...Wenn das eine Rundnadel ist, dann zeigt sie bereits deutlichen Verschleiß...
Hallo Uwe,
da sieht man wieder, was man sieht wenn man es unbedingt sehen will...
Diese Rundnadel hat noch nie eine Rille gesehen, ich habe sie damals nur zu Studienzwecken gekauft. Der Kontaktflächenbereich ist von mir geschätzt, wenn man dabei annimmt, dass die geometrisch theoretische unendlich kleine Kontaktfläche durch elastische Verformung des Vinyls vergrößert ist.
...nochmals: bei dieser Zeichnung ging es mir darum die Größenverhältnisse und die Lage der Kontaktfläche an der Nadel festzustellen.
Dein Link bringt natürlich ein prima Paradebeispiel, ich hoffe Delta 667 hat nichts dagegen, dass ich ein Beispielbild von ihm verwende...
Nadel von Sauron_mit Text.jpg
auch hier wird offensichtlich das Einschwenken auf den Rillenwinkel mit dem vermeintlichen Verschleiß verwechselt, weil eben nicht realisiert wird, dass die eigentliche Kontaktfläche (und nur an der könnte auch Verschleiß auftreten) viel, viel kleiner ist und bei dieser Vergrößerung leider viel zu unscharf ist, um sie beurteilen zu können.
Auch hier ist die Kontaktfläche ermittelt (, die Größe der Kontaktfläche wiederum geschätzt, jedoch gleich groß, wie in den vorherigen Bildern.)
Was man wiederum sieht sind die realen Größenverhältnisse...
Wie komme ich dazu...?
Die Radien des Schliffes liegen an den Rillen tangential an, also zeichnet man zuerst ein Tangentenpaar, das rechtwinklig (90°) zueinander und jeweils 45° von der Achse steht (hellblaue Linien). Die Berührungspunkte sind dabei die Kontaktpunkte und stehen dazu senkrecht (rote Linien). Der horizontale Abstand zwischen den Kontaktpunkten ist eigentlich genormt und sollte 0,0257mm betragen. Die lila Linien, die zu einem Winkel von meist um die 55° zueinander stehen ist der Winkel des Grundkegels, der standardmäßig als Grundlage vieler Schliffe verwendet wird. Die schwarzen markieren eine typische Rille, übrigens ebenfalls im selben Größenverhältnis, wie die vorherige Skizze.
Diese Nadel weist eben keinen Verschleiß auf, sondern ist völlig intakt,...sie hat im fabrikneuen Zustand nicht anders ausgesehen.
Es ist ganz einfach: Ich komme mit meinem Mikroskop vorbei und ich sehe mir deinen Dauerläufer an. Sollte ich keine Anzeichen von Verschleiß sehen, bin ich Manns genug, dass hier offen zuzugeben.
Gleichzeitig bringe mein AT-20SLa mit, für das ich zwei Nadeleinschübe habe - einen verschlissenen und einen relativ neuen. Die können wir uns nicht nur ansehen, sondern gegebenfalls auch anhören.
Ebenfalls im Gepäck werde ich meine "Manger - Musik von einem anderen Stern" als Beispiel für Plattenverschleiß haben. Notfalls kaufe ich noch eine neue.
...du bist natürlich herzlich eingeladen, wenn du mal in die Stuttgarter Gegend kommst. Mikroskop musst du keines mitbringen, da bin ich bereits mehr als ordentlich ausgestattet.
Gruß,
Rainer
PS: ich hoffe man kann auf dem Bild etwas erkennen, ich musste ziemlich tricksen um die maximale Dateigröße einzuhalten...