Posts by schwob-50

    Ginger Baker und Martin Lauer - die eint wirklich nur der Tod. Oder (siehe oben:) muss man einem sein Gesinge verzeihen, weil er ein grandioser Mensch ist (war)?


    Ich habe Martin Lauer als Leichtathleten immer sehr verehrt und ihn vor ca. 8 Jahren zuhause bei Nürnberg aufgesucht, um mir seine LP signieren zu lassen, die ich mal aus Spaß auf einem Trödelmarkt erworben hatte.

    Er unterbrach sein Mittagessen, signierte und schenkte mir zudem eine CD mit seinen gesammelten Werken nebst zwei DinA4-Seiten Text, die erklärten, wie er zum Singen kam.

    Und wenn man das weiß, verzeiht man ihm auch 'Taxi nach Texas' und die 'schwarze Rose der Prärie' (sowie weitere Wildwest-Schoten). Sie verhalfen ihm nämlich dazu, seine Krankenhauskosten zu bezahlen (eine Blutvergiftung hätte ihn fast ein Bein gekostet). Ein befreundeter Produzent überredete ihn dann zum Singen; Lauer verkaufte in der Folge Millionen von Tonträgern.

    Seine Lieder hat er eher mit Schmunzeln betrachtet - den Erfolg allerdings sehr wohl genossen.

    " menschlich schwierig" (siehe oben)..

    Vor ein paar Monaten gab es im Fernsehen eine Dokumentation über Baker. Sie offenbarte das Widersprüchliche an ihm: Der große (Schlagzeug)künstler und der

    extrem schräge (um es wohlwollend auszudrücken), charakterlich doch sehr fragwürdige Mensch.

    Da gibt es ja durchaus noch ein paar mehr (Lennon, Kinski, usw.), und für mich ergibt sich da immer die interessante Frage, ob man einem - Verzeihung - Arschloch alles verzeihen kann/muss, wenn er ein großer Künstler ist...

    ..von mir noch eine letzte Bemerkung:

    Der Thread hier soll ja dazu dienen, gute Plattenläden vorzustellen. Ich bin aber auch dankbar für einen Report, der (von mir aus subjektiv, das bleibt ja nicht aus)

    besagt, dass man in den entsprechenden Laden besser nicht geht.


    Ich habe bei Nobbi in Beuel 70 Minuten gewühlt und nichts gefunden, was seinen Preis wert gewesen wäre. Plus Anfahrt zweimal 20 Minuten. Vertane Zeit und entsprechend habe ich mich geärgert und bin nicht entspannt geblieben, Rudi.


    So, das war's jetzt aber wirklich. Freue mich auf weitere Erfahrungsberichte.

    Elmar

    'zielführend' oder nicht (was ist denn das Ziel? Man diskutiert halt einen für Sammler interessanten Sachverhalt)..vielleicht doch noch zwei, drei Bemerkungen zu jenen, die Nobbi toll finden:

    Das (durchaus vorsichtige) Ansprechen der Eigner/Pächter auf die Preise führt im allgemeinen zu herzlich wenig, im schlimmsten Fall zu äußerst unschönen Repliken (wie erlebt in Braunschweig).

    Ja, richtig - man muss nirgendwo etwas kaufen.


    Mick Abrahams war e i n Beispiel für viele weitere insbesondere der raren LPs.

    Sorry - ich bleibe dabei: Völlig überteuert, auch wenn man davon leben muss.


    Und ja, er hat auch 'schöne' (?) Alben für 5 Euro.


    Gruß,

    Elmar

    Hallo!


    Anlässlich der Ausstellung "Very British" im Bonner Haus der Geschichte (sehr empfehlenswert übrigens) besuchte ich auch 'Nobbis Plattenladen' in Bonn-Beuel.


    Umfangreiches Sortiment - leider inakzeptable Preise. Ein Beispiel: Mein Exemplar von Mick Abrahams, same, habe ich für 25 Euro erworben (m-). Nobbi will 100. So geht es - bei aller Sympathie für alle noch existierenden Plattenläden - m.E. einfach nicht.


    Ich bin dankbar für jeden Plattenladen-Report hier; allerdings verliere ich zunehmend die Lust, in Läden zu gehen. Die Preisgestaltung ist in vielen Fällen auch dann fragwürdig, wenn man die anfallenden Kosten fürs Ladenlokal berücksichtigt. Dann doch lieber online.


    Gruß,

    Elmar

    Riptide?

    Sorry, da bin ich ganz anderer Meinung. Ambiente ist okay, die schnuckelige Atmosphäre entpuppt sich aber schnell als trügerisch, was das Vinyl betrifft:

    Absolut überschaubares (eher: mageres) Sortiment, und von wegen 'fairer' Preisgestaltung (s.o.): Auch wenn ich gern bereit bin, dem Plattenladen als solchem in heutigen Internet-Zeiten einen Bonus einzuräumen: Ich geriet binnen kürzester Zeit in eine einigermaßen peinliche Debatte über die völlig überzogenen Preise mit dem Chef des Etablissements. Der wurde richtig wütend, sah die Ehre seines Ladens gekränkt und erzählte mir allen Ernstes, dass ganz Niedersachsen ihn wegen seiner günstigen Angebote aufsucht. War dann Anlass, das Rip-Off - Verzeihung, Riptide, zu verlassen.

    Ganz anders dann Raute-Records. Leicht freakiges Personal, aber herzliche Atmosphäre und hier wirklich faire Preise, die zudem verhandelbar waren.


    Wieder eine interessante Lektion in Sachen Plattenläden!

    "Man muss es wollen" sagte mir Holger Mitterberger auf meine Frage, ob sich sein Laden denn lohne. Das re.turn in der Innenstadt von Minden ist m.E. auch dann einen Besuch wert, wenn sein Angebot eher überschaubar ist. Es gibt das üblich Durchschnittliche zu akzeptablen Preisen, daneben zwei .drei Raritäten-Kisten. Der große Vorteil am re.turn: Holger hat seine Platten akribisch (d.h. mit Zustandsbeschreibung) aufgelistet; die Liste kann im Netz abgerufen werden.

    Der Umgang mit ihm ist im übrigen außerordentlich angenehm.


    re.turn Marienstr. 2-4 32427 Minden

    Website: vinylundmehr.wordpress.com


    Gruß, Elmar

    Ich habe eineinhalb Stunden Fahrt (einfacher Weg) auf mich genommen - leider hat es sich gar nicht gelohnt. Sympathisches Ambiente, Florian ein sehr zuvorkommender Betreiber, aber der Laden ist gnadenlos flach sortiert. Der Einheitspreis von 4,99 hätte mich warnen müssen. Okay, wer Neil Diamond und Chris de Burgh sucht, kommt auf seine Kosten.

    Gruß, Elmar

    ..kann ich nicht bestätigen, dass der Zoll bei 1-2 preiswerten (was ist das?) LPs kein Problem ist. Ich musste wiederholt bei nur einer bestellten Platte in Düsseldorf antanzen.

    Insgesamt habe ich mittlerweile vom Kauf in den USA Abstand genommen.

    Gruß,

    Elmar

    ..Ich bewerte immer mit Zwischenstufen, wenn ich verkaufe, und glaube, dass das dem Käufer durchaus helfen kann (ebenso bin ich beim Kauf für eine möglichst präzise Einschätzung - mit Zwischenstufen! - dankbar.. ) Klar ist die 'millimetergenaue' Einschätzung oft schwierig und je feiner, desto subjektiver , aber von "Beschiss" zu reden (s.o.) halte ich für völlig daneben.


    Gruß,

    Elmar

    Och, Ole: Ich leb immer noch ganz gern. Das vinyle Endzeitdenken hat damit gar nichts tun. Ich bin halt nur weder wurschtig noch caritativ veranlagt ('Sammlung geht an AAA')...

    Im übrigen: Never assume malice when stupidity will suffice...;)


    Freut mich, dass diser Thread soviel Antworten kriegt. Und (z.T.) sehr originelle..

    Elmar

    Hallo.


    Ich bin jetzt 67 - ein Alter, in dem man sich fragt, was eigentlich mit all dem angehäuften Vinyl einmal geschehen soll. Zwar sammle ich weiter munter vor mich hin, aber irgendwann kommt dann doch mal die Zeit der Entscheidung: Vererben an die Nachkommen? Meine zwei Söhne hören zwar gelegentlich mal Vadders Hippie-Musik, aber nicht auf dessen Tonträgern. Wissen Vinyl nicht so richtig zu schätzen. En bloc (wahrscheinlich deutlich unter Wert) an einen Händler verkaufen? Widerstrebt mir prinzipiell. Einzelverkauf mit Profit-Maximierung? Schon eher, aber will ich die 1500 Stück bei Ebay einstellen oder auf Börsen schleppen?

    Hinzu kommt: Wenn ich mir noch so 10-20 Jahre gebe - kauft in den nächsten Jahren überhaupt noch einer meine Schätzchen von 1965-85?
    Fragt grübelnd:
    Elmar

    Mich regt es ehrlich gesagt auf, dass permanent nur vom Jahrhundertbauwerk gequatscht wird, von der großartigen Akustik und der architektonischen Superleistung, und dass allgemein auf Jubelstimmung gemacht wird. Da darf dann natürlich auch die politische Prominenz zum Gruppenfoto nicht fehlen. Extreme Kosten, skandalöse Überziehung der Bauzeit usw. usw. -alles auf einmal nicht mehr existent bzw. im glamourösen Rausch unter den Teppich gekehrt. Schwamm drüber - wozu gibt es Steuerzahler.


    Aber wer das wagt anzumerken, ist ein Meckerer.


    Beim Flughafen Berlin wird es ähnlich laufen, wenn der in 20 Jahren dann fertig und dafür wie beim Elbtempel niemand verantwortlich zu machen ist.


    Roll Over Beethoven.
    Elmar

    ..in diesem Thread hier habe ich manchmal den Eindruck, wenn ein Popmusiker dahingegangen ist, adelt ihn das schon mal per se.
    Nein, das ist nicht so, bei aller Pietät.
    George Michaels Dahinscheiden hinterlässt bei mir musikrezeptorisch keine Lücke.
    Gruß,
    Elmar

    'Lässt sich nicht instrumentalisieren' ist hier wiederholt geäußert worden. Mir nicht ganz verständlich: Wer 'instrumentalisiert' ihn denn wofür?


    Es gäbe freilich gute Gründe, den Literaturnobelpreis schlicht abzulehnen. Das haben andere vor ihm getan. Man fragt sich doch gerade bei diesem Preis, was eigentlich die Kriterien für seine Verleihung sind. Nicht zuletzt ist es ein Preis des politischen Proporzes: Nächstes Jahr auf keinen Fall wieder ein Amerikaner. Dafür einer aus Afrika, den keiner kennt. Oder einen schwedischen Lyriker, damit diese Gattung auch mal zu ihrem Recht kommt. (Auch wenn den auch keiner kennt) Danach bitte eine Frau.


    Abgelehnt hat er aber nicht. Er ist nur nicht zur Verleihung gekommen.'Andere Verpflichtungen'. Für mich klingt das wie Hohn. Warum nicht offen sagen:Schau mal her, Welt. Es gibt Wichtigeres, als da den Affen zu machen (vielleicht nicht mit diesen Worten). Stattdessen singt Patti Smith ein Lied.
    Nein, ich bin nicht bereit, bei Gott Dylan alles zu entschuldigen.Mit 'schrullig','scheu','eigenwillig' oder was da so kam. Ein Künstler,der sein Publikum nicht respektiert, ist für mich fragwürdig.


    Soviel hierzu. Wichtiger für mich (und das Interessanteste an diesem Thread) ist die Frage nach dem Wert seiner Texte. Dass hier allen Ernstes behauptet wird, ein Songpoet könne kein (preiswürdiger) Dichter sein, finde ich schlichtweg absurd. Im Kern geht es aber um Fragen der literarischen Wertung - in der Literaturwissenschaft übrigens eine der schwierigsten Fragen überhaupt. 'Yonder stands the orphan with his gun' -ist das gut oder einfach nur kryptisch? Oder gut weil kryptisch? usw.


    Solche Fragen sind hier ansatzweise dikutiert worden (mit Verweis z.B.auf Dylan-Exegeten),aber sie sind für mich die eigentlich wesentlichen.


    Gruß!
    Elmar

    Hallo,


    besitzt irgend jemand diese Free-Box und kann mir etwas dazu sagen?


    Ich hatte schon als Jugendlicher eine Schwäche für Rodgers' Gesang und Kossofs Gitarre - obwohl die Musik der Gruppe eigentlich immer etwas schwerblütig-schlicht daherkommt. Besitze auch alle LPs (die frühen auf pink island), spiele aber mit dem Gedanken, mir die Box zuzulegen.


    Empfehlenswert?


    Gruß,
    Elmar