Posts by Ray-Man

    Hank Mobley ‎- Soul Station


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    Blue Note, 1960 / 2021


    Diese Session von 1960 brach die übliche Blue-Note-Quintett-Form, weil sich hier nur Mobleys Tenor mit einer Rhythmusgruppe präsentierte, die zufällig die beste jener Ära war. Pianist Wynton Kelly und Bassist Paul Chambers arbeiteten regelmäßig mit Mobley in der Band von Miles Davis, während der explosive Drummer Art Blakey mit Mobley in der ursprünglichen Gewerkschaftsform der Jazz Messengers gespielt hatte. Die Verwandtschaft zeigt sich. Blue Note hatte den Ruf, "Hausmacherjazz" zu produzieren, und auf niemand trifft diese Beschreibung besser zu als auf Mobley: Er ging die Aufgabe des Musizierens mit der Sicht eines Arbeiters und einer Beständigkeit an, die nicht annähernd die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdienten. Mobley war einer der talentiertesten Saxofonisten seiner Generation, ein ausnehmend lyrischer Künstler, der erfinderische Melodiosität mit gespannter rhythmischer Wachheit paarte. Der fließende Blues des Titelstückes ist ein besonders schönes Beispiel seiner Kunst. Es wäre eine Untertreibung, diese Session als exemplarisch zu bezeichnen. --Stuart Broomer

    LNGP: Ray Charles - The Genius Sings The Blues


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    Atlantic, 1961 / MFSL, 2010


    Die Zusammenstellung an Blues-Songs aus dem Jahr 1961 war ein politisches Manöver des Labels Atlantic, um den Weggang von Ray Charles zu ABC Records zu stören. Die zwölf Mono-Aufnahmen stammen aus den Jahren 1952 bis 1960 und Atlantic hatte das Hit-Potential des Albums komplett unterschätzt. Die Stücke sind nicht nur bluesig, sondern stellen auch eine Art 'Greatest Hits' des frühen Ray Charles-Schaffens dar. Das Coverfoto von Lee Friedlander sollte später zum Markenzeichen des blinden Sängers werden.

    Das MFSL Re-Issue nutzte die einzelnen Masterbänder aus den vorherigen Ray Charles Alben, um diese Zusammenstellung noch einmal in neuestem Gewand zu zeigen. Dennoch sollte man dieses Album nicht unter audiophilen Gesichtspunkten betrachten, denn Ray Charles übersingt das Mikrofon gelegentlich deutlich und Bandsättigung muss als natürlicher Limiter herhalten. MFSL Toningenieur Shawn R. Britton entschied sich, diese Stellen nicht umzuarbeiten, sondern den Klang des Masterbandes so real wie möglich zu übertragen. Unabhängig von diesen Einschränkungen gelang MFSL das Kunststück, das Genie absolut lebensecht und knurrend in voller Strahlpracht auf die LP zu bringen. (unbekannt)

    LNGP: John Coltrane & Johnny Hartman


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    Impulse, 1963 | Speakers Corner, 2004


    Aufnahmen 7. März 1963.


    John Coltrane - tenor sax. / McCoy Tyner – piano / Jimmy Garrison – bass / Elvin Jones – drums / Johnny Hartman – vocals


    Eine Aufnahme mit einem Sänger war für das Coltrane-Quartett ein Novum, darum ist auch diese LP sicherlich etwas Besonderes. Und wäre nicht das für Coltrane typische, extrem gefühlvoll geblasene Tenorsaxophon, so könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, die Musiker wären lediglich Begleitung für Johnny Hartman. Sein tiefer und warmer Crooner-Gesang und die seidigen, sehr getragenen Melodien erinnern an Bing Crosby und das Hollywood der 40er/50er Jahre. Doch Hartman wäre nicht so ohne weiteres von Coltrane gebeten worden zu singen, wären da nicht die vielen Zwischentöne, die einen guten Musiker/Sänger auszeichnen. Eine sehr inspirierte, aber auch überaus angenehme und entspannende LP! (unbek.)

    Gestern seit einem Jahr wieder in einem Plattenladen gewesen, also erst mal kein Coltrane 😉

    Ja was ist denn da los? Verwirr uns hier bitte nicht so. 😁


    Dann muss ich halt Coltrane spielen:


    LNGP: John Coltrane - Standard Coltrane


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    Prestige, 1962 | OJC, 1986


    Bass - Paul Chambers / Drums - Jimmy Cobb / Piano - Red Garland / Tenor Saxophone - John Coltrane / Trumpet - Wilbur Hardin


    Ein weiteres Album aus John Coltrane's Prestige-Zeit, im Juli 1958 zwei Monate nach "Black Pearls" aufgenommen. Die übliche Rhythmusgruppe mit Red Garland (p) und Paul Chambers (b) wird diesmal von Jimmy Cobb (dr) ergänzt, weiterhin spielt der junge Detroiter Trompeter/Flügelhornist Wilbur Harden mit (im März desselben Jahres hatte Coltrane auf dessen Album für Savoy mitgewirkt). Auch diese LP schlummerte mehrere Jahre in den Prestige-Archiven, erst 1962, als Coltrane's Ruhm bereits auf dem Weg zum Kult-Status war, veröffentlichte man sie. Langsame bis mittlere Tempi herrschen vor, von modaler Improvisation noch nichts zu spüren, dafür aber aber lange Melodielinien, wieder und wieder bearbeitet und variiert: ein unverwechselbarer Sound. Wilbur Harden hat wenig zu sagen, ein paar kurze Soli, aber er hat einen ganz eigentümlichen, sehr schönen, weichen, runden Trompetenton, jedoch klar in der Hardbop-Schule verwurzelt. (unbekannt)

    Moin Stephan, darf ich mal fragen, wie lang die beiden Groovemaster-Arme sind?

    Für Phonyl , TV - 1963 und alle anderen, die Paolo Conte mögen


    ENGP: Paolo Conte - Aguaplano


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    CGD, 1987


    Mag sein, daß auf dieser Platte der ganz große Wurf fehlt - klar ist aber, daß die Fan-Gemeinde des Juristen rapide weiterwachsen wird. Mag auch sein, daß man sich in hochintelligente Aufbereitungen wie "Max" oder den Titelsong "Aguaplano" erst mal richtig einhören muß, ehe man diesen Stücken verfällt. Unbestreitbar, daß Conte mit seinen kunstvollen Arrangements und seiner Liebe zu unerwarteten Details hier eine neue Stufe der Perfektion erreicht. Hinterfotzige Glissandi wechseln da mit rotzfrechen Jazz- Akzenten, und zweimal verzichtet Conte sogar völlig auf Unterstützung: "Paso Doble" und "Hesitation" führt er fast im Alleingang auf. Höhepunkt an lustvoller Irreführung aber ist "Nessuno Mi Ama": Conte beginnt in melancholischer Stimmung, um plötzlich und unerwartet aufreizende Walküren zu wohlgesetzten Jazzbläsern swingen zu lassen. Und spätestens hier wird wieder mal klar: Paolo Conte ist durchtrieben wie derzeit kein anderer weit und breit, und er versprüht Charme und Lebenslust auch dann noch, wenn das Thema dazu eigentlich zu ernst wäre. (unbekannt)

    Jau Rufula , Rick Wakeman, gute Idee :thumbup:


    Ewig nicht abgespielt: Rick Wakeman - Silent Nights


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    TBG/President Records, 1985 (UK)


    Wakemans erstes von vielen Alben für President Records wurde mit einer Rockband aufgenommen, in der Rick Fenn von Mason-Fenn an der Gitarre, Ex-Strawbs-Bassist Chas Cronk und der langjährige Wakeman-Sideman Tony Fernandez am Schlagzeug saßen. In sieben Tracks singt Gordon Neville, der weniger schrill ist als der durchschnittliche Wakeman-Sänger. Wakeman selbst singt/erzählt auf dem komischen "The Dancer". Da Wakemans Karriere auf der Kippe stand, klingt der Text von "Ghost of a Rock n' Roll Star" ("He's an aging man without a future plan / He was a star but now they've all forgot") autobiographisch. Hier gibt es keinen Bombast, aber auch keine Aufregung. Wakemans eigene Leistung ist gut, besonders bei dem zarten Instrumental "Elgin Mansions". (allmusic)

    ENGP: Steve Hackett - Defector


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    Charisma, 1980


    Steve Hackett ist unbestritten einer der besten Gitarristen der Welt. Mit seinem einzigartigen Stil prägte er von 1971-1977 entscheidend die Musik von Genesis, der Gruppe bei der er damals spielte. Mit seinem Ausstieg verlor Genesis nicht nur an Sound sondern auch kompositorisch einiges. Defector ist Steves 4. Solo-Album und präsentiert sich wie seine Vorgänger weitestgehend instrumental. Gleich der erste Titel The Steppes ist ein wahrer Bombast-Rock-Stück, das durchaus auch von Genesis hätte sein können. Danach folgen zwar etwas ruhigere Titel wie etwa Leaving oder auch Hammer in the Sand aber auch fröhliche Stücke wie Jacuzzi. Hackett nutzt sein kompostorisches Talent und erschafft ein Album, das viel Abwechslung bietet und nie langweilt. Seine Gitarrenarbeit ist immer hervorragend ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. (unbekannt)

    Sonny Stitt - Sonny Stitt Blows The Blues


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    Verve, 1960 | Analogue Productions, 2013 (2 x 12", 45 rpm)


    1959 leitete Sonny Stitt etliche ausgezeichnete Aufnahmesitzungen, insbesondere zum Jahresende hin, als er für Verve drei LPs über eine Spanne von drei Sessions mit dem Pianisten Lou Levy, dem Bassisten Leroy Vinnegar und dem Schlagzeuger Mel Louis aufnahm. Auf dem gesamten Album spielt Stitt ausschließlich Alt-Saxophon und klingt keineswegs wie ein Klon von Charlie Parker, was Kritiker mit überempfindlichen Ohren unglücklicherweise während eines großen Teils seiner Karriere in regelmäßigen Abständen behaupteten. Teil der Musik sind mehrere starke Eigenkompositionen, insbesondere "Hymnal Blues" und der langsame, kraftvolle "Morning After Blues". (jpc)

    Grant Green - Grant's First Stand


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    Blue Note,1961 | 2019


    + 'Baby Face' Willette, Ben Dixon


    Grant Greens Debütalbum "Grant's First Stand" gilt immer noch als eines seiner besten reinen Soul-Jazz-Alben, eine Reihe von Killer-Grooves, die von einem hart swingenden Orgel-Trio dargeboten werden. Dafür, dass die Besetzung so klein ist, kocht die Gruppe eine ziemliche Kraft, die sich in den stürmischen Up-Tempo-Nummern richtig festbeißt und bei den Balladen locker und leicht swingt. Der Einfluss des Blues ist sowohl bei Green als auch bei Willette stark ausgeprägt, und obwohl das bei weitem der dominierende Geschmack der Session ist, zeigt Green auch seine einzigartige Bop-Phrasierung mit feiner Wirkung. Willette und Dixon liefern beide einen enormen rhythmischen Drive, und Willettes Soli brennen mit Gospel-Inbrunst. Keiner von Greens Zeitgenossen nutzte den Single-Note-Stil (Green spielte selten Akkorde, das überließ er der Orgel oder dem Klavier) in ähnlichem Maße, was ihn zu einer einzigartigen Stimme auf seinem Instrument machte. Und sein grandioses Debüt machte ihn zu einem aufstrebenden Musiker, den man genau beobachten sollte. (allmusic)

    Jack DeJohnette, Ravi Coltrane, Matt Garrison - In Movement (2 LP)


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    ECM, 2016


    Ein großes Stück Geschichte ist in dem neuen Trio von Jack DeJohnette konzentriert. Vor fünfzig Jahren spielte Jack DeJohnette als Gast des John Coltrane Ensembles mit den Vätern von Ravi Coltrane und Matthew Garrison, und auch das Programm von »In Movement« wird mit Coltranes erschütternder, unverändert relevanter Elegie »Alabama« eröffnet.

    Ein weiterer Klassiker ist mit »Blue in Green« von Miles Davis und Bill Evans vertreten (Jack ist einer der wenigen Musiker, der in den Bands beider Männer spielte), genauso wie »Serpentine Fire« aus dem Repertoire von Earth, Wind and Fire – ein Tribut an Maurice White, mit dem Jack ebenfalls in frühen Jahren zusammenarbeitete.

    Das Stück »The Two Jimmys« ist eine Hommage an die beiden Innovatoren Jimi Hendrix und Jimmy Garrison, »Rashied« ehrt den späten Rashied Ali, einen weiteren großartigen Schlagzeuger aus Coltranes Kosmos. Trotz all dieser Referenzen handelt es sich hierbei tatsächlich um eine Band in Bewegung, die die Musik unermüdlich weiterentwickelt. (jpc)


    »Was für eine rhythmische Pracht! Was für nuancenreiche Schläge! Was für eine Präzision und Eleganz!« (Audio, Juli 2016)


    PS: Phonyl Ich mache ja immer, was Du mir rätst 😄

    Fischer-Z wurde verlangt? 😃


    ENGP: Fischer-Z - Reveal


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    Ariola, 1987


    Nach zwei Soloalben und einem Album mit "The Cry" reaktivierte Watts Fischer-Z, ohne sich die Mühe zu machen, andere Originalmitglieder einzubringen. Ob dies ein kalkulierter Schachzug war, um Einheiten zu verschieben, oder ein Zeichen dafür, dass Watts seine ursprüngliche Vision wiederentdeckt hatte, bleibt dem Hörer überlassen, aber es lässt sich nicht leugnen, dass er ein ausgeprägter und außergewöhnlicher Songwriter geblieben ist. Dieses Album lenkte die Band in eine "moderne" Richtung und führte eine stärkere Keyboard-Präsenz in ihren Sound ein. "The Perfect Day", die erste Single, war ein Hit in Europa und Australien und ebnete den Weg für weitere Chart-Erfolge. Watts hatte sich aus seiner düsteren Stimmung herausgezogen und hatte tatsächlich wieder Spaß. "Leave It to the Businessmen to Die Young", "Tallulah Tomorrow" und "Realistic Man" waren einige seiner besten Songs bis dato. Eine großartige Rückkehr zur Form. (allmusic)

    ENGP: Pablo Cruise - Worlds Away


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    A&M, 1978 / Nautilus, 1981


    Mit halber Geschwindigkeit gemeistert.


    In Europa galt der Hit "Love Will Find A Way" als Geheimtipp.


    Wie der Name schon sagt, gleitet Pablo Cruise wie eine warme Brise. Neben anderen Bands, die aus der Puppe des frühen Lichts und des Easy-Radios herausgeblasen wurden, wiegt sich Pablo Cruise natürlich und cool und erinnert an eine Rockeinheit, die auf die Bermudas verpflanzt wurde und am Pool unterhält. "Love Will Find a Way" (wahrscheinlich keine Verbindung zum Yes-Song) groovt wie Player im Hawaiihemd mit tiefer, dunkler Bräune. Die stylische Sommersingle kletterte mühelos an die Spitze der Charts. Der Nachfolger "Don't Wanna Live Without It" ist ein weiterer raffinierter Cocktail. Dann geht Worlds Away auf den Tempomat für Erwachsene, bis die ganze Crew zu "Go to Rio" (ein perfekter Cover Closer) einpackt. Pablo Cruise hält sich an die Regeln des Corporate Rock und schrieb groovige Musik für sanftes Segeln. (allmusic)

    LNGP: Die Scheibe von Herbie


    Herbie Hancock - Maiden Voyage


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    Blue Note, 1965 | Elemental, 2013


    Freddie Hubbard, trumpet / George Coleman, sax / Herbie Hancock, piano / Ron Carter, bass / Anthony Williams, drums


    Großer, großer Klassiker unseres Lieblingspianisten Herbie Hancock. Kernwerk! Sollte nicht nur in jeder wohlsortierten Jazzsammlung stehen (überprüfen Sie Ihr Original. Vielleicht ist es ja abgenudelt!), sondern gehört in jede Ansammlung von Schallplatten, dieses stylische Ding! (unbekannt)

    Moin Roman ERU 78 , alles Gute auch von mir 💐🍀


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    und ich bezahle nur ungern :D

    Das sieht man an den Mitgliedsbeiträgen der Gerillten, das Phänomen ist da aber nicht nur auf Dich begrenzt, da leiden irgendwie alle drunter. 😢


    Um aus der Depression zu gelangen, muntere ich mich auf mit:


    Blind Faith - Blind Faith


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    Zur Platte selber muss man glaube ich nicht mehr sagen.


    PS: Wie bekomme meinem Laufwerk seinen Bierkonsum endlich ausgeredet? :/

    =O ...Ralph, jetzt machst Du mir aber echt Angst.... :pinch: .... :D

    Völlig zu Recht, lieber Chris 👻 👹 😁, guck ma:

    Let him who hath understanding reckon the number of the beast
    For it is a human number
    Its number is six hundred and sixty-six

    =O=O=O=O=O=O=O=O

    Das Diabolic kann nur von 66-jährigen oder 666-jährigen oder Menschen, die durch und durch böse sind (z. B. TLS / otti.clz / TV - 1963 / ich) erfolgreich betrieben werden. Wer sich seinem teuflischen Spiel hingibt, erhält für kleines Geld ein ganz ordentliches Klangerlebnis.


    Für ein exorbitant grandioses Klangerlebnis, muss man dem Diabolic jedoch seine Seele verkaufen. Dann spielt es alles, ich wiederhole alles, wirklich alles andere (Benz, ZYX, Sumiko, Ortofon, Excalibur, Hana etc.) komplett in Grund und Boden. Unfassbar, einfach unfassbar 😄 🤘