Posts by Toni31

    So, ich habe jetzt den Frequenzgang des Übertragers mit und ohne sekundäre Masseverbindung vermessen.

    Mit ganz erstaunlichem Ergebnis.

    Die Messung ist nicht ganz einfach, da Masseschleifen (auch kapazitive) sofort das Messergebnis verfälschen. Daher habe ich ein batteriebetriebenes auf Sinus geeichtes Millivoltmeter verwendet. Ein ganz hervorragendes Gerät, das leider nicht mehr hergestellt wird.


    pasted-from-clipboard.png


    Die Frequenzgangmessung erfolgte bei ca. 0,75 Watt an 8 Ohm. Einfach deshalb, weil dann der Zeiger im 3 Volt Bereich auf 0 dB steht.


    Doch nun zu Ergebnissen, wenn der Übertrager sekundärseitig nicht mit Masse verbunden ist:


    Pegel bei 1 kHz: 0,0 dB

    Pegel bei 20 kHz: 0,0 dB

    Pegel bei 89 kHz: -3 dB


    Der Hammond Übertrager 1638SEA ist also weitaus besser als ich bisher angenommen habe.

    Auch zeigt sich mit dieser Messung, dass der doch recht aufwändige Treiber die 211 hervorragend befeuert. Für mich jedenfalls deutlich besser als die Standard-Treiber mit ihren Standard-Röhren.



    Toni

    was immer man nimmt, der Wert für welches Metall auch immer , es dehnt sich ewa doppelt so stark aus, wie Glas

    Sorry, aber diese Aussage ist einfach falsch!


    Nur ein Beispiel: Die Metall-Legierung Fernico II hat dieselben Ausdehnungskoeffizienten wie das Osram Glas 911b. Damit wurden nämlich Senderöhren produziert.


    Toni

    Aber das bezieht sich nicht auf Röhren, die vor ca. 60 - 70 Jahren hergestellt wurden. Die damals verwandten Glassorten sind mit den von Dir beschriebenen nicht vergleichbar.

    Obige Liste ist von 1960!

    Also 62 Jahre alt. Bereits 1922 gab es detallierte Informationen zu Glas-Metall Verbindungen und seit 1948 ist da nicht mehr allzuviel dazugekommen.

    Anbei auch mal eine Liste von 1955:


    pasted-from-clipboard.png


    Zur E88CC: Laut Datenbuch von Valvo gilt die garantierte Lebensdauer von 10000 Stunden für Betriebsstunden.

    Messe ich NOS Röhren aus der Zeit vor 1960, so kann ich keine Abnahme der Daten oder ein schlechtes Vakuum feststellen.

    Also weiterhin keine Panik: NOS Röhren werden noch jahrzehnte lang ohne Probleme funktionieren.


    Toni

    Das erste was auffällt, wenn man den Amp einschaltet: Man hört nichts, der Lautsprecher ist still, kein Brummen auch wenn man noch so nah an den Tieftöner geht.

    Mal erste Messungen, Klirrfaktor bei 2 Watt an 8 Ohm:

    pasted-from-clipboard.png


    Exakt so, wie es die Simulation auch zeigt. Man sieht keine Kompensation des Klirrfaktors durch eine Treiberröhre - 211 pur.

    Die im Spektrum sichtbaren Nadeln < 1kHz sind durch den Messaufbau bedingt. Die Störprodukte nah am 1kHz Signal müssen noch genauer untersucht werden, ein Abstand von ca. 100dB reicht mir nicht.


    Frequenzgang bei 1 Watt an 8 Ohm mit sekundärseitiger Masse des Übertragers:

    pasted-from-clipboard.png


    Könnte man kompensieren, doch wozu?



    Toni

    Sie müssen es sein, sonst verstieße das gegen mech. physikalische Regeln. Die Lebensdauer solcher Röhren, wenn sie dann wieder im Betrieb Temperaturwechseln ausgesetzt sind, ist äußerst begrenzt.

    Das muss jetzt mal richtig gestellt werden.

    Für jedes Metall und jede Legierung gibt es entsprechende Glassorten, die den Ausdehnungkoeffizienten der Metalle und deren Legierungen angepasst sind. Anbei mal ein Teil einer Liste von verwendeten Glassorten für Röhren:

    pasted-from-clipboard.png

    Für Röhren werden meist unterschiedliche Metall-Legierungen für die Anschlüsse verwendet. Entsprechend der dann bei der Röhre üblich auftretenden Temperaturen wird die entsprechende Glassorte für den Glas-Pressteller verwendet.

    Also keine Panik: NOS Röhren werden noch jahrzehnte lang ohne Probleme funktionieren.


    Toni

    Wer baut denn heute Röhren in der Qualität einer ECC803s, E283CC etc. ?

    JJ Electronic in der Slowakei!

    Dort wird unter der Bezeichnung ECC83S Gold die ehemalige TFK ECC803S produziert. Und zwar auf denselben Maschinen die Telefunken dafür verwendet hat. TFK hatte diese Maschinen an Tesla verkauft, später gingen sie dann an JJ.

    Die JJ ECC83S ist eine Spanngitter-Röhre und hat hervorragende Eigenschaften. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zur TFK ECC803S: Die Toleranzen sind bei der JJ Röhre deutlich höher. Das bedeutet, dass man einige Röhren vermessen muss um ein Paar zu bekommen. Aber bei einem Preis von ca. 25€ ist das immer noch preiswerter als sich Original NOS ECC803S zu beschaffen.

    Wünschenswert wäre eine noch bessere Selektion bei JJ, wie sie sicher auch bei TFK stattgefunden hat. Es wäre mal interessant zu erfahren, wie viele produzierte ECC803S bei TFK die Daten nicht gehalten haben und wohl in der Tonne verschwanden bzw. als anders gestempelte Röhren in den Umlauf gingen. Es gibt ja genug E83CC von Herstellern wie z.B. Siemens, die nichts anderes waren als von TFK produzierte ECC803S.


    Zu Hörtest von Röhren:

    Neue Röhren haben Abweichungen von den Datenblatt Werten um bis zu +/- 30% und das ist ganz normal. Röhren sind zudem Verschleissteile, sie altern also und das macht sich in einer Veränderung der Kennlinien bemerkbar. Und die Kennlinien einer Röhre sind entscheidend für deren Klang. Hinzu kommt noch der Arbeitspunkt, also der Punkt auf der Röhren-Kennlinie in dem sie betrieben wird.

    Ein Röhren Hörtest macht daher nur dann Sinn, wenn die Kennlinen der Röhren und zusätzlich die Arbeitspunkte auf der Kennlinie übereinstimmen. Wer schon mal Röhren vermessen hat, der weiß, dass das nicht erfüllbare Forderungen sind.

    In meinen Augen kann man solche Hörtest machen; übertragbar auf andere Röhren, Verstärker oder Anlagen sind die Ergebnisse jedoch definitiv nicht.



    Toni

    Danke, es zeichnet sich was ab. Die Platine ist jedenfalls universal für alle Versionen der Kathodenbeschaltung ausgelegt. In der Reihenfolge der Versionen führt bis jetzt die Version D. Die wird dann natürlich auch als erste aufgebaut.

    Die Platinen für das 1KV SNT sind bereits in Leipzig. Damit sind dann alle Platinen vorhanden. Mal sehen, wann die eintreffen.



    Toni

    Nochmal hoch.


    Version E scheint mir die beste Version zu sein. Die zwei Widerstände in der Kathodenzuleitung dienen zur Symmetrierung, damit der Übertrager für die Wechselspannung keinen DC Offset bekommt. Werden natürlich ausgemessen und werden sicherlich leicht unterschiedlich sein.



    Toni

    Warum Bypass oder wie man es auch nennt: Kondensatoren parallel schalten?


    Das Parallelschalten von Kondensatoren ist gang und gäbe im HF Bereich und hat sich aus welchen Gründen auch immer im NF Bereich ebenfalls "festgesetzt".

    Was ist der technische Hintergrund dazu? Ein Kondensator ist theoretisch ein Bauteil, das zu höheren Frequenzen einen immer kleineren Widerstand dem Strom entgegensetzt. In der Realität sieht die Sache allerdings etwas anders aus, da z.B. Folien-Kondensatoren aus aufgewickelten metalisierten Folien bestehen und daher nicht nur ein kapazitives Verhalten zeigen, sondern ab einer bestimmten Frequenz auch ein induktives Verhalten aufweisen. Und eine Induktivität zeigt genau das Gegenteil eines Kondensators: zu höheren Fequenzen hat eine Induktivität (Spule) einen immer größeren Widerstand - theoretisch jedenfalls.

    Folgendes Diagramm zeigt z.B. das Verhalten von Film-Kondensatoren sehr anschaulich:

    pasted-from-clipboard.png


    Ab einer Frequenz von ca. 580 kHz hat bei diesen Kondensator-Typen z.B. ein 4,7 uF Film-Kondensator kein kapazitives Verhalten mehr, sondern ein induktives Verhalten - der Widerstand des Kondensators wird ab dieser Frequenz also nicht mehr kleiner, sondern er steigt wieder. Das ist natürlich definitiv nicht erwünscht.

    Aus dem Diagramm erkennt man auch: je größer die Kapazität, desto früher die Frequenz, ab der der Kondensator ins induktive Verhalten dreht.

    Schaltet man jetzt Kondensatoren parallel, das ist ja der hier diskutierte Bypass, dann muss man die Kurven der entsprechenden Kondensatoren addieren. Man erreicht dadurch eine Verschiebung der "Spitze nach unten" nach rechts, also zu höheren Frequenzen hin.

    Elkos, besonders sehr preisgünstige zeigen, wenn man sie in obiges Diagramm einzeichnen würde, deutlich früher eine Spitze nach unten bzw. damit die Umkehr in das induktive Verhalten. Daher ist es manchmal sinnvoll bei diesen Bauteilen einen Kondensator parallel zu schalten.

    Wer jetzt glaubt, beliebig viele Kondensatoren parallel zu schalten sei die Ultima Ratio für alle Probleme, der sei daran erinnert, dass Kondensatoren in beide Richtungen wirken. In einer Frequenzweiche eines LS bewirkt ein sehr guter Kondensator auch, dass die Spannungen, die ein Lautsprecher durch Ausschwingprozesse erzeugt, "besser" an den Verstärker zurück gelangen; eine "Bremsung", die von dem Entwickler des LS vielleicht ganz bewusst unerwünscht war.

    Auch bei elektronischen Schaltungen muss man höllisch aufpassen sich nicht durch hervorragende Kondensatoren den "Schmutz" auf den Masseverbindungen auf das Nutzsignal einzukoppeln.

    Naives Rumprobieren führt jedenfalls kaum zum Ziel. Man muss sich schon sicher sein, was man da macht.


    Toni

    Die Kathode einer direkt geheizten Triode kann ja unterschiedlich beschaltet werden. Mal angenommen AC-Heizung ist gesetzt, welche Beschaltung (A - F) ist dann warum vorzuziehen?

    Eine eventuell notwendige Symmentrierung habe ich jetzt mal aussen vorgelassen. Mir kommt es mehr auf das Prinzip an. Vielleicht gibt es aber auch noch andere Varianten?


    pasted-from-clipboard.png

    Toni

    Die China Platinen für das 1KV Schaltnetzteil sind fertig und auf dem Weg nach Deutschland.


    Jetzt nochmal meine Frage zu dem Kathodenwiderstand der 211:

    Welche Erfahrungen gibt es hierzu, wenn die 211 mit Fixed Bias und nicht überbrücktem Kathodenwiderstand betrieben wird?

    Welchen Wert sollte / darf der Widerstand haben, (es ist ja damit immer auch eine Gegenkopplung verbunden)?

    Ist es sinnvoll hier einen Sicherheits-Widerstand vorzusehen (brennt beim Durchgehen der 211 durch)?



    Toni

    Sollen hier Kondensatoren von grösserem Wert mit physikalisch unwirksamen Werten aufgepeppelt werden

    Bypass ist ein gängiges Verfahren in der Schaltungstechnik. Wie wohl jedem klar sein dürfte, können reale Bauteil nicht den gesamten Frequenzbereich mit allen Anforderungen gleichgut abdecken. Daher werden mehrere unterschiedliche Bauteile entweder parallel bzw. in Reihe geschaltet. Wenn das eine Bauteil auf Grund seiner Eigenschaften nicht mehr in der Lage ist die geforderten Funktionen zu erfüllen, dann wird dies durch das Bypass Bauteil übernommen bzw. ergänzt.

    Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass ein Funkamateur das nicht versteht.



    Toni