Die Röhre 211 noch einmal hochleben lassen!

  • Leider gefallen mir die Glaskolben mit dem Zipfelchen oben drauf nicht so gut

    Cay-Uwe,

    verstehe ich gut! :)


    In meinem 211er tut die Vorröhre daher im Unterdeck verborgen ihren Dienst.

    Das ist auch nur so eine unmaßgebliche Querschnittsbetrachtung von mir oder ein Bauchgefühl. Man sammelt halt so seine Erfahrungen.


    Beim 300B habe ich überlegt, ob ich einen Alu-Abschirmhülse über die Vorröhre drüber ziehen soll. Ich mache es jetzt aber doch nicht. Mit solchen Fragen kann ich mich durchaus länger beschäftigen. ;)

    Freundliche Grüße aus Görlitz, Jo

  • Das stimmt allerdings, aber prinzipiell sollte man sich über das Thema Gedanken machen, denn das Erden der Sekundärseite wird aus zwei Gründen gemacht:


    1. Sicherheit, was hier das diskutierte Thema ist

    2. Gemeinsamen Bezugpunkt herstellen wenn Rückkopplung gewünscht wird

    Diese Thema wollte ich in meinen Update-Post auch noch aufgreifen und habe es glatt vergessen.


    Also, ich war mal ganz mutig, habe Musik sehr laut gehört und dabei mit der Handrückseite auf meine Vollmetall Bananastecker, die keine Isolierung besitzen, gefasst. War irgendwie interessant und spannend, aber ich habe kein Kribbeln gefühlt, garnichts, selbst als ich dann nochmals lauter stellte...


    Wie auch immer, meine Vollmetallstecker ohne Isolierung sind natürlich etwas gefährlich für den massefreien Betrieb meiner AÜ Ausgänge und ich machte mich auf die Suche nach isolierten Bananastecker und bin bei Oehlbach fündig geworden.


    OehlbachSolutionTube.jpg


    Die heißen Oehlbach Solution Tube und besitzen wie ich finde auch noch eine pfiffige Lösung um Kabel gut und einfach zu befestigen.


    Vorhin sind sie per Post gekommen und ich habe meine Kabel damit ausgerüstet. Jetzt sind die Ausgänge gut isoliert, man fühlt sich einfach besser und klanglich gibt es aus meiner Sicht nichts zu meckern ...

  • Gestern wollte ich mich daran machen die kleineren SNT für die 211 Heizung einzubauen, da wie ich schrieb, die eingesetzten SNT mit ihrer Blechabschirmung durch magnetische Streufelder mechanisch vibrieren.


    Als ich den 211 SET Amp so vor mir liegen sah, dachte ich mir, dass es doch ein Versuch wert sei, die Abschirmbleche abzumontieren und sehen was sich da tut. Um ehrlich zu sein, habe ich das gemacht weil es mir einiges an Löt- und Montagearbeiten gespart hätte und zum Glück hat das auch bei einen Funktionstest den gewünschten Effekt mit sich gebracht. Da vibriert bzw. brummt nichts mehr.


    Somit ist mein Testaufbau abgeschlossen und ich kann anfangen mir Gedanken um das Gehäuse zu machen.


    Wie ich bereits mehrfach erwähnte, ist dies ein nicht kommerzielles Projekt von mir und daher poste ich meine Schaltung in diesen Thread, falls jemand Interesse daran hat.


    SET-211-6SL7par-Schematic.jpg


    Das gesetzte Ziel einer einfachen Schaltung ist gut gelungen und wenn jemand ca. 2x 10Watt reichen ist es aus meiner Sicht auch ein durchaus gelungener Verstärker geworden. Vieles habe ich bereits beschrieben, messtechnisch dokumentiert, weshalb ich auf ausführliche Beschreibungen verzichte.


    An dieser Stelle möchte ich mich bei Jo bedanken, der es ohne es zu wissen, mich durch diesen Thread dazu ermuntert hat meine herumliegenden 211 Trioden endlich mal einzusetzen.


    Aber auch mk_ Matthias, Dago64 , @rs232, AndreasS, keeskopp, papa_bjoern und vielen Anderen mehr gilt mein Dank, denn hier und da haben sie mich zwar hart aber fair drangenommen, doch letztendlich hat auch das mich weitergebracht. Dazu kommen noch weiterer User, die mich per email und PN angeschrieben haben um mir ihre Empfehlungen zu geben.


    Ich denke, es wird von meiner Seite aus hier für die nächste Zeit etwas ruhiger, da jetzt das Gehäuse drankommt und das kann sich auch hinziehen ;)

  • Moin!

    Glückwunsch zum gelungenen Projekt-Abschluss Cay-Uwe!

    Der Danksagung schließe ich mich gern an.


    Bin ganz happy, dass der Thread nicht wenige Kollegen 'mit Ahnung' zur Beteiligung angeregt hat. :thumbup:


    Wenn man so einen Thread anfängt, weiß man ja nie ob er sich konstruktiv entwickelt. Hat man Pech, ist man über weite Strecken Alleinunterhalter oder der Thread krankt an Störmanövern von Leuten, die einen nicht leiden können.


    Als größten Gewinn des Frage- und Antwort-Spiels, wo ich einige Hintergedanken von mir äußerte, sehe ich den Schaltungsvorschlag von Matthias mit der Treiberröhre 12AT7EHG.


    Hier noch einmal sein Entwurf, der sich in der Praxis auch so bewährt hat: Mein neuer 211er Amp klingt super und die Verstärkung harmoniert perfekt mit meiner M65 Phono.


    analog-forum.de/wbboard/cms/index.php?attachment/155334/


    Zur Frage von Reiner: Heizung mit Meanwell SNT + Heißleiter

    (SNT hatte ich schon vor ca. 20 Jahren mal bei zwei DHT Verstärkern verwendet.)

    Freundliche Grüße aus Görlitz, Jo

  • Hi Reiner,

    ich habe davon kein Schaltbild. Meine Idee zusätzlich einen HF-Filter anzuhängen, habe ich nach externer Beratung bei Elektronik-Spezis die ich kenne, fallen gelassen.

    Freundliche Grüße aus Görlitz, Jo

  • Hi Reiner,

    ich habe davon kein Schaltbild. Meine Idee zusätzlich einen HF-Filter anzuhängen, habe ich nach externer Beratung bei Elektronik-Spezis die ich kenne, fallen gelassen.

    Hallo Jo,

    mich hätte Interessiert, ob Du an jedem Heizfaden Anschluß einen Kathodenwiderstand hast und wie Du den Anodenstrom abgleichst.

    Gruß Reiner

  • Reiner,


    ich habe mir das soweit ich es in Erinnerung habe, von Jo abgeschaut, also an jeden Heizfaden habe ich wie in meinen Schaltplan gezeigt einen Kathodenwiderstand angeschlossen.


    Durch die DC Heizung führt das dazu, dass eine Seite eine höhere Spannung besitzt als die Andere.


    In meinen Fall, je nach Netzspannung des Tages, ca. 55V und 65V, im Schnitt ca. 60V.

  • mich hätte Interessiert, ob Du an jedem Heizfaden Anschluß einen Kathodenwiderstand hast

    Ok, verstehe!


    Habe es dann doch am Ende so gemacht, wie üblich. In der Hinsicht eine kleine Abweichung vom Schaltplan von Matthias. D.h. 2 x 47R als Symmetrierung, daran 1k/100uF nach Masse.


    Zuerst wollte ich es so machen wie angegeben, hatte auch die Last-Widerstände extra gekauft. Aber dann ergab es sich anders durch die Gegebenheiten bei der Montage.


    analog-forum.de/wbboard/gallery/index.php?image/143239/

    Freundliche Grüße aus Görlitz, Jo

  • Reiner,


    ich plane das so zu lassen, da ich keine dringende Notwendigkeit sehe, besser gesagt höre, das zu ändern, obwohl mir auch schon der Gedanke kam. Allerdings kann ich mir im Moment nicht ausmalen was das noch bringen soll, auch nicht weil ich das Thema noch nicht dementsprechend vertieft habe.

  • warum soll er das ?

    Nö, braucht er nicht.

    Bei DC Heizung einer DHT ist das Potenzial zwischen Kathode (Heizfäden) und Gitter nicht konstant, sondern ändert sich mit der Länge der Kathode. Daher setzt sich auch der Anodenstrom entsprechend den von den einzelnen Abschnitten der Kathode emittierten Elektronen zusammen. Eine Simulation zeigt, wie die einzelnen Anodenströme bei einer 211 aussehen, wenn bspw. 11 Abschnitte betrachtet werden:

    analog-forum.de/wbboard/cms/index.php?attachment/155453/

    Die 211 hat eine doppel V-förmiger Anordnung der Heizfäden, also 4 Abschnitte. Ca. 60% des Anodenstromes wird damit von ca. 25% der Kathode übernommen. Eine Erklärung für die im Netz zu findende angeblich reduzierte Lebensdauer bei DC Heizung?

    Ich hatte vermutet, dass eine Veränderung der Widerstände R13 und R14 eine Lösung sei; dem ist aber nicht so, der Einfluss ist marginal. Aber je größer das Verhältnis von (Gitter-Kathodenspannung im Arbeitspunkt) zu (DC Heizspannung) ist, des do geringer ist der Effekt.

    Gruss Reiner

  • Ich habe gestern abend länger Musik gehört und verspüre garnicht den Drang an meinen 211 SET Projekt noch irgendetwas zu ändern. Bei mir ist es üblicherweise ein Zeichen dafür, dass ich angekommen bin :)


    Ich bin auch den Fundus an Messungen durchgegangen, die ich im Laufe der Entwicklung gemacht habe und habe Messungen gefunden, die die Klirr-Kompensation belegen. Wie gesagt, mir ist bereits bei den Simulationen aufgefallen, dass mit der 6SL7GT als Vorstufe dieser Effekt stärker auftritt als mit der 6J5GT, die ich davor als Vorstufenröhre eingesetzt hatte. Noch stärker zeigt sich das messtechnisch, wenn man testweise als Vorstufe so wie ich einen Transistorverstärker ( LINN LK85 ) benutzt um die 211 Triode zu betreiben.


    SET-211-FG-Klirr-1W-TransTube.jpg


    Über die Transistorvorstufe zeigt sich sozusagen das wahre Verhalten der 211 Triode, da die Vorstufe so gut wie keinen Klirr aufweißt. Wie in der Messung zu sehen, entspricht das auch in etwa meinen Simulationen der 211-Endstufe. So gut wie kein K3, aber ausgeprägterer K2, typisch Triode halt. Betreibe ich die 211-Triode mit der 6SL7GT Triode erkennt man an der Messung die Klirr-Kompensation. K2 fällt in etwa auf die Hälfte, während K3 in diesen Fall etwas ansteigt.


    Noch ein Wort über das Heizen von DHT und meinen gemachten Erfahrungen, die sich im Prinzip mit den Erkenntnissen von vielen Usern decken:


    1. AC Heizung brummt merklich und das lässt sich so gut wie nicht beseitigen

    2. DC Heizung ist eine starke Verbesserung, brummen ist so gut wie nicht vorhanden


    Dazu habe ich gestern abend nochmals eine Spektralanalyze meines SET 211 durchgeführt, bei 0dBV = 1Vrms am Ausgang und folgende Auswertung bekommen.


    SET-211-Final-SPA-6Ohm-0dBV.jpg


    Wie zu sehen ist, ist die 50Hz Komponente bei mir um -65dB gegenüber den 1kHz Signal gedämpft. Ich habe die entsprechenden Spannungspegel dazu eingetragen. Die 0,57mVrms sind pragmatisch gesehen "nichts" und machen sich nur bemerkbar wenn man das Ohr sehr dicht an die Tieftöner meiner 95dB Lautsprecher bringt. Wenn man neben den Lautsprechern steht, hört man garnichts.


    Das der pragmatische Ansatz. Nichts desto trotz finde ich den Ansatz von Dago64 Reiner interessant, die Heizung von DHTs mit Hochfrequenz-AC zu gestalten und verfolge sein Thread daher mit Spannung ;)

  • Es tut sich wieder etwas bei meinen 211 SET Projekt.


    Nach langer Überlegung habe ich entschieden meine Verstärker wieder mit einen Holzrahmen und ALU-Platten zu fertigen.


    Ich war dieser Tage bei meinen Schreiner um Lautsprecher für einen Kunden zu restaurieren und da lagen ein paar massive, sehr schöne Eichekanthölzer, und da war es um die Entscheidung geschehen. Kurz mit meinen Schreiner eine Skizze gemacht, ein paar Details besprochen und ich vergab ihn den Auftrag.


    Am Wochenende habe ich die ALU-Platten entwickelt, mehrfach geprüft und dann in Auftrag gegeben.


    Mein Schreiner wird versuchen, den Rahmen noch vor Ostern fertig zu bekommen, damit ich zügig den Umbau vom Prototypen angehen kann.