Posts by Peter Ruhrberg

    Hier ein praktisches Beispiel an einem Einsteiger-USB-Oszillokop (Picoscope 2204A) bei der Phasenprüfung einer 10 kHz-Azimutaufzeichnung mit 19 cm/s Bandgeschwindigkeit.

    Die Y-Skala ist 10fach gestreckt, damit die Nulldurchgänge besser zu sehen sind. Die Zeitbasis ist 5µs/div (≙ 18° Phasenversatz) d.h. eine Halbwelle geht über die Darstellungsbreite:

    https://youtu.be/qJVab_nVYKg


    Zwei Röhrenoskars aus den 1970er Jahren stehen auch noch bei mir :thumbup:

    Wenn du AudioTester schon hast, dann halt nur ausprobieren. Wenn ASIO läuft (bei mir läuft's in der neusten Version trotz diverser Mails mit dem Entwickler immer noch nicht), kann ich gerne auf konkrete Fragen antworten.

    Eine Abhandlung, die alle möglichen Anwendungsfällt und Situationen berücksichtigt - und sicherlich einige auslässt, an die ich bislang noch nicht gedacht habe - würde mich Tage in Anspruch nehmen. Die BDA ist 160 Seiten lang, und weit davon entfernt, vollständig zu sein :rolleyes:

    Sind sie. Und sie können symmetrisch und unsymmetrisch angeschlossen werden.
    Maximaler Eingangspegel in Stellung "Line" ist +22 dBu. Das sollte für alle Anwendungsfälle reichen.

    Anleitung nebst techn. Daten gibt's hier.

    Max. Ausgangspegel ist 0 dBu unsymmetrisch, d.h. zum Kopieren digitaler Quellen auf Studiobandmaschinen ist das Interface nicht ausglegt.

    Was wird an Hardware benötigt?

    Vor allem eine gute Soundkarte, was meist auf ein externes 24/96 Audiointerface hinausläuft.

    Welche außer RME (ich verwende Fireface UC, die ich für meine Produktionen Jahre vorher angeschafft hatte) sich dafür gut eignen, können vermutlich andere Foristen berichten.

    Zwischendurch hatte ich mal ein Behringer UMC202HD zum Testen, das lief ohne Probleme.

    Analoge Messgeräte habe ich natürlich auch noch, nur bei Skalierungen von 10 cm pro dB (wie ich sie für meine Messbandherstellung brauche) tun die sich mitunter etwas schwer :saint:

    Zum Audiotester könnte ich einiges beitragen, Beispiele:

    FFT-Klirrfaktormessung zur Bias-Einstellung
    NAB-CCIR Entzerrungskurven
    Frequenzgang und Phasenlage

    Für Spezialaufgaben gibt es gute Alternativen:

    Frequenzmesser zur Bandgeschwindigkeitsjustage
    Gleichlaufschwankungsmessungen mit 3 & 3,15 kHz

    Zur trägheitlosen und exakten Phasenmessung (z.B. für die Spaltjustage oder die Bestimmung der Phasenübereinstimmung von Entzerrungsgliedern) eignet sich - abgesehen von klassischen Phasenmessern - gut ein externes Oszilloskop (digital oder analog) mit XY- oder Zweikanaldarstellung.

    Manche Softwarelösungen via Soundkarte tun sich hier schwer, weil sie zur Signalverarbeitung Zeit benötigen und darum mit einer mitunter störenden Trägheit arbeiten.

    Statt jetzt alle mir bekannten Möglichkeiten und Optionen aufzulisten, die am Ende kaum jemanden interessieren, gehe ich lieber auf konkrete Fragen ein.

    Danke für den Hinweis, denn genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die gezeigte Kurve soll nur den prinzipiellen Verlauf der Entzerrungsdifferenzen zeigen, praktisch anwendbar sind sie nur bis ca. 20 kHz, also 10 kHz bei der 4,75 cm/s Aufzeichnung.


    Mit der üblichen 2 µm WK-Spalteinlage der A77 (≙ ca. 2,4 µm effektiver Spaltbreite) erreichen wir für 20 kHz eine Spaltdämpfung von 4 dB, für 30 kHz ca. 11 dB. Der Wert für 30 kHz ist jedoch von eher theoretischem Nutzen, denn schon die von Revox veröffentlichten Frequenzgänge zeichnen ein anderes Bild:


    A77 FG 9,5 (Siegenthaler 1968).jpg


    Dieser Überband-FG passt relativ gut zu meinen Messungen ab Bezugsband (der vorletzte Pegelwert entspricht 16 kHz):

    A77 BASF BB 9,5 #4510782 FG 31,5-16000 Hz.gif

    Natürlich ist die Frage, ob und inwieweit höhere Frequenzen als 10 kHz auf den Originalbändern aufgezeichnet sind.

    muß es schon 1972 verdammt gute Mikrofone gegeben haben

    Die gab es schon 1932 (Beispiel: Neumann M 1-1a) und erfuhren nochmal eine Steigerung mit den ersten Kleinmembran-Mikrofonen ab ca. 1953 (Neumann KM 53/54/56).

    Die Verbesserungen beziehen sich in meiner Erfahrung hauptsächlich auf den Rauschabstand, die Aussteuerbarkeit (vor allem bei tiefen Frequenzen) und nicht zuletzt die Serienkonstanz (neudeutsch "matching").

    Klangtechnisch ist für mich die Technik der Endsechziger, 70er Jahre schon ausreichend. Deshalb ist der technische Aspekt von Neuerungen für mich auch nicht interessant. Ein Profi im Bereich E-Musik muss das natürlich anders sehen.

    Im Prinzip sehe ich das eigentlich ähnlich. Bei Mikrofonen hat es allerdings deutliche Verbesserungen gegeben.

    Doch wie schon erwähnt, unterschiedliche Aufstellung beeinflusst das Ergebnis mindestens so sehr wie die Wahl des Mikrofons. Ein Ungeübter bekommt aus einem 3.000 Euro Mikrofon kein besseres Klangbild als ein alter Hase aus einem für 50 Euro.

    Zuallererst kommen jedoch Werk, Besetzung, Ausführende, Raum ...

    Die Aufnahme des umfangreichen Schlagzeugensembles auf meinem Kettentonband beispielsweise ist mit einer geradezu abenteuerlichen Minimalausrüstung entstanden. Doch wie ich seit Jahrzehnten sage: das Auge hört nicht immer mit ... :saint:

    Ich nehme mal an, das hat bei dir geklappt? :saint:

    Zur allgemeinen Zufriedenheit. Das größte Problem war der rechts neben der Truhenorgel postierte Evangelist, dessen Stützmikrofon durch die unmittelbar davor sitzende Theorbe "gefährdet" war. Meine Lösung hat am Ende aberdoch überraschend gut funktioniert 8)

    Da bleibt nach der Generalprobe Samstags alles stehen, in so fern: kein Problem.

    Dieses Glück hat man bei Aufführungen in Kirchen nicht oft, weil zwischen GP und Aufführung wegen eines Gottesdienstes o.ä. alles weggeräumt werden muss. Deswegen sieht man auf meinem Bild auch keine Mikros, ihre Aufstellung geschieht sozusagen im Kopf und wird erst am Aufführungstag aufgebaut. Oft gibt es nicht einmal eine kurze Einspielprobe.
    Solche Jobs sind echte Blindflüge, aber sie machen immer noch Spaß, und nach >40 Jahren geht nur noch sehr selten etwas schief ...

    Bild fehlt wohl, Peter.

    Und: ich habe tags zuvor die Möglichkeit, genau zu stellen und zu pegeln und Foto machen und so...

    Bild ist jetzt hoffentlich da.
    Fotos haben die früher üblichen Skizzen bei mir praktisch vollständig abgelöst.
    Können auch sehr wertvoll werden, wenn am Aufführungstag die möglichst identische Aufstellung von Orchester & Solisten wiederhergestellt werden soll.

    Da muss ich die Solistin ... dahin mixen, wo sie auch tatsächlich stand

    Kreative Sängeraufstellungen bei einer Aufführung können mitunter zur echten Herausforderung für den Tonverantwortlichen werden, der die Klangwirkung ohne Bildunterstützung über die Rampe bringen muss.

    Als Beispiel eine Probe für Bachs Johannespassion, wo die unterschiedlichen Handlungsebenen durch eine außergewöhnliche Positionierung der Solisten (blaue Pfeile) unterstützt wurden. In der Aufnahme sollten die Solisten etwas näher beieinander abgebildet und vor allem die unterschiedlichen Entfernungen angeglichen werden.

    IMG_6939-1a.jpg

    bei 9,5 und 19 oder bei 4,75 und 9,5?

    Die gezeigte Tabelle ist weitgehend korrekt, bis auf einen Punkt: Die IEC 2 Entzerrung ist für 38 und 19 cm/s dieselbe, 50 + 3180 µs.

    Eine vollständigere - und soweit ich es beurteilen kann zuverlässige - Aufstellung mit historischer Entwicklung, Bezugsbandflüssen und Referenzleerbandtypen liegt im Anhang.

    Auch die IASA hat eine Liste veröffentlicht: https://www.iasa-web.org/tc04/…tapes-replay-equalisation