Der SPU-Thread

  • Servus,


    nach vielen Jahren sehr zufriedenen Hörens mit meinen zahlreichen supexen und FRs kommt bei mir derzeit mal wieder der Spieltrieb durch und ich denke darüber nach einen kleinen Exkurs zu diesen eher vintage bis archaisch anmutenden Ortofon SPUs in der G-Shell zu unternehmen.


    Für Viele mögen diese 1959 von Robert Gudmandsen entwickelten Tonabnehmer-Urgesteine zu längst vergangenen Tagen gehören, ich finde diese aktuell aber irgendwie sehr spannend und würde hier gerne zusammentragen, worin sich die einzelnen Ausführungen unterscheiden und welche Erfahrungen Ihr mit diesen Systemen gemacht habt. Vornehmlich interessieren mich übrigens die Abtaster in der G-Shell.

  • Servus,


    aktuell hat Ortofon die nachfolgenden SPUs in der G-Shell im Programm:


    Mono:


    - SPU Mono CG25 DI MkII -> sphärischer Diamant mit 25 µm Nadelverrundung für Mikrorille, 6 Ohm Innenwiderstand, 1,5 mV Ausgangsspannung, Spulenwicklung OFC-Kupferdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 33 gr.
    - SPU Mono CG 65 DI MkII -> sphärischer Diamant mit 65 µm Nadelverrundung für 78er, 6 Ohm Innenwiderstand, 1,5 mV Ausgangsspannung, Spulenwicklung OFC-Kupferdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 33 gr.
    - SPU Mono GM -> sphärischer Diamant mit 25 µm Nadelverrundung für Mikrorille, 100 Ohm Innenwiderstand, 3 mV Ausgangsspannung, Spulenwicklung OFC-Kupferdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 30 gr.


    Stereo:


    - SPU Classic GM MkII -> sphärischer Diamant mit 18 µm Nadelverrundung, 2 Ohm Innenwiderstand, 200 µV Ausgangsspannung, Compliance 8 µm/mN, Spulenwicklung OFC-Kupferdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 32 gr.
    - SPU Classic GM E MkII -> elliptischer Diamant mit 8/18 µm Nadelverrundung, 6 Ohm Innenwiderstand, 200 µV Ausgangsspannung, Compliance 8 µm/mN, Spulenwicklung OFC-Kupferdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 30 gr.
    - SPU Synergy GM -> elliptischer Diamant mit 8/18 µm Nadelverrundung, 2 Ohm Innenwiderstand, 500 µV Ausgangsspannung, Compliance 8 µm/mN, Spulenwicklung vergoldeter Silberdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 30 gr.
    - SPU Meister Silver GM MKII -> elliptischer Diamant mit 8/18 µm Nadelverrundung, 1,5 Ohm Innenwiderstand, 300 µV Ausgangsspannung, Compliance 8 µm/mN, Spulenwicklung 9N Silberdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 32 gr.
    - SPU Royal GM MkII -> Replicant 100 Diamant mit 5/100 µm Nadelverrundung, 6 Ohm Innenwiderstand, 200 µV Ausgangsspannung, Compliance 8 µm/mN, Spulenwicklung vergoldeter Silberdraht, G-Shell aus verschliffenem Holz, Gewicht 30 gr.


    Hatten die frühen SPUs nicht eine Shell aus Bakelit? Hat das schonmal Jemand im direkten Vergleich gehört?


    Hat auch schonmal Jemand SPU Classic GM E, Synergy GM und das Meister Silver im direkten Vergelich gehört und kann darüber berichten? Worin unterschieden sich diese Abtaster klanglich? Was machen diese anders?


    Hat evtl. auch schonmal Jemand ein altes SPU mit spärischem Nadelschliff mit einem elliptischen, Shibata- oder anderem Nadelschliff ausstatten lassen und kann darüber berichten?


    Wie schaut es denn mit der Haltbarkeit der Gummis in der Nadelaufhängung bei den SPUs aus? Kann man also getrost ein altes Gebrauchtes kaufen oder wäre das wegen sich verhärtender Gummis nicht ratsam?

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  • Servus Jörg,


    ja und nein, die Tonzellen haben unterschiedliche Gewichte, habe ich oben ergänzt.

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  • Hallo!

    Wie schaut es denn mit der Haltbarkeit der Gummis in der Nadelaufhängung bei den SPUs aus? Kann man also getrost ein altes Gebrauchtes kaufen oder wäre das wegen sich verhärtender Gummis nicht ratsam?

    Mir stellt sich hierbei die Frage, ob die negative Auswirkung verhärteter Gummis bei 5g Auflagegewicht genauso groß ist wie bei einem Tonabnehmer, der nur mit 1,5g gefahren wird.


    Grüße,


    Ingo

    Jazz is the teacher, funk is the preacher.

  • Hallo Rolf,


    beim mir spielte das Classic NE und spielt das Classic N.
    Ich kann nur mit der sphärischen Nadel wirklich etwas anfangen.
    Das liegt vielleicht weniger am SPU als an meiner generellen Vorliebe für die runden.
    Das SPU spielt mit einem STM-72 Übertrager zusammen und geht eine harmonische Ehe ein.
    Besser im Sinne von Herausstellen von Details geht bestimmt, aber dieser Klang ist schon einzigartig.
    Ich würde ihn als "authentisch" beschreiben.
    Egal was Du dir zulegst probier unbedingt auch die Rundnadel. Das ist der Klassiker.

    Grüße Gerhard

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  • Hallo an Alle,
    m.Mn.n. darf man sich die Entscheidung zwischen Rundnadel-SPU und elliptischem oder sonstigem SPU nicht so kategorisch einfach machen.


    Bei alten LP's aus den 50er und 60ern und auch bei allen Royal-Sound oder Dynagroove (vorverzerrten) Produktionen ist ein Rundnadel-System Pflicht, ansonsten klingt es einfach falsch.


    Bei späteren Produktionen finde ich persönlich eine elliptische Nadel oder sogar eine Replikant-Nadel besser.


    Viele Grüße
    Marcus

  • Bei alten LP's aus den 50er und 60ern und auch bei allen Royal-Sound oder Dynagroove (vorverzerrten) Produktionen ist ein Rundnadel-System Pflicht, ansonsten klingt es einfach falsch.


    Hallo,


    kann ich nicht nachvollziehen. Ich höre sehr viele neue Produktionen mit dem rundnadel SPU.
    Und falsch klingt es auf keinem Fall.

  • Hallo,


    ich höre seit 10 ausschließlich mit SPU `s. Die Suche nach immer neuen, höher auf lösenden Systemen hat sich für mich erledigt.
    Zu Deiner Frage nach den Unterschieden zwischen den GM, GM/E und Silber MK kann ich für mich folgendes sagen:
    Das Silber ist höher auflösend, hat mehr Informationen im oberen und unteren Frequenzbereich. Der Unterschied zum GM/E ist allerdings für mich nicht groß.
    Mittlerweile habe ich das GM/E und Silber verkauft und höre mit einen SPU GM bzw. SPU N. Das SPU N ist für mich etwas näher an der Wahrheit (liegt wohl am fehlenden SPU Gehäuse). Beide Systeme machen für mich einfach mehr Musik und weniger HiFi. Grob- wie auch Feindynamisch sind aus meiner Sicht die normalen SPU`s mit Rundnadel nur schwer zu überbieten. Die Musik hat Fluss und die räumliche Darstellung ist eine Klasse für sich.
    Wichtig ist die Anpassung über den Übertrager. Ich habe Jensen 347 und Lundahl 1941 im Einsatz. Bin damit sehr zufrieden.
    Eine flache Widergabe kann ich, auch bei neuen Platten, nicht feststellen.


    Gruß Wolfgang

    NPV; Schröder Artenis 12", Schöder LT; Schröder Referenz SQ 12"; SPU GM MK II; SPU N; Decca, Denn 103R, MC Trafo`s Jensen JT347 AXT & Lundahl LL 1941; DIY LCR phono; DIY E288CC preamp; DIY SE RS1003, van Langa Bass /Altec/Mundorf Bändchen/font]

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  • Servus,



    Bei alten LP's aus den 50er und 60ern und auch bei allen Royal-Sound oder Dynagroove (vorverzerrten) Produktionen ist ein Rundnadel-System Pflicht, ansonsten klingt es einfach falsch.


    ... ich persönlich glaube, daß man es sich hier zu einfach macht ... ;) ... das ist mbMn eher eine Frage der Schneidkennlinie und damit eine Frage der Phonostufe ... 8)

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  • Gerhard


    Du hast nicht richtig gelesen !


    Ich habe geschrieben, daß alte 50er und 60er und Dynagroove und Royal Sound usw. falsch klingen, wenn sie NICHT mit einer Rundnadel abgetastet werden. Alles andere wäre ja auch technisch total daneben.


    Viele Grüße
    Marcus

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  • Sorry Rolf,
    aber bei Dynagroove und anderen handelt es sich um absichtlich mathematisch-geometrisch vorverzerrtes Material auf Basis der sphärischen Abtastung. Bei nicht sphärischer Abtastung ergeben sich beim Abspielen eben jene "hineingemischen" Verzerrungsprodukte (hauptsächlich K2), welche durch eine Phonostufe und deren Kurve nie ausgelöscht werden können.


    Das ist reine Physik.


    Marcus

    ... ich persönlich glaube, daß man es sich hier zu einfach macht ... ;) ... das ist mbMn eher eine Frage der Schneidkennlinie und damit eine Frage der Phonostufe ... 8)

  • "Dynagroove" und "Royal Sound" stehen für den Einsatz eines Tracing Simulators. Diese Tracing Simulatoren korrigieren schon beim Schneiden die bei einer sphärischen Abtastung zu erwarteten harmonischen Verzerrungen und ein Analogrechner wandelt, vereinfacht gesagt, die Tiefschriftanteile in entsprechende Seitenschrift um, da diese Tiefschriftanteile gerade am Ende der Platte zu Verzerrungen führen konnten.
    Insofern ist die Argumentation von Markus nur teilweise zutreffend. Richtig ist, dass nur eine konische Nadel von dieser Technik profitierte. Ein schärferer Schiff muss allerdings nicht unbedingt "falsch" klingen. Es werden lediglich mehr Störgeräusche wiedergegeben. Bei älteren LPs, die ohne Tracing Simulator geschnitten wurden, sollte ein schärfer Nadelschliff mit einer höheren Abtastfähigkeit von Vorteil sein. Einen entsprechenden Zustand der Platte immer vorausgesetzt. So ist zumindest die Theorie.

  • Da ich auch gerade überlege, mir ein Ortofon SPU zuzulegen, würde mich mal der klangliche Unterschied zwischen den SPU GM und den SPU A interessieren.
    Beide sollten mit sphärischen Nadeln ausgestattet sein. Als Step Up Übertrager möchte ich den Lundahl LL 1681 einsetzen.


    Gruß,
    Thomas

  • Ich hatte/habe bislang 3 SPUs mit unterschiedlichen Schliffen auf meinem TD124 mit Ortofon RMA gehört.
    Das "SPU Gold" mit einem modernen Schliff habe ich wieder verkauft. Für mich ging zu viel vom Charme und der Brillianz des klassischen SPU-Sounds verloren. Das SPU A gefällt mir bei Jazz und Mono sehr gut, bei Klassik ziehe ich das SPU A/E vor. Müsste ich mich für eines entscheiden, würde ich die elliptische Nadel nehmen. Bei höher auflösenden Verstärker/LS-Kombis als meiner, könnte die Entscheidung sicherlich auch anders ausfallen.