Welche Klassik-LP habt Ihr das letzte Mal aufgelegt?

  • Noch eine Ergänzung (die Katalognummern bei Eterna sind verwirrend): obwohl die Eterna 825 271 in dem Discogs-Link ein frühes "Stereo-Rauten" Label hat, habe ich davon noch zwei noch frühere Pressungen, Eterna 825 113. Warum kurz nach der 1. Pressung bereits die 2. Pressung von 1967 eine andere Kat.nr. erhalten hat? Vielleicht wegen der "Große Interpreten Reihe" ... Ab 1968 gab es dann das schwarze Eterna-Label.


    -- Joachim

  • Hallo Reinhard,


    diese Aufnahmen mit Keilberth meinte ich. Ich besitze die ältere Ausgabe als Box. Die Mozart-Variationen musst Du mal anhören. Hier noch eine weitere, die Du vielleicht nicht kennst, die man ehrlicherweise aber auch nicht kennen muss. Und zwar eine Platte des eher kaum bekannten US-Labels "Sound Storage" mit ebenso wenig bekannten Interpreten, dafür mit tontechnisch höchstem Anspruch, der auf gleich zwei Seiten der Innenhülle erläutert wird - "Sampling of the sound field for two channel loudspeaker reproduction". Wenn ich so etwas lese, bin ich äußerst skeptisch. Aber, was da (auf englisch) steht, ist kein Blödsinn und die Tonqualität ist dann tatsächlich vom Feinsten.

    Zu bemerken wäre lediglich, dass ein Kammerensemble aufzunehmen logischerweise eine einfachere Aufgabe für jeden Tonmann darstellt als ein Symphonieorchester mit Chor und Mahlers achter Symphonie. Da lässt sich eine Technik u.a. ohne Equalizer, Limiter, Kompressor oder variablem Gain umsetzen, ebenso die Aufnahme mit einem Zweikanal-Rekorder, laut Angaben mit 76cm pro Sekunde. Trotzdem - verblüffend, was für einen natürlichen guten Klang man mit einer Schallplatte erzeugen kann.

    Sound Storage SSR 2020 (1980), The Carter Chamber Ensemble. Neben der Sonate No.2 von Debussy auf der B-Seite gibt es auf der A-Seite Le Soleil Multicolore des zeitgenössischen (ebenfalls) französischen Komponisten Jaques Bondon (2008 verstorben). Musikalisch leider nicht ganz mein Geschmack.

    Nebenbei: pressen ließ man für den US-Markt bei der deutschen Teldec und bedankt sich auf der Cover-Rückseite artig u.a. bei Karl Schoeps.


    Viele Grüße - Frank


    Sound Storage (2) Cover.jpgSound Storage Cover.jpg

  • Am liebsten höre ich Streichquartette -- die Streichquartette Nr. 3 und 5 von Nicolas D'Alayrac (1753 -- 1808) und Nr. 1 und 5 von Pierre Vachon (1731 -- 1802) kannte ich bisher noch nicht. Heute habe ich diese zum ersten Mal in einer Aufnahme der Archiv-Reihe der DG mit dem Loewenguth-Quartett gehört (Alfred Loewenguth (1. Violine), Jacques Gotkovsky (2. Violine), Roger Roche (Viola) und Pierre Basseux (Cello)), Katalognr. 198 033 (Forschungsbereich VII: Westeuropa zwischen Barock und Rokoko (1650 -- 1800), Serie: Instrumentalformen des ausgehenden 18. Jahrhunderts).



    Diese klanglich vorzügliche Aufnahme vom 29.9 bis 1.10.1959 aus dem Beethovensaal in Hannover wurde von Hans Ritter produziert, der Tonmeister war Heinz Wildhagen.


    -- Joachim



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  • Peer Gynt Suite mit Øivin Fjeldstad und dem London Symphony Orchestra...


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    Ich bin immer wieder fasziniert, wie es die Leute vor über sechzig Jahren geschafft haben eine solche livehaftige Atmosphäre einzufangen. Ich habe hie das SC Reissue, das auch ganz ausgezeichnet klingt.

    Viele Grüße


    Jørg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler.




  • Was die Klassiklabels, allen voran die Deutsche Grammophon, in den 60er und 70er Jahren eingespielt haben, ist bis heute ein in der Masse kaum vorstellbarer Reichtum an Aufnahmen. Sorry liebe Klassikfreunde, dass ich diese Binse mal wieder erwähne, aber es beeindruckt mich immer wieder aus neue. Vieles davon hat wahrscheinlich nicht mal annähernd die Produktionskosten wieder eingespielt. Honegger vielleicht gerade noch so, hier mit Karajan und den Berliner Philharmonikern aus dem Jahr 1973. Die zweite und dritte Symphonie des französisch-schweizerischen Komponisten sind nicht unbedingt das Gegenmittel zu trüben Herbsttagen. Aber auch kein weinerlicher Weltschmerz oder eine Reise ins Herz der Finsternis. Eher noch, wie es auch Musikhistoriker meinen, neben rein persönlichen Dingen Honeggers wie Krankheit, der ganz reale Schrecken über den Untergang Europas im Zweiten Weltkrieg. Perfekt gespielt von Karajan und den Berliner Philharmonikern - zu mehr musikalischer Beurteilung reichts meinerseits bei Honegger leider (noch) nicht.


    Viele Grüße - Frank


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  • Hallo Frank,


    in seiner letzten Schallplattenaufnahme hat Ernest Ansermet die 3. und 4. Sinfonie von Honegger dirigiert (Decca SXL 6394 / London CS 6616, ich habe die CS):


    http://www.discogs.com/Arthur-…-Last-Rec/release/6595077


    Die Erstaufführungen der 5 Sinfonien haben Paul Sacher (2. + 4.), Charles Münch (3. + 5.) und Serge Koussevitzky (1.) dirigiert.


    Unter den Kompositionen für Orchester kenne ich nur die 3. und 4. Sinf. und Pacific 231 (jeweils mit Ansermet auf Decca), die während des 2. Weltkrieges in Paris komponierte 2. Sinf. soll besonders düster sein.


    Häufiger als die Orchesterwerke höre ich die 3 Streichquartette von Arthur Honegger:


    http://www.discogs.com/Honegger-Quatuor-De-Genève-Les-Quatuors-Cordes/release/3294298


    Viele Grüße,


    Joachim

  • Hier noch ein Scheibe des kleinen englischen Labels "Academy Sound and Vision Ltd" (ASV) mit Strawinskys Ballettmusiken Apollo sowie Orpheus von 1979. Und ja, das ist eine richtig gute Produktion mit dem kaum bekannten John Lubbock, der das Orchestra of St.John's Smith Square dirigiert. Warmer voller Klang nochmal zum Ende der Ära analoger Aufnahmetechnik. Dazu sehr moderat gespielt.

    ACM 2025


    Viele Grüße - Frank


    Strawinskys Apollo sowie Orpheus Cover.jpgStrawinskys Apollo sowie Orpheus (2) Cover.jpg

  • Was die Klassiklabels, allen voran die Deutsche Grammophon, in den 60er und 70er Jahren eingespielt haben, ist bis heute ein in der Masse kaum vorstellbarer Reichtum an Aufnahmen. Sorry liebe Klassikfreunde, dass ich diese Binse mal wieder erwähne, aber es beeindruckt mich immer wieder aus neue. Vieles davon hat wahrscheinlich nicht mal annähernd die Produktionskosten wieder eingespielt. Honegger vielleicht gerade noch so, hier mit Karajan und den Berliner Philharmonikern aus dem Jahr 1973. Die zweite und dritte Symphonie des französisch-schweizerischen Komponisten sind nicht unbedingt das Gegenmittel zu trüben Herbsttagen. Aber auch kein weinerlicher Weltschmerz oder eine Reise ins Herz der Finsternis. Eher noch, wie es auch Musikhistoriker meinen, neben rein persönlichen Dingen Honeggers wie Krankheit, der ganz reale Schrecken über den Untergang Europas im Zweiten Weltkrieg. Perfekt gespielt von Karajan und den Berliner Philharmonikern - zu mehr musikalischer Beurteilung reichts meinerseits bei Honegger leider (noch) nicht.


    Viele Grüße - Frank


    Honegger 2 & 3 Cover.jpg

    Hallo Frank,


    die von Dir empfohlene Einspielung der 2. und 3. Sinfonie von Honegger unter dem Dirigat von Karajan in der "The Originals" CD-Version hat in meiner 1997er Ausgabe des "Classical good CD guide" der Zeitschrift "Gramophone" die höchste Einstufung "Gramophone classical 100" (gehört also nach deren Einschätzung zu den 100 besten Klassik-Aufnahmen).


    Hier noch ein Zitat von Arthur Honegger zum Stellenwert der Streichquartette in seinem kompositorischen Schaffen (welches ich im Tamino Klassikforum gefunden habe):


    "Ich habe eine gewisse Zahl an "Kraftarbeiten" geschrieben: so bezeichnet man besonders schwierige Entwürfe...Ich betrachte sie ein wenig als Beethovensche Nebenprodukte. Sie werden mir entgegnen: Beethoven für arme Leute! Einverstanden, aber hier ist es, wo sich meine wahre Natur offenbart. In dieser Kategorie habe ich eine geheime Vorliebe für gewisse Stücke, die nicht immer sehr geschätzt wurden: die Quartette und vor allem das erste, da es genau die Persönlichkeit des jungen Mannes widerspiegelt, der es 1917 geschrieben hat. Es hat Fehler und Längen, aber ich erkenne mich darin wie in einem Spiegel".


    -- Joachim

  • Wenn ich für die viel zitierte Insel unter den Kompositionen von Beethoven für mich welche auswählen sollte, dann wären dies die späten Streichquartette und seine letzte Klaviersonate (die Nr. 32) -- von dieser habe ich wieder einmal die folgende gut klingende Decca-Aufnahme mit Julius Katchen (SXL 6373) aufgelegt (die Fotos sind aus der Discogs Datenbank).


    -- Joachim



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  • Die Sopranistin Adele Stolte singt 9 dt. Arien von Georg Friedrich Händel in Begleitung von:


    Karl Suske (Violine), Hans-Werner Wätzig (Oboe), Manfred Friedrich (Flöte), Peter Klug (Cello), Jürgen Buttkewitz (Fagott) und Wolfram Iwer (Cembalo).


    Eine Eterna-Veröffentlichung (Kat.nr. 825 713) von 1968.


    -- Joachim




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  • Rafael Frühbeck de Burgos dirigiert das Spanische Nationalorchester: "Preludios e Intermedios" (von Zarzuelas ?), also leichte orchestrale Musik (Ouvertüren / Präludien von Operetten).


    Eine Stereo-Pressung der spanischen Columbia (Kat.nr. SCE 900) von 1963, die auch bei Decca / London als CS 6424 erschienen ist (es gab zwischen diesen Firmen eine Kooperation zu dieser Zeit).


    -- Joachim



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  • Prokofiev, Kyung-Wha Chung, London Symphony Orchestra, André Previn ‎– Violin Concertos Nos. 1 & 2

    Label: Decca ‎– SXL 6773
    Country: UK

    Released: 1977

    Recorded At Kingsway Hall

    EngineerColin Moorfoot (tracks: A1-A3), James Lock (2) (tracks: B1-B3)

    ProducerChristopher Raeburn (tracks: B1-B3), James Mallinson (tracks: A1-A3)


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    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Streichquartette der Wiener Schule mit dem Wiener Alban Berg Quartett befinden sich auf der Seite 1 dieser Telefunken LP aus dem Jahr 1976:


    die 5 Sätze f. Streichqt. op.5, die 6 Bagatellen f. Streichqt. op 9 und das Streichqt. op. 28 von Anton von Webern.


    Die 2. Seite der LP enthält das 1. Streichqt. von Roman Haubenstock-Ramati (aus dem Jahr 1973) und das 3. Streichqt. von Erich Urbanner (aus dem Jahr 1972), das eine Qt. ist dem Alban Berg Qt. gewidmet, das andere wurde für dieses komponiert.


    -- Joachim



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