Beiträge von AndreasS

    ...typischerweise besitzen Lautsprecher einen Impedanzgang der sehr stark variert.

    Hallo Cay-Uwe,


    das ist kein Problem, da wir zwischen Endröhre und Last auch mit Spannungsanpassung arbeiten (Quellwiderstand << Lastwiderstand). Der "optimale" Lastwiderstand für die Röhre ergibt sich lediglich aus dem Wunsch nach maximaler Leistungsabgabe.

    Trioden reagieren auf zu geringe Last mit stark abfallender Leistung, Pentoden sind diesbezüglich etwas gutmütiger, allerdings steigt der Klirr bei Abweichungen vom Nominalwert.


    Gruß Andreas

    Der 1663 ist mit 5k : 8 Ohm angegeben, ...

    Hallo Cay-Uwe,

    der LL1663 ist laut Datenblatt ein 24:1-Übertrager, d.h eine Last von 8 Ω wird primärseitig als 4,6 kΩ gesehen. Dazu muss man den Wicklungswiderstand primär von ca. 200 Ω und den ebenso nach primär transformierten Wicklungswiderstand von 200 Ω addieren - die Röhren haben so 5 kΩ Last. Bei 4 Ω Last würden die Röhren entsprechend 2,7 kΩ sehen (da sich die Gleichstromwerte nicht ändern, nur die Verluste nehmen zu). Bei 16 Ω Last fallen die Wicklungswiderstände nicht so ins Gewicht, nur ist dann die Primärinduktivität eventuell zu gering.

    Gruß Andreas

    ... Die mögen ja einen kleineren Klirrfaktor haben, aber deren Signal wird in der Endstufe noch einmal verstärkt.

    Einfach mal mitrechnen: die Endstufe verstärkt das Signal und die Verzerrungen in gleichem Maß, wäre die Endstufe verzerrungsfrei, würde sich das Verhältnis Verzerrungen/Signal (also der Klirrfaktor) nicht ändern.

    ... Welche Geräte benutzt Du?

    Hallo Jokeramik,


    als Hobbybastler schaffe ich mir keine sündhaft teure Messtechnik an: angefangen habe ich mit Sinusgenerator, Bandpass und selektiven Millivoltmeter (damals wurden die R&S-Röhrengeräte fast noch verschenkt),

    inzwischen erhielt ich billig gebrauchte Siemens D2100 und W2100: die brauchen keine Zeit zum Anheizen und zeigen auch noch die Werte an, welche unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen.


    Gruß Andreas

    Datenblätter geben i.d.R. einen Arbeitspunkt (Testbedingungen) unter allgemein übliche Versorgungsspannungen an; dabei möglichst nah der Grenzverlustleistung, da bei höheren Strömen µ und die Steilheit ansteigen und der Innenwiderstand sinkt. Für Audio-Endröhren findet man dann auch Arbeitspunkte für Eintakt- oder Gegentaktverstärker.


    Einige Röhrenhersteller geben auch Charts für verschiedene Außenbeschaltungen von Kleinsignal-Röhren an: die dort genannten Klirrfaktoren gelten für die dort ebenso aufgeführte maximale Ausgangspannung. Der Klirrfator (Oberwellenpegel geteilt durch Pegel der Grundwelle) ist sowohl pegelabhängig (ein Zehntel der Ausgangsspannung ergibt auch ungefähr ein Zehntel des Klirrfaktors) als auch von der Versorgungsspannung abhängig (doppelte Versorgungsspannung ergibt ungefähr halben Klirrfaktor).


    Wie schon geschrieben: wähle für die Endröhre Deiner Schaltung einen Arbeitspunkt, der ein Kompromiss zwischen Leistung und Klirr ist.


    Gruß Andreas

    Der "Klirr" steigt quadratisch mit der Aussteuerung der Röhre - und er ist durch der am "Ende" arbeitenden Röhre dominiert. Nun wählt man aber für diese Röhre eher einen Arbeitspunkt für maximale Leistung als für minimalen Klirr - anderenfalls würde die angeschlossene Last größeren Einfluss auf die Verzerrungen haben. Optimale Arbeitspunkte findet man in den Datenblättern.


    Es bleibt die Möglichkeit, die Lastabhängigkeit und den Klirr durch Gegenkopplung zu vermindern - nur solange ein Überschuss an Verstärkung vorhanden ist und Stabilitätskriterien eingehalten werden. Gewiss ist es dann interessant, den Klirrfaktor zu messen..., wenn die Grenze erreicht ist, kann man aber "nichts mehr machen".


    Gruß Andreas

    ...Um wirklich Aussagen über Klirrfaktor etc. treffen zu können benötigst Du als erstes einen sehr klirrarmen Oszillator. Und der sollte deutlich besser sein als das Signal was Du beurteilen möchtest.

    Zur Audiobeurteilung würde ich mir dann noch einen Audioanalyser zulegen. Da gab es schon eine Thread hier im Forum dazu.

    Hallo Jokeramik,

    zunächst sollte man sich die Frage beantworten, an welchen "Stellschrauben" man den Klirrfaktor ändern kann; erst danach machen Messungen einen Sinn.


    Für Amateure reicht ein einfacher Generator, wenn der Ausgangspegel der Wien-Brücke keine allzu hohe Nachverstärkung braucht (Pegel vor dem Nachverstärker und nicht am Ausgang des Gerätes einstellen), bedarfsweise kann auch noch ein Bandpass für die Grundwelle nachgeschaltet werden.


    Für die Frequenzanalyse reicht vielfach auch ein selektives Millivoltmeter..., man braucht nur etwas mehr Zeit als beispielsweise mit einem UPA oder UPL.


    Gruß Andreas

    ...Der Bias am Sockel der zuvor durchgebrannten Röhre ist jedoch kurz vorm Anschlag und kann nicht mehr weiter nach oben geregelt werden,

    Hallo Tom,

    das kann ein Hinweis auf Gitterstrom sein: die KT88 sollte keinen größeren Gitterableitwiderstand als 100 kΩ haben. Kannst Du Die Spannung zwischen Pin 5 und Pin 8 der KT88 mit einem hochohmigen Voltmeter messen (ohne Signal)?

    Gruß Andreas

    In diesen Feldern können die Federn durchaus Vorteile gegenüber den Abschirmbechern haben: durch ihr geringeres Gewicht belasten sie bei der Verwendung von Platinen die Lötverbindung zwischen Fassung zur Platine weniger und behindern weniger die Abstrahlung der Wärme aus der Röhre.


    Eine bessere Lösung für die Wärmeabfuhr wären aber Abschirmbecher mit Fenster..., natürlich bei auf einem stabilen Chassis montierter Fassung.


    Gruß AndreasL1050213.jpg

    Hat da jemand Erfahrung die Er gerne preisgeben möchte?

    Hallo,

    ich habe sowohl mit der C3m und der C3o Vorverstärker gebaut (Eingangsempfindlichkeit um die 10 mV, Wechselstromheizung). Probleme mit Heizungsbrumm hatte ich in keinem Fall (Messmöglichkeit bis - 95 dbu).

    Gruß Andreas

    Ich habe 3 Satz (je 4 Stück) Röhren (alle mit >100h):

    -OEM JJ Röhren

    - NOS 1965ger, Irgendetwas Russisches

    -PSVANE CV181-T/2 Ref MarkII

    An sich sollten ja die sündhaft teuren PSVANE das Rennen machen aber in meiner (!) Konstellation liefern sie nicht wirklich ab.

    An den Röhren liegt es bestimmt nicht; man kann sogar Verstärker für Gleichstrom mit Röhren realisieren. Natürlich gibt es Parameterstreuungen zwischen Röhren eines Typs oder verschiedener Hersteller, doch Unterschiede der Wiedergabe tiefer Frequenzen lassen sich nicht so erklären. Uli hatte Dich ja bereits zur Schaltung des Verstärkers gefragt...

    Gruß Andreas

    Eine dem "Octal Preamplifier" von TM fast gleichende RIAA-Stufe hatte ich schon vor über 20 Jahren aufgebaut mit dem kleinen Unterschied, dass anstelle von 6SF5 und 6J5 zwei Systeme der 6SL7 die Verstärkung brachten.


    Ich bin mit der Schaltung zufrieden: der Rauschabstand ist ausreichend, die Heizung erfordert zumindest gesiebte Gleichspannung (eine Restwelligkeit von 10% stört nicht). Eine Nachverstärkung der Ausgangsspannung ist zweckmäßig; ich hatte dafür eine 6SN7 genommen.


    Besser wäre m.E. die Verwendung einer Pentode in der Eingangsstufe, da die Millerkapazität bei der Verwendung eines MC-Übertragers weniger ins Gewicht fällt und der Innenwiderstand der Röhre geringeren Einfluss auf die Filtercharakteristik nimmt (und es Kleinsignalpentoden mit doppelt gewendeltem Heizfaden gibt)


    Gruß Andreas

    Die Gleichstromwiderstände von Zwischenübertragern liegen in der Grössenordung von einigen 100 Ohm.

    Hallo Toni,


    im angesprochenen Beispiel von Andrea Ciuffoli wird der LL1660 in der Verschaltung 4:4,5 verwendet: Primär DCR 1260 Ω, nach primär transformierter DCR der Sekundärwicklung (großzügig geschätzt) auch so viel. Bei einem Übertrager mit Luftspalt geht es halt nicht besser, da sonst nicht die geforderte Primärinduktivität erreicht werden kann (und es darüberhinaus noch ein Kerntransformator ist).


    Für AC liegt nicht nur der induktive Widerstand der Primärwicklung im Anodenkreis, sondern parallel dazu auch der nach primär transformierte Lastwiderstand sowie die Eingangskapazität der Folgestufe..., es wäre wunderbar, wenn Deine Meinung stimmen würde: dann wäre die Verstärkung eine MC-Signals nur mit einem Übertrager auf Line-Pegel machbar.


    Nenne es bitte nicht einen Vorteil, wenn an der Anode der Röhre eine niedrigere Spannung ist: je höher die Betriebsspannung gegenüber der Signalspannung ist, desto weniger Verzerrungen erzeugt die Röhre.


    Gruß Andreas

    Die Röhre sieht als Anodenwiderstand den sekundär am Übertrager (1:1) anliegenden (komplexen) Widerstand, meist der Gitterwiderstand der folgenden Röhre.


    Die Verstärkungen einer Röhre mit z.B. 100k Anodenwiderstand und einer Röhre mit einem 1:1 Zwischenübertrager mit sekundär anliegendem 100k Widerstand sind gleich groß.

    Die DC Arbeitspunkte müssen dabei natürlich gleich sein.

    Hallo Toni,

    so einfach ist das nicht: jeder Übertrager hat einen Gleichtromwiderstand sowohl primär als auch sekundär; die Röhre sieht diese beiden Widerstände in Reihe mit dem Gitterableitwiderstand 100 kΩ. Die Widerstände des Übertragers bilden mit dem Gitterableitwiderstand einen Spannungsteiler, welcher den Pegel am Gitter der folgenden Röhre herabsetzt.

    Übrigens, bei einer RC-Kopplung sieht die Röhre als Last eine Parallelschaltung ihres Arbeitswiderstandes 100 kΩ und des Gitterableitwiderstandes 100 kΩ..., zusammen 50 kΩ. Gleicher Arbeitspunkt = gleiche Steilheit ergäbe dann weniger Verstärkung - doch wer macht denn das so in der ersten Stufe? Ermöglicht doch die LC-Kopplung eine leistungsfähigere Röhre (die man aber bei den Pegeln eines MM-Vorverstärkers gar nicht braucht).

    Gruß Andreas