Beiträge von Interplay

    Auch auf die Gefahr von bestimmten Leuten wieder beschimpft zu werden. Was bedeutet das? Interessiert mich wirklich.

    Hallo Ligui,


    No-Fill oder auch Non-Fill ist ein bestimmer Pressfehler, bei dem das Vinyl nicht vollständig in die Pressform geflossen ist, weil die Temperatur nicht stimmte. Dann fehlen Teile der Rillenflanke, was sich meist als Störgeräusch bemerkbar macht. Kann man auch sehen, ist wie ein ungewöhnliches Muster entlang der Rille. Klingt meist wie Verzerrung oder ein Ratsch-Geräusch auf einem Kanal.

    Dish-Warp sieht aus wie eine Schüssel, daher der Name. Die Platte ist schüsselförmig verzogen. Eine Seite liegt nur auf dem Label auf, der Rest hat keinen Kontakt zur Matte und ist nach nach oben gebogen. Auf der anderen Seite sieht die Platte wie ein Hügel aus, beim Mitteldorn ist es am höchsten.


    Viele Grüße


    Martin

    Ich reihe mich mal in den Klage-Reigen ein: Gerade die neue Gil Scott-Heron Pieces of a Man ausgepackt. AAA und als Doppel-45 gemacht, Mastering auch sehr gut. Soweit alles schick, aber die Pressung ist wirklich Mist. No-Fill soweit das Auge reicht und schön Dish-Warped, nur das Label hat noch Kontakt zur Matte, der Rest der Platte befindet sich gefühlt ein Stockwerk höher. Dazu noch wellig.

    Meine Defekt-Quote bei Neuware beträgt zur Zeit 100%, ich glaube die Presswerke machen gemeinsame Sache mit den Streamingdiensten, weil dahin wird man immer mehr getrieben ... obwohl man es eigentlich nicht will.


    Viele Grüße

    Martin

    Hallo Volkmar,


    Danke für die Links. Bei der Revolver mit dem Non-Japan-Hinweis verhält es sich genau so wie mit der Paul McCartney. Da stand bei JPC exakt das Gleiche. Bei der Mick Jagger fehlt bei discogs eine Matrix-Angabe. Aber der Hinweis auf das Mastering in den Abbey-Road-Studios läßt mich vermuten, dass auch diese Platte wohl eher in Europa gepreßt wurde und nur für den japanischen Markt umverpackt wurde.

    Meines Wissens gibt es keine aktiven Presswerke derzeit mehr in Japan. Leider!


    Viele Grüße

    Martin

    Hallo Volkmar,


    kannst Du mal ein Beispiel nennen? Mir war z.B. aufgefallen, dass es die Paul McCartney III auch als Japan-Platte mit Obi (Aufkleber ) gibt. Bei discogs habe ich dann gesehen, dass es aber exakt die gleiche Pressung (identische Matrixnummern) war, die hier in Europa ohne Obi verkauft wurde. Die war nach Japan verschifft worden, wo sie für den dortigen Markt eine OBI verpaßt bekam. Die Exemplare, die wieder zurück nach Europa importiert wurden, waren dann hier wieder mit erheblichem Aufpreis zu kaufen. In dem Fall also keine echte Japanpressung.


    Viele Grüße

    Martin

    Hallo Stefan,


    ergänzend zu Joachim möchte ich noch einen zusätzlichen Nutzen der 17er Breite anführen. Alte Monos sind häufig ja schon etwas abgenutzter, sowohl was die abgespielte Rille als auch leiche Beschädigungen an der Oberfläche der Platte anbelangt. Mit der 17er Nadel spielt das System die Rille etwas tiefer ab, so hast Du vermutlich noch weniger Störgeräusche und Verzerrungen durch früheres Abspielen, als wenn Du die 25er Nadel nimmst. Das eigens für Mono entwickelte 2M Mono von Ortofon hat z.B. eine 18er Verrundung, bleibt also auch unter den 25. Das Ortofon 2M Mono SE hat einen Line Contact-Schliff (also nicht sphärisch) und ist mit 17er Breite für alte und neue Monos konzipiert worden.


    Viele Grüße

    Martin

    Genau, die beiden Aufnahmen mit Sternchen sind sowieso digitale Aufnahmen aus den 2000ern -- elektronische Musik (Hip Hop) ...

    Apropos: Ich finde die Madlib-Scheibe super :) . Aber klar, ist wie fast alles im Leben Geschmackssache. Die hab ich mal von einem Freund als CD geschenkt bekommen und die finde ich wirklich abwechslungsreich und sie läuft häufig bei mir.

    Ich finde die Auswahl der neuen Classic-Titel für 2023 ausgezeichnet. Vieles davon hab ich zwar schon, z.B. als Japan-Pressungen, aber vielleicht kaufe ich mir zwei, drei Titel nochmal, da ich das Mastering von Kevin Gray sehr mag. Dazu, dass es angeblich egal sein soll, ob analoge oder digitale Master benutzt werden, braucht man nicht viel mehr zu sagen, als oben schon geschrieben wurde.

    Ich jedenfalls finde es toll, dass Blue Note die Classic-Reihe als AAA-Titel macht, sofern es sich nicht wie bei den letzen Titeln um neuere Aufnahmen handelt. So ist es auch ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den vorherigen Blue-Note-Reissues und für mich definitiv ein Kaufanreiz selbst bei solchen Titeln, die ich schon auf Platte habe.


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag


    Martin

    Auch super ist wenn man die guten Reißpapier hüllen direkt in die Tonne werfen muss

    Ich würde die Platte mal für zwei Tage in eine andere Hülle stecken und in der Zeit auf die entfaltete Orginalhülle ein schweres Buch legen. Bin sicher, dass die Hülle dann wieder einigermaßen glatt ist und ihre Funktion wieder bestens erfüllt. Zum Wegschmeißen zu schade.

    Deshalb wäre ich bei nem beschädigten Cover auch angesäuert.

    Ja klar, verstehe ich. Schöner sehen Cover ohne Macken aus, aber die ist nach meinem Empfinden ja kaum wahrnehmbar. Deshalb zurücksenden? Die nächste Platte hat dann irgendeine andere kleine "Imperfektion". Was dann? Wieder umtauschen?

    Ganz ehrlich, wenn jemand in 20 Jahren Platten im Mint-Zustand aus dem Jahre 2022 kaufen will, wird er die gar nicht finden können.

    Einfach weil es die ja schon jetzt nicht mehr gibt, wenn man sie neu im Laden eingeschweißt kauft. Ich sage nur mal als Stichworte: leichte bis schwere Schüssel, non-fill, Seitenschlag, Knistern hier und Knistern da, kleinere Kratzer, Höhenschlag usw., das komplette Programm eben. Oder eben mal eine kleine Beschädigung am Cover durch den Versand oder das Hantieren im Laden oder beim Online-Händler damit, wo ja auch immer Menschen arbeiten. DHL oder Hermes sind auch keine Kunstspeditionen.

    Wie war das noch von John Peel? "Listen mate, life has surface noise" :)


    Viele Grüße

    Martin

    Beides super ärgerlich, aber wenn ich auch die gezeigten, im Grunde nicht akzeptablen Platten zurücksenden würde, schmeißt mich jpc aus dem Kundenstamm.


    VG

    André

    Hallo André,


    verstehe ich Dich richtig, Du würdest die beiden von Maik gezeigten Platten im Prinzip zurücksenden? Warum? Ok, bei der ersten Platte ist eine minimal gestauchte Ecke zu monieren. So etwas kann aber beim Versand immer mal passieren, da könnte die nächste Scheibe ebenfalls betroffen sein. Fände ich jetzt übertrieben, aber jede Jeck ist anders.

    Aber was ist denn mit der zweiten Platte nicht in Ordnung? Doch wohl nicht die verknitterte Innenhülle? Das zu enge Mittelloch? Wenn schon so etwas reklamiert wird, wo die Pressung selbst gar nicht betroffen ist, führt das doch zu enormen Rücksendungsquoten.

    Neue Schallplatten sollten natürlich einwandfrei abspielen, aber man sollte es als Käufer auch nicht auf die Spitze treiben mit Rücksendungen. Eine verknitterte Innenhülle biegt man gerade oder tauscht man halt aus. Kostet einen dann vielleicht 20 Cent, so what.


    Nur so meine Gedanken, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Wie gesagt, fehlerhafte Pressungen braucht man sich nicht anzutun, aber minimalste Macken am Cover oder ein zu enges Mittelloch, was man in 2 Sekunden mit dem Kuli passend gemacht hat, da sehe ich noch keinen Reklamationsgrund.


    Viele Grüße


    Martin

    Jetzt empfehlt Ihr hier eher Bürsten mit Nylon-Fäden. Habt Ihr die Erfahrung gemacht, dass die Reinigung mit diesen Bürsten besser gelingt als mit Ziegenhaar?

    Hallo Chris,


    Hauptgrund für den Wechsel bei mir war der, dass meine Ziegenhaarbürste mit Holzgriff so langsam den Geist aufgab. Weil sich die Bürstenhaare mit der Reinigungsflüssigkeit vollgesogen haben, quollen sie auch auf und haben so den Holzgriff kaputt gemacht. Er kriegte Risse und die ersten Büschel fielen aus.

    Der Vorteil der Nylonbürste ist für mich der, dass sich die Haare offenbar nicht vollsaugen. So muß man auch nicht soviel Flüssigkeit auf die Platte geben, weil nicht die Hälfte zu Beginn der Reinigungssitzung erstmal aufgesogen wird. Die Bürste trocknet nach dem Auswaschen auch ziemlich schnell wieder. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Haare besser in die Rillen eindringen. Bei der Naturhaarbürste kam es mir so vor, dass die Haare - einmal vollgesogen - sehr weich waren und auch weniger gut in die Rillen kamen.


    Letztlich alles Geschmackssache, ich kann die Nylonbürste aber empfehlen.


    Viele Grüße

    Martin

    Laut dem Grading von Discogs ist jede Platte mit Störgeräuschen, also auch einem einzigen Knackser auf der Platte, VG zu bewerten. Wenn sich jeder Käufer strikt danach richten würde, würde es negative Bewertungen hageln.

    Ich wäre ja schon zufrieden, wenn Platten mit Kratzern nicht mehr als NM angeboten würden.

    Ich finde, dass die Preise bei Ebay bei begehrteren Platten in der Regel niedriger als bei discogs sind. Bei ebay handelt es sich bei Auktionen um Marktpreise, bei discogs häufig um Wunschpreise der Anbieter. Ich sehe es immer öfter, dass Anbieter bei disogs sich bei selteneren Platten bei ihren Preisen am letzten Höchtspreis orientieren und dann noch mal 30-50% draupacken. Folge: solche Platten stehen dann über Monate oder Jahre unverkauft bei discogs. In Plattenläden orientiert man sich auch an discogs, aber eher an den Mittelwerten.

    Die Preise, die ich für Jazzplatten bei Ebay in den letzten Jahren gezahlt habe, waren oft nur die Hälfte oder sogar noch weniger als die discogs-Preise.

    Generell nervt, dass viele Anbieter, die regelmäßig und seit Jahren viele Platten verkaufen, nicht als Händler, sondern als Privatverkäufer auftreten. Motto: "aus meiner Sammlung biete ich Euch an" usw. Die haben zum Teil Tausende Bewertungspunkte bei ebay, behaupten aber dreist, Privatleute zu sein. Folge: Keine Steuern, keine Rücknahmeverpflichtungen. Da kaufe ich nicht, so etwas unterstütze ich nicht.

    Ich habe so meine zwei, drei Verkäufer, wo ich gute Erfahrungen gemacht habe und wo ich noch gucke. Ansonsten meide ich mittlerweile jede Form von Online-Käufen, weil der Zustand meist nicht richtig angegeben wurde. Wenn, dann kaufe ich lieber bei echten Händlern, die auch so auftreten. Die können sich auf Dauer kaum halten, wenn sie immer zu gut bewerten. Außerdem gibt es da eine gesetzliche Rücknahmepflicht, die private Anbieter nicht gewähren.


    Viele Grüße

    Martin

    Hallo zusammen,


    meine Ziegenhaarbürste, die der Okki Nokki beilag, war auch nicht so der Bringer, so lösten sich auch ziemlich bald die ersten Haarbüschel.

    Ich nutze seitdem diese von phonophono, die ich wirklich erstklassig finde. Geht gut in die Rillen rein, liegt sehr angenehm in der Hand und ist mit knapp 20 Euro ihr Geld wert. Würde ich immer wieder kaufen.

    https://www.phonophono.de/phon…-vinylrecord-cleaner.html


    Es scheint die gleiche zu sein, wie oben von Detlef gepostet.


    Viele Grüße,

    Martin

    Noch zum Braun PS 500: ich hatte mal einen schwarzen und einen silbernen PS 500. Beide wunderschön und klanglich topp. Aber bei beiden waren genau die Öldämpfer nicht mehr dicht und das interne Aludruckguss-Dreibein, auf dem das Lager und der Tonarm sitzen, war etwas verzogen. Ich habe kaum welche gesehen, bei denen das noch gerade war. Bei dem oben gezeigten PS 500 läßt es sich nur schwer erkennen, könnte aber auch der Fall sein. Dann steht der Tonarm leicht nach hinten gekippt über der Topplate. Hat zur Folge, dass sich mit dem Bewegen des Tonarms über die Plattenseite der Azimut ändert, weil die Headshell und damit die Nadel zunehmend Richtung Label verkippt werden. Die Nadel kann dann auch nicht mehr senkrecht in der Rille stehen. Man kann das Gerät natürlich trotzdem betreiben und an dem schönen Design und Klangcharakter Freude haben, überhaupt keine Frage. Ist halt nur nicht ganz optimal auf Dauer, wenn es das einzige Gerät im Fuhrpark sein sollte.

    Soviel zu den Wehwehchen älterer Geräte im Gegensatz zu einem Neugerät.


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag


    Martin

    Das ändert auch nichts daran, dass die zitierten Passagen kompletter Unsinn sind.

    Hallo Thomas,


    ich finde es schon eine (zu) starke Wortwahl, in Bezug auf die Meinung eines Mitforisten von "komplettem Unsinn" zu sprechen. Man kann es auch anders, bzw. höflicher, ausdrücken, wenn man etwas komplett anders sieht. Würdest Du denn auch so mit jemandem sprechen, wenn wir nicht virtuell miteinander zu tun hätten, sondern an einem Hifi-Stammtisch persönlich zusammensitzen würden? Kann ich mir kaum vorstellen.

    Manchmal hilft es, sich genau das vorzustellen, bevor man etwas hinschreibt. Das muß ich mir selbst natürlich auch immer mal wieder klarmachen, bevor ich etwas in die Tasten tippe.


    In diesem Sinne und beste Grüße


    Martin

    Hallo Forum,


    auch von mir ein klares ja dazu, dass sich eine Plattenwaschmaschine lohnt. Ich hatte mal eine Knosti. Da teile ich die Erfahrungen, dass zumindest mit der originalen Knosti-Flüssigkeit sich viele Reste an der Nadel beim Abspielen ablagern. Das ist auch logisch, weil eben das Ablaufen der Flüssgkeit nicht so effektiv sein kann wie eine Absaugung.

    Jetzt nutze ich seit Jahren eine Okki Nokki, die eigentlich alle Platten sauber kriegt. Gibt man mehr Geld aus, erhält man mit Sicherheit mehr Komfort (je nach Modell: Punktsauger= leiser; andere Fabrikate: beidseitige Absaugung oder fest installierte Bürsten usw.), vermutlich auch noch eine etwas bessere Reinigungsleistung. Da mir hier der Vergleich fehlt, kann ich das aber nicht sicher sagen, sondern nur vermuten. Vieles, was die teureren Maschinen automatisch machen, kann man hinsichtlich der Reinigungsleistung bei Okki Nokki durch Handarbeit ersetzen, z.B. das manuelle Aufsetzen der Bürste, die Dauer der Einwirkzeit, das Rotieren des Tellers in beide Richtungen.

    Als ich noch keine Okki Nokki hatte, da war ich nach manchen Gebrauchtkäufen enttäuscht, weil die Platten zu stark geknistert haben. Manche habe ich deswegen nochmal als Japanpressung gekauft. Als ich dann eine PWM hatte, stellte sich schnell heraus, dass die Second-Handscheiben bloß eine Wäsche brauchten, um danach fast störungsfrei zu spielen.


    Deswegen bei vielen Gebrauchtkäufen: eine PWM ist eine klare Verbesserung für den Klang der Platten.


    Aber auch bei neuen Platten. Ich wasche nicht jede neue Platte, nur solche, die stark knistern, obwohl nagelneu. Meist ist es wirklich nur die statische Aufladung, die dann nach der Wäsche weg ist. Vor meiner Okki Nokki hätte ich solche neuen Platten abgeschrieben oder retourniert. Wenn ich jetzt eine neue Platte, die knistert, wasche, dann weiß ich danach sehr genau, ob es nur Aufladung war oder eine schlechte Pressung vorliegt.


    Deswegen ist eine PWM auch dann zu empfehlen, wenn man überwiegend neue Platten kauft.


    Außerdem schont man auf Dauer natürlich auch die Nadel und hat weniger Verschleiß, was die Anschaffungskosten einer PWM letztlich relativiert. Und knisterfreies Hören macht mehr Freude als Dauer-Lagerfeuer, besonders wenn man gerne auch mal ruhigere Musik hört, z.B. Jazzkombos oder Klassik.


    Viele Grüße


    Martin

    Danke Euch für den Hinweis auf den Beitrag und die Mediathek. Ein sehr schöner Beitrag, wie ich finde. Alles auf ihre Art sympathische Menschen, die mit ganzer Leidenschaft bei der Sache sind. Ich wäre am liebsten gleich nach Stuttgart gefahren, um bei Second-Hand Records zu stöbern. Immer, wenn ich nach Stuttgart oder in die Nähe komme, plane ich da einen Besuch ein, weil das so ein guter Laden ist. Schön war auch die Szene, wo der Inhaber Townes van Zandt hört und sich vorstellen kann, dass auf seiner Beerdigung If I needed you gespielt wird. Und diese kindliche Freude über den Fund einer seltenen Single, obwohl er ja mit Sicherheit schon Hundertausende Platten in seinen Händen hatte. Einfach grandios. Der Mann mit seinem Presswerk strahlte auch eine ansteckende Begeisterung für seine Arbeit aus. Sehr schön!


    Viele Grüße,

    Martin