Gibt es Klangunterschiede bei der C3g ?

  • Bei meinen SE-Endstufen verwende ich meist die 6J5/6C5 als Treiber.

    Für meine letzte Endstufe habe ich mal die C3g eingesetzt (Triodenschaltung).

    Die fünf Fabrikate ( Valvo, Telefunken, Siemens, Lorenz, ITT ) die ich habe, klingen aber fast gleich.

    Gibt es nur einen Hersteller oder warum ist das so ?

    Bei der 6J5/6C5 kann man deutliche Unterschiede hören.

    heinrich

  • Hallo Heinrich,


    die C3g war eine Behörden-Röhre - die Kosten spielten keine "Role(x)".

    Der Aufbau war aufgrund der vorgegebenen kleinen Toleranzen immer

    schön konstant gleich, daher schwanken sie (auch) bei meinen Messungen recht wenig.

    Eine tolle Röhre...


    Gruß Björn

  • Moin,

    wenn die 6J5 der verschiedenen Hersteller auf gleichen Ruhestrom im amp eingestellt sind und der Verstärkungsfaktor der Röhren sich nicht erheblich unterscheidet, ändert sich nicht all zu viel am Klang.

    Stellschraube für den Klang:

    einstellbares bias an der 6J5 und Variation des Gitterableitwiderstandes der Folgeröhre


    Jörg

  • Hallo Jörg,

    Der Strom der 6J5 liegt bei etwa 5-6mA, da ich meist neue Röhren einsetze

    sind die Stöme etwa gleich.

    Die C3g als Triode läuft dagegen mit etwa 15mA, vielleicht sind Unterschiede

    bei höheren Strömen nicht mehr so deutlich zu höhren.

    Das Klangbild der C3g ist sehr kraftvoll und konturiert aber für mich auch

    ein wenig langweilig.

    Die 6J5/6C5 ist farbiger, luftiger, heller.

    Aber ich bin nicht sicher ob es auch "richtiger" ist.

    Da ich zwei Verstärker mit fast gleichen Bauteilen aufgebaut habe kann ich

    gut vergleichen, meist gefällt mir die 6J5/6C5 besser, aber nicht immer.

    Gruß

    Heinrich


    Um Unterschiede bei der C3g zu sehen habe ich mal bei einigen den Aluschirm

    entfernt, sollte man nicht machen, da kommt Asbest raus!

  • Hallo Heinrich,


    die von Dir genannte "Luftigkeit" ist dem geradzahligen Klirr geschuldet (K2, K4,...)

    Die C3g ist sehr linear, daher macht sie weniger Klirr - eigentlich richtig, aber auch ich

    mag den luftigen Klang. Um hier keinen Klirrgenerator zu bauen, versuche ich meine

    Schaltungen so zu optimieren, daß K2 dominant bleibt (größer als K3), aber trotzdem

    immer unter 1% bleibt. Das ist in etwa die obere Schwelle von Verzerrungen, die auch

    unser Gehör-Organ erzeugt.


    Gruß Björn

  • Mahlzeit,

    ich baue auch die amps immer 2 x auf, modifiziere einen und hör mir mono den Unterschied an,

    der mit den sogenannten besseren Bauteilen muss nicht unbedingt besser klingen,


    ob ein Treiber mit wenig k2 besser ist, na ja, ich habe die Erfahrung gemacht das etwas mehr k2 im Treiber den k2 der Endröhre verringert ,gemessen mit einem audioanalyzer über die gesamte Frequenz bei mittlerer Leistung ,


    Jörg

  • Hallo Jörg,


    das mit der Verringerung des K2 ist ein bekanntes Phänomen - wenn

    man die Arbeitspunkte der beidenn Röhren geschickt wählt, kann man den

    geradzahligen Klirr weitgehend aufheben. Es wird hier oft von "Vorwärts-

    Kompensation" gesprochen. Ich versuche bei meinen Amps auch mit

    Messungen "nachzuhelfen"... 8)  


    Gruß Björn

  • Hallo Zusammen,

    ich habe die Erfahrung gemacht das etwas mehr k2 im Treiber den k2 der Endröhre verringert ,gemessen mit einem audioanalyzer über die gesamte Frequenz bei mittlerer Leistung

    wenn man die Arbeitspunkte der beidenn Röhren geschickt wählt, kann man den

    geradzahligen Klirr weitgehend aufheben. Es wird hier oft von "Vorwärts-

    Kompensation" gesprochen.

    Das funktioniert in der Tat. Bis zu dem Moment indem was geändert wird. Dann kann es auch böse nach hinten losgehen. Zum Beispiel bei einem Röhrenwechsel. Man müßte jedes mal ausgiebig messen.


    Besser ist es eigentlich von vornherein alles so einzustellen, das sich auch nach einem Röhrenwechsel das Klirrbild nicht komplett ändert.


    Viele Grüße,

    Martin

  • Hallo,


    oder man nimmt halt so "Profi-Röhren" wie die C3g . Diese werden wie schon erwähnt mit äusserst geringen Toleranzen gefertigt und halten diese Toleranzen auch in der Regel über 10000h ein.IMG_0908_klein.jpg


    Aus diesem 50er Karton kann man belibig 2 oder 4 Röhren entnehmen und man erhält ein matched Pair , bzw Quad.


    gruss

    juergen

  • Hallo Jürgen,

    Über eine solche "Schatzkiste" verfüge ich leider nicht.

    Mein Bestand ist zwar groß, aber alles nur gebrauchte Röhren.

    Vielleicht liegt da auch der Grund für den gleichförmigen Klang.

    Selbst alte LORENZ (keine Goldstifte) sind nicht heraus zuhören.

    Gruß

    Heinrich

  • ...wenn man die Arbeitspunkte der beidenn Röhren geschickt wählt, kann man den

    geradzahligen Klirr weitgehend aufheben.

    Hallo Björn,


    das gelingt nur in einem engen Frequenzbereich und bei einer bestimmten Last: die Eingangsimpedanz der Folgeröhre wird durch die Millerkapazität bestimmt und ist frequenzabhängig,

    Die Verzerrungen sind abhängig von der Aussteuerung - da Du bestimmt nicht die Treiberröhre so weit aussteuern wirst wie die Endröhre, bleibt Dir nur die Möglichkeit, für die Treiberröhre einen äußerst nichtlinearen Bereich zu wählen.


    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    meine Erfahrungen beruhen auf Messungen im Audiobereich.

    Da diese paar pF/nF in diesem Frequenzbereich nur wenig Einfluß

    auf die Laständerung der Treiberröhre (in diesem Fall C3g) haben,

    funktioniert die "Vorwärtskompensation" ziemlich gut. Ich habe so

    z.B eine D3a/6C33C-Endstufe gebaut - das funtzt von 20Hz bis

    über 20kHz ziemlich gut. 8)

    Wenn man aber eine ECC83 als Treiberröhre nimmt, kann man

    wegen des hohen Innenwiderstandes schon "Schiffbruch" erleiden...


    Allerdings muß ich Martin recht geben - bei einem Röhrenwechsel

    muß man die Treiber/Endröhre zueinander messtechnisch paaren.


    Gruß Björn

  • Wenn man aber eine ECC83 als Treiberröhre nimmt, kann man

    wegen des hohen Innenwiderstandes schon "Schiffbruch" erleiden...

    Hallo Björn,


    wenn Du gängige Kleinsignalröhren mit ungefähr gleicher Heizleistung (ECC83, ECC82 usw.) im Bereich kleinster Ströme betreibst, erhältst Du weniger Unterschiede als bei den im Datenblatt kurz unter "Volllast" ermittelten Kenndaten. Gleiches passiert, wenn Du eine C3g im "krummen" Bereich betreiben möchtest.


    Gruß Andreas

  • Ja, wobei für AC nicht nur der Anodenwiderstand als Last (... die die Stufenverstärkung bestimmt) wirkt, sondern parallel dazu der Innenwiderstand der Röhre (ändert sich mit dem Anodenstrom) und zuletzt der Eingangswiderstand (frequenzabhängig) der Folgestufe "mitspielt".


    Gruß Andreas