Platine zum Aufbau eines "EL CHEAPO" Transistorverstärkers mit dem 2N3055

  • Moin Allerseits,


    ich werde jetzt ein wenig "aus dem Nähkästchen plaudern" 8)

    Ich habe Franks-Schaltungsvariante in ein Layout gegossen und dann nach der Bestückung

    diverse (Bestückungs) Varianten durchgemessen/gehört. Folgendes kam zu Tage:

    - die beste Performance erreicht diese Schaltung, wenn man die Bias-Einstellung alleine den drei Dioden anvertraut. Die Variante mit dem Poti fällt klanglich/messtechnisch deutlich ab.

    - die Verstärkung sollte man auf etwa 29dB einstellen (Poti R6=500R). Bei dieser Verstärkung hat der Amp eine Klirrverteilung, die einer Röhrencharakteristik sehr nahe kommt (K2 dominiert, K3 und folgende Kn fallen deutlich ab).


    In dieser Konfiguration spielt der Amp wirklich gut - es ist schon beängstigend, wie gut. :love: :thumbup:


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Hallo zusammen,


    Danke für Eure Rückmeldung!


    A.K. leider kann ich Deinen Ausführungen nicht wirklich folgen. Du redest von einem Kondensator. Könntest Du uns vielleicht verraten, welchen Kondensator bei der momentanen El Cheapo Schaltung Du meinst? Wie könnte dieser verändert werden?


    @Tobias

    Ich akzeptiere Deine Meinung und habe ja auch schon was zu der Hoch- und Mitteltonauflösung gesagt. Musikhören ist eine höchst subjektive Sache, sowohl vom Musikmaterial her, als auch von der Technik. Der eine mag dieses luftige, fein auflösende, detailreiche usw., insbesondere wenn er analytisch oder konzentriert hört. Der andere mag es weniger, er legt - wie ich - mehr Wert auf einen warmen Grundtonbereich und rundes Klangbild. Ich bin eben nicht dieser analytische Hörer, eher im Gegenteil.

    Da ich viel Musik "im Hintergrund" höre ist ein Verstärker für mich auch dann gut, wenn er 10 Stunden spielt, mal etwas lauter, dann wieder sehr leise ohne auch nur einmal "anzuecken". Wenn er trotzdem ab und zu so ein "Aha-Moment" auslöst. Und das kann El Cheapo. Vielleicht ist es auch das von Björn beschriebene Klirrspektrum was mich so anspricht?

    Es gibt ja auch andere Meinungen zu seinem Klang, Björn hat ja vieles auch messtechnisch analysiert.


    @Björn

    Danke für den Hinweis. Soweit ich mich erinnern kann laufen die Transistoren nur mit den Dioden mit rund 150 mA. Bei 35 Volt Betriebsspannung ergeben sich dann ca. 2,5 Watt Verlustleistung pro Transistor. Da die 2,5 Watt "immer da sind" sind die kleinen Fingerkühlkörper wohl zu schwach. Du hast ja große Kühlkörper verbaut.

    Danke für den Hinweis mit der Gesamtverstärkung von 29 dB und dem Potiwert von 500 Ohm. Hier liegt sicherlich auch noch Potential.

    Ich werde das mal in die Aufbauanleitung einpflegen.


    Viele Grüße

    Frank

  • Alles klar Frank, ich wollte damit keine Kritik üben, ehr andere Mit-Nachbauer auf die klanglichen Eigenschaften hinweisen.


    Damit mögliche Enttäuschungen vielleicht ausbleiben.


    Gruß Tobias.

  • A.K. leider kann ich Deinen Ausführungen nicht wirklich folgen. Du redest von einem Kondensator. Könntest Du uns vielleicht verraten, welchen Kondensator bei der momentanen El Cheapo Schaltung Du meinst? Wie könnte dieser verändert werden?


    Viele Grüße

    Frank

    Es handelt sich um den Kondensator Cdom in der VAS (voltage amplifier stage)

    Das ist C4 in der Schaltung in post #1 und C3 in der schaltung von fig. 1 unter

    https://sound-au.com/project12a.htm.

    Die grundsätzliche Funktion dieses Kondensators ist beschrieben im Buch "Audio Power Amplifier Design" von D.Self (kann irgendwo als PDF heruntergeladen werden). Leider wird auf die Wirkungsweise auf den Klang nicht so eingegangen wie von mir im letzten Posting.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Das Problem der hohen Kapazitäten gerade an dieser Stelle und überhaupt behandelt D. Self sehr ausführlich in seinen Büchern. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn technisch machbar, eine Bestückung mit Transistoren durchzuführen, die mit niedrigeren Kapazitäten arbeiten.

    In dem diskreten OPA M 100 von NTP arbeitet an dieser Stelle ein BF115. Auch die BC177 verfügen über niedrige Kapazitäten.

    VG

  • Hallo Zusammen,


    da Björn schon sein Nähkästchen aufmacht ;)


    Ich habe die Endstufen mit den Platinen von Björn auch aufgebaut. Schrieb ich oben schon. Und seine Messungen konnte ich hier mit meinem Audioanalyzer exakt bestätigen. Ich hatte andere Experimente mit geringerem Ruhestrom und anderer Verstärkung probiert. Am besten ist es so wie von Björn geschildert. Und auch das "Hören". Mit den geschilderten Einstellungen klingt der Amp am besten. Eigentlich bestechend gut.


    Die von Herrn Buscher bemängelte Auflösung im Höhen/Mittenbereich konnte ich so nicht feststellen mit den hier geschilderten Maßnahmen.


    Da ich das Kühlkonzept von Björn verwende, kann ich nicht sagen, ob die von dir vorgesehenen Kühlkörper ausreichen würden. Bei mir fliest ein Ruhestrom von 225mA bzw. 231mA auf dem anderen Kanal bei 30V Betriebsspannung.

  • Das Problem der hohen Kapazitäten gerade an dieser Stelle und überhaupt behandelt D. Self sehr ausführlich in seinen Büchern. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn technisch machbar, eine Bestückung mit Transistoren durchzuführen, die mit niedrigeren Kapazitäten arbeiten.

    In dem diskreten OPA M 100 von NTP arbeitet an dieser Stelle ein BF115. Auch die BC177 verfügen über niedrige Kapazitäten.

    VG

    BC177 und inbesondere der BF115 sind zu schwach dimensioniert an dieser Stelle der Schaltung. Ich habe es ja schon mehrmals angesprochen, man könnte C4 auch auf 82 pf verkleinern.

    Herr Buscher hat hier 68 pf probiert, da neigte die Schaltung beim Annähern der Hand zu einer "Eigendynamik". Daher muss hier vorsichtig vorgegangen werden.


    Bei Deinen Werten liegen an einem Endstufentransistor ca. 3,5 Watt Verlustleistung an. Das schaffen die kleinen Fingerkühlkörper nicht, da müsste man auf größere Kühlkörper ausweichen.


    Viele Grüße

    Frank

  • BC177 und inbesondere der BF115 sind zu schwach dimensioniert an dieser Stelle der Schaltung. Ich habe es ja schon mehrmals angesprochen, man könnte C4 auch auf 82 pf verkleinern.

    Ich denke, Du hast mich missverstanden. Hier ging es rein um die Belastung der VAS Stufe durch die durch den Transistor eingebrachten Kapazitäten. Nicht mehr und nicht weniger.


    Diese Transistortypen waren beispielhaft vorgebracht.


    Lt. Schaltplan fließen 6,5mA und die maximale Spannung, welche der Transistor aushalten muss, liegt bei 40 Volt.


    Wieviel Strom fließt an dieser Stelle tatsächlich und muss der BD 140 gekühlt werden bzw. wird dieser warm?


    Möglicherweise könnte ein MPSA 92 dort Vorteile bringen.


    VG

  • A.K. leider kann ich Deinen Ausführungen nicht wirklich folgen. Du redest von einem Kondensator. Könntest Du uns vielleicht verraten, welchen Kondensator bei der momentanen El Cheapo Schaltung Du meinst? Wie könnte dieser verändert werden?

    Er meint sicherlich den Miller-Kondensator.

    VG

  • Bei Deinen Werten liegen an einem Endstufentransistor ca. 3,5 Watt Verlustleistung an. Das schaffen die kleinen Fingerkühlkörper nicht, da müsste man auf größere Kühlkörper ausweichen.

    Ja das wird knapp bzw. heiß. ;) Aber andere Kühlkörper sind ja machbar. Nur dein schön kompaktes Platinendesign ist dann futsch.

    Aber der Klang wird bestechend. Probiere es aus.

  • Er meint sicherlich den Miller-Kondensator.

    VG

    genau - siehe

    Im Fokus: Der Piezo-Effekt (Problem mit Keramik-Kondensator in sensibler Elektronik!)

    muß aber bei diesem Konzept im Kontext mit den Auswirkungen auf das Verzerrungsverhalten und die korrespondierenden klanglichen Auswirkungen gesehen werden. D. h., bei korrekter Dimensionierung in einem Verstärkerkonzept mit zwei spannungsverstärkenden Stufen innerhalb der NFB Schleife sind bestimmte Nachteile bezüglich des Klangcharakters in Kauf zu nehmen.

    Als Anfänger sollte man aber keine Bauchschmerzen haben und sich an die Vorgaben erprobter Schaltungen halten und keinesfalls Experimente machen - wenn man eine Bauteilefriedhof vermeiden will.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Ja das wird knapp bzw. heiß. ;) Aber andere Kühlkörper sind ja machbar. Nur dein schön kompaktes Platinendesign ist dann futsch.

    Aber der Klang wird bestechend. Probiere es aus.

    Die Platinen kann man ja trotzdem verwenden, indem man anstatt der Fingerkühlkörper Aluwinkel unter die Tranistoren legt und dann seitlich größere Kühlkörper anflanscht.

    Wenn man TO-220 oder TO-239 Transistoren verwendet, wäre auf der Platine Platz für 2 Fischer SK68 Kühlkörper in entsprechender Länge. So könnte man den MJE3055 / TIP3055 verwenden oder auch auf "moderne" Transistoren, z.B. aus dem Regal von Hitachi oder Toshiba umschwenken.

  • Hallo,


    ich habe mittlerweile eine die Version 6 der Aufbauanleitung fertiggestellt.

    Seit es das El Cheapo Projekt gibt habe ich viele Rückmeldungen bekommen, die auch in die neue Aufbauanleitung eingegangen sind, insbesondere auch der "heiße" El Cheapo und El Cheapo "compact".


    Alle die hier über das AAA-Forum bei mir bestellt haben sollte ich noch in meinen PNs haben, die bekommen noch eine Nachricht von mir.


    Hier der Link: https://smallpdf.com/file#s=a6…cc-4c7e-92ac-8d0b45e0976b


    Platinen inkl. Zubehör sind noch vorrätig, auch gibt es noch Platinen inkl. Zubehör für den Phono-Vorverstärker mit Germanium.


    Viele Grüße

    Frank