Posts by Mike Thomas

    Hallo Ronald,


    Die Endstufen sind OK. Mit neudeutsch Gainmanagement muss man sie auf minimale Nebengeräusche trimmen. Die Lüfter sollte man gegen leisere tauschen. Dann sind sie wirklich gut. Das Preisleistungsverhältnis ist natürlich unschlagbar.


    Zu den DSP: Ich hatte Behringer, Najda, zwei mal DBX, dann Xilica. Die Najda war sehr gut. Rechenpower ein bisschen knapp, hat aber gereicht. Da mochte ich auf Dauer die Cinch-Buchsen nicht. Mit den verwendeten Endstufen war es schwer die Kette ruhig zu bekommen. Die DBX waren ebenfalls gut. Wenn ich nicht 8 Kanäle bräuchte hätte ich die 2. DBX (Venue 360) noch. Die Xilica ist noch ein Tick ruhiger.


    Viele Grüße

    Mike

    Hallo Ronald,


    Ich will versuchen das plausibel zu erklären ohne einen Roman zu schreiben. Es wird trotzdem lang. Die Gründe sind eigentlich einfach aber vielfältig.


    Der wichtigste Punkt: Ich war in meiner langen Zeit des Musikhörens nie auf ein Genre festgelegt. Ich möchte möglichst vielfältig Musik hören - sozusagen von A -Z. Irgendwann habe ich bei meiner Anlage gemerkt, dass ich nur noch bestimmte Platten hörte und andere, die ich immer gerne hörte links liegen ließ. Die Anlage selektierte für mich.


    Auch mit meinen passiven Hornlautsprechern mit „passender“ Elektronik, habe ich gegengesteuert und sie in Richtung „Neutral(er)“ getrimmt. Trotzdem war die Musikauswahl eingeschränkt. Man erklärt sich das mit „schlechten Aufnahmen“. Die Tontechniker sind ja solche Stümper und schlechte Menschen.


    Seltsam, dass ich heute schlechte Aufnahmen in meinem Fundus, oder Playlisten mit der Lupe suchen muss. Die Aufnahmen sind natürlich nicht alle gleich. Die Unterschiede bei Prioritäten der Instrumente / Stimme(n) sind klar rauszuhören. Es gibt Dinge die mir weniger als andere gefallen. Aber selbst wenn ich die Anlage einfach vor sich hin dudeln lasse und keine bestimmten Stücke auswähle, sozusagen Radio höre, finde ich die Ergebnisse faszinierend und akzeptiere die Unterschiede eher als gewollte Interpretation. Das ist mir wichtig und das habe ich irgendwann bei der alten Herangehensweise vermisst.


    Weiter habe ich irgendwann gemerkt, dass ich Nebengeräusche immer weniger toleriert habe. Meine jetzige Anlage ist am Hörplatz im Leerlauf komplett still. Am Horn hört man ein ganz leichtes Rauschen. Etwas Anderes kommt für mich nicht mehr in Frage.


    Die passive Horngeschichte hat häufig bei Stimmen ab mittleren Pegeln angefangen zu pressen und rau zu werden. Das habe ich mir lange Zeit schöngeredet, dabei hat das simple technische Gründe.


    Meine gesamte Elektronik kostet so viel wie ein Röhrensatz meiner Shindo 300B. Ich hatte ein Vermögen an Reserveröhren im Schrank liegen. Irgendwann ging mir das auf die Nerven.


    Es gibt noch mehr Gründe die zu dem Schritt geführt haben. Die wichtigsten habe ich versucht aufzulisten.


    Viele Grüße

    Mike

    Noch ein kleiner Kommentar.

    Volker schreibt von mindestens 50 qm die notwendig seien um solch eine Anlage aufzubauen. Mit meinen gestreckten Hälsen ist ein großer Raum sicher nicht falsch. Ich habe etwas mehr als 40 qm. Der Entwickler der Hörner (Susumu Sato) hat eine solche Anlage in einem (Japan-typisch) relativ kleinen Raum installiert (21,6 qm). Zur Not muss man in die Höhe bauen ;).


    Hörraum Susumo Sato


    Ob das nach meinen heutigen Ansprüchen gut klingt kann ich zwar nicht vollständig beurteilen, aber die Lignolab Installation November 2010 in Krefeld, in einem normalen kleinen Hotelzimmer hatte mich angefixt. Danach wollte ich unbedingt große Hörner haben.


    Ein größerer Raum mit größerem Hörabstand ist besser, aber aktiv mit Entzerrungsmöglichkeiten (analog, oder digital spielt erst mal keine Rolle) bekommt man viel ans "Rennen".


    Viele Grüße

    Mike

    Und der Aufwand kann riesig sein / werden.

    Solche Dauerbaustellen können ganz schön teuer werden.

    Je nach Anspruch und Möglichkeiten solche Hörner zu bauen / beschaffen, kann der Aufwand natürlich beträchtlich sein - muss aber nicht zwingend. Ich hatte jedenfalls schon teurere Anlagen. Der Platzbedarf ist allerdings immens. Hat man es mal halbwegs konsequent umgesetzt ist es eben keine Baustelle mehr - schon gar keine Dauerbaustelle.


    Viele Grüße

    Mike

    Hallo Konrad,


    Das eine hat mit dem Anderen nur bedingt etwas zu tun. Wenn es mir ausschließlich um die Musik geht, kann ich auch mit dem sprichwörtlichen Kofferradio, oder Bose Brikett zufrieden Musik hören. Habe ich den Anspruch die Musik möglichst ganzheitlich zu erfahren sollte / muss es schon eine etwas aufwändige Wiedergabe-"Maschine" sein. Und das ist der Punkt. Es ist eine Maschine, ein technisches Hilfsmittel - von vorne (Platte / Tonabnehmer - Daten / DAC) bis hinten (Lautsprecher / Kopfhörer). Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.


    Grüße

    Mike

    OK, Bionor Installationen gibt es ein paar in Deutschland. Damit hatte ich geliebäugelt als ich die Euronor gehört hatte. Die Bionor hätte ich mit Kompromissen aufstellen können. Ehrlich gesagt hatten mich letztlich die Bionore die ich hörte nicht restlos überzeugt. Die Euronor Junior ist noch mal eine andere Welt. Danach bin ich den (schon gestarteten) Weg mit Sato-Hörnern konsequent gegangen und bin glücklich und zufrieden damit.


    Viele Grüße

    Mike

    versteht auch viel von klassischer Musik. (Was ich persönlich für wichtig halte)

    Hallo Jo,


    Das ist sicher nicht falsch. Aber Musikwiedergabe ist erst mal ein technischer Vorgang. Wissen über Musik hilft da nur bedingt. Wir können uns vielleicht darauf einigen, dass es wichtig ist das Original (den Klang von Stimme und Instrumenten) möglichst oft zu hören. Auch wenn das Live-Erlebnis nicht Maßstab für eine Anlage sein kann.


    Viele Grüße

    Mike

    Hallo Balázs,


    Grundsätzlich gebe ich dir recht.


    Die Installationen die ich in dieser Hinsicht bisher gehört habe (das waren mehr als eine Handvoll) arbeiteten praktisch alle leider mehr oder weniger „selektiv“. Wenige Stücke waren herausragend. Viele wurden durchschnittlich wiedergegeben und etliches war zum Weglaufen. Von 100 Alben war wenigstens die Hälfte nicht anhörbar. Bei manchen Anlagen sogar noch wesentlich mehr. Das wurde immer mit „schlechten Aufnahmen“ begründet. Man beschränkt sich dann (unbewusst) mehr und mehr auf die Musik die gut klingt. Gerade kritische Stimmen (und darum geht es ja hier) sind über eine Schneckenhornanlage, die die technischen Gegebenheiten nicht berücksichtigt furchtbar.


    Eine einzige in jeder Hinsicht überzeugende passive Großhorninstallation habe ich bisher gehört. Die ist sogar nur zweiwegig. Aber wer hat schon die Möglichkeit zwei Klangfilm Euronor Junior in sehr gutem Zustand zu kaufen und dann auch noch zu stellen. Das ist aber auch kein Schneckenhorn!


    Viele Grüße

    Mike

    Hallo,


    Breitbänder in Hörnern sind ja nur "Basshörner". Für tatsächliche Basshörner aber viel zu kurz - in der Expofunktion abgeschnitten. Das erzeugt diverse Probleme. Ich habe von Lowther das "große Besteck" gehabt (Audiovector mit PM4 und PM2).


    Wenn man wissen möchte ob der verwendete Lautsprecher einigermaßen funktioniert (und so schließt sich der Kreis zum Thema) oder verfärbt sollte man mal auf Mono schalten und nur einen Lautsprecher betreiben. Nach dem ich das zu Lowther-Zeiten gemacht habe wollte ich den Audiovector nur noch loswerden.


    Die Abbildung des Raums und die "Bühne" lenkt so stark von der Tonalität ab, dass man den letzten Mist akzeptiert.


    So richtig Krach läßt sich mit einem Mehrweglautsprecher auch besser machen als mit einen BB im "Horn".


    Viele Grüße

    Mike

    Heutzutage kann man mit Aktivtechnik und modernerer Treiber und entsprechenden Hörnern diese Probleme umgehen.

    Ist das so?

    Die Grundproblematik bleibt ja bestehen. Steile Filter mildern das Problem, aber beseitigen es leider nicht. Sinnvolle, gute Hörner sind leider groß. Nebenbei bemerkt das Basshorn belastet den Treiber im Tiefbass auch nicht mehr. Daher geht das Teil auch nicht wirklich tief.


    Avantgarde Hörner habe ich auch schon mehrfach gehört...


    Viele Grüße

    Mike

    Gut? Eher selten ….

    Wie gesagt - anhören...

    Gute Studiomonitore, besonders die mit den großen Mitteltonkallotten sind schon eine "Bank". Vor vielen Jahren habe ich mal ATC Monitore gehört. Das war überzeugend und hat Eindruck hinterlassen.


    Ich bin halt den Weg mit großen Mitteltonhörnern gegangen - seit Anfang 2010. Man kommt mit einer aktiven Ansteuerung sehr weit. Die guten Systeme die ich kenne erreichen eine unglaubliche Authentizität - gerade bei Stimme. Wenn man es vernünftig macht ist der Lautsprecher trotzdem extrem homogen und unauffällig. Will man es krachen lassen, ist das mit dem Hornsystem sicher leichter möglich als mit anderen Lösungen. Auch wenn weit mehr als 110 dB unverzerrter Pegel möglich ist, ist das selbstverständlich nicht meine Priorität. Im Gegenteil, gewöhnlich höre ich recht leise.


    Viele Grüße

    Mike