Beiträge von Herat

    Es gibt auch einen früheren Bericht, wohl kurz nachdem Gioia wieder in die analoge Wiedergabe einstieg.

    https://tedgioia.substack.com/…n-to-vinyl-after-34-years


    Das, was er bei Digital bemängelt, hat Roon (auch damals schon) teilweise behoben. Ich ärgere mich ebenso, dass die Metadaten der Downloads unvollständig ist und sogar innerhalb der Labels nicht konsistent ausgefüllt werden. Stattdessen erfinden sie immer weitere tags, die von keiner Abspielsoftware angezeigt werden und nach denen man kaum suchen kann. Absolut sinnlos. Mühsam editiere ich sie für mich selbst in foobar2000 (falls ihr Tipps habt, wie man die Metadaten effizienter editieren kann, nennt sie).

    Zumindest bei Billigmode ist es bekannt, dass ein guter Teil der gekauften Sachen nie getragen wird. Es geht um das Einkaufserlebnis. Ich hab keine Ahnung, ob das bei Luxuslabels ähnlich ist. Berichte aus Hotels in Nobelschiorten lassen Ähnliches vermuten.

    Dass Fans sich eine LP ihres Ideos kaufen ohne die Abspielen zu können, kann ich nachvollziehen. Irgendwie zumindest. Wir schwärmen hier auch von der Haptik des Covers, betrachten es ganz anders als die Verpackung und booklet einer CD. Und selbst die CD ist gegenüber einem gestreamten Song extrem physisch... Das da eine Gegenbewegung, ein Bedürfnis nach Berührung aufkommt, dass einem mit dem Idol bzw. seinen Werk in Berührung kommen lässt, verwundert mich nicht.

    Wenn aber 50% aller verkauften Platten nie auf einem Laufwerk liegen werden, wundert mich das schon. Denn das ist dann wirklich eine Abkehr des ursprünglichen Zweckes. Das bedeutet, dass die Anzahl der Verkäufe irrelevant war bezüglich eines Vinylhypes, wie wir* ihn erwarteten.

    So gesehen killte die Plattenindustrie nicht das Vinylrevial, sondern nutzte eine alte Kulturtechnik um eine neue dort zu ergänzen, wo diese Defizite aufweist. Der eigentliche Zweck wurde von der neuen Technik zur Gänze übernommen, empfindungen blieben jedoch auf der Strecke. Die wurden durch das wiederauflegen der Platten substituiert.

    Eine ähnliche Begründung liest man auch hier, wenn es darum geht, warum man nicht zur digitalen Wiedergabe wechselt. Es fehlen Rituale wie das Herauszuehen der Platte aus der Sammlung, das Auflegen der Platte, das Aufsetzen des Tonabnehmers, das Ansehen des Covers, das Wenden nach spätestens 45 Minuten konzentrierten Hörens usw. Also vieles, was mit dem eigentlichen Hören nichts zu tun hat, sondern das Hörerlebnis erweitert.


    Konsequent wäre also eine LP, die, wenn das Cover geöffnet wird, automatisch einen stream der damit verlinkten Musik abspielen lässt. Nicht unähnlich den Tonies für (kleine) Kinder.


    Ronald


    *ich unterstelle, dass das Forum aufgrund der steigenden plattenverkäufe dachten, dass damit ein erhöhtes Interesse an der analogen Wiedergabe einherging. Die vielen billigen Plattenspiele, oft mit eingebauten Phonopre würden das untermauern.

    Eine interessante Thease zu der Plattenindustrie fand ich hier:

    https://tedgioia.substack.com/…-music-business-just-kill


    Nach nur einem schlechten Jahr ist es zwar verfrüht ein Urteil abzugeben, trotzdem gefallen mir die Argumente. Sind sie zutreffend? Keine Ahnung. Ist das Marktpotential so groß, dass eine andere Strategie besser gewesen wäre? Eine Strategie, die für mehr Durchdringung gesorgt hätte? Oder ist das Potential so klein, dass die Strategie der hohen Preise und der fehlenden Investirionen in F&E und Produktionsstätten aus Sicht der Verlage optimal war?


    Überraschend für mich war, dass 50% der LP Verkäufe an Personen ohne Plattenspieler gingen.


    Ronald

    Durch den Thread "Witzle am Morgen" erinnerte mich an "Blinded By The Light"


    In Abwandlung des Thread-Titels hier "Bekannte Interpretationen und deren überraschendes Original":


    Zuerst die bekannte Interpretation

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    Zitat aus Wikipedia:

    Das Lied entstand, nachdem Clive Davis, damals Präsident von Columbia, eine frühe Fassung von Greetings from Asbury Park, N.J. gehört hatte und meinte, dass dem Album eine potentielle Single fehle. Springsteen schrieb daraufhin Blinded by the Light und Spirit in the Night.

    Blinded by the Light war das erste Lied auf Greetings from Asbury Park, N.J. und die erste Auskopplung aus dem Album. Die Version von Springsteen war kommerziell nicht erfolgreich und erreichte keine Chartplatzierungen


    Eine erfolgreiche Single wurde der Song, nur halt bei einer anderen Band


    Und hier das überraschende Original

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    Gimme Shelter ist ziemlich robust. Die Version von Ruth Copeland & Funkadelic finde ich großartig, ein Stück Zeitreisem, also Protest auch künstlerisch wertvoll umgesetzt wurde.


    In den 90ern war man ernüchternder. Die Gothic Rock Version von den Sisters spricht Bände:

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    Oder man gab sich den Konsum hin und bemerkte, dass man dazu auch einiges an Geld brachte, das man doch nicht hatte und unten stecken blieb. Wenigstens die Musik blieb einen, die der Relität etwas witziges abgewinnen konnte:

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    Dann werfe ich gleich die Humppa* Version von Eläkeläiset nach:

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    * es gibt nicht nur finnischen Tango, sondern auch finnischen Foxtrott

    Er hat auch kaum mehr aktiv in pfm Mitgeschrieben. Zusätzlich sind andere Firmen aufgekommen, die ebenfalls interessante Netzteile anbieten. Und in Gegensatz zu Teddy Pardo verbessert zB Avondale laufend seine Module. Und dann funktionieren die Teddy Pardo Netzteile dort besonders gut, wo gleichmäßig Strom gezogen wird, da macht sich die rauscharmut besonders gut bemerkbar. Aber das zu Lasten einer hohen Ausgangsimpedanz und damit sind zB die Avondale Netzteile, oder auch die naim DR in solchen Anwendungen dynamischer. Genau die Eigenschaft, die man von seinen naim Geräten erwartet.

    Aber jetzt könnte er durch die neuen "Normen", zumindest in dieser Sparte, eine Renaissance erleben.

    Die Firma war wahrscheinlich Flashback Cables, deres Eigentümer vor ein paar Jahren verstorben ist.

    https://www.flashbacksales.co.…din_phono_xlr_cables.html


    Alternativen wären wohl whitch hat audio, und vielleicht avondale. Letzterer hat aber zur Zeit nicht einmal DIN Kabel zur Auswahl. Beiden traue ich eine Erweiterung ihrers Angebotz zu.


    https://witchhatservicing.co.uk/

    https://avondaleaudio.com/


    Am Wahrscheinlicsten wird aber teddy Pardo sein Angebot erweitern, der hat schon jetzt für seine Netzteile Burndys im Angebot. Für die neuen Geräte muss er neue Stecker anbieten um im Geschäft zu bleiben:

    https://teddypardo.com/cables-for-naim/

    Die Gehäuse der Solstice Serie gefielen mir besser, aber deren Design spiegelt sich in den breiten Gehäusen wider. In der Art von 2 Solstice und in der Mitte eine niedrigere Verbindung. Von der Haptik sicher edel.


    Innen hat sich in der 250 einiges getan. Nach der alten Nomenklatur müsste die NAP250 NAP380 heißen, also ein paar Watt hat sie mehr als alle Vorgänger.


    Und wesentlich auch, der Wechsel von DIN auf XLR. Bei jenen, die ihre alten Geräte schrittweise upgraden wollen, wird das spannend.


    In UK beträgt die Preiserhöhung 28% gegenüber der alten 250.

    Ertappt, an die Allae dachte ich nicht, als ich das schrieb. Auch nicht an die n-Sats, die vor allem in UK eine größere Fangemeinde erreichten und normalere LS waren. Ich verbinde mit naim zuallererst Lautsprecher wie IBL (die bei mir arbeiten), SBL, DBL, SL2, NBL, Intro und credo. Und in der Reihenfolge wurden sie auch immer gefälliger, behielten aber die naim Eigenheiten bei. Die allae ist sicher die moderne Variante, mit wandnaher Aufstellung und Bässe in Bodennähe wie bei der NBL, aber ohne so groß zu sein. Und geschlossenes Gehäuse als Kennzeichen der neueren Linie nach der kontrollierten Undichtigkeit der ersten Generation. Der Sprung dann zu Ovator ging für mich gar nicht. Angeblich soll die 400er einige Fans haben, ich glaube, ich kenne aber nur die 600er. Und die passte für mich gar nicht. Das war für mich kein naim Klang mehr.

    Ich hab das Gefühl, die wissen nicht, was mit der Firma geschehen soll. Was soll man auch mit einer Firma machen, die immer aus der Zeit gefallen scheint in einer Zeit, die nur auf Veränderung aus ist. 30/40 Jahre lang die gleichen Schaltkreise, immer ein wenig verbessert, Quellgeräte gezwungenermaßen den Zeitgeschmack nach entwickelt und wieder vergessen (Tuner CD, Streaming, alles kommt, alles geht), aber selbst da drin die gleichen Details wie in den Vorverstärkern. Dank der Fusion mit Focal keine spleenigen Lautsprecher mehr. Ja, was will man mit so einer Firma heute?

    Vielen Dank.

    Den cable shaker gibts noch immer :love: Ich mag diese spleenige Firma einfach.

    Hier, wer es noch nicht kennt, eine Tour im 89er Jahr. Für mich die goldene Zeit des Unternehmens.


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    LG


    Ronald

    Wir haben schon Glück, dass er sich damals entschied, mit den Clash zu einem Major Label zu gehen, trotz aller Widerstände und Skandalrufen. Er hatte recht, dass damit gewährleistet wird, dass ihre Musik und Botschaft mehr Menschen erreichen wird als wenn sie in Punktradition weiterhin bei irgendwelchen Independentlabels geblieben wären oder gar in Eigenverlag veröffentlicht hätten.

    Wenn ich daran denke, wie konsequent diesbezüglich die Wiener Punkszene war und was von ihr an Dokumenten übrig blieb, treibt es einen die Tränen in die Augen. Ja, da war sicher viel Mist dabei, aber ein paar Musiker hätten es verdient, dass mehr als nur ihre Namen in irgendwelche. Zeitzeugenberichten überliefert worden wären.