Raumakustik - weniger Höhen / mehr Bass

  • Hallo Zusammen,


    welche (einfache) Möglichkeiten gibt es, die Raumakustik in Richtung "mehr Bass, weniger Höhen" zu trimmen. Mir geht es um pauschale Möglichkeiten, wie z. B. Teppich / Eierbecher an die Wand etc. Oder sollte ich lieber einen Profi einladen, der mal ein paar vernünftige Messungen macht.


    Danke!
    Thomas

    Bleibe gesund, lebe lang, stirb schnell.

    Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst sowieso nicht lebend da raus!

  • Hallo Thomas, was ist deine Intention? Willst du den Klang so hinbiegen, dass er dir besser gefällt oder, dass es richtiger ist. Letzteres läßt sich nur durch messen und anschließendem Maßnahmenplan umsetzen.
    Mehr Bass ist relativ einfach, indem man Boxen und Hörplatz verändert. Wenn der Hochtonbereich zu scharf ist, kann man mit der Frontbespannung "spielen" oder die Richtwirkung des Hochtöners verändern. Vielleicht hilft auch die Umrandung des HT mit Filz oder Schaumstoff. Falls die Seitenwände reflektieren kannst du das natürlich mit "Eierkartons" an den Spiegelflächen verändern. Hilfreich ist hierbei eine Softwareunterstützung wie zum Beispiel "CARA".

    Viele Grüße


    Jørg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler.




    The post was edited 1 time, last by Jörg K ().

  • Moin Thomas,


    pauschale Möglichkeiten gibts bei Raumakustik nicht. Dazu ist das Thema einfach zu komplex. Ohne eine Messung, die den Ist Zustand anzeigt, kann man keine empfehlung geben. Sicherlich kann man seinen Raum mit Absorbern vollballern um die Höhen zu killen. Allerdings wird das Endergebnis alles andere als zufriedenstellend sein. Hab ich selber alles schon hinter mir. Besser einen Profi einladen, der deinen Raum mal durchmisst. Dann weiß du, woran du bist. Wo kommst du denn her? Bin zwar nicht der Vollprofi, beschäftige mich aber seit ca.3 Jahren mit dem Thema


    Übrigens... Das mehr an Bass habe ich dadurch erreicht, daß ich Bassabsorber installiert habe. ;)


    Gruß
    Christian

    Luxman D-08, Luxman L 590 AX, Achenbach Tricolore, Dreher noch in planung

  • Tja, warum das Ganze. Nach der notwendigen Reparatur/Revision des Vorverstärker (uralter Accuphase C 200 V) hat sich das Klangbild verändert. Alles klingt plötzlich direkter und härter, vorher hatte ich mir im Laufe der Jahre eher ein nettes auf Singstimme abgestimmtes Klangbild zusammen gebastelt (hat auch einige Zeit gebraucht). Das aktuelle Ergebnis finde ich eher etwas anstrengend. Ich glaube nicht dass es schlecht klingt, aber eben anderst. Inzwischen sind knapp acht Wochen Einspielzeit rum, da scheint sich aber nichts mehr zu verändern.


    Ja, vermutlich lasse ich mal jemand kommen....


    Danke und Grüße
    Thomas

    Bleibe gesund, lebe lang, stirb schnell.

    Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst sowieso nicht lebend da raus!

  • Hi,
    es gibt in der Akustik Absorption (z.B. mit Schaumstoffen) und Diffusion (unterschiedlich hohe Flächen; Eierkartons sind eher nicht so der Bringer).


    Bei Schaumstoffen geht es um die Dicke. Alles was eine längere Wellenlänge hat als 4x die Dicke, wird nicht absorbiert.
    4cm Dicke -> Absorption bis runter zu 2kHz.


    Üblicherweise gilt, dass man in etwa genausoviel Diffusion haben soll wie Absorption.


    Du kannst ja mal, wenn deine Familie nicht da ist, die Matratzen in deinen Hörraum schaffen und dir das anhören.


    Das kostet höchstens ein paar Kalorien.


    Einen Profi kannst du dann immer noch engagieren.


    Tschau,
    Frank

    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Wo wohnst Du denn?
    Wenn es in meiner Nähe ist, könnte ich mal kommen und messen.
    Dann weiß man, ob der Bass einfach so etwas schlapp ist, oder ob es Auslöschungen gibt und er dann durch eine gezielte Absorbtion wieder kräftiger tönt.

  • Du kannst ja mal, wenn deine Familie nicht da ist, die Matratzen in deinen Hörraum schaffen und dir das anhören.


    Das kostet höchstens ein paar Kalorien.


    Überredet, ich versuche mal was in der Richtung bzw. hänge mal Handtücher über die Hochtöner....


    Bis dahin...


    Grüße
    Thomas

    Bleibe gesund, lebe lang, stirb schnell.

    Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst sowieso nicht lebend da raus!

  • Letzteres läßt sich nur durch messen und anschließendem Maßnahmenplan umsetzen.


    Oh oh, Jörg! ;(


    Sowas wird hier garnicht gern gelesen.



    Thomas, wie stehen denn deine Lautsprecher?


    Wenn du mehr Bass brauchst, stell sie doch einfach mal näher an die Rückwand. Oder stell sie ganz mit dem Rücken an die Wand, das bringt dir satte 6dB mehr Bass!


    Dann rück mal näher ran an deine Lautsprecher. Hör es dir mal in verschiedenen Abständen an.


    Die Höhen kannst du gut dämpfen, indem du den Raum wohnlich gestaltest. Hohe Bücherregale, ungleichmäßig mit verschieden hohen Büchern bestückt sind gut. Je unordentlicher es aussieht, desto besser die akustische Wirkung. Ansonsten Teppiche, Vorhänge usw.
    Hast du einen Tisch zwischen dir und den Lautsprechern? Räum ihn voll mit irgendwelchem Zeug, Zeitungen, Bücher usw. Hauptsache es ist keine große, glatte Fläche.


    Damit kann man erstmal anfangen, bevor man eine Messung durchführen läßt. Das würde ich nur machen, wenn ich wirklich absolute Linearität erreichen will. Aber dann sieht dein Raum nach Abschluß aller notwendigen Arbeiten eben nicht mehr nach Wohnraum aus, sondern tatsächlich eher nach Studio.


    Gruß
    Michael

  • Moin



    Bei Schaumstoffen geht es um die Dicke. Alles was eine längere Wellenlänge hat als 4x die Dicke, wird nicht absorbiert.
    4cm Dicke -> Absorption bis runter zu 2kHz.

    Wobei die Absorption zu tieferen Frequenzen nicht schlagartig aufhört. Bei 40 mm werden auch noch 1000 Hz "mitgenommen". Zwar nicht mehr mit vollem Wirkungsgrad, allerdings ist das auch Materialabhängig. Schaumstoff halte ich nicht für das richtige Zeug. Da gibts besseres.


    Üblicherweise gilt, dass man in etwa genausoviel Diffusion haben soll wie Absorption.

    Das kann man pauschal auch nicht sagen. Das ist Raumabhängig. Und eine Frage des persönlichen Geschmacks.


    Wenn du mehr Bass brauchst, stell sie doch einfach mal näher an die Rückwand. Oder stell sie ganz mit dem Rücken an die Wand, das bringt dir satte 6dB mehr Bass!


    Dann rück mal näher ran an deine Lautsprecher. Hör es dir mal in verschiedenen Abständen an.


    Die Höhen kannst du gut dämpfen, indem du den Raum wohnlich gestaltest. Hohe Bücherregale, ungleichmäßig mit verschieden hohen Büchern bestückt sind gut. Je unordentlicher es aussieht, desto besser die akustische Wirkung. Ansonsten Teppiche, Vorhänge usw.
    Hast du einen Tisch zwischen dir und den Lautsprechern? Räum ihn voll mit irgendwelchem Zeug, Zeitungen, Bücher usw. Hauptsache es ist keine große, glatte Fläche.

    Das könnte man als erstes versuchen. So kann man sich zumindest einen groben Überblick verschaffen, wohin die Reise gehen würde.



    Damit kann man erstmal anfangen, bevor man eine Messung durchführen läßt. Das würde ich nur machen, wenn ich wirklich absolute Linearität erreichen will. Aber dann sieht dein Raum nach Abschluß aller notwendigen Arbeiten eben nicht mehr nach Wohnraum aus, sondern tatsächlich eher nach Studio.

    Dem ist leider so. Nachträglich den Raum zu verbessern, bringt leider Nachteile in der Optik mit sich. Wobei man die Akustikmodule durchaus optisch "hübsch" gestalten kann. Verstecken lassen sie sich aber leider nicht. Ich persönlich kann damit leben. Der Zugewinn an Klang macht die Optik bei weitem wieder wett. Und da ich beim hören meist die Augen geschlossen habe, sehe ich die Dinger eh nicht. :D


    Gruß
    Christian

    Luxman D-08, Luxman L 590 AX, Achenbach Tricolore, Dreher noch in planung

    The post was edited 1 time, last by oberförster ().

  • Hallo Thomas!


    bei raumakustischen Maßnahmen "vernichtest" Du in der Regel einen Teil der Schallenergie für einen bestimmten Teil des Frequenzspektrums. Wenn Dir die Höhen nun zu prägnant sind, dann wäre in der Tat ein Versuch mit einem Teppich zwischen den Lautsprechern und der Hörposition sinnvoll. Macht vor allem bei glatten Böden wie Laminat oder Fliesen Sinn. Das ist aber trial and error. Wenn Du bei den Höhen etwas wegnimmst, wird der Bassbereich automatisch im Verhältnis lauter.


    Die professionellere Herangehensweise erreichst Du in der Tat mit einer Messung des Raumes z.B. rosa Rauschen oder ähnliches und Impulsmessungen mit Nachhallzeiten. Dann sieht man, was der Raum an sich macht. Die Nachhallzeiten im Bassbereich waren bei mir ziemlich grottig.


    Preislich unschlag dürfte in dieser Beziehung der REQ Wizard in Verbindung mit dem MiniDSP UMK-1 sein:


    http://www.roomeqwizard.com/


    Das Programm ist kostenlos und hervorragend und man benötigt nur das Mikrofon.


    Ich hatte seinerzeit einen Service der Fa. Vicoustic in Anspruch genommen, die mit ihrem Programm den Raum mit seiner Beschaffenheit inkls. Möbel durchgerechnet haben und dann eine Konfiguration von Akustikmodulen vorgeschlagen haben. Das kostete damals eine Schutzgebühr, die relativ gering war. Macht aber nur Sinn, wenn man auch diese Module kaufen möchte.


    VG!
    Bernd

    Ich lasse mir meine Überzeugung nicht durch technische Argumente kaputt machen! Der Glaube ist stärker als die Aufklärung!


    ++ Diese Signatur enthält brutalst mögliche Anteile von Ironie ++

  • Das Programm ist kostenlos und hervorragend und man benötigt nur das Mikrofon.


    Was kostet so ein Mikrophon bzw. welche empfiehlen sich da? In einem Elektrogebrauchtladen bei mir liegt ein Interessantes für gut 100 EUR zum Verkauf (wenn es tut und nicht kaputt ist :whistling: ).


    Danke!
    Thomas

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    The post was edited 1 time, last by thomas_w: typo ().

  • Muss man den Teppich vor die Lautsprecher hängen? :whistling:


    Ich macht das immer wieder mal so...


    Quote

    Schwäbisch: Mit „Debbich“ (Teppich) wird auch eine (Woll-)Decke bezeichnet, die zum Zudecken geeignet ist.


    Grüße
    Thomas

    Bleibe gesund, lebe lang, stirb schnell.

    Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst sowieso nicht lebend da raus!

  • Ein Mikrofon reicht nicht.
    Es fehlt noch ein 2-kanaliges Interface, damit die Signaltöne in die Anlage gespielt und das aufgezeichnete Signal verstärkt, gewandelt und zum Computer geschickt werden kann.

  • Die Höhen bekommt man im Normalfall mit einer "plüschigen" Einrichtung sehr gut weg, d.h. Teppiche, Sessel, Vorhänge usw.. Allerdings wird das reine Bedämpfen der Höhen zu einem sehr unausgewogenen Klangbild führen, da sich nichts an den mittleren Frequenzen ändert, die werden nämlich von den genannten Gegenständen überhaupt nicht beeinflusst.
    Ein halbwegs sauberes Klangbild stellt sich nur ein, wenn man alle Frequenzen einigermaßen gleichmäßig bedämpft, das geht im Mittenbereich z.B. mit einem offenporigen Schaumstoff wie z.B. Basotect, der ist oftmals auch Bestandteil der käuflichen Aborber. Zu weit sollte man mit dem Bedämpfen aber nicht gehen, da das Klangbild dann irgendwann "tot" wirkt. Um trotzdem noch eine Klangverbesserung zu erzielen, kann man sog. Diffusoren zu Hilfe nehmen, sehen, sehr grob gesagt, wie Setzkästen aus. Damit verhindert man eine direkte Reflexion des Schalles, was der Ortung der Klangquellen sehr zu Gute kommt.
    Es gibt unterschiedlich Konzepte zur Anordnung von Absorbern und Diffusoren, wie z.B. LEDE, reflexionsfreie Zone, usw..
    Im Bassbereich wird es etwas schwieriger, da das Bedämpfen einzelner Frequenzen sehr viel Volumen und/oder Masse voraussetzt, soll heißen, solche Absorber werden schnell richtig groß und schwer.
    Ich würde in jedem Falle zu einer Messung raten, hierzu gibt es auch kostenlose Software, für den Heimbereich ausreichend genaue Mikros liegen auch im absolut bezahlbaren Bereich.

  • Ein Mikrofon reicht nicht.
    Es fehlt noch ein 2-kanaliges Interface, damit die Signaltöne in die Anlage gespielt und das aufgezeichnete Signal verstärkt, gewandelt und zum Computer geschickt werden kann.


    Für Raumakustik reicht ein "einfacher" Soundkartenausgang, der dann auch z.B. einen Lineeingang des Versträrkers geht. Man benutzt dann die eigene Anlage als Signalquelle. Das Mikrofon ist schon fast als günstig zu bezeichnen, zumal es from REQ Wizard neuerdings beim Start erkannt wird und alle Einstellungen automatisch gesetzt werden und vom Hersteller auch eine Kalibrierungsfile für jede Seriennummer zur Verfügung gestellt wird als Download.


    https://www.minidsp.com/products/acoustic-measurement/umik-1


    Den 2. Kanal (Loopback) benutzt man in der Regel, um die Signalverzögerungen zu ermitteln. Somit kann man den Abstand des Mikrofons zur Schallquelle relativ genau ermitteln. Das macht man aber wohl erst, wenn man den Frequenz des Lautsprechers in einer Nahfeldmessung messen möchte. Das benötigt man aber die Raummessung meines Wissens nicht.


    VG!
    Bernd

    Ich lasse mir meine Überzeugung nicht durch technische Argumente kaputt machen! Der Glaube ist stärker als die Aufklärung!


    ++ Diese Signatur enthält brutalst mögliche Anteile von Ironie ++

  • 2 Kanäle sind schon sehr praktisch, weil man dann neben der Raumakustik auch beide Lautsprecher im Raum messen und so ihre Aufstellung optimieren kann. Und das ist ja die halbe Miete.



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  • Hallo Jungs,


    vielen Dank für die vielen Anregungen und Tipps. Jetzt werde ich mal einige Zeit in Ruhe testen und probieren, was ich zustande bringe.


    Grüße
    Thomas

    Bleibe gesund, lebe lang, stirb schnell.

    Nimm das Leben nicht so ernst, Du kommst sowieso nicht lebend da raus!