Naßfahr-Probleme

  • woran liegt es, wenn mein Naßfahrröhrchen nicht mehr benetzt? Egal, wie weit ich das Bürstchen aufdrehe, nach spätestens 1/3 der Plattenseite hört es auf zu netzen und die Platte produziert trockene Nebengeräusche. Habt Ihr einen Trick ?


    Verstopft das Bürstchen im Lauf der Jahre ? Falls ja, gibts irgendwo noch Ersatzbürstchen für mein ca. 30 jahre altes "Lencoclean" ?
    Markus

  • ...mal wieder als Empfehlung:


    nach dem Nassabspielen mit einer PWM (Absaugung) reinigen. So wird da ein Schuh draus ;) .



    Tüsss
    Lothar

    ....schwarze Scheiben und braune Schenkel reichen mir, um viel Spaß zu haben:love:

    ....LASST MICH! Ich muss mich da jetzt rein steigern.

    Es war mir ein Vergnügen.

  • nach dem Nassabspielen mit einer PWM (Absaugung) reinigen. So wird da ein Schuh draus ;) .


    Nö, das ist doppelt gemoppelt.
    Die Platten werden durch das nass abspielen ja nicht wirklich schmutzig.


    Gruß,
    Volker

  • ...und warum knistern nass abgespielte Platten zum Verrecken dolle, wenn sie anschließend trocken abgespielt werden?


    Volker, Du zweifelst da eine, von einigen Usern erfolgreich angewandte Methode an. ;)



    Tüsss
    Lothar

    ....schwarze Scheiben und braune Schenkel reichen mir, um viel Spaß zu haben:love:

    ....LASST MICH! Ich muss mich da jetzt rein steigern.

    Es war mir ein Vergnügen.

  • Tach Lothar,


    ich habe ja nicht behauptet, daß ehemals nass gespielte Platten gewaschen werden müssen, wenn sie wieder trocken gespielt werden sollen.
    Wenn man jedoch beim Nassabspielen bleibt, ist eine Wäsche nach jedem Abspielen überflüssig. Hab ich selbst fast 20 Jahre so gehandhabt.


    Gruß,
    Volker

  • Ich fürchte, dass Lothar da Recht hat, Volker. Als ehemaliger jahrelanger Nassfahrer meine ich's beurteilen zu können.


    Die durch das Nassfahren in Schwebezustand versetzten Partikel setzen sich wegen der Verdunstung/Trocknung der Flüssigkeit in den Rillen so richtig schön fest. Da hilft auch sorgfältiges Abwischen der soeben nass gefahrenen Platte mit Mikrofasertüchern nicht so richtig, denn zumindest die Außenflächen der Platte sind ja schon wieder getrocknet, bevor sie das Tuch auch nur von fern sehen.


    Gruß
    Gerd


    Edit: überholt

    Edited once, last by RS1500 ().

  • Volker,


    so habe ich das auch nicht gemeint.
    Es steht aber fest, dass sich Schmutzpartikel während des Nassabspielens aus der Luft auf der Platte ansammeln und durch den anschließenden Troknungsprozess festbacken.


    Nassabspielen hat durch einen Gleitfilm zwischen Diamant und Vinyl und durch Anlösen des festgebackenen Schmutzes diesbezüglich einen positiven Effekt. Das weißt Du.


    Durch eine anschließende Reinigung der Platte ist ein Festbacken von Schmutz nicht mehr möglich und muss bei erneutem (nass) Abspielen erst garnicht mehr angelöst werden.


    Siehst Du das anders?



    Tüsss
    Lothar

    ....schwarze Scheiben und braune Schenkel reichen mir, um viel Spaß zu haben:love:

    ....LASST MICH! Ich muss mich da jetzt rein steigern.

    Es war mir ein Vergnügen.

  • Möglicherweise reden wir ja aneinander vorbei.
    Wenn ich meine Platten immer nass abspiele, brauche ich keine PWM. Da knistert nix. Habe ich selber knapp 20 Jahre so gemacht.
    Da die Platte beim nassabspielen nicht geflutet wird, sondern immer nur ein ca. 5mm breiter Streifen feucht ist, sammelt sich da nicht viel Dreck, der festbappen kann. Der Dreck, der sich tatsächlich sammelt, wird beim nächsten Abspielen wieder losgeschwemmt. Das ganze unter der Voraussetzung, daß die Platten allgemein pfleglich behandelt werden.


    Möchte man diese nass gespielten Platten irgendwann mal wieder trocken abspielen, so kommt man um eine vorherige Wäsche nicht herum.


    Ich habe keine Lust, da eine Wissenschaft draus zu machen. Das sind lediglich meine Erfahrungen.


    Gruß,
    Volker

  • Hallo


    warum nicht erst mit der PWM waschen (für die Sauberkeit), und dann nass fahren (wegen des "Gleiteffekts")?


    Man kann ja die Vorteile von beiden kombinieren.


    LG


    Babak


    "I'd far rather be happy than right any day." Slartibartfast


    "That's right!" shouted Vroomfondel, "we demand rigidly defined areas of doubt and uncertainty!" Vroomfondel, a philosopher.

  • Naja,


    Nassfahren war auch vor Zeiten meiner Plattenwaschmaschinen niemals ein Thema für mich. Irgendwie konnte ich dieser Panscherei nie etwas abgewinnen. Erstens sind diese Nassfahrarme sowas von unansehnlich, da in der Regel aus billigem Plastik (wieso gab's eigentlich nie einen High-End-Nassfahrarm? 8) ), zweitens war es total nervig zu warten, bis die Platte vor ihrem Zurückpacken in die Hülle endlich trocken war und drittens frage ich mich immer noch, warum es klanglich besser sein soll? Okay, Nebengeräusche werden reduziert, aber dann müssen Nutzgeräusche auch entsprechend beeinflusst werden, denn die Abtastung erfolgt ja für beide Signalarten gleichermaßen. Sprich, wenn es mir mit einer Plattenwaschmaschine selbst nach mehrmaliger Anwendung kaum gelingt, den hartnäckigen Schmutz, der sich nach dem Nassfahren auf einer Platte absetzt, zu entfernen; ich also die Platte trocken vor Knistern und Knacken kaum ertragen sondern sie nur weiterhin nass ohne Nebengeräusche abspielen kann, warum sollte dies nicht auch zu Lasten der Hochtonauflösung und des Impulsvermögens gehen? Denn Nassfahren ist im Grunde genommen nicht anderes als ein Tiefpassfilter. Es stellt sich nur die Frage, wo genau die Grenzfrequenz liegt.


    Bis dann,


    Thorsten,


    der seine Platten nun seit gut 25 Jahren trocken genießt, ohne jemals das Bedürfnis nach einem Nassabspielen gehabt zu haben und der sich fragt, warum es früher überhaupt jemals dieses Bedürfnis gab, wo doch damals alles viel besser war. :rolleyes:

  • zweitens war es total nervig zu warten, bis die Platte vor ihrem Zurückpacken in die Hülle endlich trocken war


    Denn Nassfahren ist im Grunde genommen nicht anderes als ein Tiefpassfilter. Es stellt sich nur die Frage, wo genau die Grenzfrequenz liegt.


    moin Thorsten,


    zu zweitens: Typischer Anwenderfehler. Die Platten gehören mit einem Tuch trockengewischt, heutzutage idealerweise Microfaser guter Qualität. Lufttrocknung verursacht genau die Phänomene, die Du in den weiteren Einlassungen beschreibst.


    Zum Tiefpassfilter: auf die physikalische Erklärung bin ich mal gespannt, ehrlich. 8o

  • Die Begründung ist doch recht einfach. Ein Tiefpassfilter entspricht einem Integrator, und ein Integrator ist ein Glättungsalgorithmus. Sprich, Peaks werden eliminiert. Genau das geschieht auch beim Nassabspielen, wenn Knistern und Knacken infolge des Flüssigkeitsfilms reduziert werden oder gar ganz verschwinden. Wenn aber aufgrund dieses Films eben derlei Störgeräusche reduziert werden, müsste sich dies auch auf Impulse des Nutzsignals auswirken, was dann wiederum Einfluss auf die Hochtonauflösung haben könnte. Der Einfluss auf Nutzsignale sollte nur dann zu Vernachlässigen sein, wenn diese an einer anderen Stelle der Rillenflanken abgetastet werden als die Störsignale.


    Gruß,


    Thorsten

  • Der Einfluss auf Nutzsignale sollte nur dann zu Vernachlässigen sein, wenn diese an einer anderen Stelle der Rillenflanken abgetastet werden als die Störsignale.


    Genau das ist der Punkt. Die Nutzsignale sind in den Flanken moduliert, der Schmutz oder Staub befindet sich meistens am Rillengrund oder in Lösung in der Flüssigkeit.
    Ich kann mit meinem Equipment und meinen doofen Ohren nicht nachvollziehen, ob die Hochtonauflösung durch Nassabspielen leidet, dazu müsste man Vergleichsmessungen durchführen.

  • Moin
    Da leidet gar nix! Naßfahren ist unpraktisch und damit nicht jedermanns Sache. Das kann ich nachvollziehen. Aber das der Klang darunter leidet ist absolut nicht richtig!


    Gruß Siggi

  • Dann mal anders gefragt. Werden durch das Nassfahren auch Störeinflüsse durch Oberflächenkratzer auf einer LP vermindert? Sollte dies nicht der Fall sein und nur der Schmutz im Rillengrund gelöst werden, dann dürfte das Nassfahren in der Tat keinen Einfluss auf das Nutzsignal haben. Andernfalls denke ich aber schon. Hörbar dürfte dies aber wohl nur mit entsprechend hochtonauflösenden Systemen sein.


    Bis dann,


    Thorsten

  • Moin,


    Werden durch das Nassfahren auch Störeinflüsse durch Oberflächenkratzer auf einer LP vermindert?


    Wenn, dann nur minimalst. Habe aber nie direkt verglichen. Ein Mittel gegen Kratzer gibt es nicht, außer ein unbeschädigtes Exemplar.


    Gruß,
    Volker

  • Aber das Waschen der Platten nach dieser "Jugendsünde" ist auch nicht sonderlich unterhaltend.


    Moin George


    ist das eine sehr aufwendige Sache? Ich will mir ev. zusammen mit meinem Bruder (der fährt trocken) eine Waschmaschine zulegen. Bei mir ist es so,dass ich die Neuerwerbungen in der Regel erstmal trocken auf dem Sony abspiele. Wenn sie dann nach einiger Zeit mit dem Knistern anfangen, fahre ich sie nass auf dem Thorens.


    Leider hat sich die Qualität der Neupressungen in letzter Zeit so verschlechtert,dass ich sie meist schon beim ersten mal nass fahren muss. Ein gutes Beispiel ist die Genesis-Box. Die Platten waren derartig statisch aufgeladen,dass ich schon beim Auspacken gleich einen gewischt bekam! :thumbdown: Außerdem waren sie auch noch dreckig (Produktionsrückstände ?).
    Ohne Lenco ging dar gar nix!


    Wie sieht es mit der statischen Aufladung beim Waschen in der Maschine aus? Ich kann mir vorstellen,dass es durch die Reibung der Bürsten zu einer Aufladung kommt.


    Gruß Siggi

  • Hallo Siggi,


    1. Nass abgespielte Platten lassen sich waschen.
    2. Nach der Wäsche sind die Platten, wenn sie ansonsten intakt sind, wie neu.
    3. Nach einer Wäsche sind die Platten i.d.R. nicht mehr statisch geladen. Aber zu diesem Thema gibt es hier reichlich zu lesen.


    Gruß,
    Volker