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Broadway

Elektriker

Date of registration: Jan 9th 2011

Posts: 1,180

1

Saturday, February 4th 2012, 9:57am

Wie funktioniert ein Tonabnehmer?

Moin,

oft redet man ja über Marken, Preise u. Hörteste.
Aber hier im Beginnerbereich will ich mal auf´s Wesentliche kommen.

Wie funktioniert die Abtastung der Mikrorille durch den Tonabnehmer?
Was passiert da genau mit dem Diamant, den Spulen u. Magneten?

Wie ich darauf komme?
Ja weil ich kürzlich einen langjährigen DJ u. HiFi Liebhaber (er ist auch hier im Forum Mitglied) gefragt habe:
meinst du in den Flanken der Mikrorille sind auch Wellen drin?
Da sagte er zu mir: "ach, das ist mir eigentlich egal, was da drin ist,
... ich höre die Musik das reicht mir."

OK, man muss das nicht wissen, was genau in einem Tonabnehmer geschieht, um zufrieden Musik zu hören.
Ich will es aber trotzdem wissen!

Nun sind ja hier im Forum sehr erfahrene Leute unterwegs, die dazu Einiges mitteilen können.
Ich bitte Diejenigen, die dazu etwas zu sagen haben darum, es so zu beschreiben,
daß es meine Mama verstehen könnte. ;)

So wie ich das bislang verstenden habe, funktioniert das so:
der Schneidstichel der Schneidmaschine graviert das Musiksignal in die Lackfolie,
daraus werden dann Pressmatrizen hergestellt, die dann Vinyl zu LPs pressen.
Die Tonerzeugung durch den Tonabnehmer ist sozusagen der umgekehrte Schneidvorgang.

Preisfrage: wie ist der linke und rechte Kanal in der Mikrorille enthalten?

Viel Spass
Gruß Bernd

Ich betrachte Menschen als Schatztruhen, die geöffnet werden sollen.
Manche entpuppen sich dann aber eher als die Büchse der Pandora.

reneg

auf einem Ohr taub

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2

Saturday, February 4th 2012, 10:22am

Hallo Broadway,

da findest Du zum Anfang alles was Du brauchst!

http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte

René

ronin

trägt jetzt den Friedensnobelpreis

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3

Saturday, February 4th 2012, 11:27am

Ich hänge mich mal an und erweiter die Frage um folgende:

Warum ist einem MM-Tonabnehmer die Kapazität so wichtig um richtig zu funktionieren und warum intersessiert sie einen MC-Tonabnehmer herzlich wenig?
Mit der Ausgangsspannung erkläre ich mir dass so, dass bei MCs die Spule wesendlich kleiner ist, da sie direkt an der Nadel hängt und dadurch weniger Spannung induziert. Demnacht sollten HO-MCs ja total trantütig sein, weil durch die dicke Spule eine größere träge Masse entsteht. Dem ist ja nunmal nicht wirklich so...

Wer von den alten Hasen kann mir die Prinzipien und Eigenschaften denn mal aufdröseln?
Mit freundlicher Lichthupe,
der Audio-Phil :whistling:

Passat

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4

Saturday, February 4th 2012, 2:42pm

Ohne ins Detail gehen zu wollen:
Bei einem MM-Tonabnehmer sind die Spulen fest, am Ende des Nadelträgers befindet sich ein Magnet.
Durch die Bewegung induziert der Magnet eine Spannung in den Spulen.

Bei einem MC-Tonabnehmer sind die Magnete fest, am Ende des Nadelträgers befinden sich Spulen.
Durch die Bewegung induzieren die Magnete eine Spannung in den Spulen.

Da die Spulen kleiner sind und auch deren Windungszahl kleiner ist, ist die induzierte Spannung sehr viel kleiner als bei MM-Systemen.

Daneben gibt es noch MI-Systeme.
Da sind Spulen und Megnete fest und am Ende des Nadelträgers befindet sich ein Metallplättchen.
Das schneidet die Magnetfeldlinien und dadurch wird in den Spulen eine Spannung induziert.

Bei HighOutput MCs ist die Spulengröße zwar etwas höher als bei normalen MCs, aber immer noch viel kleiner als bei MMs.
Man kommt da trotzdem auf vergleichbare Ausgangsspannungen, weil man wegen der feststehenden Magnete größere Magnete einbauen kann und eine viel höhere Feldstärke erreichen kann.

MMs und MIs reagieren wegen der bedingt durch die großen Spulen hohen Spuleninduktivität mit hohen Kapazitäten, MCs und HighOutput MCs wegen der kleinen Induktivitäten dagegen so gut wie gar nicht.

Daneben gibt/gab es noch andere Funktionsprinzipien, wie z.B. kapazitative Abtaster und Keramik/Kristallsysteme.
Bei Keramik/Kristallsystemen wird der piezoelektrische Effekt genutzt, bei kapazitativen Abtastern die Kapaziätsänderung, wenn man den Abstand von geladenen Kondensatorplatten ändert.

This post has been edited 1 times, last edit by "Passat" (Feb 4th 2012, 2:45pm)


Broadway

Elektriker

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5

Saturday, February 4th 2012, 2:42pm

Hi,
Hallo Broadway,
da findest Du zum Anfang alles was Du brauchst!
da hast du wahrlich recht.
Der wiki Eintrag zum Thema ist wirklich gut u. umfassend.

Jetzt könnten hier auch Specials veröffentlich werden ..
so zB zum Behandeln des Dämpfergummis bei älteren TA
(hat Lucky mal im Dualforum beschrieben)

usw.

Es geht ja um den Tonabnehmer an sich.
Da darf jeder schreiben was er weiss.
;)
Gruß Bernd

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ronin

trägt jetzt den Friedensnobelpreis

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6

Saturday, February 4th 2012, 3:40pm

Super Beitrag, das erklärt mir schonmal alles was ich noch wissen wollte. Wobei...

Wozu normale MCs wenn HO-MCs den gleichen Dienst mit größerer Ausgangsspannung liefern?
Mit freundlicher Lichthupe,
der Audio-Phil :whistling:

Passat

Professional

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7

Saturday, February 4th 2012, 3:46pm

Normale MCs haben noch weniger Masse am Nadelträger, da ja die Spulen auch kleiner und leichter sind.

ake

Berufspessimist, der meist recht behält

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8

Saturday, February 4th 2012, 6:20pm

Um nun noch auf die Frage mit der Kapazität bei MM und MI zurückzukommen:
Die Induktivität der Induktionsspule bildet zusammen mit der Abschlußkapazität einen Schwingkreis, der im Hochton für eine kräftige Pegelüberhöhung sorgt und auch dafür sorgt, daß der Frequenzgang oberhalb des Peaks steil abfällt. Dazu kommt der Tiefpaßcharakter der Induktionsspule, der den Frequenzgang bereits ab 10kHz oder noch weniger langsam abfallen läßt. Durch Anpassung der Kapazität versucht man nun einen optimalen Kompromiß, sprich einen möglichst linearen und weit hinaufreichenden Frequenzgang hinzukriegen.

MCs, selbst die High-Output Versionen, haben eine so geringe Quellinduktivität, daß die Mittenfrequenz des Schwingkreises selbst bei hohen Kapazitätswerten weit oberhalb des Hörbereiches liegt. Und bis dahin arbeitet ein MC theoretisch linear, was den elektrischen Teil angeht. Mechanische Effekte führen natürlich ebenfalls zu einer begrenzten Grenzfrequenz...


Es gibt resultierend aus den elektrischen Verhältnissen noch einen Effekt: MM und MI Systeme bilden zusammen mit dem Eingang des Verstärkers eine sehr hochohmige Kette. Induzierte Störungen werden kaum bedämpft und voll hochverstärkt. High Output MCs sind da schon deutlich besser, da diese wenigstens eine verhältnismäßig niedrige Quellimpedanz haben. Und entgegen der oft geäußerten Theorie, daß Low-Output MCs besonders anfällig seien wegen ihrer geringen Ausgangsspannung, sind diese in der Realität so ziemlich immun dagegen. Der extrem niedrige Quellwiderstand zusammen mit dem ebenfalls mehr oder weniger niedrigen Abschlußwiderstand (meist <1kOhm) schließt eingebrachte Störungen schlichtweg kurz. Auch das Generatorsystem selbst ist (obwohl bei manchen Systemen "offen") durch die hohe magnetische Feldstärke um die Spule herum sowie die geringe Windungszahl nahezu immun gegenüber Störungen. Halte ein MM-System 2-3cm neben einen laufenden Elektromotor und das Ding generiert ein heftiges Brummen. Mach das gleiche mit einem Low-Output-MC - Stille...

Gruß
Andreas
Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest.
> Saki

stbeer

Wirklich angekommen

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9

Sunday, February 5th 2012, 12:47am

Nur mal zur Info ;)



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Schoenen Sonntag, Stefan

Broadway

Elektriker

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10

Sunday, February 5th 2012, 9:53am

Moin
u. danke für deinen Text zu Induktivitäten u. Kapazitäten.

Man sieht wieviel in diesem System zusammen eine Rolle spielt.
So ein Plattenspieler mit Tonarm u. TA ist schon eine schöne Sache.
Damit kann man wenigstens noch spielen. :)
gute Plattenspieler aufbauen usw

Mit den Concorde Systemen hat Ortofon ja schön gezeigt,
wie klein die Abtasteinheit sein kann.
Gruß Bernd

Ich betrachte Menschen als Schatztruhen, die geöffnet werden sollen.
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ake

Berufspessimist, der meist recht behält

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11

Sunday, February 5th 2012, 4:14pm

Nur mal zur Info ;)



Bei Fragen hierzu bitte melden! 8)

Schoenen Sonntag, Stefan


Leider steht nicht dabei, mit welchem Abschluß die Systeme jeweils gefahren wurden.

Gruß
Andreas
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> Saki

stbeer

Wirklich angekommen

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12

Sunday, February 5th 2012, 10:00pm

Hallo Andreas,

das ist natuerlich korrekt - aber ich gehe davon aus, dass die Messungen (Frequenzgang vs. Uebersprechen) der beiden Tonabnehmer bei jeweils bestmoeglichem Abschluss gemacht wurden. Beide Tonabnehmer (VM Silver und Rondo Blue) haben uebrigens den selben Nadelschliff gemein (FG70) :thumbup:

Sieht mE irgendwie nicht gut aus fuer das teurere MC 8|

Gruss Stefan

RG 9 Jünger

einbeinig ist das neue zweibeinig

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13

Sunday, February 5th 2012, 11:05pm

Wir sollten hier in diesen Thread hier mal wieder :on: kommen.
Gruß,
Christian

Jetzt mit Sumiko MMT :love:
Steckbrief von Chrille

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RG 9 Jünger

einbeinig ist das neue zweibeinig

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14

Sunday, February 5th 2012, 11:22pm

sry
Gruß,
Christian

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McRiem

Ich höre was, was Du nicht misst.

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15

Wednesday, February 15th 2012, 12:12pm

Ja weil ich kürzlich einen langjährigen DJ u. HiFi Liebhaber (er ist auch hier im Forum Mitglied) gefragt habe:
meinst du in den Flanken der Mikrorille sind auch Wellen drin?

Ja, sind sie. Einfach durch Überlagerung von tiefen und hohen Tönen, z.B. Kontrabass und Klarinette. Hohe Töne haben kürzere Wellenlängen, tauchen deshalb als Modulation auf den langen Wellen (tiefe Töne) auf.

Quoted

So wie ich das bislang verstenden habe, funktioniert das so:
der Schneidstichel der Schneidmaschine graviert das Musiksignal in die Lackfolie,
daraus werden dann Pressmatrizen hergestellt, die dann Vinyl zu LPs pressen.
Die Tonerzeugung durch den Tonabnehmer ist sozusagen der umgekehrte Schneidvorgang.

Es herrscht keine strikte Proportionalität. In der Rille steckt vielmehr das Zeitintegral der Musik, der Tonabnehmer muss die Ableitung nach der Zeit bilden, um die Musik richtig zu extrahieren. Alle modernen Wandler sind SCHNELLE-Wandler, die über die Induktion von Spannung mittels einer zeitlichen Änderung des magnetischen Feldes in einer Spule funktionieren. (ganz automatisch)
Ausnahmen bilden Wandler z.B. mit Dehnmessstreifen (strain gauge), die nur die Auslenkung erfassen, aber nicht direkt die Geschwindigkeit der Auslenkung. Dort muss ein Zusatzgerät die zeitliche Ableitung bilden.

Gruss,
Dieter.
"Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen... ", Colonel Kilgore alias Robert Duvall, aus "Apocalypse Now", Francis Ford Coppola, USA 1979.

Hier wird demnächst der Link zum Bestell-Thread stehen.

Sebastian

hat nur 2 Ohren

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16

Wednesday, February 15th 2012, 1:52pm

Nur mal zur Info ;)



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Schoenen Sonntag, Stefan
Was genau willst Du uns denn mit diesem Posting sagen?
Sebastian

stbeer

Wirklich angekommen

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17

Wednesday, February 15th 2012, 2:28pm

Hallo Sebastian,

dieser Post bezog sich direkt auf den ersten Absatz von Post #8 von Andreas (ake):

Um nun noch auf die Frage mit der Kapazität bei MM und MI zurückzukommen:
Die Induktivität der Induktionsspule bildet zusammen mit der Abschlußkapazität einen Schwingkreis, der im Hochton für eine kräftige Pegelüberhöhung sorgt und auch dafür sorgt, daß der Frequenzgang oberhalb des Peaks steil abfällt. Dazu kommt der Tiefpaßcharakter der Induktionsspule, der den Frequenzgang bereits ab 10kHz oder noch weniger langsam abfallen läßt. Durch Anpassung der Kapazität versucht man nun einen optimalen Kompromiß, sprich einen möglichst linearen und weit hinaufreichenden Frequenzgang hinzukriegen.

Ich sehe da im Frequenzgangverlauf bei diesem MM weder eine Pegelueberhoehung noch einen Frequenzgangabfall; zumindest unter der Annahme, dass A der Tonabnehmer kapazitiv korrekt abgeschlossen ist und B die Jungs von STP auch richtig gemessen haben. ;)

Bemerkenswert ist hier auch das Uebersprechverhalten des MMs gegenueber des MCs.

Gruss Stefan

ake

Berufspessimist, der meist recht behält

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18

Wednesday, February 15th 2012, 3:18pm

Und wie nennst Du dann die +5dB bei 20kHz?? Der Anstieg geht nebenbei bemerkt schon bei rund 7kHz los...

Gruß
Andreas
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> Saki

stbeer

Wirklich angekommen

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19

Wednesday, February 15th 2012, 4:09pm

Hallo Andreas,

das gleiche findest Du in der Messung fuer das Rondo Red: Auch +5dB bei 20kHz beginnend bei etwa 6kHz ... vielleicht von Ortofon so gewollt? ;)

Aber wem interessiert schon 20kHz? Hoeren tu' ich das eh' nicht mehr :(

Gruss Stefan

ake

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20

Wednesday, February 15th 2012, 7:15pm

Stimmt, ja, hatte ich übersehen - ich hab nur das kleine Bild im Beitrag oben betrachtet;-)) Daß da noch was fehlt war mir grad nicht klar.
Ja, ob man das hört, darüber kann man sich trefflich streiten. Da spielt der Lautsprecher und der Hörraum ja auch noch mit und meistens tut so ein bischen Nachdruck oben rum ganz gut. Wenn's 5dB Abfall wären, würde es mich wesentlich mehr stören;-))

Gruß
Andreas
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> Saki

RG 9 Jünger

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21

Wednesday, February 15th 2012, 9:07pm

Dann Frage ich mich, warum die nichtssagenden und laut Stefan unwichtigen Diagramme nur immer mal wieder gepostet werden. :rolleyes:
Gruß,
Christian

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Broadway

Elektriker

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22

Wednesday, February 15th 2012, 9:52pm

Hi,
In der Rille steckt vielmehr das Zeitintegral der Musik, der Tonabnehmer muss die Ableitung nach der Zeit bilden, um die Musik richtig zu extrahieren.
oh weh, das liest sich aber schwer kompliziert!
Geht das auch ein bischen weniger mathematisch?

Im Prinzip hab ich es ab da verstanden, als ich las: die Schneidachse wird um 45° gedreht.
Das war der Knackpunkt. ;)
Gruß Bernd

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lini

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23

Thursday, February 16th 2012, 9:36am

Bernd: Damit will er sagen, dass das Auslesen zwar den umgekehrten Vorgang darstellt. Dennoch stimmt das, was man unter starker Vergrößerung in der Rille erkennen kann, nicht so direkt mit dem Amplitudenverlauf der aufgezeichneten Wellenform überein, wie man sich das vielleicht vorstellen würde - weil die Amplitude des Signals nicht etwa der Auslenkung, sondern der Auslenkungsgeschwindigkeit, also Auslenkung pro Zeit entspricht. Entsprechend repräsentiert dann wiederum die Auslenkungsbeschleunigung die Anstiegsgeschwindigkeit des Signals. Aber es reicht eigentlich schon, wenn Du Dir merkst, dass die Rille eben nicht so beschrieben wird, dass ihre Auslenkung dem Amplitudenverlauf des Signals entspricht - denn der Schneidstichel selbst arbeitet auch schon als "velocity transducer". Und entsprechend klappt direktes Wiederauslesen (von der späteren RIAA-Entzerrung mal abgesehen) auch nur, wenn man dafür wiederum solche Schnelle-Wandler wie MMs, MIs und MCs einsetzt...

Mei, und das Kippen der Achsen um 45° ist letztlich nur der Kompatibilität mit normalerweise in Horizontalschrift beschriebenen Mono-Platten und -Plattenspieler oder besser gesagt Tonabnehmer geschuldet - sodass eben beim Abtasten von Mono-Platten mit Stereo-Eqipment der Ton ausbeiden Lautsprechern kommt und andersrum eine Stereo-Platte auf Mono-Equipment als Mono-Mix aus beiden Känälen ertönt. Wobei eine Mono-Platte in reiner Vertikalschrift auf Stereo-Equipment auch nicht wirklich ein Problem wäre, denn dazu müsste man bloß einen Kanal invertieren...

Grüße aus München!

Manfred / lini

P.S.: Dieter: "Dort muss ein Zusatzgerät die zeitliche Ableitung bilden." Braucht's das wirklich? Vielleicht bin ich gedanklich noch nicht weit genug, aber es schiene mir plausibel, dass ein Auslenkungswandler die ganze Geschichte einfach nur um 90° phasenverschoben darstellen würde... Hmmm, oder nicht? Ach... *seufz* Ich denk, ich geh jetzt besser endlich mal ins Bett. ;)

(edit: post scriptum angefügt)

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McRiem

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24

Thursday, February 16th 2012, 5:17pm

Hallo Manfred.
P.S.: Dieter: "Dort muss ein Zusatzgerät die zeitliche Ableitung bilden." Braucht's das wirklich? Vielleicht bin ich gedanklich noch nicht weit genug, aber es schiene mir plausibel, dass ein Auslenkungswandler die ganze Geschichte einfach nur um 90° phasenverschoben darstellen würde... Hmmm, oder nicht? Ach... *seufz* Ich denk, ich geh jetzt besser endlich mal ins Bett.

Dieser Zusammenhang dürfte nur auf Sinussignale zutreffen.

Stell Dir einfach mal einen Nadelimpuls vor, als Annäherung an ein gezupftes Saiteninstrument, Klavieranschlag usw.
In der Rille hätte man das Integral davon, also eine Stufe. Die Signalformen sehen grundverschieden aus.
Übrigens wird sich erst über die Ableitung das korrekte Amplitudenverhältnis verschiedener Frequenzen zueiander einstellen, denn beim Ableiten geht die Frequenz in die Amplitude mit ein. (halt wie bei d(sin(2pi f t))/dt = 2pi f cos(2pi f t) ).

Eine Ableitungs- oder Integral-Schaltung ist aber kein Hexenwerk. ;)
Ein Tiefpass entspricht einem Integrator, ein Hochpass entspricht einem Differentiator. Mit OpAmp ist das in wenigen Minuten entworfen (Standardschaltungen).

Gruss,
Dieter.
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Broadway

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25

Friday, February 17th 2012, 7:12pm

Übrigens wird sich erst über die Ableitung das korrekte Amplitudenverhältnis verschiedener Frequenzen zueiander einstellen, denn beim Ableiten geht die Frequenz in die Amplitude mit ein. (halt wie bei d(sin(2pi f t))/dt = 2pi f cos(2pi f t) ).
Also weniger mathematisch war das jetzt aber nicht. :P
Gruß Bernd

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McRiem

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26

Friday, February 17th 2012, 10:42pm

Also weniger mathematisch war das jetzt aber nicht. :P


Bernd - jetzt extra für DICH :) : das Signal in der Rille ist die Antwort auf die Frage "welches Signal braucht es, damit dessen Änderungsgeschwindigkeit dem originalen Musiksignal gleicht ?" (Schneidkennlinie mal außen vor in diesem, für Dich so persönlichem Moment ;) )

Gruss,
Dieter.
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stbeer

Wirklich angekommen

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27

Friday, February 17th 2012, 11:32pm

Also weniger mathematisch war das jetzt aber nicht. :P

Bernd: Das mit dem Abtasten ist etwa so wie eine Motorradfahrt durch die Alpen: Es geht stets nach links und nach rechts und zudem bergauf und bergab ;)

Das ist jetzt nicht mathematisch dargestellt - dafuer ist auch der Sound ein anderer :D

Gruss Stefan

Broadway

Elektriker

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28

Saturday, February 18th 2012, 7:49am

Moin,

ich weiss schon, was eine Ableitung nach der Zeit ist. ;)

Nun die Zeitkomponente ist durch die Drehzahl als ein Faktor gegeben.
Ausserdem weiss ich je schneller die magnetische Änderung ist,
desto höher ist die Spannung.

Meine Intention für den Thread war (ist) aber eher einem Anfänger dieser Materie
die Klangerzeugung durch eine Mikrorille in einem Tonabnehmer verständlich zu machen.

Ich meine, wenn man da drauf kuckt (auf die Nadel in der Rille) sieht man eigentlich nichts.
Insofern muss (kann) man nun das Unsichtbare sichtbar u. somit begreifbar machen,
indem man es ins Riesenhafte vergrößert. Das ist der erste Schritt.

Dann muss dazu aber noch das Verständnis des Elektromagnetismus kommen.

Gewiss ist das theoretische Verständnis über die Vorgänge der Rillenabtastung nicht
erforderlich um entspannt Platten zu hören, daher richtet sich der Thread an diejenigen,

a: die wissen wollen wie es funktioniert
und oder
b: die wissen wie es funktioniert u. es anderen erklären wollen

Dass die Geschichte auch in wiki zu finden ist, ist mir durchaus klar. 8)
Gruß Bernd

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McRiem

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29

Saturday, February 18th 2012, 11:00am

Nun die Zeitkomponente ist durch die Drehzahl als ein Faktor gegeben.


Bedingt ja. Die Drehzahl ist konstant, die Umfangsgeschwindigkeit varriiert mit dem Abtastradius. D.h. dieselbe Musikfrequenz hat aussen auf der LP grössere Wellenlängen als weiter innen. Deshalb ist ja auch die Hochtonabtastung auf den Innenrillen so kritisch (feinste Strukturen wo gibt zum Abtasten).

Gruss,
Dieter.
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