Posts by Maktnix

    Hallo,


    nur mal zwischendurch nachgefragt: gibt's für 6 K€ nicht schon mal 'ne Accuphase C 37 gebraucht oder als Vorführer? Vielleicht lohnt es sich, telef. mal ein paar Stützpunkt-Händler abzufragen, ob sie eine dafür abzugeben haben. Wenn ich mich in ein Gerät verknallt habe, versuche ich es zu bekommen, statt mich mühsam nach "Alternativen" umzuschauen.


    Grüße,

    Reinhard

    Oder: "Vater...ich will mehr LEBEN!"


    Ja, Rutger Hauer..."begegnete" mir zuerst als irrer Finsterling in "Hitcher, der Highway-Killer". Unvergessen. Sehr schade.


    Grüße,

    Reinhard

    Bei den von mir angesprochenen, erlebten diversen Beispielen war das Geld kein Thema, im Gegenteil. Zwei Beispiele: Ein Mädl (18) ging mit einem Riesenpacken neuer LPs (alle Reissues älterer Scheiben) aus dem Laden und hatte nach eigener Aussage noch nicht mal einen eigenen Plattenspieler, der sollte erst noch kommen. Aber sie hatte bei Vater mit LPs Musik gehört, sich einen großen Zettel gemacht und wollte unbedingt die Scheiben haben. Ein junger Mann (20) kaufte einen nicht billigen, nagelneuen Rega-Dreher im Hifiladen und nahm dazu seine ersten drei LPs mit, dann war das Geld erstmal alle. Er hatte bei einem Kumpel Supertramp auf LP gehört. Eigentlich hatte er auf ein Motorrad gespart, jetzt fährt er weiter Fahrrad. Wenn man erstmal angefixt ist...


    Grüße,

    Reinhard

    Moijn,


    in der Betrachtung hilft vielleicht die Frage weiter, was "geschehen" müsste, um kommende Generationen überhaupt für LP-Vinyl zu begeistern. Schulsozialarbeiter (wie oben sicher eher scherzhaft erwähnt) sind da fehl am Platze, aber vielleicht kann man von ihnen ein bissl methodisches Herangehen abgucken. Denn hohe Hard- und Software-Preise, unnötig komplizierte Technik (Justage, Inkompabilitäten von Komponenten etc.) und esoterisches Geschwurbel (Anwender und Hersteller) helfen da kaum weiter, sondern schrecken ab. Nötig sind heutzutage sicher Online-Verfügbarkeit, preiswerte Plug-and-Play-Komponenten für den Einstieg und verlässliche Qualität.


    Der erste Schritt ist aus meiner Sicht immer die Ermutigung zum Entdecken des Neuen (alten), also: was man (musikalisch und technisch) bisher gar nicht gekannt oder sogar verpasst hat. Da hilft schon der andere Radiosender (um den einen oder anderen Klassiker zu entdecken) und/oder mal neugieriges Stöbern und reinhören bei den Eltern oder im Bekanntenkreis, um guten Stereosound im Raum und Musik zu erleben, die mal nicht nur aus "tanzbaren" niederfrequentem Gestampfe, Hochton-Gezingel und gerülpsten Agro-Texten besteht. Ich habe im Plattenladen und Hifi-Shop Jugendliche (18-20 Jahre) kennengelernt, die sich so selbständig plötzlich brennend für die Allman-Brothers, Supertramp, Beatles und so weiter interessierten. Danach kam fast völlig selbstverständlich der nächste Schritt, indem gezielt der Zugang zu LPs und Plattenspieler gesucht wurde.


    Es gibt also (simple) Wege, einer ist m. E. Offenheit im Umgang. Der einfache Dreher für 500 Ocken mit simplen Arm, kleinem MM, eingebauten Mini-Prepre und Wandler mit Schnittstelle nebst regelbaren Kopfhörerausgang ist da für einen heutigen Anfänger sicher ein erster bequemer Zugang ins Kontinuum, dem weitere Schritte von alleine folgen werden. So ein Gerät sollte also von den selbsternannten Experten und anderen Altvorderen nicht vorschnell zerrissen oder milde belächelt werden. Den gebrauchten Schwabbler, ein MC und den bessern Phono-Pre, Masselaufwerk und Justagekniffe kann der Eleve später immer noch entdecken. Oder er/sie hört einfach weiter gute Musik.


    Grüße,

    Reinhard

    Ob und wie es sich weiterentwickelt, ist nicht zuletzt davon abhängig, wie sich kommende Populationen in ca. 15-20 Jahren positionieren, was Familie sowie Mobilität, Besitz und Statussymbole angeht.


    Meine Elterngeneration konnte nach dem Krieg nix wegwerfen. Man sparte "für schlechte Zeiten", hatte ein Haus und eine verlässliche Rente und irgend einen Hobby-Verein fürs Wohlfühlen. Die Nachfolger sahen das ständige Bewahren weniger eng, gingen in Kneipe und Kino und warfen den alten Kram auch mal weg, aber man wird ja älter und ist irgendwann froh, Heim und Job und ein Auskommen mit einer Perspektive zu haben.


    Eine Generation weiter bricht das noch mehr ein. Heutige Teens und Twens sind eher flachpolitisch unterwegs, sind ständig irgendwie mobil und online mit sich selbst beschäftigt. Die wollen ohne Bücher und im Ausland studieren, da können sie keinen Ballast gebrauchen. Ein Ende des elterlichen Reichtums ist unvorstellbar, "älter werden" planen die (noch) nicht. Die Aussicht, täglich Vollzeit zu arbeiten, erscheint als unzumutbare Perspektive. Die drei großen "F" heißen inzwischen Fliegen, Flashmob und Ferien, da reicht auch ein möbliertes Zimmer. Sowas hinderliches wie Haus und teure Autos, Anlage und physische Tonträger sind da ein Anachronismus. Klar.


    Aber empfindliche Maßnahmen zum Klimawandel (wie evtl. nahezu Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs, deutliche Einschränkungen im Flugverkehr, staatliche Abgrenzungen und Verbote usw.), dazu die steigenden Anforderungen im Beruf und die Erkenntnis, dass man nicht ewig 25 bleibt und ständig online-sein nervig ist, könnten (werden?) dafür sorgen, dass sich in einigen Jahren die Werte wieder Retro verschieben und mehr "stationäre" Elemente in den Fokus rücken. In der lokalen Allianz halten dann vielleicht auch wieder Sachen Einzug, die die Eltern schon kannten, wer weiß? Denn eigentlich war es schon immer so...


    Grüße,

    Reinhard

    RIP. Johnny Clegg

    Ja, auch gerade gelesen, sehr traurig. Seine LPs laufen bei mir regelmäßig. :thumbup:

    Für mich ein verkannter Riese der Musik, als Künstler und Tänzer sozialkritisch und engagiert gegen das Apartheid-Regime in Südafrika, oft ein Opfer des Embargo. Dennoch die verkörperte Realisierung der Rassengleichheit mit seinen "gemischten" Bands Savuka und Juluka und mit einer tollen Bühnenshow, wobei er völlig selbstverständlich westliche und afrikanische Elemente, moderne und traditionelle Instrumente, Vokal- und Chorsätze gleich mehrsprachig in Einklang brachte. Er bewegte sich völlig selbstverständlich zwischen den Welten der Kulturen und brachte sie im wahrsten Wortsinne zum "Klingen" und tanzen, mit komplexen Arrangements und eingängigen schönen Melodien, und oft sehr kritischen Texten. Ein großer Verlust. Vielen Dank für viele schöne Hörstunden, Johnny!


    Grüße,

    Reinhard

    Hallo Tufkau,


    Aha. Mir neu, dass alle Presswerke, also auch wie etwa RTI, allein mit/durch Techno-LPs überlebt haben bzw. überhaupt erst ins Leben gerufen wurden. Auf einige mag das ja auch zutreffen, aber wirklich alle? Wer es glaubt...


    Im Grunde ist es ganz einfach: Wo hat den z.B. Speakers Corner seine lange Liste der VÖ fertigen lassen? MFSL in der 2. und später der 3. Serie, woher kamen die? Und wo wurde die nicht unbeträchtliche Masse anderer LPs gefertigt der diversen kleinen und größeren Label (manche kaum beachtet und nur kurz am Markt, wie Cisco, VTL u.a.), die aber irgendwie immer am Ball waren? Andere Beispiele habe ich oben genannt. Pink Floyd "Pulse"-Box 1995 und anderes, das waren doch keine Abfall- oder Lagerprodukte und hatten auch mindestens eine hohe fünfstellige Auflage. Hinzu kommen die diversen Indie-Label, wo haben die gefertigt? Ich habe auch nie gehört, dass einige populäre VÖ (siehe meine anderen Beispiele oben, die Liste ist natürlich beliebig länger darstellbar) in der "sauren Gurkenzeit" nicht realisiert werden konnten, weil die wenigen verbliebenen Presswerke alle mit Techno u.ä. ausgelastet waren.


    Also, wo kommen diese (unterm Strich und über die Jahre zahleichen) "anderen" LPs denn alle her, die ich im Schrank reihenweise stehen habe? Trotz der Flaute der 90/00-er Jahre reden wir hier immer noch über tausende Titel, alles in allem sicher mit einer Auflage in mehrfacher Millionenhöhe. Wo wurden die gepresst, fielen die vom Himmel?


    Richtig ist sicher, dass DJs und Technokäufer etc. durch ihre populäre Präsenz ordentlich was bewirkt haben. Aber das sie es quasi alleinig waren, sorry, ist ein schlichtes Ammenmärchen. Und es ist nicht mal schwer, das zu beweisen, so man denn die offensichtlichen Fakten akzeptieren mag. Das soll mal jeder selber abwägen.


    Grüße,

    Reinhard

    Moijn,


    der alte Streit, wer denn nun Vinyl am Leben gehalten hat - die DJ's oder der alte Rock/Pop-Vinyljunkie - ist m.E. das Horneberger Schießen. Keiner von beiden, Punkt!


    Aber beide Fraktionen haben das ihrige dazu beigetragen, die kritischen 90er Jahre zu überbrücken, alleine hätte es niemand geschafft. Ich kann mich jedenfalls an keine Zeit erinnern, in der nur DJ-Vinyl kursierte, die niedrigen Auflagen und die sehr spezielle Mucke wären binnen kurzem der Tod des Mediums gewesen. "Normal-Vinyl" war aber auch nie "weg", es war nur schwierig zu bekommen, weil hierzulande die Läden dichtmachten. Man musste halt manches in England oder den USA bestellen, um heranzukommen (z.B. Pink Floyd "Echoes"-Box, Nirvana "Unplugged" oder Yes "The Ladder" u.v.m.). Und man musste natürlich sofort zugreifen, wenn mal eine LP-Kleinauflage zu haben war, da waren oft Versender erstaunlich hilfreich. Manche später teure Pretiose (z.B. Tom Petty "Wildflowers", van Morrison "Healing Game" oder Paul Simon's "Capeman" etc. pepe) wurden sogar eher verramscht und waren für kurze Zeit billig zu haben, wenn man sich bemühte. Und hinter den -bis heute- oft gescholtenen diversen Reissue-Labeln standen stets verrückte Überzeugungstäter, sie kämpften stets um Überleben, und viele gingen persönlich dabei pleite. Wer also meint, sie als Geldverdien-Maschinen verunglimpfen zu müssen, liegt m.E. völlig daneben. Sie bedienen einen Nischenmarkt, das kostet halt. Aber: auch sie haben das Medium wesentlich mit am Leben gehalten.


    In dem Zusammenhang sind sicher auch Aktivisten wie die AAA, viele engagierte örtliche Händler sowie die beharrlichen Hardware-Hersteller wie van den Hul, Räke, Suchy und viele andere Konsorten zu nennen, die mit Neuerungen, manchen Innovationen und ansprechendem Design etc. den Endkunden versorgt und ermutigt haben. Da sollte also niemand den anderen zerfleischen. Am Ende ging es stets um die Sache.


    Grüße,

    Reinhard

    Moijn,


    meine SAC Gamma habe ich seinerzeit kurz nach "Erscheinen" angeschafft, eine BDA lag nicht bei. Die Bedienung ist ja allerdings auch simpel: es gibt keinen Aus/Einschalter, nur den Wechseltaster MM-MC sowie über Parallelbuchsen das Einschleifen von Widerständen oder Kapazitäten als einzige Variablen. Die gegebene Lastimpedanz beträgt 1 Kiloohm, Feinsicherung 500 mA (war der Wert, glaube ich...) im Netzteil. Verstärkungsfaktor(en) weiß ich nicht mehr, sind aber in der Praxis immer tauglich gewesen. Dafür sollte man ggf. mal nach einem alten Test suchen.


    Nebenbei - bei der Nano Entrata Disco ist es nicht so simpel, u.a. gibt es innen 5 Mäuseklaviere. Aber laut Auskunft der Herren Schäfer und Fuchs ist die Datei mit der BDA für die Nano bei einem PC-Crash verloren gegangen, und selbst der Konstrukteur konnte mir aus der Erinnerung nicht mehr sagen, was die M-Klaviere eigentlich schalten...


    Wer helfen kann, möge sich melden.


    Danke + Grüße,

    Reinhard

    Serienstreuung, kann ein Faktor sein, stimme ich zu. Alterung auch. Und bei wieder aufgebauten Systemen ist es m.E. sowieso ein Lottospiel. Erst recht, wenn es fremde Gebrauchtsysteme sind, wo man nicht weiß, was dem Generator beim Vorbesitzer möglicherweise alles widerfahren ist. Herr v.d.Hul berichtete ja, dass ihm beim Wiederaufbau von Systemen schon alles mögliche untergekommen ist, etwa eingefangene Metallspäne oder Verunreinigungen von Nadelreinigern usw., was beim bloßen Nadeltausch beim Online-Schlachter (sorry...) evtl. gar nicht auffällt und weiter vererbt wird. Das Ergebnis ist dann eher Zufall. Genau das meinte ich mit der Bemerkung, dass es bei mir nur "juckt", aber mehr auch nicht.


    Grüße,

    Reinhard

    Hi,


    ich hatte das Rohmann viele Jahre in der Kombi Thorens 3001 BC (mit einem sehr aufwendigen Händler-Netzteil) + SME 309 mit Dämpfung FD 4, Phonostufe SAC Gamma mit 100 Ohm Abschluss. Der SME war mit Ortofon Silber-Innenverkabelung und Clearaudio MPC-Steckerchen modifiziert, das Innenkabel lief mit Cl. MPC direkt in die SAC. Der Tonarm war ca. einen dreiviertel Millimeter abgesenkt (!).


    Ja, das Rohmann brauchte Zuwendung, damit es gut lief. Also passende Spielpartner, Justage, gezielte Verkabelung usw. Mein Ensemble lief...phantastisch! Und verkaufte sich deswegen im örtlichen Bekanntenkreis später quasi von selbst und ohne Preisverhandlung, als ich mich mal anders orientieren wollte. Seinen Nachfolger fand das Rohmann dann bei mir im MC 7500 "Status".


    Ich habe den "Klang" speziell des Rohmann aber noch heute im Kopf, phantastisch etwa bei guten und heftigen Liveaufnahmen wie "Made in Japan", "Pulse" oder "Flamenco olé", weil auch die kleinen und großen Nebengeräusche wie Applaus etc. hautnah und hochrealistisch wahrzunehmen waren. Und egal ob Rock, Pop, Klassik, Jazz...mir das Rohmann immer Spaß gemacht. Klanglich fand ich es in der o.g. Kombi völlig ausgewogen-hochauflösend, basskräftig und sehr dynamisch, da fehlte nix. Das Rohmann hat auch alles klaglos abgetastet, ohne Zicken.


    Die Storys, das Ortofon Rohmann sei ein unlustiger Geselle (gewesen) und könne auch nicht gut in SME's laufen, ärgern mich daher jedesmal und sind für mich nur dumme Märchen von Leuten, die... (gestrichen, will ja keinem zu nahe treten).


    Ob solch ein inzwischen uralter Generator heute noch so performen kann, wage ich allerdings zu bezweifeln, daher habe ich immer von einem Nachkauf abgesehen, obwohl es mich jedes Mal juckt, wenn so ein Teil angeboten wird.


    Grüße,

    Reinhard

    Moijn,


    wäre ja auch irgendwie schlimm, wenn es keine Unterschiede gäbe, das würde manches Vorurteil befördern (...alle Verstärker klingen gleich... etc.). Letztlich kommt es sicher auf die effektive Paarung an. Mit einem anderen Tonabnehmer, wahrscheinlich bereits mit anderem Phonokabel, könnte die subjektive Bewertung auch schon wieder anders ausfallen.


    Schwierig finde ich daher immer, der qualitativen Frage ein Preisschild umhängen zu wollen. Zusammenpassen muss es. Also hab Spaß mit der Kombi (und: never change a running System).


    Grüße,

    Reinhard