Posts by hoerohr

    Nur damit ich das richtig verstehe, der Effekt tritt mit allen Tunern auf oder nur mit dem KT 6040?


    Also, der KT 6040 ist empfindlich und übersteuerungsfest? Woran machst Du es fest?

    Ich kenne die Funktion vom KT 7020, der kam etwas früher auf den Markt. Zufriedenstellend funktioniert hat es nach meiner Erinnerung aber nicht wirklich. Möglich, dass Kenwood dies dann nochmal verbessert hat. Besser finde ich Tuner, bei denen man die gewählten Einstellungen auf den Programmplätzen mit abspeichern kann.

    Zu 1.: der KT-6040 zeigt mir die unterschiedlichen Pegel überhaupt erst an - bei den beiden anderen Tunern wurde gleich Vollauschlag angezeigt. Sieht so aus das die Signalanzeige recht brauchbar ist, obwohl die auch nur aus 5 Segmenten besteht

    Zu 2.: der KT-80 hat den Piratensender (87,7) rein bekommen, der TU-767 bemerkt den Piratensender gar nicht, und der KT-6040 bekommt den wieder rein. Auf 104,5 gibt es beim KT-80 nur einen Mordskrach, der TU-767 kann durch Zuhilfenahme der SSS die Geschichte brauchbar in Mono wiedergeben, der KT-6040 bekommt ihn von allein rein, und sschafft den Sender gar auf Stereo - aber nur mit Rauschen, weshalb ich den lieber auf Mono höre.

    Zu 3.: habe keinen Vergleich zum 7020, allerdings soll der 6040 eine komplette Neuentwicklung sein - was man auch am Innenleben erkennen kann. Der 7020 soll eher ein optisch veränderter KT-990D sein. Bei solchen Empfangssituationen wie hier, ist es eh wurscht, ob ich jetzt nachstellen muss weil die Wetterlage sich geändert hat oder weil er sich falsch entschieden hat. Meistens stimmt die ausgewählte Empfangseinstellung.


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    der Kenwood KT-6040 ist jetzt soweit fertig revidiert. War schwieriger als erwartet, ich schätze deshalb, weil der Tuner mehr Potenzial inne hat als Anfangs vermutet. Habe ja zuerst den LME49720 verbaut - ein Reinfall wie sich schnell herausstellte. Zunächst kamen Jazz und Blues wunderbar Stimmungsvoll rüber, bei Klassik gab es jedoch einen krassen Abfall. Nun habe ich aber häufiger Probleme mit dem LME49720 und bin deshalb auf den OPA2134 umgestiegen - und siehe da, der Tuner differenziert jetzt wunderbar, ob Klassik, Jazz oder Blues ist dabei egal. Dabei fällt mir ganz besonders der Qualitätsunterschied zwischen den Sendern auf. Meine beiden Kultur-Wunschsender klingen wunderbar, der lokale "Störsender" - ein privater welcher auch von Werbung lebt, fällt dagegen krass ab, klingt sogar unangenehm. Da ist der Denon TU-767 deutlich nachsichtiger. Na also, es geht doch. Der Grundig T-7500 darf kommen :)

    Der Unterschied in der Signal-Intensität auf 91,8 und 102 liegt weder am Tuner noch an der Antenne. Am späten Nachmittag tritt dieser Unterschied auf, vormittags und abends sind die Pegel gleich. Weiß der Henker weshalb...

    Zur Zeit läuft alles Verzerrungsfrei - die Bandbreite zwischen Eingangsempfindlichkeit und Großsignalfestigkeit scheint sehr groß zu sein. Interessant ist die Funktion "Active Reception", bei welcher die Empfangsparameter (Direct/Distance und Narrow/Normal/Wide) bei der Anwahl des Senders vom Tuner festgelegt werden. Bisher hat er sich meistens richtig entschieden. Ich bin beeindruckt (nicht zu verwechseln mit begeistert ). Wobei beeindruckt mehr Aussagekraft besitzt als begeistert, was irgendwie zu emotional behaftet ist :)


    Gruß


    Matej

    Hallo Walter,

    Klang ist wie gesagt nicht mein Thema, dafür die möglichst unverfälschte Wiedergabe der Aussendung, die neben dem exakten Frequenzband der Kanäle z.B. auch eine optimale Kanaltrennung und Pilottonunterdrückung sowie die Unterdrückung weiterer ungewollter Frequenzen in der NF und auch einen möglichst geringen Klirranteil beinhaltet.

    Hallo holli05,

    jetzt hast du mir einige Stichwort geliefert. Hier meine Interpretation um die üblichen Missverständnisse zu vermeiden:

    Klang: der Klang entsteht im Konzertsaal oder im Studio - was davon rüberkommen soll, egal ob auf CD, Schallplatte über Rundfunk, liegt in der Hand des Aufnehmenden, nicht in der Hand des Wiedergebenden daheim. Wird daheim am Klang manipuliert, so wird das zwangsläufig einseitig und somit auf die Dauer langweilig.

    die möglichst unverfälschte Wiedergabe der Aussendung: ja, stehe voll auf deiner Seite, auch wenn das zwangsläufig zur Folge hat, das manipulierende Maßnahmen am Material (z. B. Komprimierung), welches besonders im privaten Rundfunk seine Anwendung findet, und nur dem Effekt dienen die Sprecherstimme möglichst laut in den Vordergrund zu rücken, auf die Dauer dieser Klang nervt. Habe gerade soeben einen solchen Fall erlebt - der lokale Sender auf 96,3 war eingestellt, ich dachte noch "au fein, das ist doch mal gute Musik", und habe nach einer Minute umgeschaltet, weil es mir total auf die Nerven ging. Umgeschaltet auf 91,8 (ein staatlicher Sender) und aufgeatmet - doch nicht der Tuner schuld. "möglichst unverfälscht" ist zwangsläufig auch sezierend. Ein Großteil der Sendungen werden somit "nicht mehr anhörbar"

    exakten Frequenzband: noch so ein Missverständnis - einerseits wird dem Frequenzgang allein viel zuviel Bedeutung beigemessen, andererseits ist das heutzutage kein Problem mehr - so gut wie jeder Verstärker ist mittlerweile in der Lage völlig linear von 1 Hz bis 1 MHz zu arbeiten, sofern er halbwegs vernünftig konzipiert wurde. Wirklich wichtig ist jedoch eine lineare Phasenlage, denn nur damit wird eine möglichst unverfälschte Wiedergabe möglich, nur so werden die aufwendigen Produktionen (bei solchen wird die lineare Phasenlage bereits im Studio berücksichtigt) korrekt wiedergegeben, und kann so deren ganze Pracht entfalten.


    Kommen wir nun zu dem wo sich unsere Arbeit kreuzt. Erstens ist meine Arbeit kein Ersatz für deine Arbeit, es ist lediglich eine Vorarbeit um ideale Voraussetzungen zu schaffen. Wenn du ein altes Auto kaufst, mit abgefahrenen Reifen und kaputten Stoßdämpfern, da verbaust du auch erst die Stoßdämpfer, ziehst dann neue Reifen auf und lässt am Ende die Spur einstellen. Niemand käme auf die Idee zuerst die Spur einzustellen und dann Stoßdämpfer und Reifen zu wechseln. Ist hierbei auch nicht anders - erst werden die Verschleißteile gewechselt, dann wird justiert.

    Was die Kondensoren angeht: es ist nun mal so, Kondensatoren sind Verschleißteile, da führt kein Weg dran vorbei. So ein Verschleiß verläuft fließend, und die meisten merken das erst wenn nichts mehr geht. Und das betrifft nicht nur den NF-Teil sondern genauso auch den HF-Teil eines Tuners. So habe ich bisher an allen drei Geräten (KT-80, TU-767 und KT-6040) eine leichte Zunahme der Signalstärke feststellen können, als ich angefangen habe die Kondensatoren im HF-Teil zu wechseln. Natürlich nicht soviel das einen Abgleich ersetzt, eher marginal, aber doch soviel, das nach dem Abgleich ein ca. 2-3 dB besserer Rauschabstand erzielt wird. Ich empfehle dir das einfach mal zu probieren - keine "Muse" Kondensatoren", einfach nur was aus der Serie FR von Panasonic oder Serie KYB von United Chemicon. Ich würde dir diese auch kostenlos zusenden, die 10,- bis 20,- € wären es mir wert. Möglichkeiten dazu hast du ja, warum nicht mal zur Tat schreiten - dann hast du keine Meinung sondern Wissen.


    Warum mache ich das überhaupt? Zum einem muss ja erst mal die Quelle stimmen, sprich entsprechende Sender müssen überhaupt erst mal verfüg- bzw. empfangbar sein. Deshalb lief der erste Versuch mit einem einfachen KT-80 ab. Das war schon ausgesprochen positiv, sogar so sehr, das ich mittlerweile bereit bin die Preisgrenze deutlich nach oben zu verschieben, auch für die Antenne und deren korrekte Installation.

    Zum zweiten gibt es viele Geräte, bei denen im wesentlichem alles stimmt, nur das an diversen Stellen etwas gespart oder das aus reinen Sicherheitsgründen (z. B. wegen DC-Offset) bestimmte Dimensionierungen zu heftig ausgefallen sind, z.B 3 kOhm Ausgangswiderstand wegen Muting, obwohl es mit 500 Ohm genauso funktionieren würde. Kleine Änderungen an den Dimensionierungen am Ausgang können hier sehr viel bewirken, und somit das eigentlich qualitativ sehr gute Frontend besser zur Geltung kommen zu lassen. Solche Geräte herauszufischen und die entscheidenden Punkte finden - das bereitet mir Freude.


    Ich hoffe ich werde verstanden


    Gruß


    Matej

    Natürlich kann das eine höhere Empfindlicheit des FE bei höheren Frequenzen sein, was auch ganz normal wäre. Zuerst würde ich aber die Antenne verdächtigen, da je nach deren Resonanz und Bandbreite sich deren Gewinn ändert.

    Bisher war dieser Effekt eher umgekehrt, das nämlich das Signal auf 91,8 MHz stärker schien. Mit der neuen (selbstgebauten) Antenne nach Brian Beezley schien dieses Problem erledigt. Die Signalanzeige am Kenwood scheint das aber etwas reeller wiederzugeben, jedenfalls habe ich jetzt nicht generell einen Vollausschlag sobald die Stereoanzeige aufleuchtet. Alles deutet auf ein generell zu schwaches Signal hin.


    Und was die Kondensatoren betrifft, bin ich grundsätzlich anderer Meinung,

    Eine Meinung ist das eine, Erfahrungen und Ergebnisse das andere. Ich tausche gern mit jemandem meine Erfahrungen aus, diskutiere jedoch nicht über Meinungen


    wenn man mal die Deemphasis des Denon außen vor läßt bis zu deren angeblicher Fehlkonstruktion aufgestellten Behauptungen Meßwerte gezeigt werden,

    Hast du mal ins Datenblatt des Dekoders geschaut? Hast du dir die Schaltung des Sansui TU-919 angesehen? Hast du dir Schaltung des Denon angesehen und verglichen?

    Ich habe da ziemlich lange drüber gebrütet, erst am Denon, weil ich das einfach nicht glauben wollte, dann am Datenblatt, zuletzt am Sansui. Den Sansui habe ich ausgesucht, weil laut Tabelle von Tunerinfo dort der gleiche Dekoder verbaut wird wie im Denon. Die Infos zur Deemphasis und deren Wirkung habe ich mir von dieser Seite geholt - https://www.radiomuseum.org/fo…asis_and_de_emphasis.html

    Lese dir den Artikel ruhig mal durch, und dann rechne mal selbst nach...


    doch bei über 30 Jahre alten Geräten wäre mancher Fehlklang oder falsche Dimensionierung vermutlich schon lange entdeckt.

    Ob sowas entdeckt wird ist meist dem Zufall überlassen. In der Regel wird in der Form darüber geredet, das die Geräte als zu Hell oder zu Dunkel klassifiziert werden. Das dabei die Phase nicht mehrt korrekt verläuft stört mich aber, der Frequenzgang weniger. Nur mit einem linearem Phasenverlauf werden Räumlichkeit und Amplitude korrekt wiedergegeben.

    In preiswerten Tunern werden an der Stelle oft Keramikkondensatoren verwendet. Wie die sich langfristig behaupten weis ich nicht, ich weis aber das die in Filterschaltungen nicht viel zu suchen haben. Dort gehören Folienkondensatoren hin, am besten MKP oder Styroflex. Ich habe mir dazu sehr viele Schaltungen dazu angesehen, die größte Abweichung lag bisher bei 3.400 oder 2.880 Hz, korrekt sind 3.183 Hz. Die meisten Lagen jedoch bei +/- 50 Hz, da kräht kein Hahn nach. Am genauesten war übrigens Sony, die haben die Frequenz fast auf den Punkt genau getroffen. Aber 4.400 Hz ist schon ein Ausreißer.

    Ein möglicher Einfluß eines 50%-tigen Kapazitätsverlustes irgendwelcher Betriebsspannungsstützkondensatoren auf den Klang eines Tuners ist mMn nicht nachweisbar. Einfach mal nen Kondensator in der Kapazität auf ein Zehntel reduzieren oder in der Kapazität verzehnfachen und ehrlich blind hören ...

    Die Versuche habe ich schon lange hinter mir, seit nunmehr 35 Jahren. Und wozu "ehrlich blind" hören? Ich bin weder blind noch taub, nur wenn mich die Anlage nicht akustisch anmacht, dann schalte ich nach 10 Minuten aus. Ich erfreue mich nicht am Drehen eines Plattentellers, auch nicht am Drehen von großen Tonbandspulen und erst recht nicht daran, eine fremde Stimme aus dem Äther zu fischen, sondern einzig und allein an der Musik und deren Klang, einhergehend mit der Wirkung auf meine Person. Und wenn diese Freude nicht aufkommen mag, dann ist das der beste Indikator.


    Davon abgesehen, natürlich gibt es "Experten" die denken sie tun etwas tolles, wenn sie ihre Geräte mit Elkos zuhauen. Ist kontraproduktiv und bestenfalls ergibt das einen "Sound" der ganz witzig klingen kann, mehr aber auch nicht. Das man dann mit solchen Leuten über einen Kamm geschert wird ärgert mich natürlich. Ist wie mit den Männern, welche sich Frauen gegenüber nicht benehmen können, und sich der anständige Rest ständig anhören muss wir seien ja alle gleich. Wenn jemand sich mit dem Thema nicht beschäftigt, oder noch nicht beschäftigt hat, dem helfe ich bei Bedarf gerne aus, genauso wie mir hier bezüglich Empfang und Antennentechnik geholfen wurde. Ich zweifle ja auch nicht an der Vorgehensweise der Tuner- und Antennen-Experten - im Gegenteil, ich sauge das wissbegierig auf.


    Musste ich einfach mal los werden...


    Gruß


    Matej

    Hallo Walter,

    hallo Marc,

    entweder als Gewerbetreibender oder über Kontakte in DE. Der KT-6040 war ja auch nicht bei ebay zu dem Preis zu bekommen, sondern über den ebay Gebrauchtmarkt, dazu nur an Selbstabholer. Wäre ich so nie dran gekommen.


    Der KT-6040 hat sich gestern schon gut warm gelaufen. Leider lief erst mal nur was auf dem Klassiksender, Violinkonzert, mit einem leisem Solo - war Anfangs eine Quälerei zu zuhören. Nach einer Weile kam der so langsam hervorgekrochen, und entwickelte mit der Zeit einen gewissen Charm, da war er so ca. 2 1/2 Stunden eingeschaltet. Wurde laufend besser, gegen 23:30 kam dann eine Jazzsendung, da wurde das noch deutlicher. Kennt ihr das Bild eines dicken Tänzers, welcher nicht rumhampelt, sonder fast Seelen-ruhig nur ganz leicht seine Hüften bewegt? Völlig souverän, ohne Anstrengung! Oder das Bild des Bassgitarristen, welcher wie versteinert da steht, keine Mine verzieht, nur leicht seine Finger bewegt und einen Bass raushaut, das du den Mund nicht mehr zubekommst - während die anderen ihre Turnübungen veranstalten? In diese Richtung geht der KT-6040, diese Bilder gingen mir durch den Kopf. Und der ist noch längst nicht fertig, und abgeglichen ist der auch noch nicht.


    Was mir auch aufgefallen ist: der KT-80 ist von 1979, der Denon TU-767 vom 1986 und der KT-6040 von 1991. Dabei fällt die Entwicklung in der Kondensatortechnick ins Auge. 79 waren die Kondensatoren noch recht groß, da bekommt man heute deutlich kleinere, was bedeutet das man je nach Bedarf oder Anforderung auch zu größeren Werten greifen kann. Dazu die fehlende Langlebigkeit und das Alter - ein Wechsel der Kondensatoren bringt bei diesen Jahrgängen extrem viel. 86 waren die Kondensatoren zwar schon deutlich besser, aber immer noch recht kurzlebig. Was auch erklärt warum der Denon im originalem zustand wie eine Blechbüchse klingt. Die im KT-6040 dagegen sind den heutigen Kondensatoren schon recht ähnlich. Alles spezielle Typen von Elna und offensichtlich schon recht langlebig. Bei den ESR-Messungen habe ich bei weitem nicht so krasse Abfälle wie bei den anderen beiden Tunern festgestellt. Deshalb klang der im originalem Zustand auch gar nicht mal schlecht. Und bezüglich der Bauteilgröße liegen diese Typen auch näher bei den heutigen Kondensatoren, so das man sich Überlegungen bezüglich der Bauteilgröße sparen kann.


    Apropos Abgleich: die beiden Sender auf 91,8 und 102 kommen in recht unterschiedlicher Stärke rein. 91,8 recht schwach und 102 deutlich besser, obwohl beide mit der gleichen Leistung von der gleichen Sendeantenne kommen. Fehlender Abgleich oder doch ein Problem mit der Antenne? Beim KT-80 und TU-767 sind die Ausschläge gleich.


    Gruß


    Matej

    Hallo zusammen,

    der KT-6040 ist heute angekommen, ganz in der Früh, als ich gerade starten wollte. Natürlich habe ich den auf die Schnelle angeschlossen - alles funktionierte wunderbar, hat gleich alle Sender so mir nichts dir nichts eingefangen und klang schon recht sauber. Alles sehr leise, meine Frau schlief noch (Langschläferin...). Dann musste ich aber los.

    Wieder zuhause angekommen, habe ich mich dem KT-6040 erst mal etwas Zeit gewidmet. Man merkt gleich das es sich hier schon um ein Erwachsenes Gerät handelt. Die Empfangsleistung ist stark, selbst auf 104,5 MHz bekommt er den Sender problemlos rein - auch in Stereo, aber nur in Mono auch völlig Störungsfrei. Der KT-80 versagte hier völlig, der TU-767 gelang das auch, aber eher mit Mühe und nicht so sauber. Ist in etwa so empfindlich wie der KT-80, aber mit deutlich besserer Trennung, beide Kenwoods sind empfindlicher als der Denon.

    Für sein Alter klang der KT-6040 erstaunlich gut, nicht so wie der Denon am Anfang, der in dem Zustand eher nach Blechbüchse klang.


    Also habe ich den aufgemacht um mich erst mal ans Netzteil ran zu machen. Dabei fiel gleich auf woher der mechanische Brumm kommt. Der Trafo sitzt einerseits direkt auf der Platine, alles zusammen ist jedoch auf dem Kopf stehend eingebaut, so das der Trafo die Platine trägt, und der Trafo ist fest mit dem Blechboden verbunden,ganz ohne irgendeine Dämpfung. Klar das das brummt. Und klar ist auch das man hier nichts ausbessern kann. Wenn ich einen neuen Ringkerntrafo einsetze muss ich mir überlegen wie ich dann die Platine befestige. Irgendwie ein No-Go.

    Im KT-6040 werden durchweg Elna-Elkos einsetzt, im Netzteil als auch auf der Hauptplatine. Das Netzteil war relativ schnell erledigt - wieder eingebaut und fertig war der erste Teil.

    Ansonsten ist alles sehr übersichtlich und ordentlich aufgebaut. Zwei Kabel abgesteckt, 7 Schrauben gelöst und draußen war die Hauptplatine. Schaltplan und Bestückung stimmen bis ins Detail überein, sehr schön. Aus dem Schaltplan geht auch gleich hervor das die Deemphasis recht genau ist, also schon mal keine Soundmaschine ala Denon. Die hier eingesetzten MKT-Kondensatoren habe ich gegen 1%ige Styroflex getauscht (gleicher Wert, es stimmte ja alles), den Elko der Spannungsversorgung getauscht, und weiter ging es an die Ausgangsstufe. Auch hier die zwei Elkos der Spannungsversorgung (symmetrische Spannungsversorgung!) für den Ausgangs-OP getauscht, als neuer Ausgangs-OP kam ein LME 49720 rein - müsste in dieser Konstellation sehr gut laufen - sowie neue Elkos als Gleichspannungsblocker - fertig. Zusammengebaut, angeschlossen, jetzt läuft er sich warm. Der erste Klangeindruck war positiv, mehr Differenzierung und mehr Druck im Bass. Mal schauen was noch kommt, die OS-CON Elkos am Ausgang brauchen zwei bis drei Tage. Noch hat er nicht das Klang-Niveau des Denon erreicht (nach dessen Komplettmodifikation), ist aber schon recht nah dran. Ist ja auch nur der erste Schritt.


    Ein weiterer positiver Punkt des KT-6040: die Anzeige schlägt nicht voll aus, die Eingangsempfindlichkeit ist wählbar per Direkt/Distanz Taste - man sieht gleich, das das Signal grundsätzlich etwas zu schwach ist. Nun ist klar, die Antenne raus aufs Dach, am besten gleich eine mit stärkerer Richtwirkung und mehr Gewinn. Mir wird die 9-Elemente Antenne nach Peter Körner immer sympathischer. Ist aber noch Zukunftsmusik. Mit den beiden anderen Tunern tappte ich komplett im Dunkeln.


    Aufregend ist der Preis. Im Vergleich zum KT-990D, KT-5020, KT-7020 - welche sich alle zwischen 90,- bis 180,- € bewegen, gibt es den KT-6040 schon für knappe 60,- bis 70,- €. Meiner hat gar nur 50,- € gekostet, Andreas aus Krefeld hat den Verkäufer noch etwas runter gehandelt. Dafür das er den oben genannten Tunern überlegen sein soll und gar mit einem Yamaha T-85 gleichzieht ist das ein echter Geheimtipp.


    Jedenfalls ist erst mal Schluss mit Tuner testen. Wenn der sich jetzt noch klanglich etwas ausweitet, und/oder gar mit dem T-7500 mithalten kann, dann bleibt der. Bin gespannt auf den Vergleich mit dem Grundig.


    Gruß


    Matej


    PS: rauschen im Hintergrund tut es immer noch, aber nur auf 102 MHz. Ist aber auch ein sehr gemeiner Sender, fast nur Klassik, mit sehr vielen, sehr sehr leisen Passagen. Die Verzerrungen sind jedoch komplett weg, kein Lispeln, kein Zischeln, S-Laute sauber.

    Hallo tomfritz,

    ich habe es ja gewusst das du nachhacken wirst - also gut...

    Da ich ja eigentlich lediglich auf Verstärker ausgelegt bin, und von der ganzen Empfangstechnik nur wage Vorstellungen habe, kann ich das Signal nur bis zum Eingang zum MPX Dekoder zurückverfolgen und entsprechend nachvollziehen. Und da ich die Disziplin "Phasen-Linearität" sehr ernst nehme, ist für mich auch klar das es auf dem ganzen Weg - von der Antenne bis zum Dekodereingang - ebenfalls darauf ankommt. Es wird ja auch laufend erwähnt, auch z. B. im Zusammenhang mit der Bandbreiten-Filterung. Das wäre schon mal so ein Punkt. Rauscharme Elektronik, Abschirmung innerhalb des Gerätes, max. Eingangsempfindlichkeit bei max. Übersteuerungsfestigkeit um noch einige weitere Punkte zu nennen. All das wirkt sich direkt auch auf die erzielbare Klangqualität aus - genauso wie die Qualität des MPX-Dekoders und der darauf folgenden Ausgangsstufe und aller dazwischenliegenden Filter.

    Und wenn wir jetzt mal annehmen das Sony das bei diesem Gerät alles bis zur Ausgangsstufe perfekt realisiert hat, dann ist diese Art der Ausgangsstufe einfach nur eine reine Alibifunktion ohne weiteren Nutzen, den es wird mit einem einfachen Universal-OP (selbst für die damalige Zeit) realisiert, welcher nicht annähernd mit den Ausgängen eines Rovox B260, Tandberg 3001 oder den beiden Grundig-Tunern ST-7500 oder T-9000 konkurieren kann. Denn trotz dieses Schaltungstricks - mehr ist das nicht - wird die Klangqualität nicht verbessert, sie bleibt seitens des Tuners lediglich konstant, egal ob der nachfolgende Verstärker 10 kOhm oder 47 kOhm Eingangsimpedanz hat. Und das ist einfach zu wenig.

    Mein Rezept wäre entweder eine DC- "Hybrid"-Ausgangsstufe (mit diskreten Transistoren stromverstärkte OP-Amp Schaltung) oder gleich diskret aufgebaut, eine Einschaltverzögerung am Ausgang mit Relais, ohne Kondensatoren (immer noch deutlich besser als mit den teuersten Mundorf Ölpapier-MKPs), dazu einen Ausgangswiderstand von ca. 10-20 Ohm. Damit kannst du jeden davor getrieben Aufwand zur Geltung bringen, und dem Tuner ist es vollkommen egal was für eine Eingangsimpedanz der nachfolgende Verstärker hat, er wird ein absolut Phasenstabiles Ausgangssignal abliefern.


    Das Thema ist in diesem Thread etwas OT, sorry


    Gruß


    Matej

    Sony hat das ja dann später auch wieder sein lassen. Und sonst ist mir auch kein anderer Hersteller von Consumer-Tunern bekannt, der solches erbaut hätte.

    Es ist ja grundsätzlich nichts schlechtes, nur gab es bei Tunern (eigentlich bei allen Home-Audio-Geräten) andere Baustellen zu lösen. In etwa so wie das SSS Feature beim Denon TU-767 - ja, es bringt was, aber die Lösung liegt woanders.

    Ich schweife ab...

    Gruß


    Matej

    Mensch Walter,

    was hast du den da für ein Zeugs rumstehen8) - damit wüsste ich hier schon längs Bescheid...


    Dann kann man also mit so einem Mehrfach-Sperrkreis einiges ausbügeln. In mir keimt Hoffnung auf.


    Mit dem Denon TU-767 komm ich auch so langsam voran. Die SSS Einheit habe ich wohl bis jetzt falsch gehandhabt. Nach einigen neuen Anläufen zeigt sich die erste wirklich positive Wirkung.


    SSS einschalten, den Regler so auf den momentanen Sender einstellen das er im Rauschen verschwindet, dann soweit nach oben oder unten drehen (je nachdem zu welchem Ende hin sich der Semder befindet) bis die Rauschen verschwindet und wieder ein sauberes Signal angezeigt - aber nicht bis auf max. Ausschlag, sondern knapp darunter, so das die Anzeige nicht flattert. Zum Abschluss nach Gehör noch etwas nachregeln - und voilà, die Verzerrungen sind weg. Und natürlich die SSS-Funktion eingeschaltet lassen - und ich habe die bis dahin nach dem Einstellen immer abgeschaltet :wacko:


    Gruß


    Matej

    Was hat es eigentlich mit dem Sony Audio Current Transfer auf sich, bringt es tatsächlich klangliche Vorteile?

    Dies wurde z.B. bei den Tunern ST-S 444 ES und ST-S 555 ES eingesetzt und man benötigte einen solchen Adapter, um das Gerät via Cinch zu verbinden... https://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/Pi8AAOSwrMhcztVU/$_59.JPG

    Hallo tomfritz,

    Sony hat beim ST-S555ES am Ausgangsverstärker schon etwas mehr an Aufwand getrieben. Die Namensschöpfung "Audio Current Transfer" stammt von Sony, und ist vom Prinzip her ähnlich einer Impedanzanpassung. Dafür muss der Output-Verstärker aber auch mehr Strom liefern als gewöhnlich. Auf beiden Seiten - am Ausgang des Tuners als auch am Eingang des Verstärkers/Vorverstärkers - wird das Signal mit 620 Ohm abgeschlossen. Der 620 Ohm Abschluss befindet sich im Kästchen auf der Eingangsseite des dafür vorgesehenen Kabels. Durch diesen eigenständigen Stromkreis vermindern sich die Einflüsse der Masse im Tuner, welche ja vom eingebautem Netzteil ausgeht, und sich dort die Auswirkungen aller im Tuner befindlichen Module ansammeln. Auf diese Weise soll das Signal sauberer werden.

    Verwandt damit sind die 600 Ohm Ausgänge/Eingänge aus der Studiotechnik. Auch bei einer symmetrischen Verbindung per Transformer wird die Masse weggelassen. Ein Wink worauf das abzielt.

    Ich sehe jedoch keinen besonderen Vorteil, zumal das mit einem OP verwirklicht wurde. Besser sind diskret aufgebaute Ausgänge (die können noch mehr Strom liefern) bzw. "Hybrid"-Ausgänge (stromverstärkte OP-Amps), wie z. B. beim Revox B261 (Hybrid) oder Grundig T-6500/T-7500/T-9000 und dem Tandberg 3001 (diskret). Also eher ein Gimmick.


    Gruß


    Matej

    .....

    Natürlich spielt beim Hören von Musik die Quelle eine ganz wesentliche Rolle. Wenn eine Schallplatte oder CD schlecht aufgenommen oder gemastert ist, dann kann die beste Hifi-Anlage der Welt da nichts dran ändern, es klingt trotzdem schlecht.

    .....

    Bei dieser speziellen Differenzmessung die Ethan Winer in dem Video vorstellt, spielt diese Qualität aber keine Rolle, weil man während des Tests ja eben keine Musik hört. Die Musik dient hier ja nur Testsignal und das Wesen dieses Tests beruht ja darauf eben nichts hören zu können, wenn es keine Unterschiede zwischen den Probanden gibt.

    Wenn eine gut gemasterte Aufnahme - egal ob CD oder Schallplatte - über ein billiges Abspielgerät all seiner Besonderheiten beraubt wird, wie soll dann bitteschön ein wesentlicher Unterschied in der Messung nachgewiesen werden - von dem, was wir hörbar machen wollen ist ja eh nichts mehr da.


    ....

    Ich hätte mir gewünscht, er hätte auch noch vorgeführt wie es klingt, wenn doch ein Unterschied zwischen zwei Kabeln besteht. Wenn er zB. mal kurz einen 100nF- Kondensator über eines der Kabel gehalten hätte, wäre das sehr deutlich hörbar gewesen, ...

    da hätte man genauso nichts gemessen oder gehört, war ja vorher schon alles weg... siehe oben

    Indie Röhre :

    Hallo Knut, du hast doch fast alles in Röhre bei dir am laufen. Und wenn ich das aus deiner Galerie richtig gesehen haben, zumeist Einzelgeräte mit wenig Schnick-Schnack. Zum einem verstehen sich die alten Röhrenrecken meist besser auf eine Störungsfreie Innenverkabelung, zum zweitem ist das bei straight aufgebauten Geräten auch ein geringeres Problem. Das würde sich dann damit decken, was ich mit meinem Vorverstärker erlebt habe. Wenn das so ist, dann ist das kein Wunder das du mit deinen Strippen zufrieden bist und kaum Unterschiede wahrnimmst - da gibt es nämlich nichts zu kompensieren.


    Gruß


    Matej

    Zunächst stören sich bei Dir zwei Sender auf 104,5MHz. Wenn Du aber keinen Wert auf diese Sender legst, brauchst Du nichts tun. Ob Du neben diesem Gleichkanalproblem noch ein Problem mit Übersteuerung hast, konnte ich bis jetzt nicht eindeutig heraus lesen.

    Dann besteht ja immer noch die Chance das ein genügend großsignalfester Tuner damit klar kommt.


    Ja, der Vergleich wird spannend. Aber ich sehe im KT-6040 einiges an Klangpotenzial, muss ja nicht sein das der Grundig wegen dem Phasenlinearen Bydriefilter auch gleich besser klingt. Vorteil Grundig: er ist abgeglichen.


    Gruß


    Matej

    Nö, weil Du ja auch den Nutzsender entsprechend abschwächen würdest und somit die Differenz, zwar auf geringerem Niveau, aber immer noch die gleiche wäre.

    Auf den könnte ich aber noch verzichten. Wichtig sind mir 96,3 und 102 MHz. Wäre vielleicht der geringste Aufwand. Zwei Antennen, bei der Wetterlage - heute waren wir dran, unsere Ecke nicht so sehr. Aber welche Ecke verschont wird ist eh Glücksache.

    Die Differenz beträgt laut Tabelle 12 dB.


    Mir stellt sich die Frage ob sich das Zwitschern aufs gesamte Frequenzband auswirkt oder nur auf der Frequenz. Wenn es auf dem ganzen Frequenzband ist, dann würde das auch die Auswirkungen im Autoradio erklären. Da kommen ähnliche Störungen auf je weiter man ins Tal reinfährt - und damit näher an Italien ist. Der schwächere Sender ist nämlich ein Italiener (Tarvisio, Dreiländereck). Also weniger der Sender vor der Nase welcher dazu noch vertikal einstrahlt.


    Alternativ: 96,3 und 104,5 MHz abschwächen - das wärs


    Gruß


    Matej

    gut Matej, sehe ich ein. Ein "faires" Kabel von einem Beschisskabel zu unterscheiden dürfte für den Kunden aber schwer sein. Ich kann zu Hause nicht so schnell umstecken, selbst mit einem Helfer nicht. Ausserdem braucht mein Amp etwas Zeit bis ich die Anodenspannung zuschalten kann. Bis dahin ist meine Erinnerung verwässert. Also lass ich das. Ich habe gebrauchte MFE Kabel von Herrn Franken und gut ist. Gebraucht fürn Fuffi zu kriegen. Das ist dann aber mehr Herkunft und Optik was mich anlockte, das zu kaufen.

    Hallo Knut,

    auch so ein Unfug. Kabel schnell tauschen um die Unterschiede zu hören. Mich hat mal ein Kabel 14 Tage lang an der Nase herumgeführt. War mal ein Ding von Audio in den 80ern, eine Empfehlung für den Selbstbau von LS-Kabel. Kam ein Freund damit an und meinte ich sollte mir das mal anhören. Fand ich auf Anhieb besser, durfte ich behalten. Warum wohl? Ein Schelm wer böses dabei denkt (der Freund war Organist). Nach 14 Tagen ging mir das total auf die Nerven. Mein altes Kabel wieder dran gebaut - und aufatmen war angesagt, was für eine Erleichterung. Seitdem nehme ich mir immer sehr viel Zeit, speziell bei Kabel. Diese ganzen Vorführungen bei den Messen - da kann nur ein wirklich sehr erfahrener Zeitgenosse bestenfalls sagen ob es sich lohnt das mal daheim für 14 Tage zu testen. Würde sowas Usus, dann würden die Firmen und Händler schnell die Lust dran verlieren.


    Bitte nicht falsch verstehen - ich denke schon das es bessere und schlechtere Kabel gibt. Aber es gibt einfach zuviel Trittbrettfahrer.


    Gruß


    Matej

    Hallo Walter,

    ein Angebot bei dem ich nicht nein sagen kann :thumbup:<3


    Ich muss am Denon TU-767 allerdings erst noch einen Schalter wechseln. Der Umschalter Wide/Narrow macht Zicken. Auf Narrow verliert er hin und wieder den Kontakt, dann kommt nur noch Rauschen. Ich denke ich habe da was gefunden (neu) und werde den morgen bestellen. Habe vorhin gesehen das mein Kenwood KT-6040 bereits unterwegs ist, dann wird das ja ein netter Vergleich.


    Ich bin am überlegen ob ich nicht doch mal so ein Filter für die Antenne teste. Jetzt habe ich die Frequenz von 104,5 MHz im Auge - mit 3 Sperrkreisen auf 16,5 dB - ginge das?


    Würde mich echt freuen, wenn der T-7500 wirklich so gut klingt, dann hätte ich doch recht mit meiner Vermutung.


    Gruß


    Matej

    ja Matej,

    ich gehe wirklich davon aus, daß Kabelkaufanreize durch Dicke des Kabels und Farbenpalette angeregt werden. Auch ein Schutzschlauch im Anacondadesign könnte Kraft und Vormachtstellung assoziieren.

    Hallo Knut,

    ich sehe das mit einem lachendem und einem weinendem Auge. Auf der einen Seite ist mir schon klar das es hier Unterschiede gibt, auf der anderen Seite nutzen das in der Tat viele für einen unkoordinierten Humbug.


    Habe neulich einem Kunden einen neuen Vorverstärker ausgeliefert - mit ganz vielen Anschlüssen und ganz vielen Möglichkeiten, und sollte natürlich auch super klingen. Letzteres hat für mich immer Vorrang, und so habe ich fast 3 Jahre an dem Gerät gesessen, die vielen Features raubten mir den Nerv. Irgendwann war es doch soweit, angeliefert, angeschlossen - und alles lief wunderbar, ein Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Er hatte zwar seine restlichen Geräte alle mit "Superkabeln" ausgerüstet, nur Vor- und Endstufe (ebenfalls v. mir), liefen mit normalen Strippen für knappe 5,- €. Ich dachte noch - na also, es geht doch.

    Am nächsten Tag rief er mich an, und meinte er hätte an der Vorstufe ein anderes Kabel ausgetestet und war hin und weg. Sensationell nannte er das. Na gut, habe mir so ein Kabel von ihm schicken lassen und zuhause probiert. Laut Hersteller ist es nur für Vorstufen und Klangquellen gedacht, nicht jedoch für Endstufen oder Netzleisten oder dergleichen. Und so war es auch - alle Quellen und die Vorstufe machten einen Schritt nach vorn, die gesamte Abbildung gewann an Selbstverständlichkeit. Dagegen fiel an meiner Filterzentrale und den Endstufen alles ab (da sind überall normale Strippen dran). Aber eins hat mich stutzig gemacht - bei einer Blue-Note CD mit gesammelten Werken, kam das Becken plötzlich zum Vorschein. Nach meiner Einschätzung war das aber nicht Blue-Note typisch. Mag sein das mit dem billigem Kabel das zu weit hinten versteckt war, aber das schien mir dann doch wieder zuviel des guten. In der Mitte dazwischen würde ich das als realer ansehen. Insgesamt finde ich das Kabel aber interessant, habe mir jetzt eins bestellt und werde das demnächst ausgiebiger testen. Kostet aber nicht 1.000,- € sondern "lediglich" 225,- €.


    Einerseits zeigt es, das das Kabel was bringt. Andererseits zeigt es aber auch, das der Ansatz nach dem Ohmschen Gesetz hier völlig fehl am Platz ist, den die Endstufen klingen mit ihrer 5,- € Strippe ja auch fantastisch wenn nur am Vorverstärker das Kabel dran ist. Und am Vorverstärker sehe ich durchaus Sinn - ich hatte eine Menge Probleme mit statisch auftretenden Störungen, was bei straight aufgebauten Geräten ein Klacks ist. Und hier sehe ich den Ansatz für gute/bessere Kabel - statische Ungereimtheiten irgendwelcher Art, hervorgerufen durch das Isolationsmaterial, müssen irgendwie kompensiert oder ausgelöscht werden. Eine Endstufe reagiert hier deutlich unempfindlicher drauf als eine Vorstufe - sind ja auch ganz andere Pegel im Spiel.


    An der Endstufe ist das Kabel fest verbaut, da kann er nichts ändern...:P


    Gruß


    Matej