Ist über SE Verstärker mit der Röhre 300B nicht schon alles gesagt? Eigentlich ja, aber...

  • Björn, jetzt überraschst Du mich aber... :)

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    Also gut! Wie kommen wir jetzt der Sache näher und geraten nicht auf Abwege.


    Deine Vorstufe hat sich ja schon messtechnisch und gehörmäßig wunderbar bewährt. Das möchte ich nicht unbedingt auf's Spiel setzen.

    LG, Jo

  • Gibt wahrscheinlich wenig echte Erfahrungen damit in der Breite. Schon mal garnicht in einer Vorstufe für die 300B nehme ich an. Röhrenfreunde mögen sowas - glaube ich - nicht.


    Meine früheren Phonos (konventionell vs. LED) konnte ich im A/B Vergleich gehörmäßig nicht eindeutig als besser oder schlechter wahrnehmen. Genau messen konnte ich ja nix.

    Ist aber auch schon sehr lange her.

    LG, Jo

  • Björn, dafür habe ich vollstes Verständnis.

    Ruhe Dich erstmal (verdientermaßen) auf Deinen Lorbeeren aus. :thumbup:


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    Ich könnte es mal so, mal anders, bauen. Wenn ich erstmal soweit fortgeschritten bin, wäre es nur eine kleine Änderung.


    Aber da ich nichts messen oder simulieren kann, kann ich auch nichts objektivieren.

    LG, Jo

  • Tatsächlich würde ich zu der LED-Bias Geschichte gerne noch mehr qualifizierte Meinungen hören, seien sie theoretischer Natur oder aus der Hörpraxis.


    Wie ich gesehen habe, ist Morgan Jones im diy-Audio Forum noch aktiv und hat sich in einem diesbezüglichen Faden noch bis vor zwei Jahren dazu geäußert. Er würde vermutlich sagen, dass LED-Biasing vorteilhaft eingesetzt werden kann.


    Habe das alles mal durchgelesen, sicherer bin ich deswegen aber nicht. (Anmelden will ich mich in keinem anderen Forum mehr.)


    Würde das Thema gern hier reinholen... :)

    LG, Jo

  • ich verstehe nicht wozu du Meinungen benötigst... 1-5 Sterne ?


    Der Nachteil ist, dass sich der Arbeispunkt nichtmehr selbst einstellt.


    Aber du erziehlst dadurch fast die maximale Verstärkung und einen recht linearen Freqenzgang.
    Dabei wird das rauschen nicht messbar schlechter.

    Du solltest aber einen zusätzlichen Kondensator parallel zu der Diode (LED) schalten.

  • Du solltest aber einen zusätzlichen Kondensator parallel zu der Diode (LED) schalten.

    Der Gag ist ja gerade, dass der Kondensator entfallen kann. D.H. u.a. dass man an der Stelle weniger Platz und Bauteile braucht.


    Wenn ich so zwischen den Zeilen im Kaffeesatz lese und alles zusammenkratze was ich von Morgan Jones und von den European Triode Festivals davon erinnere, ist mehr Verstärkung, weniger Noise und mehr Klirr das Resultat. Und natürlich der Nachteil von 'fixed Bias', dass kleine Schwankungen von +B nicht automatisch ausgeregelt werden.


    Muss man jetzt halt abwägen. Klirr ist eigentlich das was ich am wenigsten mag. Wenn man das quantifizieren könnte... oder feststellen, dass man es hört oder nicht.

    ich verstehe nicht wozu du Meinungen benötigst... 1-5 Sterne ?

    Deine Einlassung beginnen häufig mit 'ich verstehe nicht' - ist wohl so. ;)


    Es gibt ein paar vertrauenswürdige Leute auf deren Urteil und Erfahrungswerte ich was gebe.


    Sie verwenden die HLMP6000. Und nur die sollte es für sie sein.

    Danke Felix,

    Und... wie waren Deine Ergebnisse, kam was dabei heraus?


    Diese schöne LED hätte eine etwas zu geringe Schwellspannung. Ich bräuchte 1,8V (ist nicht so schwer zu finden)

    LG, Jo

  • Deine Einlassung beginnen häufig mit 'ich verstehe nicht' - ist wohl so. ;)

    das passiert mir eigentlich immer dann, wenn ich auf deine Beiträge antworten möchten.

    Eventuell würde ich dich besser verstehen wenn ich bildende Kunst studiert hätte.


    Aber ich habe da eine einfache Lösung ;)

    Edited once, last by scylla ().

  • Ich setze jetzt mal ein Grundwissen über die Funktion einer Röhre voraus.

    Was soll eine LED im Kathodenkreis bewirken? Sie soll die Spannung an der Kathode konstant halten und damit den Arbeitspunkt festlegen.

    Für die Betrachtung der Funktion ist es zunächst sinnvoll die LED als ideal zu betrachten. Dann haben wir eine Diode mit einer festen Schwellspannung (Forward Voltage), wobei diese Schwellspannung bereits bei 0 mA erreicht wird, die LED also eine rechteckige Kennlinie besitzt. Das ist aber das Verhalten einer DC Spannungsquelle; die ideale LED kann also durch eine Spannungsquelle mit dem Wert der Schwellspannung der LED und einem Innenwiderstand von 0 ersetzt werden.

    Wenn man jetzt die Parameter der realen LED auf die Eigenschaften dieser Spannungsquelle überträgt, kann man sich das Verhalten einer solchen Röhre schnell klarmachen:

    1. Sehr starke Streuung der Schwellspannung --> führt zur starken Streuung des Arbeitspunktes der Röhre

    2. Temperaturdrift der Schwellspannung --> führt zum Driften des Arbeitspunktes der Röhre

    3. Nichtlinearer Innenwiderstand der LED --> damit auch nichtlinearer Innenwiderstand der Spannungsquelle --> führt zu erhöhtem Klirrfaktor

    4. Sehr geringer Innenwiderstand der LED --> damit auch sehr geringer Innenwiderstand der Spannungsquelle --> führt zur maximaler Verstärkung

    5. Sehr geringer Innenwiderstand der LED --> damit auch sehr geringer Innenwiderstand der Spannungsquelle --> damit keine Gegenkopplung mehr möglich, Betriebsspannungsschwankungen können kaum ausgeglichen werden.

    6. Rauschen der LED ---> geht additiv zum Eingangssignal in die Verstärkung ein.

    Gruss Reiner

  • Danke Reiner,


    zu 1. Kann man gut selektieren.


    3. Da liegt wohl der Hund begraben (Nichtlinearitäten, ein Nachteil)


    4. Hohe Verstärkung. Könnte hier nicht eine Lösung liegen, wie ich mit einem Triodensystem die 300B ansteuern kann, ähnlich wie bei meiner 211 mit der 12AX7EHG?


    6. Rauschen sollte geringer sein, als bei einem Widerstand. So sagt es Morgan Jones. (Ein Vorteil)

    LG, Jo

  • Hallo,


    wenn das Klirrspektrum der LED untergeht durch die Röhre selbst, kann das ein Versuch wert sein, als Ersatz für einen Kathodenwiderstand mit Kondensatorüberbrückung im Sinne maximale Verstärkung, denn der überbrückte macht auch keine NF-Gegenkopplung und Schwankungen von Ub gehören woanders kontrolliert.


    Und richtig konsequent wäre es den Kathodenwiderstand an der 300b herauszunehmen, ala Björn!


    Björn könnte messen, aber genau wie bei mir dreht der Plattendreher, wieso manche eine Endabschaltung ....


    Grüße,

    Holger

    Entrepreneur de Demolitions

    Edited once, last by keeskopp ().

  • Eine Frage an die Experten: ist es denn so problematisch, den Kathodenelko der 6SH51 wegzulassen?

    M.W. hat man dann neben der zusätzlichen lokalen Gegenkopplung etwas weniger Verstärkung und höheren Ausgangswiderstand der Stufe - ist das hier relevant bzw. vom Ausmaß so, daß die Eigenschaften des Verstärkers verschlechtert werden?


    Gruß Klaus

  • Alles klar, Jo - ich hatte diese Differenz von 12dB wohl beim Nacharbeiten des Fadens überlesen.


    Wegen der Dich störenden zusätzlichen Bauteile: war es nicht so, daß die Betriebsspannung der 300B in der Originalschaltung etwas zu knapp ist und die Umstellung auf fixed-Bias die benötigte Spannungserhöhung bringt, um die Röhre in einem hinsichtlich Klirr günstigeren Arbeitspunkt betreiben zu können?


    Vielleicht kein unwichtiger Aspekt:/


    Gruß Klaus


    ;)