Norbert ist krank

  • Moin zusammen,


    ich habe einen Norbert Dreimaster (MM-Phono) mit dem Standardnetzteil (ohne Gleichrichterröhre). Der Arme ist ziemlich krank, hat einen fürchterlichen Anfall von Motorboating, er rattert also fröhlich auf beiden Kanälen mit ca. 0,5 Hz vor sich hin. Die Freqenz ändert sich wenn ich die Low/high-Regler auf Extremwerte verstelle. Die Röhren habe ich natürlich als erstes ausgetauscht. Dann habe ich eine defekte Gleichrichterbrücke gefunden und natürlich beide ausgetauscht, wie auch alle Ladeelkos, danach alle Koppel-Cs und auch noch die verbleiben Elkos außer die für die entstellbare Entzerrung, welche ich aber probehalber überbrückt habe. Hat alles nicht so wirklich geholfen. Daher habe ich das Netzteil zerlegt und die Heizspannung über einen externen Trafo erzeugt. Sogar Heizspannung taktet trotzdem vor sich hin sobald alle drei Röhren eingesteckt sind. Die Anodenhochspannung liegt belastet nur bei 170 V. Die Heizpannung ist vom Betrag her mit 12,7 V soweit ok. Ich habe irgendwie die (in Reihe geschalteten) Trafos im Verdacht, leider ist keine Beschriftung mehr lesbar. Kann mir jemand mit den Bauteilwerten oder gar einem Schaltplan aushelfen?


    Gruß

    Christian

  • Dann halte ich halt einen Monolog.


    Folgende Erkenntnisse habe ich:

    Der Fehler ist auf beiden Kanälen, also gehe ich von einem Netzteilproblem aus.


    Möglichkeit 1:

    Motorboating oder Blubbern soll meistens ein Problem der Anodenspannungsversorgung sein, welche zu hochohmig geworden ist, genauer ist zu vermuten, dass der dynamische Innenwiderstand der Spannungsquelle zu groß geworden ist. Den ersten der beiden Trafos in Reihenschaltung für die Heizspannung hatte ich ausgetauscht, wie auch Gleichrichter und Ladeelkos. Der unbekannte zweite Trafo erzeugt die Anodenhochspannung aus der 12V Wechselspannung des Heiztrafos. Der wäre also verdächtig, die Frage ist wie hoch die Anodenspannung für ECC83 und 82 sein sollte. Also Datenblatt googeln, 200-250V sollten ja kein Problem sein, damit verschiebe ich dann natürlich auch die Arbeitspunkte.


    Möglichkeit 2:

    Defekter Kondensator im Ausgangsfilter. Bei mangelnder Kapazität entsteht eine Feedback-Spannung durch den Anodenstrom der durch die Impedanz der Stromversorgung fließt und mit dem Gitter der nächsten Stufe gekoppelt wird und so zur Oszillation führt. Die kleinen Folien-Cs an den RCA-OUT Buchsen sollte ich dann wohl auch besser austauschen.


    Möglichkeit 3:

    Offener Gitterkreis. Ist das Gitter nicht vorgespannt oder geerdet, dann baut sich hier langsam eine Ladung auf, welche die Röhre abtrennt die damit ihre Ladung verliert. Dann wiederholt sich dieser Zyklus. ... soweit so gut, nun soll man die „Kontinuität der DC-Rückführung zwischen den Gittern und der negativen Betriebsspannung prüfen.“ ....was genau prüfe ich da? Betrifft das nicht hauptsächlich Batteriebetriebene Geräte? Aber die Gitterableitwiderstände könnte ich durchmessen. Entladen die Gitter sich dann über den Isolationswiderstand? Auch hier wären Referenzwerte hilfreich.


    Möglichkeit 4 und ff?

    Es noch Hinweise auf Motorboating durch einen fehlerhaften Masseanschluss. Das kann ich auch nochmal überprüfen.


    Hab ich was vergessen? ....oder liege ich mit meinen Betrachtungen gänzlich falsch?


    Also suche ich mal fröhlich weiter. Vielleicht mach ich mal einen Lasttest mit dem Netzteil um den Innenwiderstand zu bestimmen.


    Gruß

    Christian

  • Nö, die üblichen Verdächtigen mögen sich anscheinend nicht beteiligen. Die Nobbies sind ja dich nicht gar so selten, ich dachte da wüssten einige intimeres von.


    Im Web ist so rein gar nichts zu finden, die Webseite von Norbert Krobisch existiert nicht mehr. Eine 3-Röhrenphono mit ECC 83 und 82 sollte keine Raketenwissenschaft sein, aber die Schaltung mit Bauteilen, welche alle mit den selben Werten gesegnet sind , geben mir einige Rätsel auf. Im Web habe ich nichts vergleichbares gefunden. Einstellbare RIAAs gibt es jetzt auch nicht wie Sand am Meer.

  • Vielleicht erledigt sich der Spuk, wenn ich die Anodenhochspannung neu baue. Ich habe auch genügend andere Phonostufen und muss keinen Hinger leiden, aber der Kleine ist mir ans Herz gewachsen und gerade bei alten Monoscheiben sehr hilfreich.

  • das wäre auch meine Empfehlung. Dass hintereinander geschalte von Printtrafo´s, um händeringend auf 200 Volt zu kommen, ist doch immer nur eine Notlösung.

    Für die paar mA reicht ein kleiner Trafo aus einem kleinen alten Röhrenradio völlig aus.

    Als Gleichrichter vier UF4007 plus eine ordentliche Siebkette und die Betriebsspannung bleibt stabil.

    Betriebsspannung ist nicht gleich Anodenspannung, diese wird direkt an der Anode gemessen und da sind in der Regel bei der ECC83 150V genug Dampf. Welchen Wert haben denn die Arbeitswiderstände der ECC83 ?, hast Du vielleicht ein Schaltplan?


    lg Hans

  • Schaltplan? Ja den such ich auch noch....


    Ich werde mir, wie schon gesagt, eine provisorische Betriebshochspannung basteln, wenn ich denn was passendes im Fundus finde. Bis jetzt habe ich einen 2x115V Trafo entdeckt, der wird aber definitiv nicht ins Netzteilgehäuse passen. Das wird dann aber deutlich mehr als 150-170V für die Anode. Ich werde doch mal alles systematisch messen und dokumentieren müssen, schlimmstenfalls muss ich den Schaltplan aus dem 3D-Freihanddrahtverhau ableiten. *seuftz*


    Ich glaube, ich lade mir ein paar Freunde ein, die sich professionell mit Freiluftverdrahtung auskennen:


    31DA0441-DDB3-4FCE-86FC-D3E8E0101A93.jpg


    Für eine ausreichende Erdung hab ich dann auch mal gesorgt:


    FE6BBE0C-6786-4AF8-9321-57B28A9EC6F8.jpg


    Gruß und Dank

    Christian


    Ps.: Die Kiste ging mal, ist auch nicht abgeraucht, sollte man also eigentlich auch wieder hinbekommen.

  • Ich glaube, ich lade mir ein paar Freunde ein, die sich professionell mit Freiluftverdrahtung auskennen:

    wo wohnst Du denn?


    ist der 2*115 V ein Trenntrafo?, die in Reihe mal 1,4 sind ca. 320 V, also bei etwas Belastung 300 V, da hast Du reichlich Lust, um mittels einer Siebkette spannungsmäßig weiter runter zu kommen. Den Rest macht der Arbeitswiderstand und Du bist bei 150 Volt Ua.

    Edited once, last by Heiermann ().

  • Die Nobbies sind ja dich nicht gar so selten

    Mittlerweile schon, denn die Person Norbert baut ja schon seit vielen Jahren nicht mehr.

    die Webseite von Norbert Krobisch existiert nicht mehr.

    Auch das schon seit vielen Jahren nicht mehr. Ich hatte den letzten Kontakt vor gut einem halben- bis dreiviertel Jahr mit Norbert. Ihm geht es gesundheitlich leider ausgesprochen schlecht, da wird auch nie wieder etwas in Richtung Norbert Pre passieren.

    Sehr schade, ist ein sehr feiner Mensch, habe ich vor Jahren auch mal zu Hause besucht.


    Norbert - gute Besserung (falls Du hier noch mal reinschaust).

    Viele Grüße
    Micha


    AAA-Mitglied

    ...Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist, kommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder runterfrißt… (Wilhelm Busch)

  • ist der 2*115 V ein Trenntrafo?, die in Reihe mal 1,4 sind ca. 320 V, also bei etwas Belastung 300 V, da hast Du reichlich Lust, um mittels einer Siebkette spannungsmäßig weiter runter zu kommen.

    Jep, ist mir schon klar, vielleicht finde ich aber noch was passenderes. Wie gesagt, die Bauteilwerte sind recht unkonventionell, daher möchte ich nicht die halbe Schaltung umdimensonieren.