merkwürdig vor. Zwei Wochen Lieferzeit sind sonst normal, bei drei+ bekomme ich den Eindruck, jemand (etablierter Händler? Hersteller? Beide?) will das „kleine“ Geld nicht verdienen, und will die Bestellung nun stornieren. Welcher Händler verkauft Lindemann-Geräte z.B. in Hamburg?


    viele Grüße

    Also ich konnte das Album bereits 2012 als LP nirgendwo mehr als Neuware finden, als Gebrauchtware fortan nur noch zu abstrusen Preisen. Da ließ ich es bei der längst schon vorhandenen CD bleiben…


    Seit einigen Tagen, sieben Jahre später, ist nun mehr – endlich! – eine Neuauflage der LP zu haben. Im Übrigen mit Download-Code für WAV – ok, kein Hi-Res-Audio, doch immerhin besser als die sonst übliche „Redeem“-mp3-Pampe.


    Die 2019er LP-Auflage soll laut Aufkleber bei Abbey Road Studios neu gemastert sein. Im Direktvergleich mit der alten CD von 2003 habe ich (bei LP und WAV gleichermaßen) den Eindruck, das neue Mastering sei einen deutlichen Hauch tiefenlastiger, zu Ungunsten der Transparenz.


    Auf jeden Fall habe ich (als relativ frischer LP-Neueinsteiger) noch bei kaum einem anderen Album den Kitzel, hier wäre noch was mit etwas Fein-Herumspielen an der Auflagekraft und natürlich am Antiskating herauszuholen. Wobei ich den gleichen Kitzel auch, wie gesagt, bei den WAVs der Neuauflage habe. Was ja für sich spricht, irgendwie. :) Zumal die alte CD, aber auch die zwischendurch (sinnlos) erworbene FLAC von Onkyomusic diesen Drang nicht erwecken. Auch nicht im A-B-C-Direktvergleich.


    Kann jemand meinen Eindruck ob der aktuellen LP-Ausgabe bestätigen?


    im Übrigen scheint es keine der vormals beschriebenen Probleme mit Seite 2 mehr zu geben. Mit Seite 1 auch nicht.

    Danke Euch beiden für die Ergänzungen, verbale wie bildliche. Dazu kann ich noch sagen „Again what learned“. ™


    Hinterher soll noch einer sagen, nur populäre Musik eigne sich als Ohrwurm…


    viele Grüße

    Moin, danke für die ausführliche und detailreiche Beschreibung!


    Nicht zuletzt: Was ich als Einsteiger über die ganzen Netzteile lese, ist immer wieder spannend. Ich habe es nur einmal mit alternativem Netzteil versucht – und zwar weil das Original nicht mehr vorhanden war. Das Ergebnis war nicht so interessant, weil ich offensichtlich die +/- - Polung falsch erraten habe. Zum Glück war es ein Billigst-phono-Pre, so dass sich der materielle Verlust in Grenzen hielt.


    Dass Lindemann ein eigenes Gerät nach nur 25 Jahren nicht überholen mag, ist natürlich nicht so fein. Andererseits sind bei mir 25 Jahre aus biologischen Gründen eher ein Zeitabschnitt, an dessen Ende ich mir vermutlich weniger technische, um so mehr ultimative Fragen stellen werde. ;) Qui vivra, vera…


    viele Grüße

    In einer Episode der grandiosen britischen Miniserie „Nummer 6“– The Prisoner“ (1967) spielen ein Plattenspieler und eine ganze Lieferung von (Klassik-) Schallplatten die Schlüsselrolle. Der „Prisoner“ (unübertroffen in der Rolle: Patrick McGoohan) hört beim Kaufmann alle neu eingetroffenen Exemplare von Bizets „l‘Arlesienne“ nacheinander ab, in der (simulierten?) Überzeugung, auf einem der Exemplare seien Geheimbotschaften in die Musik eincodiert. Welcher Plattenspieler da die Rolle seiner selbst spielt, müsste ich nochmal nachsehen, wobei ich da die Gefahr erkenne, die ganze Serie auf einmal neu sehen zu müssen…