sondern noch viel besser als ½"-Version
Wie wurde das erreicht? Worin bestehen die konstruktiven Änderungen, von denen in der AAA-Postille die Rede ist?
Hallo Jochen,
dann will ich mal versuchen Deine Neugier zu stillen und da ich ein bisschen zwischen den Zeilen lesen kann, sage ich jetzt mal aus Vorsicht und ganz bewußt :
m.W. = meines Wissens
Vielleicht hätte ich das im analog-Artikel anders formulieren sollen, denke aber ähnlich wie bei der Pflicht zu Quellenangaben mit meinem Hinweis :
Für meine Erkenntnisse erhebe ich weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Reproduzierbarkeit, noch auf wissenschaftliche Korrektheit. Ich hoffe aber, meine ganz persönlichen Eindrücke können eine Hilfe sein.
evtl. Krititk bezgl. Wahrheitsgehalt Genüge getan zu haben !?
Meine Aussage(n) bezieht(en) sich ja vorrangig auf den Vergleich der ½" Bauserie X1/X3/X5-MC mit dem T4P-Pendant X1-MCP !
In meinem Fall spez. auf das "mittlere" X3-MC, ein System der 200,- Euro-Klasse das es heute nur noch als Restposten gibt und ansonsten auf 2 mind. ebenso wertige System-Klassiker, nämlich das ehemalige Ortofon Edel-T4P TMC 200 und das Ortofon MC20 Super.
ORTOFON X3-MC - FineLine Schliff (40x8µm) ...
ORTOFON TMC 200 - FineLine Schliff (40x8µm) ...
ORTOFON MC 20 Super - FG80 / Fritz Gyger Typ I (80x5µm) ...
Vergleichst Du die techn. Daten des X1-MC mit dem X1-MCP, dann fällt (eigentlich) kein Unterschied auf

"Seltsamerweise" ist beim X1-MCP ausgerechnet das Systemgewicht höher (6,0 statt 4,1g) und zwar durch ein im Systemkopf eingelegtes Plättchen aus Weichmetall. Natürlich ist auch die empfohlene Auflagekraft anders, aber die "nominellen" Werte für die dyn. Nadelnachgiebigkeit (Compliance) sind z.B. gleich !
Jeder der nun die Materie etwas besser kennt weiss, dass alle T4P-Systeme für Auflagekraft 1,25g... für Leicht-Tonarme (alleine durch Materialreduzierung)... und höhere Compliancewerte
optimiert UND standardisiert sind. Die besagten Modifikationen liegen dabei i.d.R. beim Nadelträger, den Permanentmagneten und/oder den Spulen (Material, Materialdicke und/oder Anzahl Wicklungen).
Nunmal zum Thema :
m.W. = meines Wissens !
Vor ca. 8 Jahren hatte ich einen
GRUNDIG PS-7550 Tangentialplayer (!) in meiner Sammlung... einen geradezu genialen OEM-Bau von DUAL den kaum jemand kennt, hiess im Original CST100 ULM... zwar Plaste & Elaste Leichtbau ohne Ende, aber "funktionell" absolut Klasse, halt typisch DUAL

Ausgestattet mit einem T4P-Stummeltonarm von nur 16,5 mm eff. Länge, einem ebenso einfachen wie genialen Tangential(Fein)mechanismus und einem T4P MM-System DUAL MMD345 mit
eingeklebtem Nadelträger. Ersatz damals schon rar wie die Nuggets im Yukon-River, bin ich dann bei der vorsorglichen Suche nach möglichem T4P-Ersatz, mehr zufällig auf das Ortofon X1-MCP gestoßen.
PS-7550 Frontansicht 1
PS-7550 Frontansicht 2
PS-7550 Frontansicht 3
PS-7550 Bedien-Tasten
PS-7550 Tonarm & System
Da der Player als "Seiten-Abkömmling" aus der legendären ULM-Ehe zwischen DUAL & ORTOFON stammte, wegen einem gelegentlich in eBay "herumschwirrenden" System DUAL MMD 360 - Made by Ortofon - und der artverwandten OMP-Baureihe 20/30/40, habe ich eine entsprechende Anfrage gestartet. Der damalige deutsche Ortofon-Vertrieb SWS war ungeheuer servicebewußt, als Antwort bekam ich ein handschriftlich auf meine FAX-Anfrage gekritzeltes "...das von Ihnen beschriebene System ist uns nicht bekannt..." zurück.
Stinkend sauer habe ich daraufhin den damaligen Marketing-Chef Benny Nielsen bei ORTOFON in Ballerup/DK angeschrieben und bekam nach sage & schreibe nur 1½ Tagen Antwort vom mittlerweile pensionierten Entwicklungsleiter Per Windfeld persönlich...

Typisch Dänisch bzw. Skandinavisch unkompliziert kam ein Anruf, parallel eine Kopie aus seinem Labor-Ordner, danach ein Rückruf meinerseits... war schon sehr interessant mal mit so einem "Papst" aus der Branche Kontakt zu haben, dieses Erlebnis hat meine Haltung zur Fa. ORTOFON zugegebenermaßen sehr nachhaltig geprägt, wenn auch Heute dort (wie überall) nur noch Marketing & Kommerz zählt.
Bei den Telefonaten kam die Sprache auch auf das X1-MCP, da es das Einzige T4P-System als High-Output-MC auf dem Markt war/ist, insofern eine grosse Besonderheit & Ausnahme. Trotz seiner Auskunftsfreude & Hilfsbereitschaft, waren dem guten Per Windfeld natürlich keine Betriebsgeheimnisse zu entlocken, aber es kam schon heraus, das bestimmte konstruktive Eigenheiten zwar zu (fast) identischen techn. Daten und Messwerten, aber durchaus zu unterschiedlicher (Klang)Qualität führen können.
Nix genaues weiss ich also nicht...
ABER... mag ja sein, dass die nötigen T4P-Standards z.B. auch in der Produktion und Qualitätskontrolle - sozus. zwangsweise - einen besseren Standard bzw. engere Toleranzen nach sich ziehen. Von Produktions-Rückführung, Refurbished-Versionen, aussortierter B-Ware, oder geschweige vom "Shredder-Ausschuss" kann schließlich keine Firma leben, man erinnere sich an die Fa. AKG und Probleme dieser Art mit (eigentlich) phantastischen Systemen.
VIELLEICHT... wirkt sich ja auch das veränderte Gehäusegewicht günstig auf das Resonazverhalten aus und/oder das Weichmetallplättchen dient als positives Abschirmelement. Man denke mal an die ganzen Experimente beim bekannten DL-103 mit "Strippen" oder Austausch des Gehäuses, da geht´s doch exact um diesen Ansatz.
ODER... die typische Problematik bezgl. AZIMUTH bei allen MC-Systemen... durch ADJUST+ (Danke Chris & Co.) so richtig ins Bewußtsein zurückgerufen... resultierend daraus, dass die rel. "filigran" konstruierten Generatorblöcke (Nadelträger-Spulen/Permanentmagnet) fertig vorbereitet ins Gehäuse verbaut werden müssen. Da bekleckert sich selbst so mancher Edel-Hersteller nicht gerade mit Ruhm, aber man toleriert das stillschweigend und lässt den Kunden vor Ort beim Justieren die Suppe auslöffeln. Einheitliche, Hersteller unabhängige Basis-Standards wie bei T4P, würden das m.E. zumindestens nicht verschlechtern.
Allerdings war auch bei den X1-MCP Systemen die bisher durch meine Finger gegangen sind, bei Sichtkontrolle der Einfluss der natürlichen Erdkrümmung nicht immer gleich, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt

By the Way Miss Sophie... der Tipp für´s X1-MCP kam jedenfalls damals "...durch die Blume..." von Per Windfeld und hat sich bei mir in der Praxis bestätigt, ich kann dem wohlverdienten Pensionär da nur sagen : Mange Tak for Alt...
Versuche einfach bei Gelegenheit mal eines als Schnäppchen zu ergattern, dann zerlegst Du den T4P-Adapter in 2 Teile, beschleifst (so wie ich) mit 2 Brillen auf der Nase den Systemkörper und die Teile bis sie perfekt und spaltmaßfrei auf/zueinander passen und verklebst zum Schluß alle Einzelteile mit Cyanacrylat-Sekundenkleber zu einem...
...sehr stabilen ½"-System mit normaler Bauhöhe !
Und anschließend Probehören & bitte hier Berichten
Hoffe mein Pamphlet ist ausreichend

um es hier stehen zu lassen !?
Habe den Text mal vorsorglich gesichert.
Hilsen fra den flade Rhinen-Jord...
Äääähemmm...

Grüße vom flachen Niederrhein
Dualese "alias" F J S