• Hallo zusammen,


    ich habe nun idie neue Linnenberg Bizet Phonovorstufe (Neupreis rund 6000 EUR) testen können und möchte kurz darüber berichten:


    Die Bizet ist eine reine MC Vorstufe, und es lässt sich auch nur EIN Tonabnehmer gleichzeitig daran betreiben. Also wenn man soll: reduce to the max. Für mich gibt es neben dem Klang drei Besonderheiten dieser Vorstufe:


    - Sie ist was Rauscharmut angeht mit das Beste, das ich gehört bzw. eher nicht gehört habe. Wichtig ist dabei aber, dass man sie nicht in die Nähe möglicher Störenfriede wie externe Netzteile etc. stellt. Die Linnenberg selber hätte vielleicht noch das Potenzial gehabt, ein extra Gehäuse mit ausgelagertem Netzteil bereitzustellen, dann wäre das Gerät aber wohl noch deutlich teurer geworden vermute ich. Trotzdem: für eine Vorstufe in einem Gehäuse (wobei der Netzteil-Part im Gehäuse abgetrennt ist in einem eigenen Bereich) ist das allererste Sahne.


    - Sie ist laut, d. h. mit den Verstärkungen 66, 71, und 76 dB lassen sich die leisesten Tonabnehmer betreiben, auch SPUs gingen hervorragend damit, mit gerade mal 0,18 V Ausgangsspannung


    - Die Vorstufe ist rein symmetrisch aufgebaut, d. h. man sollte sich ein entsprechendes Kabel gönnen, um sie auch symmetrisch einzusetzen. Im Prinzip ja einfach, da das Signal vom Tonabnehmer grundsätzlich immer symmetrisch ist. Cinch Eingänge sind auch vorhanden, und die sind parallel zu den XLR Eingängen geschaltet, was zu einem weiteren Vorteil führt.


    Beim Abschlusswiderstand kann mal über das Einlöten von Widerständen in eine Cinchbuchse jeden erdenklichen Wert selber kreieren. Drei Werte gibt es ab Werk, hier kann man auch schon Wünsche einbringen, der Standard sind 100, 470 und 1000 Ohm. Ich selber habe mit einem 15 Ohm Widerstand bei der 100 Ohm Einstellung gearbeitet und kam fürs SPU dann auf 13 Ohm, klang perfekt.


    Nun zum Klang: die Vorstufe ist auf der neutralen Seite angesiedelt, sie spielt äußerst akkurat, viele Feinheiten sind ganz klar hörbar. Gleichzeitig nervt sie aber nicht mit Analytik. Toll ist, dass man sehr lange äußerst entspannt mit der Bizet hören kann, das fließt wunderbar. Von daher auch in Sachen Musikalität eine Vorstufe, die man in seine Überlegungen einbeziehen sollte. Besonders gefällt mir der straffe Bass, der ist nie aufgedickt, aber richtig gut auf den Punkt spielt, mit Kick in die Magengegend, wo es sein soll. Aber nur ganz kurz. Das ist mir persönlich bei manchen Röhrenvorstufen "schwammiger" vorgekommen, aufs erste Hören voluminöser, aber insgesamt unsauberer. Hier macht die Bizet aus meiner Sicht einen klasse Job.


    Fazit: wer sich auf MC Tonabnehmer spezialisiert und nicht mit mehreren Tonarmen/Abnehmern jongliert, ist mit dieser Vorstufe wirklich top bedient.

    Best of both worlds: Analog + Digital

    Gewerblicher Teilnehmer (Investor)