Beiträge von LoupGarou

    Für 680 Euro könntest du die jede Menge audiophiler Platten kaufen und deinen musikalischen Erweiterungshorizont erheblich steigern. Diese Erfahrungsgewinne sind einigermaßen gesichert vorauszusehen, ...leider helfen sie trotzdem nicht gegen diese Art von hartnäckigen Flöhen...


    ...ja ja bin schon wieder weg...


    Gruß,


    Rainer

    Der Irrtum von Loup Garou besteht darin, dass die deutlich sichtbare Abnutzung an den Spitzen der Abtaststifte als eine Art "Einschwenken auf den Rillenwinkel" interpretiert. Das ist bei den meisten Schliffen nicht der Fall. Bei sphärischen und elliptischen Schliffen sieht man von vorne ganz oben an der Spitze einen Kreisausschnitt im Profil:


    ...und wie erklärst du uns dann, dass auch Elliptische Nadeln unterschiedlich große Vertikal-Radien aufweisen können? Wenn alle aus ein und dem selben "Kreisausschnitt" bestehen würden , hätten alle denselben Radius, nämlich den Einheitsradius der Rundnadeln. Der Nadelgrundkörper ist aus schleiftechnischen Gründen rotationssymmetrisch, die Form ist dabei frei wählbar. Wenn man einen elliptischen Schliff mit größerem vertikalen Radius haben will, nimmt man eine im Kontaktbereich flachere Krümmung. Den horizontalen (kleineren) Radius erhält man durch anschließendem Anschleifen der ebenen Facetten.


    Gruß,


    Rainer

    ...Wenn das eine Rundnadel ist, dann zeigt sie bereits deutlichen Verschleiß...

    Hallo Uwe,


    da sieht man wieder, was man sieht wenn man es unbedingt sehen will...

    Diese Rundnadel hat noch nie eine Rille gesehen, ich habe sie damals nur zu Studienzwecken gekauft. Der Kontaktflächenbereich ist von mir geschätzt, wenn man dabei annimmt, dass die geometrisch theoretische unendlich kleine Kontaktfläche durch elastische Verformung des Vinyls vergrößert ist.


    ...nochmals: bei dieser Zeichnung ging es mir darum die Größenverhältnisse und die Lage der Kontaktfläche an der Nadel festzustellen.


    Dein Link bringt natürlich ein prima Paradebeispiel, ich hoffe Delta 667 hat nichts dagegen, dass ich ein Beispielbild von ihm verwende...


    Nadel von Sauron_mit Text.jpg


    auch hier wird offensichtlich das Einschwenken auf den Rillenwinkel mit dem vermeintlichen Verschleiß verwechselt, weil eben nicht realisiert wird, dass die eigentliche Kontaktfläche (und nur an der könnte auch Verschleiß auftreten) viel, viel kleiner ist und bei dieser Vergrößerung leider viel zu unscharf ist, um sie beurteilen zu können.


    Auch hier ist die Kontaktfläche ermittelt (, die Größe der Kontaktfläche wiederum geschätzt, jedoch gleich groß, wie in den vorherigen Bildern.)


    Was man wiederum sieht sind die realen Größenverhältnisse...


    Wie komme ich dazu...?


    Die Radien des Schliffes liegen an den Rillen tangential an, also zeichnet man zuerst ein Tangentenpaar, das rechtwinklig (90°) zueinander und jeweils 45° von der Achse steht (hellblaue Linien). Die Berührungspunkte sind dabei die Kontaktpunkte und stehen dazu senkrecht (rote Linien). Der horizontale Abstand zwischen den Kontaktpunkten ist eigentlich genormt und sollte 0,0257mm betragen. Die lila Linien, die zu einem Winkel von meist um die 55° zueinander stehen ist der Winkel des Grundkegels, der standardmäßig als Grundlage vieler Schliffe verwendet wird. Die schwarzen markieren eine typische Rille, übrigens ebenfalls im selben Größenverhältnis, wie die vorherige Skizze.


    Diese Nadel weist eben keinen Verschleiß auf, sondern ist völlig intakt,...sie hat im fabrikneuen Zustand nicht anders ausgesehen.

    Es ist ganz einfach: Ich komme mit meinem Mikroskop vorbei und ich sehe mir deinen Dauerläufer an. Sollte ich keine Anzeichen von Verschleiß sehen, bin ich Manns genug, dass hier offen zuzugeben.


    Gleichzeitig bringe mein AT-20SLa mit, für das ich zwei Nadeleinschübe habe - einen verschlissenen und einen relativ neuen. Die können wir uns nicht nur ansehen, sondern gegebenfalls auch anhören.


    Ebenfalls im Gepäck werde ich meine "Manger - Musik von einem anderen Stern" als Beispiel für Plattenverschleiß haben. Notfalls kaufe ich noch eine neue.

    ...du bist natürlich herzlich eingeladen, wenn du mal in die Stuttgarter Gegend kommst. Mikroskop musst du keines mitbringen, da bin ich bereits mehr als ordentlich ausgestattet.


    Gruß,


    Rainer


    PS: ich hoffe man kann auf dem Bild etwas erkennen, ich musste ziemlich tricksen um die maximale Dateigröße einzuhalten...

    Ich denke schon. Mein Mikroskop ist auch keineswegs superhochauflösend. Aber ich habe gelernt, wo ich hingucken muss und was mich dort erwarten könnte.

    ...

    ich gebe zu ich bin über diese Aussage etwas verwirrt... du führst bei diesen Diskussionen immer den ehemaligen Forumskollegen TT als unfehlbaren Experten für Nadelmikroskopie an...

    ...und wirst auch nie müde, seine etwas undeutlichen Fotografien und seine Behauptungen als zwingenden Beweis für Nadelverschleiß anzubringen... Seine weitere Kernaussage, dass unter 300x-Vergrößerung nichts zu sehen wäre, hingegen ignorierst du aber ungeniert...

    ...Aber ich habe gelernt, wo ich hingucken muss und was mich dort erwarten könnte...

    ...sorry, aber hier habe ich meine leisen Zweifel... wieviele "abgenutzte" Tonabnehmer hast du den bereits unterm Mikroskop gehabt?...


    ...um sicherzugehen, dass ich bei meinen Nadelmikroskopien an die richtige Stelle schaue, habe ich mir das ganze zuvor erstmal maßstäblich aufgezeichnet, hast du das auch gemacht? Viele verwechseln das Einschwenken in den 45°-Winkel mit Abnutzungserscheinungen.

    Die Kontaktflächen sind sehr, sehr klein und liegen auch sehr nahe an der Spitze...eine Veränderung dieser Flächen ist mit einem Lichtmikroskop, auch wenn es sie gäbe, beim allerbesten Willen nicht zu erkennen...


    nadel zeichnung 2.jpg

    ...Dass man selbst bei den besten Diamanten nach über 1800 Stunden keinen deutlich erkennbaren Verschleiß sieht, der bereits beim Abspielen die Rillen beschädigt, glaube ich keine Sekunde lang.


    ...unbelehrbar :pinch: ...


    Es gibt hier im Forum genügend Gegenbeispiele. Eines davon ist auch bei mir seit März 2012 im Dauereinsatz (bei vorsichtig geschätzten durchschnittlich 1h /Tag sind das jetzt mindestens 1750h, ...wieviel dieses Goldstückchen bei den/m Vorbesitzer(n) gelaufen ist weiß ich nicht...)


    und nein, von Verzerrungen keine Spur ...und nochmals nein ... eine durch eine abgenutzte Nadel beschädigte Platte ist unter meinen 4000 meist gebraucht gekaufte Platten auch nicht zu finden...


    Gruß,


    Rainer

    und Du willst Plattentitel genannt bekommen, die ich nicht kannte und deren Musikstil überwiegend nicht meiner war

    ...irgendwer wird sich doch daran erinnern können...


    ...es ist wirklich nur, weil ich bei solch starken Aussagen überprüfen können will, wie meine Anlage sich diesbezüglich verhält...


    ...außerdem ist es durchaus aufschlussreich, ob man bei geringfügig tiefer gehenden Detailfragen noch Antworten (und wenn ja, welche) kriegt...


    Gruß,


    Rainer

    das es offenbar mehr Scheiben als geahnt gibt, von leichtem Recompizing profitieren

    Gefühlt etwa jede dritte vierte Scheibe profitierte, klang mir angenehmer, oder machte noch etwas mehr Spass mit einem leichten Dreh.

    Natürlich gab es ein zwei Scheiben, die bewusst als Vorführer ausgesucht den Effekt deutlich machen konnten.

    wenn es doch so viele Aufnahmen gibt, die im Tiefbassbereich aufnahmeseitig künstlich oder aus technischen Zwängen eingedampft sind, wäre es vielleicht hilfreich mal ein paar davon beim Namen zu nennen, so dass die daheimgebliebenen sich auch mal ein Bild davon machen können, wovon ihr redet.

    Bei der jetzt angesprochenen Häufigkeit könnte man ja mal so um die 10 Stück aufzählen. Zumindest die zwei Extrembeispiele. Werdet doch mal ein bisschen konkreter.

    Anfangs war ja nur die Rede von extralangen Aufnahmen, so häufig (3 von 4??) kommen die ja nicht vor.

    Dass ein beherzter Dreh am Bassregler grundsätzlich den Spaßfaktor erhöht ist, ist andererseits eigentlich ein alter Hut.


    Gruß


    Rainer

    ...Man konnte dann in Raum 303 seine persönlichen Fragen stellen und gleichzeitig das erworbene Wissen durch praktische Erfahrung/Anwendung an diversen Einstellschablonen (Dr. Feikert Protactor /Clearaudio SMART-Protractor und Wally's tool) vertiefen...

    ...Wally toleriert bei der Einstellung des Überhanges +- 0,1mm...

    ...Wally toleriert bei der Einstellung des Überhanges +- 0,1mm...

    ...ist denn zufällig jemand auf die Idee gekommen den Wally mal zu fragen was er von dem RigidFloat-Konzept hält?


    Gruß


    Rainer

    Messtechnisch nachgewiesen ist aber genau das Gegenteil.


    Laardegard "Audible effects of mechanical resonances in turntables (AES, 1977)

    ...nun der gute Lardegaard ging damals aber auch von zu dieser Zeit bevorzugten Auflagekräften und Compliencen von Tonabnehmern aus.


    Konkret heißt das von (Ultra-) Low-Mass-Tonarmen, Auflagekräften von 10mN und weichen Nadelaufhängungen als Standard.


    Die Ergebnisse oder das Fazit sind daher vermutlich auch nur speziell auf solche Kombinationen gültig.

    Zur Verdeutlichung wurden dann auch unrealistisch leichte Tonarmen mit Tonabnehmern mit unrealistischen Nadelnachgiebigkeiten kombiniert. Leider fehlen bei vielen Diagrammen auch wichtige Angaben zum Versuchsaufbau, wie z.B. mit welchen Pegeln angeregt wurde, welche Auflagerkräfte, Compliencewerte, etc.


    Aussagen zum jeweils resultierenden Klangbild gibt es übrigens keine...nur Messkurven, die klanglich auch nicht interpretiert werden (können)


    Diese ULM-Zeiten sind aber zum Glück vorbei. Dass man heute etwas kerniger fährt, hat schlicht und ergreifend einfach den Grund, dass sich das krispelige ULM-Konzept schlussendlich in der Praxis auch nicht durchsetzen konnte.


    (...oder ist deine bevorzugte Kombination heute immer noch ein ULM-Konzept?)


    Ich habe Grund zur Annahme, dass man mit heutigen Systemkombinationen auf andere Ergebnisse kommen würde.


    Auf die überraschend beträchtlichen Ausweichbewegungen des Tonarmes und deren Überlagerung mit den modulierten Rillen geht Herr Laardegaard übrigens gar nicht ein.


    Dabei geht es nicht um Abtastfähigkeiten oder Ausbildungen einzelner Resonanzspitzen. Hier geht es um Pegelverluste im Tieftonbereich dadurch, dass bei Auslenkung der Nadel der Tonarm einfach etwas zurückweicht und dadurch nicht der volle Pegel erreicht wird. In einer durch komplexe Musik chaotisch modulierten Rille kommt es mit dem leichteren Tonarmen grundsätzlich zu stärkeren ungewünschten, ebenfalls chaotischen Tonarm-Auslenkungen und somit zu relevanten Störpegeln. Aber ich denke, sich das vorstellen zu können überfordert den einen oder anderen.


    Der Thread driftet jetzt eh bereits zur "meine Kombi xx mit yy spielt aber trotzdem perfekt", insofern ist jede weitere Ausführung eh für die Katz...


    Gruß,


    Rainer

    in der Kurzfassung: je tiefer das Schwingsystem abgestimmt ist, um so besser ist die Tieftonwiedergabe, weil dann die Dämpfung der ungewollten Ausweichbewegungen des Tonarmes bereits bei tieferen Frequenzen beginnt.


    Siehe z.B. hier:

    Obwohl deutlich unter 8 Hz, klingt die Kombi herausragend gut, mit feinster Auflösung und tiefem Bass, dort, wo die Platte tiefe Frequenzen bietet.

    Man kann es selber mal ausprobieren und kurzzeitig die Kombi seines Vertrauens mit einem zusätzlichen Gewicht von z.B. 10gr auf der Headshell gegenhören. Auflagegewicht natürlich neu einstellen.


    Gruß,


    Rainer

    ...dann weiß man wo die Resonanzfrequenz liegt...

    ...und hat genau was davon?...


    ist es

    - die optimale Abtastfähigkeit?

    - die beste Basswiedergabe?

    - die beste Impulstreue?

    - den geringsten Rauschpegel?

    - den geringsten Nadelabrieb?

    - den geringsten Rillenverschleiß?

    - den ausgeglichensten Frequenzgang?

    - die geringste Skatingkraft?

    - die kleinsten Resonanzspitzen?

    - die beste Räumlichkeit?

    - die größte Schwärze?

    - die beste Stimmwiedergabe?

    - die geringste Zischeligkeit bei Sibillanten?

    - den höchsten Durchschnittspegel?

    - die aufgeräumteste Bühne?


    was passiert denn, wenn die Resonanzfrequenz unter 8Hz und was passiert, wenn die Resonanzfrequenz über 12 Hz rutscht? ...passt's dann nicht mehr?


    Eigentlich hatte ich seit langem gehofft, dass endlich jemand im Forum auftaucht, dem die technischen Hintergründe unseres Hobbys kein Geheimnis sind und leichtverständlich die Hintergründe dieses Resonanzphänomens deuten und erklären kann...


    Gruß,


    Rainer

    ...woher kennst du die exakte Tonarmmasse? ...Die Herstellerangaben sind immer mit Vorsicht zu genießen, bzw. wird die Tonarmmasse von denen nicht seriös berechnet. Die Tonarmmasse ist auch zudem noch abhängig von der Stellung des Gegengewichtes und somit wiederum von dem Gewicht der Headshell-Tonabnehmerkombination.


    Die dynamische Compliance setzt sich zudem aus zwei Komponeneten zusammen, erstens die Federkonstante, zweitens die Reibung des Dämpfungsgummis. Leider werden die Einzelgrößen selten angegeben. Das heißt, selbst wenn zwei gleichschwere Tonabnehmer den gleichen dynamischen Compliancewert haben, können diese aufgrund unterschiedlicher Einzelwerte auch deutlich unterschiedliche Resonanzfrequenzen aufweisen.


    Die Industrie hat den Resonanzwerten wesentlich weniger Aufmerksamkeit gewidmet, als hier im Forum immer verbreitet wird. Die angegebenen Tonarmmasse- und Complianceangaben sind nur grob ermittelte Richtwerte. Die Resonanzformel ist aber sehr einfach anzuwenden und ist genau aus diesem Grund bei Forumsmitglieder sehr beliebt. (Auffallend oft bei Forumsmitglieder, die ansonsten Messungen naserümpfend ablehnen und sich einem perfekten Goldohr rühmen.)

    Fragt man aber, was denn der ermittelte Resonanzwert für Konsequenzen für den Klang hat, gibt es auffallend wenig stimmige Antworten.


    Gruß,


    Rainer