Posts by Calvin

    Hi,


    was Du in #106 und am Ende von #117 beschreibst kann ich gut nachvollziehen.

    Wenn Du einen Sänger im Brustkorb spürst, weil der LS eben diese Energie erzeugen kann, wenn bei DireStraits Love over Gold die Dobro knallt als führe ein Blitz durch Butter, statt ein müdes Peng dahin zu hifinieren, wenn bei Gossips Heavy Cross zehn Pferde Deinen Fuß nicht am Mitwippen hindern können, dann macht das einiges an Faszination aus ;)

    Ich kenne mit einer Ausnahme keine Flächen, die mir das bieten können.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    so wie es aussieht sind dort solche XLR-Buchsen verbaut, bei denen das Gehäuse unmittelbar mit Pin1 verbunden ist.

    Der Rat von #3 ließe sich damit gar nicht umsetzen.

    Pin1 auf signal-gnd des Cinch aufzulegen würde zudem dem positiven Gedanken der galvanischen Trennung zuwider laufen.

    Lasst dem Pin1 seine Aufgabe - Kontaktierung der Schirmung, dann passt das schon.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    lös mal die gnd-Anschlüsse der beiden Cinch von der Verbindung nach PE und untereinander.

    In Deiner Vorstufe ist der Signal-gnd auf PE aufgelegt. Also hast Du über die Cinch-gnd und die beiden PEs dann eine schöne meterlange Schleife.

    Die gnd-Anschlüsse der Cinchbuchsen dürfen selbstverständlich auch nicht das Gehäuse kontaktieren, sondern müssen isoliert eingebaut sein.


    jauu

    Calvin

    als Antwort ein klares Jain ;)

    Es gibt Elektrostaten, welche kleine Ewigkeiten ohne Pobleme durchhalten und solche, die eben nicht ewig halten.

    Es gibt aber bei jedem LS Alterungserscheinungen, zerbröselnde oder verhärtende Sicken, austrocknendes Ferrofluid, etc. etc.

    Ich habe z.B noch alte Panele in der Garage stehen (Feuchte und Temperaturen ausgesetzt) die ich alle paar Jahre hervorhol, abstaub und in Betrieb nehm. Hat bisher immer geklappt ... aber so langsam löst sich der MDF-Rahmen auf X/ Panele und Elektronik sind immer noch frisch.

    Und wie bei dynamischen LS gibt es auch immer jemanden, der die Dinger revidieren und aufarbeiten könnte (als Ausnahme vielleicht die Final ESL mit "Inverter-Technologie" ... die sind praktisch unmöglich originalgetreu zu revidieren)


    jauu

    Calvin

    Hi,


    noch anzumerken wäre vielleicht, daß durch tempern im geeigneten Temperaturbereich alle PET Filme mehr oder minder stark (ca. 0-2%) schrumpfen (und durch den Herstellungsprozess bedingt ungleich in transversaler bzw. longitudinaler Richtun).

    Zum einen wird dies gerne bei Vollbereichlern genutzt um die mechanische Membranspannung (Grundresonanz) definiert und gleichmäßig einzustellen und zum anderen die Folie in ihren Eigenschaften vorzualtern.

    Für gebogene Statoren von ESL ist dafür eine Variante mit besonderen Eigenschaften nötig, sonst kann nur mechanisch gespannt werden.

    Das ist z.B. bei MLs der Fall, weswegen die auch gut ein halbes Jahr Einspielzeit brauchen bis sich die Membranen auf ihre Arbeitspunkte eingespielt haben.

    Frisch aus der Packung spielen sie daher unter Wert.

    Gesputterte oder ITO (Indium-Zinn-Oxid) beschichtete Membranen gibt es nur ab 12µm Stärke ..... woduch massebedingt ein Amplitudenabfall ab ~10kHz einsetzt (aber selbst gute Kalotten schneiden dagegen noch deutlich schlechter ab).

    Erst ab 6µm und dünner scheidet die Masse als Einflussfaktor im Audio-Bereich völlig aus.

    Nahezu jedes Kunststoffmaterial ist für UV-Licht anfällig.

    Bei meinen lichtoffenen Staten hab ich aber in mittlerweile fast 30Jahren noch nie Probleme oder gar Ausfälle durch UV feststellen können.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    ein Hybrid kann einen Vollbereichler in den Punkten tonale Ausgewogenheit, Präzision, Effizienz und vor allem Dynamik hinter sich lassen, ohne die Homogenität zu opfern.

    Allerdings sind die wenigsten Hybride entsprechend ausgelegt, weil die konsequente Lösung des Anbindungsproblems Bass-Folie einen konstruktiven Mehraufwand fordert, der allenfalls bei den oberen Klassen Budget-mäßig vertretbar ist.

    Bei den ´einfacheren´ Versionen ist immer mehr oder weniger mit dem Anbindungsproblem zu leben --> also anhören.

    Leider hat ML da eine lange Tradition an weniger gelungenen Hybriden, sodaß sie einen nicht unerheblichen Anteil am eher schlechten Ruf der Hybride haben.


    jauuu

    Calvin

    Hi,


    Quote

    #46 Es sollten hinter Flächenstrahler möglichst keine Regale oder sonstige Möbel stehen. Sie brechen sonst den rückwärtig abgestrahlten Schallanteil. Dies kann zu einem diffusen Raumeindruck führen

    So ausgedrückt halte ich das für mißverständlich.

    Wie in #11 ausgeführt soll der rückwärtige Schallanteil diffus gestreut werden.

    Das geht durchaus auch mit Regalen und sonstigen Möbeln, solange sie wenige glatte, direkt reflektierende Oberflächen aufweisen. Plattenregale ungleichmäßig befüllt und Abstand von Einsfuffzich hören sich jedenfalls nicht schlecht an.

    Wichtig ist der in #11 aufgeführte Punkt akustische Symmetrie, der nach meiner Erfahrung in realen Raumsituationen sich oft nicht oder nur schwer verwirklichen läßt.

    Bezüglich Flächengröße stimme ich Tuner zu. Eher ein etwas kleineres Segel als ein zu großes.

    Mit der Größe wächst der Abstand ab dem sich ein Bühneneindruck bildet.


    Quote

    #49 Ganz kurz wegen der reflektierenden Rückwand...das ist bei der ESL57 nicht der Fall, diese strahlt nicht nach hinten ab, sie hat auf der Rückseite Dämmaterial.

    Es ist doch der Fall. ;)

    Die 57 hat zwar eine Lage Dämmstoff auf der Rückseite, diese ist jedoch nur sehr dünn ausgeführt und dämpft den Pegel nur schwach. Selbst dcke Schichten würden die Abstrahlung nach hinten nicht unterbinden .... das könnte nur eine stabile Gehäusewand.

    Das war auch nie der Sinn dieser Dämmmatte. Sie dient dazu dien zu starken Bass-Resonanzpeak auf den gewünschten Wert (1,57 f.i.r.e) abzusenken.


    An der ESL63 -und Nachfolgern- scheiden sich die Geister,

    Die einen sind begeistert, andere -zu denen ich mich auch zähle- können ihr wenig abgewinnen.

    Wenn Du einen offenen frischen und dynamischen Klang magst, dürfte sie Deinen Geschmack nicht treffen.

    Dem zugrunde liegenden Konzept der schmalen Membranringe, angesteuert über eine Stromquelle ist Langweile, resp. geringe Dynamik quaasi inhärent.

    Die 57 sind elektronisch und mechansch ein anderer Stiefel


    jauu

    Calvin

    Hi,


    "Des weiteren, ist das Signal um 6 dB lauter, sprich ich muss weniger verstärken und habe somit noch weniger Verzerrungen."


    Das stimmmt so nicht.

    Wie Knuffi korrekt anmerkte ändert sich der Pegel der Quelle -hier ein MC-Abnehmer- durch die Anschlußart nicht.

    Die beiden Eingänge allerdings sehen jeder 6dB geringeren Pegel, also halbes Signal.

    Selbst am Ausgang der Verstärkerstufe muß kein doppelter Signalpegel anliegen, wenn z.B. mit einem 1:1 Übertrager ausgekoppelt wird.

    Bei den meisten Halbleiterschaltungen wird jedoch mit +6dB, entspreched einem Pegel von 0dB für den nichtinvertierenden und den invertierenden Ausgang gearbeitet.

    Letztlich aber ist der Entwicker recht frei in der Wahl der Verstärkungsfaktoren.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    "nur woher kommen dann die unterschiedlichen Auswirkungen der Anschlusskabel bei MC-Systemen?"

    Meine ketzerische Antwort lautet: "Von der grauen Masse zwischen den Ohren" ;)


    jauu

    Calvin


    ps. der Wellenwiderstand eines Kabels ist für unsere Anwendungen ein vollkommen irrelevanter Parameter.

    Hi,


    für Phono-MC ist eine möglichst niedrige Kabelkapazität gar nicht wichtig, da in der Regel erst Kapazitäten deutlich über 1nF einen nennenswerten Einfluß (und das auch zumeist nur im Ultraschallbereich) zeigen ..... im Gegensatz zu MM-Systemen, wo schon geringe Kapazitäten im pF-Bereich den HT-Bereich beeinflußen.


    jauu

    Calvin


    ps. am Albedo stört allenfalls, daß es der ´Audio´-Linie von Sommer entspringt und sie somit das 2-3fache von ansonsten baugleichen ´Studio´ Kabeln veranschlagen.

    Hi,


    Quote


    Diffusor hinter Dipol? Ist das wirklich richtig? Der rückwärtige Schall ist doch Bestandteil des Dipolkonzeptes?

    Ja, ist genau richtig!

    Beim Dipol ist zu vermeiden, daß reflektierte Schallanteile direkt zurück geworfen werden.

    Bei den akustisch völlig transparenten Elektrostaten ist das sogar ein echter Klangkiller.

    Der rückwärtige Schallanteil sollte möglichst díffus und ausreichender Verzögerung am Hörplatz eintreffen.

    Wie auf dem Bild mit Diffusor und Ficus diffusoris ist das schon ok.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    ungern tu ichs, aber in einigen Punkten muß ich dem Captain in Teilen klar widersprechen.

    "Powerbässe sind nicht so ihre Stärke, ... Bässe sind sehr wohl da, aber eher schlank. Dafür wieder schnell und knackig."

    Man muss hier klar zwischen Tiefbass und Kickbass unterscheiden. Der Dipol kann -egal ob als Fläche oder dynamischer LS- einen schnellen knackigen Kickbass liefern. Der Tiefbass jedoch ist durch die geringe Dämpfung der straff eingespannten Membranfolien und daraus resultierenden starken Überhöhung (Q-Faktoren >2 durchaus üblich) generell ein eher weicher One-Note-Bass.

    Der ak. Ks führt durch seine Pegel senkende Wirkung meist zu einem verschlankten Oberbass/Grundtonbereich, aber auch dazu, daß die Überhöhung im Tiefbass akustisch nicht zu dominant wird. Dipolbässe mit dynamischen LS verhalten sich dagegen im Tiefbass deutlich sauberer aufgrund der inhärenten Dämpfung der Treiber (Q typ. <<1).


    "Die Musik scheint wie durch ein Vergrößerungsglas oder akustischen "Feldstecher". Irgendwie alles "Großbildwand"

    Das ist ein grundsätzliches Problem falscher Aufstellung.

    Richtig positioniert und mit dem richtigen Mischungsverhältnis der Reflexionen ist da keine ´nur Großbildleinwand´.

    Mit dem zusätzlichen Freiheitsgrad der gezielten Steuerung der Reflexionen lassen sich ein völlig glaubwürdiges ´Größenverhältnis´ und realistische Bühne sehr fein einstellen.

    Der Captain hat jedoch oftmals recht, weil es selten gute Vorführungen von ESL/Flächenstrahlern auf Messen und bei Händlern gibt und dieses gezoomte Klangbild in der Mehrheit der Vorführungen eben auftaucht.


    "Durch die meist offene Bauweise gibt es Probleme mit dem Raum"

    Das ist kein solitäres Problem von Flächenstrahlern/Dipolen.

    Der LS und die Aufstellung müssen grundsätzlich zum Raum passen.

    Wie Saher bereits anmerkte muss man Flächen stellen können.

    Mal abgesehen von den Quads sind die Mehrzahl der Dipol-Flächenstrahler eher hoch gebaut.

    Sie weisen eine Abstrahlcharakteristik auf die gut zu länglichen Räumen passt, die dann sogar spärlichst bedämpft sein dürfen!

    Ihre zumeist starke Bündelung -gerade auch in vertikaler Richtung- sorgt für einen hohen Direktschallanteil, sehr gute Fokussierung und hohes Auflösungsvermögen, wenn -und das ist ein dickes wenn- der rückwärtige reflektierte Schall Anteil drei Bedingungen erfüllt:

    - gute Streuung, hohe Diffusion. Direkte, durch die Membran zurück kommende Reflexionen sind unbedingt zu vermeiden. Diffusoren, oder auch nur ein Päärchen Ficus hinter dem Strahler reichen durchaus schon.

    - ausreichende Verzögerung. Hier hilft nur ein genügend großer Abstand zu reflektierenden Flächen... ab ~1m ist man aber meist schon auf der sicheren Seite.

    - Symmetrie ..... reflexionsmäßig ist eine gute Symmetrie hinter den Strahlern nötig .... falls es der Raum nicht hergibt sind die bereits erwähnten Fici eine durchaus WAF taugliche Lösung.

    In langen Räumen spielt so ein hoch bauender Dipol seine Vorteile aus.

    Die Schallverteilung über die Entfernung ist gleichmäßiger.

    Das Klangbild bleibt durch den hohen Direktanteil (Bündelung) gerade in stark halligen Räumen klarer und durchhörbarer, während breit strahlende Boxen unter solchen Bedingungen nur noch mumpfen.


    "...daher sollte der Hörabstand nicht zu nah sein"

    Sitz man nah am Strahler verliert das Klangbild die Bühne/den Raumeindruck ... es entsteht dann der Eindruck vor einem übergroßen Kopfhörer zu sitzen .... hat auch seine Faszination ;)

    Allerdings wird der ak. KS dadurch etwas ausgeblendet und dann kann der Tiefbass auffällig werden.


    "Der Wirkungsgrad ist meist auch nicht so hoch und brauchen Verstärkerleistung, am besten BiAmping mit aktiver Weiche"

    Das trifft für Vollbereichler zu. Wird jedoch hybrid gearbeitet, also mit dynamischer Bassunterstützung dann sind 20-50 stabile Watt völlig ausreichend - wobei auch die ´olle Quad´ für einen 15W Verstärker ausgelegt war.


    "Beides sollte viel Bandbreite haben wie ermöglichen. Bei Röhren empfehle ich eher Hybridbauweise ohne Übertrager, sonst schnelle "Kristalle"

    Messtechnisch hohe Bandbreite ist zumindest bei ESL nicht nötig oder klangverbessernd (bezüglich Magnetostaten kann ich dazu nichts sagen)

    Wichtig ist eine hohe Stabilität in komplexe Lasten. Die Krux bei der Mehrzahl der Verstärker liegt in der Verwendung globaler Gegenkopplung und deren für solche Lasten oft nicht ausreichenden Auslegung. Gerade die Übertragerkopplung ist für ESL durchaus positiv .... und eine messtechnisch eher pupsige SE Triode ohne Gegenkopplung kann genau der richtige Verstärker dafür sein.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    bei wie hier dauerbelasteten Widerständen würde ich maximal 50% der spezifizierten Nennleistung fahren, also zusehen, daß unter 1W Verlustleistung anfällt.

    Horizontale Montage, Platinennähe und kurze Distanz zu anderen Hitzequellen bedeuten erhöhte Aufheizung des Bauteils.

    Zu beachten ist auch, daß i.d.R. die Belastbarkeit eines Bauteils ab 50°-70°C deutlich abnimmt.

    Ein auf halber Nennleistung dauerbetriebener Widerstand erreicht durchaus schon jenen kritischen Temperaturbereich.


    jauu

    Calvin

    Hi,


    an stbeer´s Text gibt es nicht auszusetzen.

    Jedoch Kapazitäten, auch zusätzliche bedämpfen gar nichts.

    Im Fall der Tonabnehmer-Abstimmung vergrößern sie sogar die Resonanzschärfe.

    Dämpfung ist allein den Widerständen zuzuschreiben.


    jauu

    Calvin