Posts by Karl01

    Hallo Philipp,


    aus technischer Sicht ist es sehr schwierig ein hochflexibles, niedrig kapazitives Koaxialkabel zu konstruieren. Wie schon erwähnt ist der Abstand zwischen Innenleiter und Schirm mit entscheidend. Natürlich spielt auch das Dielektrikum eine Rolle. Die Dielektrizitätskonstante von Teflon liegt z.B. bei 2. Polystyrol-Schaum mit einer Dielektrizitätskonstante von 1,03 wäre theoretisch besser geeignet. Allerdings ist das Material viel zu weich um den Innenleiter konstant auf Abstand zum Schirm zu halten und die Kapazität würde sich bei jeder Biegung des Kabels verändern. Folglich muss die Isolation des Innenleiters eine gewisse Steifigkeit aufweisen und wegen des Abstands zum Schirm auch einen bestimmten Durchmesser.


    Die Biegesteifigkeit für einen kreisförmigen Querschnitt wird durch das Widerstandsmoment definiert:


    W = Pi/32xD³


    Der Durchmesser geht mit der 3. Potenz ein! D.h. eine Verdoppelung des Isolationsdurchmessers führt zu einer achtfachen Erhöhung des Biegewiderstands. Den Einfluss des Innenleiters habe ich hier bewusst vernachlässigt um die Sache nicht zu sehr zu verkomplizieren.


    Berücksichtigt man dazu noch das Schirmgeflecht (das sich teilweise extrem fest um den Innenisolator schmiegt) und die Außenhülle wird schnell klar, dass es bei der Flexibilität eines Koaxialkabels Grenzen gibt.


    Die Innenleiter der symmetrischen Kabel haben relativ geringe Isolationsdurchmesser und sind meist verdrillt was per se schon sehr gut für die Flexibilität ist. Häufig befinden sich auch noch Beilauffäden aus Baumwolle innerhalb des Schirms um die Rundheit des Kabels zu gewährleisten. Dadurch sind die Innenleiter innerhalb des Schirms leicht verschiebbar, was wiederum der Flexibilität zuträglich ist. Leider lassen sich damit keine wirklich niedrig kapazitiven Leitungen herstellen.



    Beste Grüße


    Ulrich

    Weiß jemand, ob es Koaxiakabel mit geringer Kapazität gibt, die nicht so steif sind? Oder ist das eine grundsätzliche Eigenschaft dieses Kabeltyps.


    Schönen Gruß

    Philipp

    Hallo Philipp,


    der für die Kapazität entscheidende Faktor ist der geometrische Abstand der Leiter zueinander!

    Niedrigkapazitive Koaxialkabel haben einen großen Abstand zwischen Innenleiter und Schirm. Da der Isolator um den Innenleiter sehr „dick“ ist, ist das Kabel meist auch vergleichsweise steif.

    Bei symmetrischen Kabeln liegen die Leiter insbesondere bei den dünnen flexiblen Ausführungen eng beisammen und haben damit deutlich höhere Kapazitätswerte.

    Niedrigste Kapazitätswerte können von symmetrischen Kabeln prinzipiell nicht erreicht werden!

    Mein Favorit bei den Koaxialkabeln ist nach wie vor das Inak NF 102. Das hat gemessene 33 pF/Meter. Nachteil ist die extreme Steifheit.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo,

    mein iPhone X hat mit der RPM-App ca. 1% zu viel angezeigt! Ich habe deshalb in der Fa. das iPhone auf einem "Präzisionsdrehtisch" getestet und die Rohdaten mit der Phyphox-App der RWTH-Aachen ausgelesen - da haben sich die 1% zu viel bestätigt. Im übrigen ist das Gyrosignal selbst im Stillstand natürlich etwas verrauscht. Überträgt man den Grundrauschpegel auf einen ideal konstant laufenden Plattenteller ergibt sich damit schon eine relative Drehzahlschwankung von ca. plus minus 0,18 %.


    Die Genauigkeit der in den Smartphones verbauten Sensoren ist leider nicht immer genau genug. Das ist sicher auch von Hersteller zu Hersteller verschieden. Man kann Glück haben und alles passt oder man hat Pech und erwischt ein Exemplar wie ich es habe.


    Daher meine Warnung: Nicht generell auf die Messung verlassen!


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Klaus,


    ich habe dafür verschiedene Präzisionsabisolierer der Fa. Wetec. Die sind fest eingestellt und funktionieren daher nur für den jeweils vorgesehenen Leiterquerschnitt. Der Vorteil ist das die Isolierung damit vollumfänglich durchtrennt wird und der Rest einfach mit den Fingern abgezogen werden kann. Das funktioniert tadellos auch mit störrischem Material wie Teflon u.ä..

    Wenn Du dich dafür entscheidest musst vorher die genauen Leiterquerschnitte ermitteln, Wetec bietet eigentlich für alle typischen Anwendungen ab AWG 32 bis AWG 18 entprechende Ausführungen an.

    Es gibt auch einstellbare Ausführungen - davon rate ich aber ausdrücklich ab! Ich bin damit nie glücklich geworden und habe mir bei Bedarf immer die passende fest eingestellte Ausführung gekauft.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Christian,


    der Akito hat Baerwald-Geometrie (Lofgren A). Für die Schön-Geometrie muss der TA etwas im Headshell verschoben (nach hinten) und auch leicht verdreht werden.

    Da das Headshell vom Akito sehr kurz baut gibt es evtl. Probleme mit dem Platz zwischen den Anschlusspins. Das Akito Headshell hat vorne eine kleine Bohrung, senkrecht herunter gepeilt ist das der genaue Aufsetzpunkt der Nadel bei Original-Geometrie.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Klaus,


    Koax hat meist eine deutlich kleinere Kabelkapazität. Das ist von Vorteil, weil viele der neuen hochwertigen MM´s eine sehr geringe Abschlußkapazität von 100 - 200 pF benötigen. Wie schon im Beitrag #143 von Udo beschrieben addieren sich die diversen Kapazitäten von den TA-Anschlußkäbelchen bis hin zur Eingangskapazität des Phonoverstärkers auf. Das kann dann schnell mal zu viel werden und der Klangeindruck tendiert leicht zu einer gewissen Schärfe im Hochtonbereich. Ich persönlich bevorzuge das KoaxKabel "INAK NF102". Das hat nur 33 pF pro Meter, ist allerdings sehr steif!

    Wenn Du nur MC´s betreibst spielt die Kapazität praktisch keine Rolle, dann würde ich auch zur symmetrischen Variante tendieren.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Karl,

    sehr interessant deine Messungen. Danke für die Mühe.


    Danach dürfte es keine klanglichen Unterschiede geben zwischen einen Leitungsschutzschalter und einer Neozedsicherung.

    Das heißt aber, wenn wir davon ausgehen, dass es die klanglichen Unterschiede gibt, dann ergibt sich keine Korrelation zu deinen Messergebnissen.

    Hallo Frank,


    für mich gilt genau das oben gesagte. Ich habe vor Jahren bei Renovierungsarbeiten eine Extraleitung in Kombination mit einer Neozed-Sicherung vom Hauptstromverteiler bis zur Steckerleiste der Anlage verlegen lassen. Ich höre keinen Unterschied, aber das Gewissen ist beruhigt und wenn mal „kritische Hörer“ zu Besuch da sind kann ich zeigen das ich alles gemacht habe 😜.

    Beste Grüße

    Ulrich

    Moin,


    die Induktivität steigt erheblich mit dem Abgabestrom des Leitungschutzschalters, der Strom durchfliesst den magnetischen Schlaganker(Spule) um im Kurzschlussfall schnell auslösen.

    Hallo Stephan,


    das die Sicherungen mit zunehmendem Strom warm werden und damit auch Widerstand zunimmt ist klar. Ich habe in einem Datenblatt der Fa. Hager eine Angabe der Verlustleitung bei Nennstrom 16A gefunden - 2,5 Watt. Das entspricht ziemlich genau 0,01 Ohm. Das sind 20% über meinem Messwert - finde ich plausibel.


    Ich verstehe aber nicht warum die Induktivität mit steigendem Strom zunimmt. Hast Du dazu nähere Informationen?


    Beste Grüße

    Ulrich

    Wie hoch ist der Widerstand eines Leitungschutzschalters?

    Hallo Frank,


    das hat mich auch schon immer interessiert und daher habe ich einen Messversuch gestartet. Es war komplizierter als gedacht - mein privates Multimeter hat 0,00 Ohm angezeigt. Daher musste ich in der Firma unsere „Referenz“ bemühen, ein HP 3458 A. Das Gerät ist kalibriert und zeigt im kleinsten Widerstandsmessbereich 5 Nachkommastellen an. Das zu messende Objekt wird in Vierleitertechnik angeschlossen. Ich habe den fabrikneuen Schalter vorher 10mal betätigt.

    Nun zu den Messungen:

    Leistungsschutzschalter ABB 16 A, Auslösecharakteristik B: 0,008 Ohm, Schwankungsbreite 0,0002 Ohm

    Neozed Sicherung Siemens D01 16 A: 0,007 Ohm, Schwankungsbreite 0,0002 Ohm

    Ergänzend dazu habe ich mit einem anderen Gerät noch die Serieninduktivität gemessen.

    Leistungsschutzschalter: 0,6 Mikrohenry

    Neozedsicherung: nicht nachweisbar

    Allerdings sind die gemessenen Induktivitäten an der Messgrenze des Geräts und daher mit Vorsicht zu genießen!


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Klaus,


    wenn Du handwerklich begabt bist, bau Dir doch einfach ein kleines Anschlußpanel mit 2 Neutrik NC3 MD-LX-B Einbausteckern in die hintere Zargenwand des Plattenspielers ein. Da kannst Du dann die Tonarmkabel direkt anlöten und fertig konfektionierte XLR-Kabel als Verbindung zum Phonoverstärker verwenden. Für die asymmetrische Verbindung würde ich dann ein geeignetes Koaxialkabel einseitig mit Neutrik NC3FXX-HE Kabelbuchse versehen und auf der anderen Seite Cinch-Stecker anlöten. Da kannst Du dann leicht umstecken und die beiden Varianten austesten ohne das sich parallel angeschlossene Kabel gegenseitig beeinflussen.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Moin!

    Moderne Digital-Multimeter messen mit Strömen im u-Amperebereich. Wenn man sein System nicht unbedingt mit Opas Gerät im Bakelitgehäuse durchmisst passiert da nichts.


    Gruß Roland

    Hallo Roland,


    bei meinem sind es von den µ-Amperes insgesamt 830 Stück bei der Durchgangsprüfung - und das ist ein modernes hochwertiges Gerät ;). Im Widerstandsmessbereich 5 Megaohm sind es allerdings nur noch 0,83 µ-Ampere. Je höher der Widerstandsmessbereich desto geringer der Strom - ist ja auch logisch.

    Ich verzichte generell bei empfindlichen Geräten auf die "Durchgangspieper" und messe wenn es nur auf den Durchgang ankommt immer im höchsten Widerstandsmessbereich - so kann man genauso gut erkennen ob eine Leitung unterbrochen ist oder nicht.

    Und solange man nicht weis, mit wieviel Strom der Durchgangsprüfer arbeitet, sollte man ganz einfach Vorsicht walten lassen - es gibt auch modernen digitalen Messtechnik-Schrott!


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo,

    ich wäre auch sehr vorsichtig mit dem Einsatz eines Durchgangsprüfers an den sehr filigranen Spulendrähtchen eines Tonabnehmers. Es hat schon Fälle gegeben wo durch den Prüfstrom die TA-Spule abgeraucht ist. Bei einem MM-TA mit 47 kOHM Abschlusswiderstand und vielleicht maximal 25 mV Ausgangsspannung (bei einem lauten Impuls) fließt ein TA-Strom von 0,53 Mikroampere. Bei einem MC sind die Ströme größer - ganz grob im Bereich 25 Mikroampere. Ich habe ein sehr hochwertiges Multimeter, da ist der Prüfstrom beim Durchgangstest mit 0,83 Milliampere angegeben. Das ist vielfach höher als der Strom den der TA normalerweise bei Musik abgibt.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Klaus,


    beim Epilogue werden jeweils zwei der Innenleiter an je eines der Tonarmkäbelchen angeschlossen - und zwar so das sich die Innenleiter überkreuzen. Auf der Steckerseite ebenfalls zwei Innenleiter an je einen XLR-Pin. Beim Sommer Cable SC-Square 4-Core findest Du dazu eine Beschreibung. Das Rauschen soll dadurch noch etwas besser unterdrückt werden.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Dirk,


    wenn Du alle Leitungen einzeln geprüft hast und alle Durchgang haben könnte folgendes Problem vorhanden sein:

    Im Bereich der Lagereinheit ist immer eine geringe Bewegung vorhanden. Dort könnte die Isolation eines der filigranen Käbelchen durchgescheuert sein und jetzt ein sogenannter Masseschluss vorliegen. Du kannst das prüfen, in dem Du den Widerstand zwischen Innenleiter des Anschlusskabels und Außenschirm sowie den Gehäusemasse-Anschlüssen prüfst - immer bei nicht angeschlossenem Tonabnehmer! Der gemessene Widerstand sollte gegen "unendlich" gehen. Falls der Widerstand gegen "null" geht, liegt ein Masseschluss vor. Die Ausgangsspannung des TA ist dann kurzgeschlossen und wird somit zu "null" - es ist nichts zu hören!

    Das hilft Dir natürlich nicht direkt weiter, die Ursache zu finden ist aber immer schon ein Schritt nach vorne.


    Ich wünsche Dir gutes gelingen und bald wieder viel Freude mit dem schönen AC-3000!


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Jürgen,


    vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Ich habe einen einfachen LInn Basik mit Akito Tonarm an dem aktuell das Adikt spielt. Der Basik ist mit den Sincos Netzteil von Usul hier aus dem Forum getunt. Den Akito habe ich selbst sehr aufwändig überarbeitet - teilweise neue Einzelteile angefertigt, Hochpräzisionslager und neue Verkabelung. Insgesamt bin ich mit dem Setup sehr zufrieden, allerdings kommt nach einer „gewissen“ Zeit immer mal wieder der Gedanke nach was neuem auf.

    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Zusammen,


    hat jemand von euch schon mal das Rega Ania Pro gehört und verglichen. Das gehört auch zur 1000 € Klasse. Ich finde die etwas spezielle Konstruktion von technischer Seite sehr interessant. Es gibt in den Gazetten recht viel Lob, ich hätte aber lieber eine Bewertung von neutraler Seite.


    Beste Grüße

    Ulrich

    Hallo Zusammen,


    ich glaube hier wird was durcheinander gebracht. Die IEC Norm definiert den bespielten Bereich einer Schallplatte. So ist der kleinste Radius einer 12“ Platte auf dem noch ein Ton aufgezeichnet ist 60,325 mm. Der äußere Durchmesser, beim dem der erste Ton einsetzt beträgt 146,05 oder 146,3 mm je nach Jahrgang der Norm. Damit sind nicht die Nullradien gemeint!
    Die verschiedenen Tonarmjustage-Geometrien haben alle das Ziel die Verzerrungen zu minimieren. Jeder „Erfinder“ hat dabei geringfügig andere Ideen was das Optimum betrifft. So versucht z.B. Stevenson den generell kritischen innersten Bereich der Schallplatte zu optimieren. Schön geht da noch etwas weiter und versucht auch noch einen guten Kompromiss bez. der unvermeidbaren Justagefehler zu erreichen. Der Clearaudio Ansatz ist ganz speziell. Die Radien 75, 70, und 65 mm sollen dem innerstem bespielten Radius der Schallplatte entsprechen. Der TA wird dann so justiert das nur der Bereich bis zum jeweiligen Radius (75, 70 od. 65 mm) optimiert wird. Bei konsequenter Anwendung ist der TA dann je nach Schallplatte neu zu justieren. Ich kenne keinen der das macht! Man kann ja mal auch die eigene Schallplattensammlung untersuchen welcher innerste Radius im Mittel vorhanden ist und sich dann für 75, 70, 65 oder für eine ganz andere Geometrie entscheiden. Es gibt viele Lösungen die gute Ergebnisse bringen.


    Beste Grüße

    Ulrich