Kenwood KT-80 - wohin geht die Reise?

  • Hallo zusammen,

    genauer gesagt kommt die Antenne unters Dach, eben wegen Wind und Schnee. Wird eine 5- Elemente-Antenne, wird (und muss) reichen.


    Die Empfangssituation ist folgende: es gibt hier 4 Sender an denen ich Interesse habe. 2 davon bekomme ich bereits mit Vollausschlag rein - sind also weitestgehend sehr rauscharm. Einen weiteren 3. Sender bekomme "zufriedenstellend" rein - mit einem Ausschlag von ca. 3,5 (mit einer 5-stelligen LED-Anzeige) - rauscht also noch etwas. Und den vierten, quasi den wichtigsten, bekomme ich auf 3 Frequenzen lediglich mit Störungen rein.

    Zur Zeit verwende ich noch die Wurfantenne, aber in einer denkbar ungünstigen Situation: kein Fenster in der Ecke, die vorhandenen Fenster liegen auf der dem Sender abgewandten Seite, dazu direkt unter einer Stahlbetondecke. Geografisch liegt mein Haus am Süd-Ost-Hang, die Sender aus Richtung Nord- und West sind de facto nicht empfangbar. Die Antenne wird also auf den Tal-Eingang gerichtet, also auf Süd-Ost - laut meinem Antennen-Fritzen die beste Lösung.


    Gemessen an der jetzigen Situation dürfte es ausreichen den 3. und 4. Sender Stör- und Rauschfrei rein zu bekommen. Bin gespannt.


    Gestern Abend wurde das neue Album von Leonard Cohen, mit Songs welche er kurz vor seinem Tod noch aufgenommen hat, auf dem 3. Sender vorgestellt. Der Tuner kann jetzt schon teilweise recht großartig die Musik rüberbringen. Wäre schön wenn die restlichen "Unzulänglichkeiten" noch beseitigt werden könnten.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo zusammen,

    genauer gesagt kommt die Antenne unters Dach, eben wegen Wind und Schnee. Wird eine 5- Elemente-Antenne, wird (und muss) reichen.


    Die Empfangssituation ist folgende: es gibt hier 4 Sender an denen ich Interesse habe. 2 davon bekomme ich bereits mit Vollausschlag rein - sind also weitestgehend sehr rauscharm. Einen weiteren 3. Sender bekomme "zufriedenstellend" rein - mit einem Ausschlag von ca. 3,5 (mit einer 5-stelligen LED-Anzeige) - rauscht also noch etwas. Und den vierten, quasi den wichtigsten, bekomme ich auf 3 Frequenzen lediglich mit Störungen rein.


    Hallo Matej,


    dann wird Deine geplante 5-Elemente-Yagi wohl auf den 4. Sender ausgerichtet werden? Falls die anderen 3 Sender aber nicht ungefähr aus der selben Richtung senden (oder gar aus einer orthogonalen Richtung) dann fängst Du dir bei diesen eine Verschlechterung ein. Oder wird die Yagi bequem (mit Rotor) drehbar sein?


    Ich habe ebenfalls eine 5-Elemente-Yagi (von Kathrein) fest auf einen Sender (den lokalen Kultursender) ausgerichtet.


    Viele Grüße


    Joachim

  • Die Antenne wird also auf den Tal-Eingang gerichtet, also auf Süd-Ost - laut meinem Antennen-Fritzen die beste Lösung.

    Was die beste Lösung sein wird ermittelt man nicht durch vorgefertigte Festlegung, sondern durch vorherige Messung am geplanten Antennenstandort. Manchmal kann es an einem anderen Standort bessere Ergebnisse geben, manchmal kann sogar Reflexionsempfang vom benachbarten Bergrücken eine Alternative darstellen. Welcher 5-Elementer soll es denn werden? Auch hier sollte man nicht einfach irgendeine Antenne wählen, denn manche Design empfangen im Bereich 104 MHz bis 108 MHz nicht mehr optimal, will sagen sogar schlechter als ein einfacher Dipol. Der Empfehlung von Joachim kann ich mich uneingeschränkt anschließen, die ist über jeden Zweifel erhaben. Ich hoffe, Dein „Fritze“ weiß das...

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe doch das "mein Fritze" das alles weiß. Ist an sich der Fachmann für sowas in unserem Tal, kennt die jeweiligen Empfangssituationen im Tal in- und auswendig. Bin ja selbst gespannt.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Ist an sich der Fachmann für sowas in unserem Tal, kennt die jeweiligen Empfangssituationen im Tal in- und auswendig.

    Ja, aber wahrscheinlich nicht auf Deinem Dachboden und da kommt es für Dich drauf an! Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass man zuvor die Wunschsender ausmessen sollte, bevor man den Mast mit der Antenne aufstellt. Auf dem Dachboden bewegst Du Dich nämlich in einem inhomogenen Feld. Gutes Gelingen!:thumbup:

  • jhr

    tomfritz

    starke Argumente, dem kann ich mich nicht entziehen.

    Habe als erstes gestern die Sendertabelle, samt Frequenz und Standort des jeweiligen Sendeantenne auf einen kopierten Karte eingezeichnet. Erste Überraschung war aus welchen Richtungen dieser unscheinbare Tuner alles reinbekommt. Erschwerend war jedoch das die Skala etwa 300-500kHz abweicht (noch ein Argument mehr für einen baldigen Neuabgleich). Jedenfalls kristallisierten sich zwei Sendemasten als Favoriten heraus. Beide liegen in etwa in der gleichen Richtung, zum Talausgang hin, jedoch etwa 45 Grad auseinander. Wobei der wichtigere zwar knapp 5 km weiter weg ist, jedoch deutlich höher liegt. Das dürfte der Grund sein warum der bis zu uns durchkommt.


    Der gedachte Dachboden wurde bereits mal für eine TV-Antenne erfolgreich genutzt, die Kabel liegen noch. Allerdings gibt es noch eine zweite Möglichkeit, welche mir so langsam etwas sympatischer wird. Auf dem 1. Dach (Haus liegt am Hang, mit zwei versetzen Dächern) ist immer noch die mittlerweile ungenutzte Satellitenschüssel montiert, ein starker und sehr stabil montierter Mast wäre also vorhanden, auch die Kabel liegen bereits, brauche in der zentralen Wanddose lediglich die Kabel umstecken (2 Minuten Arbeit). Und ich hätte vor der Antenne alles frei (und die SAT-Schüssel wäre endlich weg).


    Danke jedenfalls für eure Tips. Jetzt muss ich aber noch bis Samstag warten...:(


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo Walter,

    und damit kommst du erst jetzt? Super, nein Superb!:thumbup:


    Habe gleich mal nachgesehen, und siehe da - ich habe weitestgehend richtig gelegen, bestärkt mich bezüglich der Ausrichtung. Sind aber einige Überraschungen dabei.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo Matej,

    und damit kommst du erst jetzt?

    wenn ich das schon früher schon gewusst hätte, dann wäre der Vorschlag schon eher von mir gekommen! :)


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein

  • Naja, die Ergebnisse von FMSCAN sind gerade in bergigen Regionen/Tallagen nicht mehr als ein ganz grober Anhaltspunkt. In der Praxis entscheidet aber die reale Empfangssituation. Also erst den besten Antennenstandort ausmessen und dann über die notwendige Antenne befinden. Wenn zwei der Wunschsender im Winkel von 45Grad auseinander sind und es unbedingt eine Yagi mit fünf Elementen sein soll, würde ich eher zu einer mit Doppelreflektor und zwei Direktoren greifen, als zu einer mit einem Einfachreflektor und drei Direktoren, die schärfer bündelt. Selbst wenn dies keine Rolle spielt, würde ich wegen dem besseren Vor-Rückverhältnis auch immer eine Yagi einsetzen, die mehr als nur einen Reflektorstab hat.

  • Ich habe eine Kathrein ABH 01 (die rechte Antenne auf dem Datenblatt unten), die gibt es aktuell für ca. 87 Euro, auf einem Adolight Lampenstativ (siehe Bild unten), das kostet 33 Euro bei Fotoimpex (Berlin), in meiner Wohnung. Dachmontage ist natürlich besser (geht bei mir nicht). Das Stativ kann man bequem drehen und in der Höhe (bis 280 cm Höhe) verstellen -- auch (bei gleicher Orientierung der Antenne) lohnt es sich das Stativ mit Antenne um plus/minus 30-40 cm in Senderrichtung zu verschieben (an meinem Tuner kann ich ein Oszi anschliessen und resultierenden Veränderungen begutachten). Es lohnt sich etwas zu experimentieren.


    -- Joachim


    kathrein.pdf


    stativ.jpg

  • Moin, moin.


    Ich würde, sofern die Antenne auf dem Dach installiert werden soll sowie bei bekanntermaßen auseinanderliegenden Sendern, einen Antennenrotor einsetzen. Somit wäre die Installation einer Antenne mit stärkerer Richtwirkung (und höherem Gewinn) möglich und man könnte auch mal hören, was sich in der entgegengesetzten Richtung Senderseitig so tut. Zudem: nichts ist ärgerlicher als bei Wind und Wetter aufs Dach zu müssen um die Antenne auf den Wunschsender auszurichten, weil es sonst rauscht.

    Das sind aber alles nur Empfehlungen aus der Ferne ohne den Standort zu kennen. Die exakten Bedingungen und natürlich auch über die Investitionsbereitschaft muß natürlich individuell entschieden werden.


    Gutes Gelingen,

    Marc

  • Ich würde, sofern die Antenne auf dem Dach installiert werden soll sowie bei bekanntermaßen auseinanderliegenden Sendern, einen Antennenrotor einsetzen. Somit wäre die Installation einer Antenne mit stärkerer Richtwirkung (und höherem Gewinn) möglich und man könnte auch mal hören, was sich in der entgegengesetzten Richtung Senderseitig so tut.

    Das ist eine sehr gute Idee. :thumbup: Wenn es um das Thema Antenne mit stärkerer Richtwirkung geht, solltest Du die von Peter Körner designten Antennen nicht außer Acht lassen. Vielleicht auch mal Mitforist Balázs fragen.


    Wenn an die Antenne nur ein Tuner angeschlossen werden soll, würde ich die Antennendose unbedingt weg lassen, da sie einige dB frisst. Gegebenfalls kann man über eine einfache Steckverbindung nachdenken, falls man den Tuner bei Gewitter mal schnell von der Antenne entkoppeln mag. Bei sehr langen Kabelstrecken könnte ein Vorverstärker notwendig werden, zunächst würde ich aber auf Antennenverstärker möglichst verzichten. Mit gutem Koaxkabel sind Entfernungen bis 20 Meter zumeist unproblematisch, aber darauf achten, dass das Kabel nirgends geknickt wird.


    Beim Rotor solltest Du auf einen achten, der mit einem fünfadrigen Steuerkabel gefahren wird. Hier ist die Antenne am Mast immer synchron mit der Einstellung der Bedieneinheit. Bei dreiadriger Ansteuerung ist dies nicht der Fall.

  • Hallo zusammen,

    ihr seid ja genauso ungeduldig wie ich...:)


    So hatte ich heute mal Zeit, und habe mir nochmal den KT-80 vorgeknöpft. Einen meiner beiden Favoriten-Sender bekomme ich ja halbwegs gut rein, und die Vorstellung der letzten CD von Leonard Cohen war ein echter Hammer. Die Räumlichkeit und Körperhaftigkeit vom Sänger, dem Background-Chor und der Instrumente war schlichtweg atemberaubend, trotz einiger Mängel wie Rauschen wegen zu schwachem Signal und dem noch fehlenden Abgleich. Das hat mich zu der Einsicht gebracht, das ich das alte Netzteil so lasse (ist übrigens von Elna) und lediglich den Trafo tausche. Am Trafo stört mich die sehr Bescheidene Dimensionierung, vor allem aber der Umstand das es ein 220Volt Trafo ist, und somit die Spannung Sekundärseitig zu hoch wird. Bezüglich der geforderten Spannung ist da noch einiges zu tun. Eine passenden Trafo hatte ich noch, Ringkern, Vollverguss, 230 Volt Primär, 2x 15 Volt Sekundär und 50 VA Leistung.

    Also einfach losgelegt. Dabei konnte ich mir einiges an Kabelsalat sparen - die 120/220 Volt Umschaltung nebst der Verdrahtung entfernt, neue Entstörkondensatoren, neuer und isolierter Sicherungshalter, die immerwährend durchbrennende Powerlampe gegen eine LED ausgetauscht. Die langen Anschluss-Stifte (wire-wrap von anno tobak) Netzanschluss-seitig entfernt und Kabel direkt eingelötet, das Netzkabel gleich unter die Platine gelegt und von unten angeschlossen. So kann bei Messungen im Gerät von der Seite schon mal nichts passieren.


    Dann ging es an die Versorgungsspannungen. Die +14 Volt werden per Sensor auf der Platine abgegriffen und nachgeregelt - so bleibt die Spannung am Verbraucher stabil. Den Einstellwiderstand gegen einen Trimmer getauscht und auf +14 Volt eingestellt (war vorher 14,95 Volt). Dann den Trimmer ausgebaut, ausgemessen, und eine passende Widerstandskombi eingebaut. Das gleiche mit den -13 Volt - von -19,5 Volt auf -12,5 Volt gebracht. Hier ging es mir eher um die Werte auf der Hauptplatine, die waren mit -13 Volt etwas zu hoch. Trimmer raus, gemessen und auch hier eine passende Widerstandskombi rein.


    Die Abweichungen auf der Hauptplatine betragen jetzt max. 0,05 Volt - vorher zwischen 1 bis 4,5 Volt. Geschafft, wieder eine kleinen Schritt gemacht.


    Anbei ein Bild von vorher und nachher - gefällt mir jetzt irgendwie besser.


    Gruß


    Matej

  • Hallo tomfritz,

    Verbesserungen sind:

    1. Trafo wird nicht mehr warm

    2. die Versorgungsspannungen vom Netzteil lagen deutlich daneben, wie auch meisten Referenzspannungen auf dem Mainboard.

    Versorgungsspannung:

    positiv - Sollwert +14 Volt/Istwert +14,9 Volt

    negativ - Sollwert -13 Volt/Istwert -19,8 Volt

    Jetzt sind die Istwerte wieder Hergestellt.

    Spannung auf Mainboard am Beispiel IC8/AN6135

    Pin 2 - Sollwert -5,2 Volt/Istwert 9,5 Volt

    Pin 3 - Sollwert 0 Volt/ Istwert -1,2 Volt

    Pin 9 - Sollwert +12 Volt/Istwert +13,5 Volt

    Auch hier sind die Sollwerte wieder hergestellt

    3. die Netzteilplatine ist jetzt Berührungssicher aufgebaut - ein deutlicher Vorteil beim Messvorgängen und beim Abgleich.

    4. die Zuführung der Netzspannung ist jetzt verdrillt, was eine deutlich geringere Störspannung bedeutet.


    Am meisten hat mich gestört, das der alte Trafo eine 220 Volt Version ist und dazu ein bisschen schwach ist. Ich spiele ja noch mit dem Gedanken einen Ausgangsbuffer mit aktivem LPF einzusetzen. Dazu wäre der Trafo dann eh zu klein. Eigentlich hätte ein 30 VA Trafo auch gereicht, aber ich hatte nur einen 50 VA da. Da dieser noch problemlos rein passte, ist das auch ok.


    Ob es klanglich was gebracht weis ich (noch) nicht, aber bevor ich den Tuner zum Abglich schicke will ich zumindest sicherstellen das die Arbeitspunkte bei den Halbleitern im erlaubten Rahmen liegen.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Sehr spannend und lehrreich, aber meinst Du wirklich, dass sich dieser Aufwand für einen technisch doch recht schlichten Tuner lohnt?

    Spannend und lehrreich ist das für mich auch. Da bietet sich ein "schlichter" Tuner eher an als ein modernes Gerät mit 1.000 Features. Ich habe, besser gesagt hatte, von Tunern und dem eigentlichen Empfangsteil null Ahnung. Was ich in der kurzen Zeit über Tuner (Drehkos) gelernt habe ist schon eine ganze Menge. Aber "schlicht" ist nicht der richtige Ausdruck für den KT-80, je mehr ich da reinschaue, mir die verwendeten Bauteile und ICs sowie die Dimensionierung - das ist echt gekonnt gemacht. Wenig drin, aber das was drin ist, ist auch richtig gemacht. Natürlich mit den Einschränkungen den diese Preisklasse mit sich bringt, natürlich wurde auch gespart, aber nicht an der falschen Stelle.


    Ich hatte damals einen Kenwood KT-1100SD mit nach Slowenien gebracht - den habe ich kurz darauf verkauft. Einfach weil der es nicht gebracht hat - weder Empfang noch Klang sind mit dem KT-80 vergleichbar. So einen Empfangs- und Klang-starken Tuner hatte ich noch nie. Dabei habe ich bisher lediglich die Stromversorgung überarbeitet - neue Bauteile, leicht höher dimensioniert und die exakten Spannungswerte eingestellt.


    Wohin die Reise geht, diese Frage ist noch nicht abgeschlossen. Aber schön wäre es wenn nach dem Aufbau der Antenne und dem folgendem Abgleich (die Adresse Jürgen Martens juckt mich bereits) hier bleiben könnte. Ich stehe nämlich voll auf Understatement.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Den KT-1100SD kenne ich gut. Mein Cousin hatte ihn. Ich kann allerdings weder zum Klang, noch zum Empfang was Negatives sagen. Mir gefiel der Tuner, allerdings war er auch sauber abgeglichen. Wenn der KT-80 besser als der KT-1100SD ist, dann nehme ich das Wort „schlicht“ zurück.