Posts by Ray-Man

    Moin Tom,

    grundsätzlich recht gut. Sie klingt jedoch, wie einige neuere Blue Note Produktionen in meinem Bestand, leicht „matt“. Da gibt es „brillantere“ Aufnahmen. Vielleicht soll das genau so sein, vielleicht ist das der aktuelle Blue Note Sound.

    Therapiert ihr euch hier eigentlich autark (...)?:D

    Ja sicher, ein Therapeut hat doch gar nicht die Fähigkeit uns vollkommen, mit all unseren Symptomen zu verstehen, es sei denn er, sie, es wäre auch in diesem Forum.


    Außerdem ist das mit der Luft, die durch den sich drehenden Teller, mit der drehenden Platte nicht zu vernachlässigen. Nur weil das bisher noch niemand aufgegriffen hat, heißt das ja nicht, dass die Luft, die übrigens nicht von vorne kommen dürfte, keinen spürbaren Einfluss auf die Wiedergabe hat.


    Ein Spoiler müsste dem zu folge, anders als beim Auto, eher vorne am Headshell nach vorne hin ansteigend angebracht werden. Hierzu sind dringend Versuche notwendig, da bisher unklar ist, wie die von hinten kommende Luft das Headshell und den Abnehmer umströmt. Vielleicht sind sogar „Leitbleche“ und oder Entlüftungsschlitze notwendig. Denkt da mal näher drüber nach!


    Da stehen wir ganz am Anfang der Entwicklung. Selbst die innovativen DS-Audio Jungens haben das Thema gar nicht auf dem Schirm ☔️.

    Hingegen die Kreutzschlitze sich eher stabilisierend auswirken - kreutzvektorgraphische Kraftstabilisierung in unidirektionalen Bewegungen in Luftströmungen! Hab meine Hausaufgaben gemacht.

    8o Richi

    Sehr gut, Richi. Da hast Du gut aufgepasst und fast vollständig recht. Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, sind Schlitzschrauben noch optimaler und zwar in zweierlei Hinsicht.


    Einerseits lässt sich durch den Schlitz und seine Einstellung die Luftströmung direkt beeinflussen. Aktuell wird an einer „on the fly“ Lösung gearbeitet, damit man direkt, während der Wiedergabe, die klanglichen Veränderungen durch die Justage der Schraubenschlitzstellung erleben kann und nicht aus dem Gedächtnis vergleichen muss.


    Andererseits bieten Schlitze auch immer eine sehr gute (persönliche) Entwicklungsmöglichkeit. Man entwickelt sich deutlich schneller weiter, wenn man häufiger mal abgerutscht ist. 😁 Das kurbelt ja dann auch, die von uns so geschätzte, Hi-Fi „Industrie“ an.

    Dead Can Dance - Anastasis


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    PIAS, 2012


    Die Rückkehr einer Legende! 16 Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Studio Albums kehren Dead Can Dance mit einem neuen Meisterwerk zurück!


    "Anastasis" ist ein klassisches Dead Can Dance-Album, das aber nicht in die Nostalgiefalle tappt, sondern modern und zeitlos klingt, als hätte sich die Band gerade erst formiert. Epische Soundscapes, der unverkennbare Gesang von Lisa Gerard and Brendan Perry ergeben große Songs mit einer Soundfarbe, wie sie nur Dead Can Dance hinbekommen und alle Vergleiche zu anderen Bands obsolet machen. (jpc)

    Das wohl rockigste aller Miles-Alben:


    Miles Davis ‎- Jack Johnson (Original Soundtrack Recording)


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    Columbia, 1971 / MFSL, 2015


    Keines der Alben von Miles Davis erfüllte dessen Ansage, er könne die beste Rockband zusammenbringen, die man je gehört habe, wohl besser als A Tribute To Jack Johnson. Diese besteht, neben Miles Davis selbst, aus Steve Grossman, Herbie Hancock, John McLaughlin, Michael Henderson und Billy Cobham. Das Material der zwei Tracks stammt aus insgesamt vier Aufnahme-Sessions zwischen Februar und Juni 1970 und wurde von Produzent Teo Macero sorgsam zusammengefügt. Das Ergebnis ist das wohl rockigste, dreckigste und großartigste Jazzalbum aller Zeiten. (jpc)

    Moin Froinde,


    die Dire Straits MFSL-Reissues haben bereits ihren eigenen Faden, ja fast ihr eigenes "Forum" hier. Viel ließ sich über den Klang lesen, gut, besser, weniger gut oder "nur" anders, als andere Pressungen.


    Mich hat die "Wahrheit" an bzw. auf meiner Kette interessiert. Nun habe ich nicht soooo viele Pressungen, aber immerhin zwei und die 20th Anniversary SACD. Und hier sind sie, die Protagonisten:


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    • SACD, Hybrid, Multichannel, 20th Anniversary, 2005
    • LP, Vertigo, Deutschland, 1985
    • LPs, MFSL, 2019

    Die SACD klingt (hier bei mir im Vergleich) sehr höhenbetont, ja fast schon "blechern", das ist der Klang, den ich typischerweise mit "digital halt" tituliere. Ich habe schon keine Bändchenhochtöner im Angebot, dennoch ist es sehr nervig.


    Die LP aus 1985 kommt da dann doch schon deutlich kompletter, wärmer und sehr detailreich daher. So hatte ich mir das vorgestellt, so muss es klingen!


    Die MFSL habe ich schon fast widerwillig, aus reiner Neugier, im November, mit dem Hinweis "wird nachgepresst" geordert. Wie wir alle wissen, dreht MFSL die Regler doch noch mehr rein. Daher war für mich vorher klar, wenn ich die MFSL auflege, dann erlebe ich den Equalizer-Effekt.


    Und nun die Überraschung, die MFSL klingt exakt anders, als meine Erwartung. Die MFSL klingt tatsächlich neutraler, sie klingt echter, sie spielt "trockener", sauberer und mehr auf den Punkt, sie klingt für mich somit näher an der "Wahrheit".


    Das ist natürlich die "Wahrheit" an meiner Kette, anderswo mag es anders sein. Die Überraschung ist jedenfalls groß und MFSL gelungen.

    »Ein großartiger Stilmix!« (Audio, Februar 2019) - dem schließe ich mich uneingeschränkt an. :)


    Marcus Strickland Twi-Life - People of the Sun


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    Blue Note, 2018


    Saxophonist Marcus Strickland und seine Band Twi-Life nannten ihr Debütalbum für Blue Note Records vor zwei Jahren kokett "Nihil Novi", was Latein ist und "Nichts Neues" bedeutet. Dafür, dass sie "nichts Neues" kreieren, klingen Strickland und seine Truppe allerdings verdammt frisch und unverbraucht!

    Das gilt auch für das Nachfolgealbum "People Of The Sun" mit einem Mix aus Jazz, cleveren Hip-Hop-Beats und kraftvollem Afro-Beat. Unter den Vokal-Gästen sticht vor allen Dingen Bilal hervor. (jpc)

    Wenn das so weiter geht brauchen wir Sponsoren

    Moin Theo,

    was meinst Du wie mir das mit Euch geht. ;) Vielleicht sollten wir einen Hilfsfond oder eine Stiftung für bedürftige Vinyljunkies gründen und dann Spenden akquirieren? :/ Was meint Ihr?


    Aktuell kreiselt, eines meiner Liebsten von P.I.L. :*


    Public Image Ltd. ‎- The Flowers Of Romance


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    Virgin, 1981 / 4 Men With Beards, 2009


    Krass geil und wie ich finde, T.U.F.K.A.U. auch nicht ganz ohne Innovation.

    Hier dreht:


    Macy Gray - Stripped


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    Chesky, 2016


    Macy Gray hat eine unverkennbar rauchige Stimme. Auffallend ist ihr eigenständiger und variabler Gesang: Mal umschmeichelt sie das Ohr mit sanften Melodien, um im nächsten Augenblick kratzbürstig zu klingen.


    Auf ihrem neuen, vom Jazz beeinflusstem Album Stripped gibt sie jetzt ihr Debut auf Chesky Records. Durch die besondere Aufnahmetechnik der Chesky Brüder erhält ihre Stimme den Raum und die Freiheit, die sie benötigt, um wirklich zu glänzen. Mit neuen Songs, faszinierenden Cover-Versionen und atemberaubenden neuen Arrangements ihrer Hits wie "I Try" bietet sie jedem etwas auf dieser zeitlosen Aufnahme. (jpc)


    »›Stripped‹ ist Grays erstes Werk bei Chesky Records. Und die New Yorker nahmen sie und die Begleitband im ›Binaural+‹-Verfahren auf. Die Wiedergabe ist extrem aufgefächert, plastisch und räumlich. In jeder Hinsicht ein beeindruckendes Hörerlebnis.« (Stereo, Dezember 2016)


    Geile Stimme, coole Interpretationen, super guter Sound!

    Nach dem Mann am Klavier und dem Mann an der Trompete nun der Mann an der Gitarre:


    Taj Mahal - The Natch'l Blues


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    Columbia, 1968 / MOV, 2015


    Aufnahme: Mai & Oktober 1968


    Taj Mahals zweites Album, aufgenommen im Frühling und Herbst des Jahres 1968, beginnt, ähnlich wie sein erstes, mit einem entschlacktem Blues im Mississippidelta-Stil, ist aber etwas kraftvoller (teils dank Al Kooper an der Orgel), ehe es sich zu einem deutlich volleren Sound entwickelt mit Stücken wie "She Caught The Katy And Left Me A Mule To Ride“ und "The Cuckoo“. Insbesondere letzteres stellt knackige elektrische und akustische Gitarren in den Vordergrund, während Gary Gilmore den Bass beinahe wie ein Lead-Instrument spielt - die Anwort eines Blues-Musikers auf John Entwistle. (jpc)

    und nun der Mann an der Trompete:


    Miles Davis - Filles De Kilimanjaro


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    Columbia, 1968 / MOV, 2019


    Filles de Kilimanjaro (benannt nach dem Kilimanjaro African Coffee) ist eines der vielen Meisterwerke des amerikanischen Komponisten und Trompeters Miles Davis, die er zu Lebzeiten aufgenommen hat. Es kann als Übergangsalbum gesehen werden, genau zwischen seiner »akustischen« und »elektrischen« Periode. Er hat dieses unglaubliche Werk des Modern Jazz zusammen mit Musikgrößen wie Wayne Shorter, Herbie Hancock und Chick Corea aufgenommen.

    Die 5 Songs des Albums fügen sich zu Ausdrücken desselben Basisstücks zusammen. Die Aufnahmesessions ließen die Musiker anders denken und spielen. Solche Improvisationen gaben dem Hörer neben dem musikalischen Genuss auch einen Einblick in die Zukunft des Jazz. Abenteuerlich von Anfang bis Ende und voller funkiger und bluesiger Rhythmen. Miles Davis gehört zu den einflussreichsten und am meisten gefeierten Musikern in der Geschichte des Jazz. (jpc)

    Noch ein Mann am Klavier:


    Monty Alexander - Here Comes The Sun


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    MPS, (1971) 2017


    Diese Aufnahme von 1971 markiert den Start der fruchtbaren Beziehung des jamaikanischen Pianisten Monty Alexander mit MPS, die über ein Jahrzehnt Bestand hatte und rund ein Dutzend Alben umfasst. Abwechslung bringt bekanntlich Würze ins Leben – in diesem Sinne haben Monty Alexander und seine Mitstreiter dieses Album tatsächlich fein abgeschmeckt. (jpc)


    »Wie bei den hervorragenden, mit AAA besiegelten MPS-Reissues üblich, überarbeitete Tonmeister Christoph Stickel das Originalband nur minimal und auf rein analoger Ebene. So blieb der sehr gute, allenfalls etwas brillanzarme Sound bestens erhalten. Pressung und Klappcover sind exzellent.« (Audio, März 2018)

    Vielen Dank Wolle für den Tipp hier :)


    Jacob Karlzon 3 - Shine


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    ACT, 2014


    Hans Andersson, Robert Mehmet Ikiz


    Auf „Shine“ führt Karlzon konsequent den Weg fort, den er mit seinem 2012 erschienenen ACT Debüt „More“ eingeschlagenen hat. „Aber dieses Mal wollte ich noch einen Schritt weiter gehen. Die Platte bedient sich noch stärker der Produktionsmethoden des Pop und bezieht noch mehr unterschiedliche Ästhetiken ein, um den Charakter der einzelnen Songs hervorzuheben, ohne einen runden, schlüssigen Gesamtcharakter aus den Augen zu verlieren.“ (jpc)


    »Karlzon denkt in Songs, in Melodien, er fesselt mit flinker Fingerakrobatik, aus der er bestrickend eingängige Motive herausschält ... ›Shine‹ leuchtet wie schon das Vorgängeralbum ›More‹.« (stereoplay, Dezember 2014)