Swissonor R.S.

  • Hallo,



    nach einer Erwähnung hier im Forum bin ich auf besagten Vollverstärker aufmerksam geworden. Ich sehe mich ja schon seit geraumer Zeit nach einer Alternative zu meinem RV3 in der Preisklasse bis 5000,- Euronen um und bislang waren da Modelle von Audionet und Symphonic Line in den Focus gerückt.


    Beim Swissonor gefällt mir das hemdsärmelige Design und die Tatsache, das von oben gesteckt wird - für Leute wie mich, die gerne mal was rumprobieren, ist das ungeheuer praktisch.


    Also, falls jemand das gute Stück kennt bitte ich um eine Einschätzung - am liebsten im Vergleich zu den anderen hier genannten Kandidaten.


    Wer ihn nicht kennt: Swissonor





    Danke schonmal!


    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    „If you think this Universe is bad, you should see some of the others.“

  • Hallo,

    seit 2013 bin ich zufriedener Besitzer des Swissonor R.S. mit dem optionalen Phonoverstärker. Mit den anderen Geräten kann ich ihn nicht vergleichen, da ich diese nicht kenne.

    Ich besitze die von Sascha restaurierten Tannoy Cheviot ( hier im Forum ausführlich

    vorgestellt), die mit dem R.S. zu meiner vollsten Zufriedenheit harmonieren.

    Die Phonostufe ist mit Sicherheit nicht schlechter als meine Goldnote PH 7 mit Netzteil PSU 7.

    Gruss aus dem Sauerland

    Willi

  • zufriedener Besitzer

    Hallo Willi,


    und danke für deine Wortmeldung. Könntest du noch etwas zu den klanglichen Eigenschaften schreiben?


    Mich interessieren besonders die Räumliche Darstellung, das Verhalten an den Frequenzenden und "wie röhrenähnlich" die Gesamte Spielweise tatsächlich gelungen ist - den in diese Richtung geht ja der Werbetext.


    Wie warm wird das Teil im Betrieb? Isses ne Class A Schaltung?

    Mitglied der AAA


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  • Hallo Henner

    Ich höre damit seit etwa 1 Jahr an meiner Harbeth P3 ESR. Er ist schnell, ohne gestresst zu wirken. Das eingebaute Phonoteil kann locker mit einem Grahamslee Accession mithalten. Wobei mir der Swissonor einfach der musikalischere ist. Dafür löst der Graham in gewissen Passagen besser auf. Direkt vergleichen konnte ich ihn mit einem Lavardin ISX-Reference. Die Räumlichkeit und nicht zuletzt die Verarbeitung ist beim Swissonor einfach um Klassen besser. Warm wird er fast nicht. Es ist ein Class A/B Verstärker.

    Lieben Gruß aus Zürich

    Sandro

  • Hallo Sandro,


    vielen dank auch für deinen Kommentar - hört sich für mich gut an, da ich absoluter Räumlichkeitshörer bin.

    Gibt es eine tendenzielle tonale Ausrichtung? Geht die Spielweise her Richtung warm oder neutral oder analytisch? Eher "seidig" oder crisp oder ...?

    Mitglied der AAA


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  • Er ist nicht analytisch oder kühl. In meiner Kette mit der Harbeth kommt noch ein Schuss Wärme dazu. Er ist crisp, rhythmisch perfekt und vermittelt die Musik als Ganzes. Wenn er warm ist klingt er schon sehr nach Röhre. Im Vergleich zum Swissonor VSOP spielt er aber neutraler.

  • Hallo Sandro,


    habe interessehalber den Thread mal durchgelesen -

    gerade den Vergleich dieser beiden (im positiven Sinne) 'Außenseiter-Verstärker' ("Direkt vergleichen konnte ich ihn mit einem Lavardin ISX-Reference. Die Räumlichkeit und nicht zuletzt die Verarbeitung ist beim Swissonor einfach um Klassen besser."), finde ich besonders spannend.


    Von daher hätten mich verständlicherweise (angesichts dieses Direktvergleichs) auch die übrigen Klangkriterien, als da wären: Klangfarben, musikalischer Fluß, Punch/Bassdruck/Dynamik, Klangbalance (etc.) im Vergleich interessiert.


    Beiden Verstärkern spricht man (tendenziell) ja röhrenartige - oder röhrenähnliche - Klangfarben und klangliche Wärme zu.


    Vielleicht magst du aus deinen damaligen Hörerfahrungen, auch dazu nochmal etwas ausholen (dann hätte man einen vergleichenden klanglichen Komplett-Eindruck).


    Würde mich interessieren - gerade auch, weil der Lavardin iSx-Ref. als hochgelobter Ausnahmeverstärker gilt (Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit des Klanges).


    War der Swissonor auch insges. der Bessere, oder nur in den von dir schon genannten Punkten?


    Beste Grüße

    Bernhard

  • Hallo Bernhard


    Um es vorweg zu nehmen: Ich hatte kein 1:1 Direktvergleich. Ich hatte damals einen "besseren" Verstärker gesucht, der meinen modifizierten NAD 316 ablösen sollte. Da habe ich über's Netz bei einem Händler einen 2J-gebrauchten Lavardin für 2'000.00 CHF inkl. Fernbedienung gekauft. Als das Paket ankam klapperte irgend etwas im Innern. Also Spezialschraubenzieher beim Kollegen besorgt und aufgeschraubt. Es hat sich eine kleine Plastikabdeckung eines Transistors gelöst. Mit etwas Klebstoff wieder fixiert. ABER: Bei einem fast neuwertigen Gerät der 4'000.00 Euro-Klasse?! Dazu kommt, dass die Lavardingeräte mit einer speziellen Halbleitertechnik gebaut wurden. Das heisst, dass in einem Reparaturfall alle Geräte nach Frankreich geschickt werden. Der Swissonor ist da eher klassisch mit bekannten und hochwertigen Teilen gefertigt. Für mich war das der Hauptgrund, dass er nach ca. 4 Wochen wieder gehen musste. Denn klanglich war er in meinem Setup nicht so der Überflieger, wie ich erhofft hatte. Er kann bei guten Aufnahmen und richtigen Boxen richtig emotional, mitreissend klingen. Aber bei schlechterem Aufnahmematerial war das dementsprechend anders. Da kann der Bass auch mal wumrig rüber. Er ist auch wählerischer was die Boxenauswahl betrifft. Bei meinen Swissonors Bach 8 mit 94db WG klang er harsch und unausgewogen. Da gefiel mir sogar der NAD 316 deutlich besser. An der P3 ESR passt er schon: ABER: wenn ich über meinen Bluesound 2i hörte machte sich ein Brummen im Lautsprecher bemerkbar. Klar, hätte man das auch irgendwie weggebracht...aber in dieser Preisklasse? Auch hier hatte ich weder beim NAD noch beim Swissonor irgendwelche Probleme. Abgesehen davon, ist beim Swissonor noch eine tolle MM-Vorstufe drin, die man mit einem guten Übertrager (wenn man MC will), noch auf ein Topniveau bringen kann.

    Gruss,

    Sandro

  • Damit meinst du den Lavardin - oder?

    Denn klanglich war er in meinem Setup nicht so der Überflieger, wie ich erhofft hatte. Er kann bei guten Aufnahmen und richtigen Boxen richtig emotional, mitreissend klingen. Aber bei schlechterem Aufnahmematerial war das dementsprechend anders. Da kann der Bass auch mal wumrig rüber. Er ist auch wählerischer was die Boxenauswahl betrifft. Bei meinen Swissonors Bach 8 mit 94db WG klang er harsch und unausgewogen. Da gefiel mir sogar der NAD 316 deutlich besser. An der P3 ESR passt er schon: ABER: wenn ich über meinen Bluesound 2i hörte machte sich ein Brummen im Lautsprecher bemerkbar. Klar, hätte man das auch irgendwie weggebracht...aber in dieser Preisklasse?

    Mitglied der AAA


    „If you think this Universe is bad, you should see some of the others.“

  • Hallo Sandro,


    danke für Deine Antwort - ich habe Hör-Erfahrungen mit Lavardin - sowohl mit dem ISx-Ref., als auch mit dem (eins größeren) ITx - und genau aus dem Grunde, hat mich Deine diesbezügl. Erfahrung und Deine Antwort ja auch so interessiert(!)


    Hier mal die Links - da hatte ich auch schon was dazu geschrieben: Lavardin ISx vs. ISx Reference


    Und hier nochmal zum ITx (Beitrag 242): Gibt es einen Weg zurück ???


    Und - ja, genau: Die Lavardin-Amps polarisieren - gerade auf den ITx treffen Deine Kritikpunkte - nach meinen Hörerfahrungen - sogar noch stärker zu(!)


    Den ISx-Ref. fand ich dagegen durchaus gar nichtmal so schlecht - diese Sache ("Es hat sich eine kleine Plastikabdeckung eines Transistors gelöst.") ist natürlich absolut inakzeptabel!


    Bezügl. Swissonor hätte ich 2 konkrete Wünsche - dazu werde ich später versuchen, nochmal etwas zu schreiben, will aber dafür auch etwas 'ausholen'.

    Und sollte das dann vlt. auch Swissonor selbst mal zumailen. ;-)


    Beste Grüße

    Bernhard

  • Hallo Bernhard


    Ok, wenn es im Vergleich zu einem 300b-Röhrenklang geht, dann kommt meiner Meinung nach der R.S eindeutig näher ran. Er vermittelt wo nötig bei Stimmen den gewissen Schmelz oder besser gesagt, die Emotionen, die einer 300b nachgesagt werden. Die Räumlichkeit einer 300b SE (ich hörte zuvor jahrelang mit einer Vor-Endstufenkombi mit Emission-Labs 300b xls Röhren) erreicht kein Transistorverstärker. An meiner P3 ESR klingt er, wenn er warm ist, schon sehr nach 300b. Punkto Dynamik, Emotion rhythmisches Timing passt er für meinen Geschmack einfach besser. Aber wenn ich wählen müsste zwischen meinem Röhrenverstärker-Setup oder meiner 2. Transistoranlage...würde ich immer die Röhre vorziehen...

  • Laut HP gibt es in Deutschland zwei Händler:

    Studio M in München und Illumino Aucdio in Ergoldsbach (2x Bayern also).


    Erst mal die HighEnd abwarten, ob mich da verstärkermässig etwas besonders anmacht.