Posts by Peter Ruhrberg

    Das Band wird ja hoffentlich bald wieder bei mir sein, ich höre mir das mal an, eventuell repariere ich das.

    Hab gerade auf meiner Digitalkopie von Band 22 nachgesehen: Dort ist keine überlange Pause nach dem ersten Stück (3:00), allerdings beginnt "Grantchester Meadows" mit einer sehr langsamen Einblendung von Vogelgezwitscher (wenn ich mich recht erinnere, wurde das in der Produktion elektronisch erzeugt, ebenso wie die notorische Fliege, die am Schluss dran glauben muss). Bis zum hörbaren Einsatz der (ebenfalls eingeblendeten) Gitarre vergeht etwa 1 Minute.

    War das schon DAT oder noch U-Matic? was hat man mit dem klassischen Modem dahinter übertragen?


    1) Weder noch, es war der älteste portable Sony Digitalwandler F1 mit Betamax-Recorder für NTSC-Norm (Typ habe ich vergessen, ich glaube SL-2000). EMI-Electrola war vorsichtig genug, die analoge Aufzeichnung mit Dolby A als Sicherheitskopie mitlaufen zu lassen ...

    2) Das ist nach meiner Erinnerung (das Foto ist von 1985) kein Akustikkoppler, sondern Teil einer Kommandosprechverbindung (EMI-Eigenkonstruktion) in den Aufnahmeraum, die alternativ zum Mikrofon auf dem Mischfeld genutzt werden konnte.

    indem ich ein Band durch senkrechte Schnitte in kurze Stücke zerlege und diese dann zusammenklebe? Wären ggf. 2 cm Stücke, ggf. zur Schleife geklebt, ausreichend

    Das ist genau die Methode, die ich in manchen Service Manuals gelesen habe. Mit senkrechtem Schnitt sind die Knackstörungen am deutlichsten zu hören. 2 cm Stücke genügen für 19 cm/s, auch 5 cm Stücke (4 Knackse/sek) würde gehen.

    Kann man die Notwendigkeit zu Entmagnetisieren irgendwie auch messen? Gibt es da einen Rauschpegel der ansteigt o. ä.?

    Es gibt verschiedene Nachweismöglichkeiten für Gleichfeldremanenz. Beispielsweise lässt sich ein Gleichfeldanteil im Bias oder ein magnetisch gewordener Aufnahmekopf durch das Auftreten unerwünschter geradzahliger Klirrkomponenten aufdecken (bei einwandfreier Aufzeichnung gibt es fast nur k3). Magnetische Wiedergabeköpfe oder Bandführungen wiederum können ein zusätzliches Gleichfeldrauschen hinterlassen.


    Um möglichst alle Störquellen quasi auf einem Streich zu erfassen, wurde Anfang der 1960er Jahre von Friedrich Krones (Agfa Leverkusen) das sog. Symmetrierband entwickelt und patentiert. Wegen seiner sprossenartigen Beschichtung wird jede vorhandene Gleichfeldremanenz in ein magnetisches Wechselfeld verwandelt (quasi "zerhackt") und vom Wiedergabekopf als Wechselspannung mit charakteristischer Signatur abgetastet.


    Die Empfindlichkeit eines Symmetrierbands ist extrem hoch: sogar der mit der Ausrichtung der Bandmaschine wechselnde Einfluss des Erdmagnetismus wird nachweisbar.


    Bei Bedarf kann ich gerne eine Anleitung und eine ausführliche technische Abhandlung hochladen.


    Grüße

    Peter

    Danke für die Info!

    Die Schaltung für das Entzerrungsglied (R-C) hab ich leider nicht mehr.

    Die genormten Entzerrungskurven (einschl. eventueller Korrekturen für Spalt- und Eisenverluste des WK) lässt sich mit Audiotester und ähnlichen Programmen relativ leicht erzeugen. Um Fehlerquellen zu minimieren, sollte der Treiberverstärker einen über der Frequenz konstanten Strom durch die Spule liefern können. Früher wurde das mit Vorwiderständen erreicht (z.B. in der K10 Spule des EMT 203).

    Bandsorte: von 1979..BASF Studio Master 460?? - jedenfalls ein damals neues Tape, das erst auf den Markt kam. Hab das direkt vom Leiter der Bandentwicklung bekommen...

    Hmmm ... das ist jetzt nicht einfach zu bestimmen.
    1979 hieß der "neue" BASF-Studiobandtyp SPR 50 LHL (Produktionszeitraum 1976-84), bei dem sich Jahrzehnte später unerwartet mehrere Chargen als Schmierkandidaten herausstellten. Agfa ging es mit seinem PER 468 (1975-91) leider nicht besser, im Gegenteil.
    Die erste Die BASF-Nachfolge "Studio Master 910" wurde 1984 vorgestellt und 1984 vom SM 911 abgelöst. Auch bei Letzterem gab es anfänglich einige Schmierchargen, doch seit Produktionsdatum ca. 1990 haben sich diese Bänder als stabil herausgestellt (zumindest bis heute), solange das Material nicht zu warm oder zu feucht gelagert wird (nicht über 40°C und 80% r.F.).


    Gelernt haben wir viel, mit den analogen Bandmaschinen, zum Beispiel wie man ohne ein Bezugsband den Wiedergabeverstärker prüfen und einmessen kann. Den Trick mach ich gelegentlich wieder, wenn einer seinen alten Kassettenrecorder vorbeibringt.

    Mich würde interessieren, wie du das machst. Bislang habe ich dafür entweder eine Einspeisespule vor dem WK oder eine elektrische Einspeisung am Hoch- oder Fußpunkt des WK verwendet. Sofern Übertragungsfaktor und Abtastverluste des WK bekannt sind, lassen sich mit diesen Verfahren auch ohne Bezugsaufzeichnungen genügend genaue Ergebnisse erzielen.

    Hauptautor Friedrich Engel bat mich darum, folgende Ankündigung zu posten:


    Vermutlich kennen Sie die Magnetband-Chronologie „ZEITSCHICHTEN – Magnetbandtechnik als Kulturträger“ bereits. Seit dem 15. Juli 2020 ist nun eine vierte Ausgabe lieferbar. Autoren und Verlag freuen sich, damit eine Arbeit – wahrscheinlich endgültig – abschließen zu können, die sich über mehrere Jahre hingezogen hat.


    Mit einem derartigen Fachbuch ist es so eine Sache: Nach jahrelangem Stöbern in Archiven, Museen und Zeitschriftensammlungen kondensiert das Material im Jahr 2007 zu einem kiloschweren Band von 632 Seiten. Die ersten Exemplare sind kurz nach Erscheinen abverkauft. 2010 sind, dank Fortschritten in der Buchbindetechnik, 702 Seiten beherrschbar; einige zunächst eher knapp behandelte Themen werden nun ausführlicher dargestellt. Dann kommt der Wunsch nach „Durchsuchbarkeit“ des Textes und farbigen Abbildungen auf. Realisieren können wir die dritte Ausgabe als e-book, den Verzicht aufs Haptische kompensiert eine deutliche Preisreduktion.


    Neue Quellen, die das Internet eröffnet, und substantielle Hinweise führen zu weiteren Recherchen mit überraschenden Sichtweisen. Das berechtigt zu einer vierten Ausgabe. Bei e-books ist der Umfang flexibel, und so wächst der Umfang auf 772 Seiten – seit dem Erscheinen der ZEITSCHICHTEN immerhin 140 Seiten mehr.

    Alles in allem: eine Übersicht über die ersten Anläufe zur Tonaufzeichnung mittels Magnetismus bis zum Beginn des Digitalzeitalters. Einige Überraschungen skizziert schon der mitgesandte Prospekt, zum Beispiel auf welchem Wege der weltbekannte Dirigent Wilhelm Furtwängler dank Hochfrequenzvormagnetisierung schon 1940 das perfekte Aufzeichnungsmedium für seine Konzerte fand.


    Ich wünsche Ihnen viel Zeit für die Lektüre!


    Freundliche Grüße

    Friedrich Engel



    Der Preis für dieses magnum opus beträgt nach wie vor 19,90 € 8)


    Bestellung über:http://www.zeitschichten.org
    https://www.beam-shop.de/sachbuch/film-medien/633501/zeitschichten-magnetbandtechnik-als-kulturtraeger-vierte-ausgabe-2020-erweiterte-neuausgabe

    ZEITSCHICHTEN IV 2020.jpg

    Eben drum meine Anfrage hier im Forum des Vereins zur Erhaltung und Förderung der analogen Musikaufnahme und -wiedergabe.

    Wenn klassische Musikproduktionsmittel (die immerhin bis zu einer schlappen halben Tonne wiegen können) bei Mitgliedern der AAA auftauchen würden, die weitgehend der Konsumentenseite angehören, fände ich das schon bemerkenswert, erwarten würde ich es allerdings nicht.

    Vielleicht verspricht eine Anfrage z.B. beim "Tonstudio Club" (Facebook) mehr Erfolg?