[Akustik] Diffusor - konvexe Fläche aus Nadelfilz

  • Hi,

    ich dachte mir, ich könnte aus Nadelfilz (Finett 11 von Findeisen) Diffursorelemente mit mehreren nebeneinander liegenden konvexen Flächen bauen. Die würde ich an den seitlichen ersten Reflexionen positionieren.

    Größe ca. B x H = 50 x 30cm. Die einzelnen konvexen Bereiche (Wellen) stelle ich mir 10-12cm breit vor. Auf einer Multiplexplatte werden kleine senkrechte Brettchen befestigt, zwischen die die Filze geklemmt werden.

    Es geht dabei um die ersten Reflexionen bzgl. Mittel- Hochtochchassis. Für Bass gilt das glaube ich nicht. Die Basschassis meiner Boxen (Bauer LS 3.0g) sind seitlich weiter unten angebracht.


    Ist das akustisch sinnvoll?

    Oder hat mich da jetzt eher die Optik getrieben...


    Tschau,

    Frank

    Tschau, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Hallo,


    so richtig kann ich es mir noch nicht vorstellen, hast du mal ein Bild/Beispiel? Ansonsten soll der Diffusor den Schall ja in viele verschiedene Richtungen streuen, da ist mWn. „schallhartes“ reflektierendes Material (zB Holz) besser geeignet, aus Filz würde ich keinen Diffusor bauen ... aber vllt. habe ich dich auch falsch verstanden.

  • Der Filz ist recht steif und nicht absorbierend außer wahrscheinlich für hohe Töne.


    Ist das jetzt besser verständlich Mario?

    Tschau, Frank


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  • Ja, jetzt weiß ich wie du das meinst. Der Filz reflektiert aber mbMn zu wenig (kaum bis gar nicht) und ist zu schalldurchlässig.


    Quote
    Diffusoren werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Es existieren Leichtbauversionen aus aufgeschäumtem Styropor, sowie Verbundsysteme aus Holz und sogar Metall. Hauptwerkstoff ist Holz, weil es keine ausgeprägte Neigung zum Eigenschwingen hat, eine hohe Eigendämpfung besitzt, gut zu verarbeiten- und dennoch schallhart genug ist. Eine genügend stark reflektierende Wirkung – insbesondere bei geringeren Frequenzen – ist die Voraussetzung für das Funktionieren der Diffusion und nur durch sehr schallhartes Material zu erreichen. Daher werden Diffusoren aus weichen Materialien wie EPS / XPS teilweise mit Epoxidharz gehärtet, um ihre Wirkung zu verbessern. Schall, der nicht reflektiert wird, wird durch solche Elemente absorbiert und bleibt unbeeinflusst, siehe Transmission.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Diffusor_(Akustik)#Materialien


    Wenn du Sperrholz in Form biegen kannst, wäre das imho zielführender, das können dir andere sicher noch besser erklären, weiterhelfen. 🍻

  • Hier noch die Absorptionsdaten.


    Finett 11

    Schallabsorption ISO 354


    Freq. Hz 125 250 500 1000 2000 4000
    αs 0,01 0,08 0,10 0,20 0,47 0,70


    Tschau,
    Frank

    Tschau, Frank


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  • Hallo Frank 🍻


    vllt reden wir auch aneinander vorbei, ein Diffusor soll (im Gegensatz zu einem Absorber) mWn. genau nichts absorbieren, sondern den Schall möglichst breitbandig und breit (viele Richtungen) reflektieren/streuen.
    Deine Idee wird IMHO nur obenrum etwas absorbieren aber kaum bis nichts „reflektieren/streuen“, als Diffusor quasi wirkungslos.


    Wenn ich jetzt wider Erwarten total daneben liegen sollte, bitte ich um Entschuldigung/Berichtigung.

    VG
    Mario

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  • Hallo Mario, Hallo Frank,


    sehe das genau wie Mario.... von Diffusion kann hier keine Rede sein, das Filz wird nur die Mitten/Höhen absorbieren.

    Frank, hast Du zunächst mal eine Analyse mittels Messung durchgeführt/durchführen lassen (z.B. mit dem Tool REW)? Damit bekommst Du dann eine Idee ob Du absorbieren musst (Nachhallzeiten verringern/Moden eliminieren) oder ob Du Diffusion benötigst...

    Habe das bei mir auch machen lassen... das öffnet mächtig die Augen ...


    Beste Grüße Martin

    TR ZET3 + 80mm Teller + TMR (Magnet Drive) + Konstant FMD + 2-Motoren

    TR5009 (SME309) mit LYRA DELOS sowie Jelco TK-950L (12") mit KISEKI BLUE N.S.

    OCTAVE HP700 mit Übertrager PhonoPre-Einschub + OCTAVE RE320 + SBB

    B&W 800D3

    The post was edited 1 time, last by Marty ().

  • Hallo Frank G


    Es gibt Nadelvlies und es gibt Filz

    Das ist etwas deutlich unterschiedliches

    Als Diffusor eignen sie sich nicht

    Sie sind Absorber

    Ich hab früher in der Automobilzulieferindustrie gearbeitet bei Firmen,

    die textile und akustische Teile gefertigt haben

    zb Bodenteppich bei den Firmen mercedes ;BMW, Audi , Porsche

    Teppich = Tuft

    darunter Schwerschicht

    darunter Polyurethanschum als Federelement für die Schwerschicht gegen Körperschall im verbund mit Schwerschicht

    Polyurtehanschaum ist gleichzeitig gut als Absorber auch ab ca 500 HZ


    Basotec = Melaminschaum ist gut als Absorber für Frequenzen oberhalb 500 HZ

    gibts von der Fa. Bayer


    Bei der Kofferraumverkleidung wird hinter die Teile Nadelvlies verbaut als Absorber


    grundsätzlich scheint dir etwas nicht klar zu sein


    es gibt Körperschall hauptsächlich niedrige Frequenzen

    gegen die macht man mit Absorbern und Diffusoren gar nix


    Absorber sind dickes Nadelvlies und Basotec Schaum, aber erst ab nach 500 HZ


    was hal-09000 ober zitiert hat , ist fachlich komplett falsch


    Styropor taugt nix als Absorber und auch nix als Diffusor

    das ist gut als Wärmedämmung


    die Profifirmen verwenden als Diffusor Holzquader verschiederner Grösse

    auf einem grossen Brett

    der Diffusor soll den Schall verteilen und nicht absorbieren


    die Profifirmen verwenden hauptsächlich eine Kombination aus

    Diffusoren und Absorbern im Hörraum

    das muss gezielt ausgelegt werden


    ich verwende mehrere grosse dicke Basotec Platten als Absorber

    6 Stück 2 hinter den Lautsprechern

    2 seitlich der Lautsprecher und 2 hinter der Rückwand


    gegen Körperschall ( Raummoden bei niedrigen Frequenzen) habe ich nichts gemacht , weil viel zu aufwendig

    da muss man mit riesigem Aufwand vorgehen, den ich nicht betreiben will

    und den ich bei mir in der Grössenordnung nicht für nötig halte

  • was hal-09000 ober zitiert hat , ist fachlich komplett falsch

    ich sehe da jetzt eigentlich keinen Widerspruch, dass Styropor bzw. EPS / XPS nicht das optimale Material ist, steht ja da und was man macht um es schallhärter zu machen.
    Gibt genug von dem Zeugs als fertige Diffusoren zu kaufen, Beispiele:


    https://www.hoerzone.de/shop/r…-weiss-inhalt-2-stck.html


    https://www.hoerzone.de/shop/r…user-4-stck-3-farben.html


    https://www.thomann.de/de/the_…sor_manhattan_eps_set.htm


    https://www.thomann.de/de/the_…fusor_wave_gr_eps_set.htm


    etc.

    Grundsätzlich würde ich auch solche aus Holz bevorzugen (QRD, Skyline, Hofa)

    VG
    Mario

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  • Ich kann sie Seite Akustik-Module von Torben Bostelmann empfehlen


    leider baut er seine Akustik Module aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht mehr


    auf seiner seite erklärt er sehr viel über Raumakustik


    früher hatte er sehr viele Bassabsorber im Programm unterschiedlichster Art


    er schreibt auch viel über Diffusoren und ist von XPS nicht sonderlich begeistert und das mit Begündung

  • in der Hamburger Elbphilharmonie im grossen Saal

    werden 10000 individuell gefräste Diffusorplatten aus Gipsfaserbeton verwendet


    warum individuell gefräst?


    man steuert damit die Diffusion mal nur 1D mal 2 D oder gerichtet


    interessant ist das Material das ist hart es soll Diffusion erzeugen und keine Absorption


    hier waren Weltklasseakustiker am Werk , die wussten , was sie tun


    wäre das Endergebnis Mist gewesen , hätte man sie erschossen