Posts by micha_bln

    Ach Haegar,

    das erinnert mich ein wenig an meinen seligen Großvater, der sich mit über 60, und das ist auch schon mehr als 25 Jahre her, noch mal eine schöne Anlage kaufen wollte. Meinen damaligen Stammhändler gebrieft ("stell mal was einfaches zusammen") und Hörtermine vereinbart. Und was ist es geworden? Harbeth LS3/5a mit Foundation-Ständern, Camtech V101, Rega Planar 3 getunt bis dorthinaus (Matte, Klemme, Motorsteuerung, Kabel innen und außen) mit Goldring AC500 mit vdH1 Nadel. Kam damals locker über 6000 DM. Ihm hat es aber sehr lange sehr viel Freude gemacht.

    Und man sollte das Gehör der Oldies nicht unterschätzen (Filzmatte und andere Füsse unter ´nem Dual 505? Kein Thema, locker rausgehört. Anderer Tonabnehmer bei der 2. Hörsession? "Klingt irgendwie nicht so schön wie letztes mal"). Die merken schon recht gut was passt und was eben nicht, sie können es nur nicht so gekonnt (naja, manchmal eher verschwurbelt) formulieren.


    Sorry wenn ich jetzt Deinen Thread dafür missbraucht habe, aber diese Erinnerungen kamen sofort in mir hoch.


    Viel Spaß für Deine Eltern,

    Micha

    Hallo,


    sicher macht sich das bemerkbar, der Punkt wo die Gesamtverstärkung =1 ist sollte schon hoch liegen, am besten über 20 kHz. Das ist ein Aspekt der für die invertierende Verstärkung spricht, da geht die Verstärkung auch unter 1.

    Für alle tiefer liegenden Frequenzen sollte dieser Effekt dann aber vernachlässigbar sein.


    Schönen Abend noch

    Micha

    Toni, ich bezog mich auf #41,

    also dem Netzwerk mit 2 RC Gliedern in Reihe. Klar, es muss natürlich die richtige Dimensionierung zum richtigen Netzwerk passen.

    Einige Eckwerte noch (ref. 1kHz):

    20kHz -19.62dB

    20Hz +19,27dB

    100Hz +13,09dB

    10kHz -13,73dB

    500Hz +2,65dB

    5kHz -8,21dB

    für eine ideale RIAA. Hilft vielleicht ein wenig weiter.


    Viele Grüße

    Micha

    tja, zwar stimmt jede Zeitkonstante (3180us und 75us), aber durch die falschen Verhältnisse R1/R2 (soll 11,778) und C1/C2 (soll 3,6) gibt es +0,8 dB im Tiefton und -0,2 dB im Hochton.

    Mit 68nF und 1,1 kOhm wird es (anstelle 82,22nf 910 Ohm) hat man maximal 0,1 dB Abweichung.

    ohje, blöder Zahlendreher. So wäre es korrekt:

    C1 0,33 µF parallel 0,033 µF parallel mit R1 8,87 kOhm (für die 3180 µs)

    C2 0,1 µF parallel mit R2 750 Ohm (für die 75µs)

    Ohne Bauteiletoleranzen und sonstige Schaltungseinflüsse besser als 0,1 dB.

    Ist halt Montag und schon spät ...

    Lars,


    wenn Du bei der Variante mit den beiden in Reihe geschalteten RC-Gliedern bleibst musst Du erst einmal schau´n dass C1/C2 =3,6 ist. Also z.B. C2=0,1 µF und C2=0,33µF||0,033µF (wenn ich mal nur E6-Werte nehme), Dann wird R2=750 Ohm und R1=8,83 kOhm (theoretisch, der nächste E96-Wert wäre 8,87kOhm).


    Bei den anderen Entzerrungsvarianten ist die Dimensionierung natürlich wieder anders (siehe St. Lipshitz). Man darf das nicht alles in einen Topf werfen und auch nicht einfach daran denken dass sich die 3 RIAA-Zeitkonstanten 3180µs, 318µs und 75µs direkt in den RC-Kombinationen wiederfinden. Das tun sie nicht.


    Viel Spaß

    Micha

    Arkadin: Oh ja, diese ganzen Mythen. Müsste man mal sammeln, gäbe bestimmt ein ziemlich dickes Buch (bzw. eine ziemlich große Datei (wir sind ja in den 2000ern ;) ).

    Um sich ein Teilchen zu sparen wird oft Aufwand an anderer Stelle betrieben. An gewissen Stellen macht es natürlich Sinn, aber nicht immer.


    Einen schönen ersten Advent noch

    Micha

    Hallo Lars,


    mit 3% Kondensatoren in der RIAA kann der Fehler bis zu 0,26 dB betragen, da nützen dann auch die 0,1%igen Widerstände nicht mehr viel. Hier sind 1%er, bei denen sich nur 0,08 dB Abweichung einstellen, deutlich besser, kosten aber auch mehr. Wer bietet eigentlich 3%er an, das habe ich noch nicht gesehen? Ob man die RIAA einstufig oder zweistufig aufbaut ist bzgl. der Genauigkeit eigentlich egal, bei der zweistufigen kann man halt die Abweichungen besser zuordnen und ggf. korrigieren.

    Mit einem 47 kOhm in Serie bekommt man einen maximales S/N von ca. 62 dB (unbewertet, ref. 5 mV, 20 kHz Bandbreite). A-Bewertung und RIAA verbessern das natürlich noch, es ist aber fern von dem was möglich ist.


    Woher kommt eigentlich diese "Angst" vor Kondensatoren im Signalweg? Bei den ach so hochgelobten Röhrenverstärkern wimmelt es nur so von Kondensatoren und das scheint kein so großes klangliches Thema zu sein. Für Douglas Self ist ein Kondensator am Eingang die beste Lebensversicherung für MC-Tonabnehmer. Und man belastet seine Schaltung gar nicht erst mit tieffrequentem Müll. Und am Eingang sind die Spannungen noch klein, Verzerrungen durch den Kondensator also kaum ein Thema.

    Ist halt Ansichtssache, nur so zum Nachdenken.


    Viel Spaß

    Micha

    Hallo,


    tja Kid, was soll ich sagen, mit 30 Jahren Hören von YBA-Komponenten. Sieht man ja alles in der Signatur.


    Den Bericht von GW aus "Das Ohr" #23 kann ich voll und ganz bestätigen. Vor allem wie die Komponenten mit sogenannten "audiophilen Krachern" umgehen. Sie werden einfach auf das musikalische Normalmaß zurückgestutzt was viele dieser "Reißer" wirklich nicht gut vertragen. So habe ich bspw. einige Reference Recordings LPs (u.a. irgendeine Percussion-Geschichte, Titel ist mir entfallen) aussortiert weil musikalisch einfach irrelevant. Das heiß nun nicht dass sie alles gleichmachen, schönen oder mit Zuckerguss zukleistern. Auf keinen Fall! Präzision, Offenheit, Ausgeglichenheit und vor allem Luftigkeit sind die Dinge die mich immer wieder begeistern. Ich kann mich noch gut an das erste Hören auf der Frankfurter High-End in den späten 80ern erinnern, das hat mich total eingefangen, und es hält bis heute an. Es passt einfach alles so gut zusammen wie man es sich nur wünschen kann. Auch die CD-Player sind so dicht am analogen wie man es nur selten hört.


    Es ist dabei völlig egal welche Musikgattung man spielt, es wird immer das musikalisch wichtige zu hören, nein: zu erleben, sein. Und man wird sich wundern warum manche Interpreten und Platten so hochgehypt werden. Zum Ausgleich entdeckt man andere Künstler.


    In meinem Gerätepark befinden sich noch zwei Röhrengeräte. Jedes für sich ist mit Sicherheit besser als die 1er Vor- bzw. Endstufe. Nach einiger Zeit des Experimentierens bin ich aber zu den YBA zurückgekehrt weil einfach alles so ausgewogen spielt und so schön zusammenpasst.


    Aber Vorsicht. Auf das erste Hören können die Komponenten etwas schlank, zu zurückhaltend oder sogar zu dünn rüberkommen, aber erst wenn man wieder auf andere Gerätschaften wechselt merkt man wie sich deren Übertreibungen oder Inhomogenitäten störend bemerkbar machen können.


    Und noch eine Warnung. Das oben beschriebene betrifft natürlich nur die Geräte aus der ersten Generation (meine allerersten YBAs waren eine 2er Vor/End-Kombi). Oftmals werden die Geräte eines Herstellers im Laufe der Entwicklung immer glatter, verlieren den ursprünglichen Charakter den die allererste Serie noch in Reinkultur bietet. Es wird halt an allen Ecken und Enden gefeilt, geschliffen, dem Markt angepasst und irgendwann hat man nur noch ein gesichtsloses Allerweltsprodukt. Bei YBA würde ich, so man Testberichte denn ernst nehmen kann, das nicht annehmen, aber ich weiß es halt nicht.


    (Das einzige was ich Monsieur Andre übelnehme ist dass er irgendwann den Schriftzug geändert hat, der erste hat so toll zum Charakter der Komponenten gepasst)


    Übrigens sind die Teile ein schönes Beispiel für die vielen kleinen Tuningmaßnahmen innerhalb der Schaltung (Knete, Filz etc.). Mir ist einmal das kleine Filzteil unter dem vorderen Fuß des CD-Players runtergefallen. Ich habe mich über die schlechtere Performance gewundert (es klang halt CD-typisch im negativen Sinne) bis mir das auffiel. Mit der blauen LED ging es ebenso. Berufsbedingt bin ich prinzipiell skeptisch bei solchen Dingen, aber man hört es (Musik ist halt was anderes als ein Testsignal und man kann wahrscheinlich auch nicht alles messen. Noch nicht).


    Empfehlenswert? Blind kaufen?

    Nein, wie der Vorredner schon sagte muss man selber hören und sollte nur den eigenen Ohren vertrauen. Keinen Tests, keinen Foren.

    Eigentlich eine grundlegende Sache und der allerwichtigste Punkt, der aber nur allzu oft vergessen wird.


    Soweit einmal, mehr fällt mir erstmal nicht ein.


    Viele Grüße


    Micha

    Hallo zusammen,


    Stefan Höppner: na wenn die MM-Stufe mit 20 mV zurechtkommt und trotzdem noch genug headroom hat könnte es passen ....


    Ansonsten haben FM (122 und 222) und EMT (JPA66) ja bereits viele Anforderungen realisiert, aber trotzdem nochmal zusammengefasst:

    Zwischen 2 und 4 Eingänge

    MC: Verstärkung etwa zwischen 80dB (für ein AudioNote mit 0,05mV oder alte MCs aus den späten 70ern mit 0,1mV) über 66dB (für 0,25mV wie SPU, ZYX low output, DL103) und 60dB (für 0,5mV wie Koetsus, AT, neuere Ortofon und die vielen anderen typischen MCs) bis zu 54dB (für die 1,05mV eines EMT). Und das bei Eingangsippedanzen zwischen 10 Ohm über 30 Ohm, 100 Ohm (typ. Standardwert), 220 Ohm (EMT) bis zu 500 Ohm.

    MC high output: 46dB Verstärkung (für 2 - 2,5 mV)

    MM: Verstärkung 40dB (für die typischen 5mV) bis 34dB (für DJ-Systeme die ja oft etwas lauter sind). Ob man jetzt Stufen von bspw. 3dB dazwischensetzt oder das Ganze stufenlos realisiert wäre mir egal.

    Eingangsimpedanzen 15 - 100 kOhm parallel mit 50 - 400pF

    Trotzdem die Möglichkeit der persönlichen Anpassung über Parallelbuchsen o.ä. (falls jemand seinen Trafo anschließen und mittels RC-Kombination anpassen möchte, siehe bspw. die Jensen-Datenblätter)

    Headroom in jeder Position mehr als ausreichend (min. 26dB?)

    Einstellbare Entzerrungen für alle Varianten der letzten 100 Jahre mit Rasterungen für RIAA. Subsonic-Filter, Tiefpaßfilter um das Rauschen zu verringern, Mono, einstellbarer Ausgangspegel, Ausgang der auch noch 600Ohm treiben kann (für alle Fälle).

    Zusätzliche 12 - 20dB Verstärkung wenn man direkt eine Endstufe ansteuern möchte.

    Rausch-, Klirr-, Brummfrei, HF-dicht und wohlklingend sollte ja selbstverständlich sein.

    Eigenständiges Outfit wäre auch nett (da wäre die EMT-JPA66 schon ganz nah dran).

    Symmetrisch/Unsymmetrisch wäre mir persönlich jetzt gar nicht so wichtig. Perfektionisten dürfen das auch noch auf die Liste nehmen.

    Es sollte auch in 100 Jahren noch reparabel sein und die Möglichkeit besitzen zukünftige Entzerrungen (die sich bestimmt einige Schlauberger noch einfallen lassen werden) realisieren zu können.


    So, das war jetzt einfach mal ganz stupide alles zusammengefasst was so einfiel.


    Viel Spaß

    Micha

    Hi Rudi,


    den 2X2 finde ich schöner als alle anderen aufgeführten Dreher. Ich würde das Teil so lassen wie es ist. Es muß doch nicht immer alles zu jedem passen. Und nach der nächsten Renovierung passt es wieder nicht. Und besser wird ein so altes Schätzchen ja auch nicht von den vielen Basteleien. Nee nee, der soll mal original bleiben.

    Und die Kombi ist doch auch stimmig. Der Camtech hat m.E. doch ein vorzügliches Phonoteil, das passt also auch.

    Also, wie auch einige Vorredner schon bemerkt haben, Laufen lassen und dann hören hören hören und vor allem nicht kirre machen lassen. Besser ist nicht so gut!


    Viel viel Freude

    Micha

    Hallo,


    Übertrager sind mitnichten rauschfrei. Beide Übertragerwicklungen haben einen ohmschen Widerstand und erzeugen somit thermisches Rauschen welches in das Gesamtrauschen eingeht. Genaueres hierzu hat Bill Whitlock von Jensen Transformers ausgeführt.

    Das wäre toll wenn die ohmschen Anteile einer Induktivität nicht in das Rauschen eingehen würden. Davon würden typische MM-Systeme, deren Wicklungswiderstände im Kiloohmbereich liegen können, schwer von profitieren.


    Viele Grüße

    Micha

    Hallo,


    das mit den neuen Wortkreationen stimmt sicherlich, obwohl es auch extreme Ausnahmen gibt. Ich mochte damals die Beschreibungen in "Das Ohr". Manche Beschreibungen sind demzufolge ganz gut im Gedächtnis geblieben.

    Und was muss ich viele Jahre später in einem Magazin mit ähnlichem Heftformat lesen? Teils nahezu identische Formulierungen. Peinlich nur wenn eine Ohr-Beschreibung für einen Verstärker für einen Lautsprecher genutzt wird. Seltsam, sehr seltsam.


    Über fachliche Mängel ärgert man sich irgendwann nicht mehr. Wenn bei einer Schaltungsbeschreibung von einem Watt Ruhestrom geschrieben wird möchte man sagen: Junge, Strom wird in Ampere gemessen! Physik 6, setzen...


    Manchmal ärgert man sich schon, wenn man aus irgendwelchen Gründen mal wieder so ein Blättchen gekauft hat und enttäuscht über den Inhalt ist. Naja ....


    Viele Grüße

    Micha