Posts by hrd650

    Ganz übersehen habe ich noch eine Besonderheit bei den genannten Beispielen: Das Revox mal aussen vor, da wird halt einfach wie üblich geklotzt (und kein fehleranfälliger Riemen verbaut) , haben ja sowohl das Dragon als auch das GX-R99 die sehr seltene Kombination aus Dual Capstan und Auto Reverse. Deswegen ist bei den Geräten auch ein separater Antrieb für beide Schwungmassen zwingend nötig. Denn während vorwärts ja die rechte Welle schneller drehen muss, ist es ja im rückwärts-Betrieb genau anders herum. Und genau wie beim Riemenprinzip nur in Vorwärtsrichtung, wird hier auch sicherlich nur richtungsabhängig der jeweilige Motor eine Winzigkeit schneller oder langsamer gedreht. Hat natürlich dennoch den Vorteil, dass schlechte Flach-Riemen als Fehlerquelle bei diesen Geräten nicht zum Problem werden, aber eine ausgeklügelte oder gar irgendwie messende Regelung gibt es da sicher nicht. Glaube auch immer noch nicht, dass irgend ein Tandberg, Eumig oder sonst ein High-End Tapedeck sowas macht.


    Damit auch gerne zurück zum eigentlichen Thema, sind wir nun doch recht weit abgeschweift. Aber interessant waren die Überlegungen durchaus.


    Grüße,

    Seb

    Nun ist es soweit. Bei einem JVC Tapedeck habe ich nun genau dieses Phänomen. Witzig: Nie gehabt, dann lese ich das hier und relativ kurz danach bekomme ich meinen ersten Fall rein.

    Ich berichte. Riemen sind bestellt.

    Also die Schlaufe zwischen den beiden Wellen? Da bin ich mal gespannt. Achte bitte mal darauf, ob es auch von der Kassette abhängig ist. Und das Modell bitte mal durchgeben...


    Grüße,

    Seb

    Bei der Nagra T-Audio, einer Studiobandmaschine, ist das durch einen Drucksensor im Bandpfad (zweiter „Kopf“ von links) gelöst. Der Bandpfad ist leicht gewölbt, so dass das Band einen leichten Druck senkrecht zur Laufrichtung ausübt, der gemessen wird. Ob man so etwas in einem winzigen Tapedeck unterbringen könnte, oder ob es so etwas sogar gibt, weiss ich allerdings nicht.

    Gerhard


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    Dann beantworte ich die Frage mal für mich: Nein, gibt es nicht. Das darf gerne widerlegt werden, da es ja auch sicher noch ein paar mir unbekannte Geräte im Pro-Bereich gibt. Aber Naka Dragon, Revox B215, Akai GX-R99 sind die Geräte hier, die zumindest auch die 2. Capstan-Welle aktiv antreiben, und die scheiden schon mal Alle aus. Und gerade wenn man von einem 3-Kopf Dual Capstan Setting ausgeht, bleibt ja auch kaum noch Platz in den Tape Öffnungen.


    Das "Problem" hat ein Tonbandgerät natürlich grundsätzlich nicht und wir wollen auch nicht in Frage stellen, dass so eine Nagra das ohne Kompromiss und per Prinzip besser löst. Kann man nicht vergleichen.


    Grüße,

    Seb

    das übersehen leider viele und wundern sich, warum die Decks in gewartetem Zustand so teuer sind. Dummerweise kommt heute noch erschwerend hinzu, das man bei Beschaffung der Gummiteile für den Ersatz (Riemen, Andruckrollen, Idler etc.) die Qualität erst nach einer gewissen Nutzungsdauer kennenlernt (für diy - Werkstätten wie Ehmler haben da andere Möglichkeiten).

    Den Aufwand für getrennt geregelte Motoren und Bandzugmessung sieht man auf der Fotoserie vom Dragon hier:

    https://tonbandforum.de/showthread.php?tid=10324

    Hallo,


    getrennte Capstan-Motoren gibt es ja bei einigen Decks. Wobei man recherchieren müsste, ob es wirklich eine unabhängige Regelung ist. Aber wie soll denn eine aktive Bandzugmessung /-überwachung technisch umgesetzt sein? Man kennt Bandzugmessungen vor der Abwickel-Spule ja von Tonbandgeräten oder Videorekordern mechanisch aufgebaut mit dem Bandzugarm und einem Bremsband, bei besseren Geräten auch elektronisch mit einem Arm und einer Lichtschranke in Kombi mit einem direkt angetriebenen Abwickel-Teller. Aber wo und wie will ein Tapedeck das denn bei einer Tape zwischen den beiden Capstan-Wellen messen? Das muss mir mal jemand erklären, denn (noch) halte ich das für ein Gerücht.


    Grüße,

    Seb

    Meine Yamaha-Decks mit (Riemen-)Doppelcapstan laufen seit vielen Jahren völlig problemlos, die Bandführung ist für Cassettentechnik sehr gut. Es muß nicht immer gleich Nagra sein... Wie alle Bandgeräte sollten auch Cassettendecks stets gut gewartet sein. Wer das vernachlässigt bekommt da genauso Probleme, wie man sie bei einem Auto bekäme, wenn man die Inspektionen vergeizt.

    Das ist natürlich richtig. Nur fällt hierbei unangenehm auf, dass nun mal ausgerechnet die Geräte mit dem stabilisierenden Doppel-Capstan-Antrieb oft zuerst Probleme machen. Das Feature wird hier dann leider zur zusätzlichen Fehlerquelle. Und begeistert dann auch noch mit Beschädigung des Bandes.


    Mit der Aussage stelle ich nicht die ebenso vorhandenen Vorteile des Systems in Frage.


    Grüße, Seb

    Oh, danke für die Erinnerung. Im ersten Link ging es ja schon mal um das Onkyo. Dass ich den Aufwickel-Torque verringert hatte (von aggressiv auf human), war mir nicht mehr bewusst... Das Onkyo hatte wirklich Nerven gekostet.


    Ganz aktuell habe ich aber gerade wieder genau dieses Problem der Schlaufenbildung mit einem Yamaha TC-720. Dieses alte 3-Kopf Deck mit voll mechanischer Piano-Key--Bedienung hat auch schon Dual Capstan. Auch hier fängt nach wenigen Sekunden Spielbetrieb die Bildung einer Schlaufe an, die langsam aber stetig immer weiter wächst. Bei diesem Deck ist jedoch der Flachriemen sehr schlecht, nämlich bereits geweitet und tendiert weich zu werden. Der Wechsel wird hier auch hoffentlich dieses Problem lösen. Werde berichten, kann aber wegen zu vielen Projekten etwas dauern.


    Grüße,

    Seb

    Hallo, also ich möchte mein geschildertes Problem noch mal kurz zusammenfassen:

    Problemgerät mit der Schlaufenbildung: Onkyo TA-2570 (Sankyo-Laufwerk)

    Gerät "unverbastelt", Flachriemen läuft an richtiger Stelle und ist griffig, Andruckrollen gut, alle betreffenden Teile sauber. Problem gelöst durch Flachriemenwechsel.

    Mehrere andere Tapedecks zeigen bei mir das Verhalten, das Band zu knittern oder sonst wie zu beschädigen. Hierbei entscheidend, nur Geräte mit Dual-Capstan, und dadurch die ursprüngliche Anfrage hier. Aber nochmal: Hier kann das Fehlermuster anders sein als die Schlaufenbildung. Ich ärger mich auch über mich, dass ich das in den einzelnen Fällen und Konstellationen nicht sofort untersucht habe. Jetzt kann ich noch nicht mal die Kassette ausschliessen. Auch sind ja gerne mal bei den alten Geräten "Einstellmaßnahmen" durch Endverbraucher gemacht worden. Ich werde das weiter beobachten und bei Zeiten die betroffenen Geräte (z.B. Tandberg TCD-310 und Technics RS-B965) nochmal genau unter die Lupe nehmen. Etwaige Erkenntnisse werde ich hier teilen. Wie erwähnt wäre eine Spiegelkassette hier sehr hilfreich, daran scheitert es eigentlich jetzt auch primär.


    Interessant in jedem Fall, dass das Problem mit der Schleifenbildung auch hier bei mehreren schon passiert ist oder zumindest davon berichtet wurde.


    Das Problem aufgrund des Übersetzungsverhältnis auszuschliessen ist von der Überlegung zwar richtig aber dennoch wohl ein Trugschluss. Denn durch den in der Beschaffenheit und vom Dehnungsverhalten durch Alterung variablen Flachriemen haben wir eine nicht direkte und nicht starre Komponente in dem Kreis. Und die Dinger werden ja meist weich... vielleicht wird so die Übersetzung dann eben doch verfälscht


    Wie anfangs geschrieben lag das konkrete Problem der Schlaufenbildung ja zumindest beim Sankyo Laufwerk an dem Flachriemen (trotz gutem Eindruck). Daher werde ich zukünftig bei genau diesem Fehlermuster als erstes eben den Riemen wechseln, auch wenn er gut zu sein scheint.


    Rückmeldungen, z.B. über den Ausgang der Reparatur von dem CT-F900, wären auch durchaus interessant.


    Danke, Gruß und guten Rutsch...

    Seb

    Also ich lese hier auch noch gelegentlich mit. Wirklich neue Erkenntnisse gibt es ja nicht, dafür teils an den Haaren herbei gezogene Theorien... "Auto Stop", "Idler", "rutscht in die andere Zone",... naja.

    Die Schwungmasse nun in der Drehbank herunter zu schleifen ist für mich persönlich der schlimmste Versuch. Das mag in der Theorie zwar den erwünschten Effekt geben, aber wenn man die eigentliche Ursache schon nicht findet und murksen muss/will, dann doch bitte nicht so irreversible Eingriffe. Das arme Gerät.


    Wir gehen mal von guten, griffigen Andruckrollen aus. Und einem "unauffälligem" Abwickeldrehmoment . (Und auch bitte mal überhaupt von nicht total auffäligen Anomalien.) Den Idler und somit das Aufwickelmoment halte ich für nicht relevant, solange das Band irgendwie aufgewickelt wird. Passiert ja auch bei Geräten ohne Gummi-Idler.


    Ich weiss auch nicht, ob es immer die Schlaufe ist, die zum Bandsalat führt. Und dazu brauche ich unbedingt mal eine dieser Spiegelkassetten, woher bekomme ich die?


    Wenn es diese Schlaufe gibt, ist dieser Ansatz interessant:

    1. Bandgeschwindigkeit messen. Rechter Capstan zu langsam?

    Man könnte mit einer Geschwindigkeitstestkassette ja mal vergleichen, indem man das Band einmal NUR durch die Rechte und dann durch die linke Andruckrolle transportieren lässt. Allerdings ist der Unterschied ja extrem gering, also die Schlaufe entsteht ja sehr langsam. Und dann beeinflusst man ja auch noch Zug und Schubkräfte...


    Ich denke immer noch, dass der Flachriemen die kritischste Komponente ist. Die Dinger werden ja auch meist weich im Laufe der Zeit, ändern also ihr "Dehnungsverhalten" und somit müsste das wiederum Einfluss auf den Schlupf haben??


    Wo bezieht ihr denn eure Gummiteile wie Flachriemen, Idler und Andruckrollen her?


    Viele Grüße,

    Seb

    Hallo, und danke,


    eine aufwendige Laufwerk-Überholung habe ich hier auch schon gemacht. Wegen dem verharzten Fett musste es fast vollständig zerlegt werden. Idler und der winzige Idler für Play/Rec mussten getauscht werden. (für den Winzigen musste die Andruckrolle eines Walkman herhalten). Ich bin kein Freund von kompletten Recapping auf Verdacht, aber okay.. Bei meinen Gerät schwingt der Test-Oszi in der Lautstärke, kann auch an einem Elko liegen. Aber sonst läuft es endlich wunderbar und ist in jeder Hinsicht überzeugend.


    Viel Erfolg noch und Gruß,

    Seb

    Hallo, da es wie erwartet keine Angebote gab, habe ich nun eine alternative Lösung

    umgesetzt. Ich habe hierzu seitlich Gewinde in das Kassettenfach gebohrt und die Plastikblende

    damit verschraubt. So hält es gut, ist von aussen nicht sichtbar und die Blende geht immer

    noch ziemlich schnell und unkompliziert ab. Auch musste ich so keine intakten Teile "vermurksen".

    Die kleinen Innensechskant-Schrauben für das Fenster gab es unkompliziert bei ebay...


    Grüße,

    Seb

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    Hallo,

    also C120er habe ich gar nicht, man hat ja immer gehört, dass diese so kritisch seien.

    Ich nutze hier völlig unterschiedliche Kassetten sämtlicher Fabrikate, Baujahre, die einem so zulaufen. Da ist sicher auch mal eine Beschädigte bei, sei es vom Band oder Gehäuse...

    Aber dennoch, ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei Dual Capstan Laufwerken "normal" sein soll, dass diese suboptimale Tapes dann völlig "zerstören". Sinn und Zweck des erhöhten Aufwandes und ebenso höherer Kosten dieser Laufwerke ist ja theoretisch, Gleichlauf und Stabilität zu verbessern. Im Idealfall unter besten Voraussetzungen mag das auch sein, aber in der Praxis sind ja ausgerechnet diese Laufwerke besonders kritisch. Das Ganze finde ich höchst unbefriedigend...

    LG, Seb

    Ich hatte vor 40 Jahren ähnliche Probleme, manchmal, mit dem Hitachi D 900 mit Doppel-Capstan. Irgendwie liefen die zwei Andruckrollen nicht synchron, oder so. Bald kam die TB-Maschine, da hat mich das nicht mehr interessiert. Woran das tatsächlich lag, habe ich also nicht tiefer recherchiert.

    Oha... ein verbasteltes D900 habe ich auch noch auf der Liste. Hier hat Jemand HighCom nachgerüstet... LG

    Das Flachriemen unverschämt teuer geworden sind, ist an mir vorbei gegangen, wahrscheinlich weil ich in den 90er Jahren so viele bei Nedis bezogen habe, das ich nur im Einzelfall welche beschaffen muß.


    Das es ein typisches Problem bei Doppel-Capstan Laufwerken sein soll (Band schiebt sich seitlich weg und wird geknittert, oder es bildet sich eine "Schlaufe" zwischen den beiden Wellen) ist mir auch völlig neu.

    Kann daran liegen, das ich in den letzten Jahren nur noch im Einzelfall an Kassettendecks arbeite und mir daher Erfahrungswerte von 30-45 Jahre alten Geräte mit Doppel-Capstan Antrieb fehlen. Als ich in größerm Umfang solche Geräte reparierte, waren sie 10-25 Jahre alt und in dieser Zeit konnte ich solche Fehler nicht als typisch für diese Gerätegattung ansehen.

    Ja ich denke auch, dass wir da einfach andere Erfahrungen gesammelt haben. Ich habe die Geräte damals nie beruflich repariert, dafür repariere ich sie rein hobby-bedingt nun viele Jahre später. Deine Erfahrung ist zumindest interessant zu hören. Und ich kann auch (noch) keine Statistik hier aufstellen. Fakt ist nur, dass ich hier mehrere Tapedecks mit der genannten Problematik habe. Das war ein Onkyo mit Sankyo Laufwerk, bei dem ich die Andruckrollen und den Riemen für die Bandzug-Rutschkupplung gewechselt habe aber erst der Austausch des Flachriemens Erfolg brachte... und aktuell ein Technics RS-B9?? und ein Tandberg TCD310... das Ganze dann aber auch immer abhängig von der genutzten Kassette. Dieses Problem ist so uneindeutig, schwer zu prüfen und daher so problematisch.

    Außer dem (auch teilweisem/sporadischem) Ausfall des Aufwickel-Tellers oder fehlerhaften bzw. fehlerhaft eingestellten Andruckrollen sowie Schlupf des Riemens zur Verkoppelung beider Schwungmassen kenne ich keine Ursachen für diese Bandsalat-Effekte.

    Wenn empfindlich reagierende Vorkehrungen getroffen wurden, kommt es auch bei solchen Fehlern nicht zum Bandsalat sondern es geht zum Schutz des Bandes in den Stopp-Modus oder den Reverse-Modus - siehe dieses Beispiel hier:


    Ach so - um welches Modell geht es eigentlich in post #1 ?

    Hallo,


    also ein Problem mit dem Aufwickeln ist hier natürlich nicht gemeint. Und mehr als eine Tacho-Überwachung, damit es keinen unendlichen Bandsalat gibt und primär zur Endabschaltung genutzt gibt es ja nun mal nicht. Wie soll das auch gehen?


    Und es ist ganz gezielt eine grundsätzliche Frage und nicht auf ein bestimmtes Laufwerk bezogen. ;)


    Also ich denke mal, wenn der Bandzug mechanisch unauffällig ist und die Andruckrollen griffig und sauber sind werde ich bei diesem Fehlerbild zukünftig als erstes den Flachriemen tauschen, unabhängig vom "gefühlten" Zustand.


    Wenn die Flachriemen nicht so unverschämt teuer wären...


    LG, Seb

    Hallo Seb,

    ich hatte bei meinen Reparaturen immer den Eindruck es liegt am Bandzug. Oft wird ja die abzuwickelnde Spule definiert(!) gebremst, meist über einen kleinen Riemen in der Nähe des Wickeldorns...

    Viele Grüße Tobias.

    Die von Dir genannte Methode kenne ich bisher eigentlich nur von Sankyo Laufwerken, wie sie beispielsweise in einigen Onkyo, Kenwood, H&K und vermutlich noch weiteren Modellen verbaut sind. Andere Laufwerke drücken auch schon mal einen Filz gegen den Abwickeldorn. Das ist zwar definiert aber nun mal ungeregelt (im Gegensatz zu Videorekordern). Wenn das ganz ausfällt, z.B. durch einen schlechten Riemen im genannten Sankyo-Laufwerk, mag es eine Ursache sein.


    LG, Seb