Posts by Henning

    Es ist aber schon merkwürdig, dass der Unterschied zwischen getippt und nackt bei anderen Tonabnehmerserien von Ortofon (2M, Quintet, ...) meist etwa 100€ beträgt.

    Auch ist zu dem Straßenpreis des #1S (500€) bei anderen Serien schon fast ein nackter Stein mit Shibata- oder Fine-Line-Schliff zu bekommen...

    Ein Freund hatte in den 90ern einen Klarinetten- und Saxophonlehrer aus dem ehemaligen Ostblock, der auf Bemerkungen wie „mein Blatt ist nicht in Ordnung“ gerne antwortete: „Ich weiß nicht, was Ihr alle habt mit gutem oder schlechtem Blatt. Wir hatten nicht Geld um Blatt zu kaufen, haben Maiskolben genommen...“ Der Mann konnte auf jedem Material spielen.

    Die Blätter, die man in den 80ern hier aus der Tschechoslowakai kaufen konnte, waren in der Tat nicht mit denen aus Deutschland (Steuer) oder Frankreich (Vandoren) vergleichbar. (Allerdings war Rico standard aus den USA nicht unbedingt besser.)

    Zu einem Musikstudium mit einem Rohrblattinstrument als Fach gehören immer auch Blatt- bzw. Rohrbau-Seminare. Das wird im damaligen Ostblock nicht anders gewesen sein. Besonders, wenn die Materialien umfangreiche Nacharbeiten nötig machten.


    Mir kommt diese Erklärung auch etwas merkwürdig vor...

    Ich habe beide (Jazz Club und Accession) im Sommer mal im Vergleich mit einem größeren Grado-System gehört und fand beide gleichwertig. Mit erschien der Jazz Club eine Spur gefälliger, ruhiger; das aber wirklich nur im direkten Vergleich.


    PS: Ich höre als Musiker nicht als Audiophiler.

    Julie London ... at home (Liberty LST 7152, 1960)


    Julie London at Home.jpg


    Ist das Jazz? Wenn man auf die Begleitmusiker hört, ja!


    Julie London - Gesang

    Earl Palmer - Schlagzeug

    Emil Richards - Vibraphon

    Don Bagley - Bass

    Al Viola - Gitarre


    und gelegentlich ein ungenannter Posaunist...


    Angeblich in Julie Londons Wohnzimmer aufgenommen.

    Vor allem die besengewischte Snare und die Präsenz ihrer Stimme finde ich sehr beeindruckend.


    YouTube

    Tommy Alexander and his Orchestra - Alexander the Great

    Liberty LRP 3008, 1955


    IMG_0625.JPG


    Könnte auch unter „Meine liebsten Monos“ oder „Die schönsten Cover“ stehen.


    Grundsolider Bigband-Swing mit doch immer wieder überraschenden Passagen und Solos.


    Bobby Stiles - Trompete

    Dave Wells - Bass-Trompete, Posaune

    Bill Trujillo, John Bambridge - Tenor-Saxophon

    Lanny Morgan, Dick Paladino - Alt-Saxophon

    Muß ich den unbedingt festlöten? Habe das abisolierte Kabelende nur einfach reingesteckt und das Kabel (am isolierten Teil) festgeklemmt.

    Ja! Und vielleicht mit dem Gerät beim örtlichen Radio- und Fernsehtechniker (sofern es so jemanden noch gibt) vorbeischauen und die Stecker anlöten lassen.

    Die geht doch ganz anders:

    Ta ta ta tam, ta ta ta tam, ta ta ta ta ta ta ta ta ta ta ta taaaa, ta ta ta ta ta ta ta ta ta ta ta taaaa, ta ta ta taaaadam, ta ta ta taaaadam, ta ta ta taa taa taaaaaaaaaaaaaaaaaa.

    Ich habe in diesem Jahr seit langer Zeit mal wieder bewusst eine andere Anlage gehört. Im Gegensatz zu meiner Anlage mit TD-125, SME-3009, DL-103, AU-300, GramAmp 2, SABA-„Steuergerät“ und den HK-Audio-Bühnenmonitoren, war die andere Anlage deutlich hochpreisiger und audiophil ausgerichtet (fragt mich nicht nach Details, abgesehen von dem Grado-System sagte mir kein Hersteller etwas).

    Bestimmte Vorhänge wurden zugezogen, mein Sessel in die richtige Position gerückt, es wurde eine Platte aufgelegt, die ich kannte und ich harrte der Offenbarungen, die da kommen mögen... Abgesehen von einer etwas besseren Detailzeichnung in den Schlagzeugbecken und im Gesang, war das Hörerlebnis gleichwertig zu meinem. Ich konnte keine neuen Details entdecken, es stellte sich keine breitere und tiefere Bühne dar, der Bassist klang genauso knackig und voluminös, wie ich es kannte.

    Bei stellte sich so die Gewissheit ein, dass ich mit meiner Anlage weiterhin zufrieden sein kann. Vielleicht kann mein Gehirn alles schnell und sofort kompensieren, vielleicht bin ich auch zu anspruchslos.

    Ich bleibe also weiterhin recht gelassen, wenn andere von einer klanglichen Offenbarung sprechen (vorher Telefon, nachher Royal Albert Hall), wenn sie das Netzkabel gewechselt, die Auflagekraft um 0,01 g erhöht oder die Gerätefüße des Phono-Pres gewechselt haben. ;)