Posts by AndreasS

    ...rein theoretisch, erhöht sich die statische ( DC-Load ) Verstärkung ( µ ) nicht, denn dieser ergibt sich als Multiplikation der Steilheit x Anodenwiderstand.

    Hallo Cay-Uwe,

    statt Anodenwiderstand sollte der Innenwiderstand der Röhre in Deiner Formel stehen...

    In der Praxis steigt die Verstärkung einer Triode mit der Vergrößerung des Außenwiderstandes: einzeln arbeitet die Triode aus die Parallelschaltung von Anodenlast und Gitterableitwiderstand der Folgestufe; lässt Du nun zwei Trioden gemeinsam auf einen halb so großen Widerstand an der Anode arbeiten, bleibt doch der Gitterableitwiderstand der Folgestufe unverändert..., die beiden sehen also eine größere Last. Natürlich nimmt die Verstärkung nur geringfügig zu.

    Gruß Andreas

    Bezüglich des höheren Gitterstromes den die 6SL7GT bei Ug > -1,3V ziehen soll, kann ich nichts sagen, denn das müsste gemessen werden. ...Nichts desto trotz, würde es heißen, wenn dem so wäre, dass ein Arbeitspunkt bei < -3V eher geeignet wäre um die +4dBu von ca. 1,7Vp sicher ansteuern zu können. Dann würde die Triode im Bereich von Ug -1,3Vp bis - 4,7Vp arbeiten.

    Hallo Cay-Uwe,

    Gitterstrom setzt nicht schlagartig ein, sondern allmählich. Im posting 1483 ist nur der Einsatz des Gitterstromes der 211 sichtbar.

    So bedeutsam sind die Gitterstromverzerrungen nun auch nicht - immerhin erzeugt die Röhre bei derartiger Aussteuerung 5% Klirr durch Anodenstromverzerrungen. Bei niedrigen Quellwiderständen sind sie vernachlässigbar, bei Quellwiderständen von ca. 100 kΩ kommen sie in die Größenordnung der Anodenstromverzerrungen, so dass eine teilweise "Kompensation" dieser stattfinden kann.

    Um auf ein Bias von 3 Volt zu kommen muss man bei gleichem µ der Röhre die Spannung an der Anode erhöhen: entweder kleinerer Anodenwiderstand (weniger Verstärkung) oder eine Drossel an die Anode oder die Versorgungsspannung um 50% erhöhen.

    Aus "kosmetischen" Gründen hattest Du eine Oktalröhre für den Eingang gewählt. Falls Du dies beibehalten möchtest - ich hatte ja schon die Schaltung von Gerd Reinhöfer hier verlinkt, welche datenmäßig die 6SL7 weit übertrumpft.

    Gruß Andreas

    Laut meinen Messungen funktioniert alles korrekt ...

    Hallo Cay-Uwe,

    das ist auch glaubhaft: die erste Oberwelle der Gitterstromverzerrungen ist gegenphasig zu der ersten Oberwelle der Anodenstromverzerrungen - unter bestimmten Umständen kann es zur Minderung der Gesamtverzerrungen kommen. Da die Gitterstromverzerrungen hauptsächlich von der Ausgangsimpedanz der Signalquelle davor abhängen, kann es bei einer bestimmten Ausgangsimpedanz zur Auslöschung führen. Diese Ausgangsimpedanz liegt aber in Bereichen, welche wesentlich höher ist als heutige Signalquellen haben.

    Gruß Andreas

    ...+4dBu bedeutet einen Pegel von ca. 1,228Vrms oder 3,47Vpp. Wie der Zufall es wollte erreiche ich mit den Pegel mit der 6SL7GT eine Verstärkung von ca. 138Vpp, ...


    Eins kann ich aber schon sagen, die Simulation hat den BIAS recht genau ermittelt. Der BIAS sollte sich bei ca. -1,9V DC einpendeln. Gemessen habe ich an beiden Röhren -1,85V DC.

    Hallo Cay-Uwe,

    Du hast bei +4 dBu eine Spitzeneingangsspannung von ca. 1,74 Volt (Sinusspannung); Dein Bias ist -1,85 Volt. Gitterstrom fließt ab ca. -1,3 Volt (je nach Gasen in der Röhre) - folglich bei allen Pegeln über 0,4 V RMS. Eine andere Röhre wäre am Eingang angebracht.

    Gruß Andreas

    Hallo Alex,

    Dank für den Auszug. Diese Kondensatoren im runden Becher mit dem Gewindeloch habe ich auch..., aber nie auf die Bezeichnung, sondern nur auf den Wert Kapazität und Spannungsfestigkeit geschaut. Und da sind die vorhandenen eher nicht so spannungsfest wie notwendig.

    Diese Kondensatoren musste ich nie tauschen, es waren runde, axial bedrahtete im Aluminiumröhrchen.

    Gruß Andreas

    Rä für ECC85 500 Ohm.


    Ist ja auch ein HF-Rohr. Deswegen ist immer Vorsicht angesagt, ob die Bandbreite bezüglich Rä auch nach unten für NF Gültigkeit hat.

    Ja, für HF ist es schon richtig: je steiler die Röhre, desto geringer der äquivalente Rauschwiderstand. Doch für NF kommt noch das Funkelrauschen dazu - ausgeprägt in einem Frequenzbereich, der besonders hoch verstärkt wird.

    Datenblattangaben Req E80F: 40 kΩ; C3m: 5 kΩ


    Gruß Andreas

    ....Sind Sie sicher dass Sie Siemens MKV's meinen?


    Dies sind ziemlich hochwertige Hochvolt Polypropylen in Öl Folienkondensatoren

    Hallo Holger,


    Sicher bin ich mir nie...

    Die Bezeichnung MKV ist wohl Siemens-spezifisch, dass es Polypropylen-Kondensatoren mit Ölfüllung gibt war mir noch nicht bekannt. Ich muss mal nachschauen, ob ich noch nicht alle entsorgt habe.


    Gruß Andreas

    Auch solche Kleinsignaltriödchen, wie ECC 81,82,83 haben herstellerspezifische Systemgeometrien, die unmittelbar in das Klirrverhalten eingehen, völlig unabhängig vom Verschleiß. Und dabei geht es nicht um die absolute Klirrmenge, sondern um deren spektrale Verteilung.... und da ändert auch Gegenkopplerei nix dran. Wenn der Rest der Kette auflösen kann, hört man das.

    Hallo Matthias,

    die Verzerrungen steigen quadratisch mit der Aussteuerung; da entscheidet besonders das Verhältnis Versorgungsspannung zum Signalpegel. Neben der ersten Oberwelle entstehen je nach Röhre Anteile höherer Harmonischer, es dominiert aber in einem weiten Gebiet K2. Gegenkopplung linearisiert die Kennlinie (wie es Dir ja bekannt ist), es braucht davon gerade soviel, dass die Klirranteile unter Deine Wahrnehmungsschwelle kommen.

    Die größte Aussteuerung (und damit die meisten nichtlinearen Verzerrungen) erfolgt in der Endstufe..., diese klirrfrei aufzubauen wäre Voraussetzung, bevor man den Vorstufenröhren die Schuld zuschiebt. Oder man hat dort einen Fehler...

    Gruß Andreas

    Servus.


    ...bei Vorstufen Röhren werden die meisten Entwickler wahrscheinlich zu den im Datenblatt vorgeschlagenen Arbeitspunkten gegriffen haben. Warum auch davon abweichen?!

    Hallo Dieter,

    gewiss macht man damit nichts Falsches; ich rate auch dazu. Das Problem entsteht, wenn man beispielsweise nicht soviel Verstärkung braucht oder der Dynamikbereich durch zu weite Aussteuerung eingeengt wird oder die Eingangsimpedanz der nächsten Stufe zu gering ist.

    Es gibt Datenblätter für Röhren, in denen keine Arbeitspunkte für RC-gekoppelte NF-Verstärkerstufen angegeben sind (Bsp. E83F). Dennoch findet man diese Röhren in NF-Schaltungen. Das Datenblatt der E80F gibt es nur mit Werten für 220 kΩ Anodenwiderstand; woher die Werte für andere Anodenwiderstände nehmen?


    Gruß Andreas

    Ja, nehmen wir das Beispiel Gegentakt mit ECC82: viele Schaltungen haben für beide Systeme einen gemeinsamen Kathodenwiderstand (z.B. Universal Audio Model 101). Geringe Unterschiede beider Systeme wirken sich hier aus, dafür ist bei gegebener Betriebsspannung die erzielbare Ausgangsleistung höher, Gleichrichungseffekte bei hoher Aussteuerung ändern den Klang. Eine bessere Lösung bietet hier der Tube-Tech LCA 2A-Verstärker: erhöhte Kathodenwiderstände einzeln für jedes System senken die Gleichstromsteilheit und stabilisieren den Arbeitspunkt; die geringere Spannung über der Röhre senkt aber geringfügig die Leistung.


    Gruß Andreas

    Hallo,


    wie alles im Leben verändern Röhren mit der Zeit ihre Eigenschaften. Ein vernünftiger Verstärker sollte zu der Musik nichts hinzufügen oder weglassen.

    Sollten Röhren beim Tausch folglich den Klang verändern, ist das Schaltungsdesign fehlerhaft. Dies ist häufig bei Konstruktionen, bei denen die Röhren bis an die Grenzen ihres Datenblattes ausgenutzt werden und auf Gegenkopplung aus ideologischen Gründen verzichtet wird.

    Ich nehme lieber eine Verstärkungsstufe mehr, um mit Gegenkopplung Parameterstreuungen zu mindern.


    Gruß Andreas

    Hallo,


    bei Valley und Wallmann nennt man diese Schaltung noch "series amplifier".

    Gut erklärt wird die Funktion von John Broskie -Matthias nannte ja das Wesentliche: http://www.tubecad.com/article…_Deconstructed/index.html

    Erstaunlich ist beim verlinkten Verstärker, dass hier kein Koppel-C ist, welcher für die vorgesehene Funktion notwendig ist. In seinen vorherigen Verstärkern verwendet er die ECC99 auch in dieser Topologie, aber mit Koppelkondensator. Aber dort ist zur Endröhre ein Abblock-C notwendig, während diesmal ein extrem vergrößerter Kathodenwiderstand für die notwendige Gittervorspannung der 300B bei direkter Ankopplung zuständig ist. Hat die 300B solche Exemplarstreuungen, dass dies sinnvoll werden lässt???


    Gruß Andreas