Cinch invertiert auf XLR

  • Nachdem ich vor einiger Zeit einen Vorverstärker mit normalen Cinchausgängen erfolgreich an eine Aktivbox mit XLR angenabelt habe, stehe ich jetzt vor folgendem Problem. Jetzt habe ich einen Vorverstärker mit Cinchausgang, der ein invertiertes Signal ausgibt. Beim Betrieb an einer Endstufe kein Ding, man dreht einfach die Polarität an dem Lautsprecherklemmen. Wenn ich aber jetzt in einen XLR-Eingang damit reingehe, wie das? Ein Techniker sagte, dass sei egal, Hauptsache, beide Phasen links und rechts sind gleich.


    Und er brachte eine mir unbekannte Schaltungsvariante ins Spiel, nämlich symmetrisches Kabel nehmen, auf der Seite des Vorverstärkers den Schirm freilassen und XLR-seitig normal anschließen, so als wenn ein durchgehender Schirm vorhanden ist. Hole ich mir da keine Brummschleife?


    Bin für die eine oder andere nachvollziehbare Aussage dankbar.


    Gruß


    Bonzo

  • Darüber ob die absolute Phase hörbar ist gibt es unterschiedliche Ansichten,

    mein Pre ist umschaltbar und ich höre keinen Unterschied.


    Die angegebene Beschaltung wird wahrscheinlich funktionieren aber es fehlt

    an Pegel, ob das dann noch ausreicht müsste man probieren.

    Wenn man nachfragen muss, was Jazz sei, wird man es nie wissen.


    Louis Armstrong

  • Bei einem Cinch -> XLR Adapter werden immer 6dB Pegel fehlen, solange kein aktiver Symmetrierer oder ein Übertrager mitspielt.

    Die Phase kannst Du ganz einfach umdrehen, indem Di mit dem Cinch-Innenleiter (Signal) and den Cold-Pin des XLR-Steckers gehst und den Hot-Pin auf Masse legst. Gängige käufliche Adapter machen es genau andersrum, Signal an Hot und Cold auf GND.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Du definierst im Prinzip PIN 3 XLR als Bezug und PIN 2 als Signal +. Sollte so funktionieren. PIN 1 freilassen.


    Habe ich auch schon mehrfach so getan.


    Eine Brummschleife sollte nicht entstehen, da die Massen nicht verbunden sind.


    VG


    jokeramik

  • Danke für die Info, muss ich halt ausprobieren. Kann ich denn im XLR-Stecker gefahrlos die Phase drehen, also "Cinch +" an Pin 3 und "Cinch -" an Pin 2?

    Die angegebene Beschaltung wird wahrscheinlich funktionieren aber es fehlt

    an Pegel, ob das dann noch ausreicht müsste man probieren

    Wegen des Pegels mache ich mir keine Gedanken. Zum einen haut meine Röhrenvorstufe absurd viel Pegel (=Ausgangsspannung) raus (geht nur an regelbaren Eingängen bei gängigen Transistorendstufen) und zum anderen hat der Lautsprecher (Genelec) eine regelbare Eingangsempfindlichkeit.

  • Danke für die Info, muss ich halt ausprobieren. Kann ich denn im XLR-Stecker gefahrlos die Phase drehen, also "Cinch +" an Pin 3 und "Cinch -" an Pin 2?

    Ja, das geht.

    Wenn man nachfragen muss, was Jazz sei, wird man es nie wissen.


    Louis Armstrong

  • Danke für die Info, muss ich halt ausprobieren. Kann ich denn im XLR-Stecker gefahrlos die Phase drehen, also "Cinch +" an Pin 3 und "Cinch -" an Pin 2?

    Wegen des Pegels mache ich mir keine Gedanken. Zum einen haut meine Röhrenvorstufe absurd viel Pegel (=Ausgangsspannung) raus (geht nur an regelbaren Eingängen bei gängigen Transistorendstufen) und zum anderen hat der Lautsprecher (Genelec) eine regelbare Eingangsempfindlichkeit.

    Die Frage ist nur welchen Ausgangswiderstand Deine Vorstufe besitzt und welchen Eingangswiderstand Deine Aktivlautsprecher besitzen.


    Geithain Aktivmonitore z.B. haben 10kOhm Eingangswiderstand. ATC liegt ähnlich.


    VG


    jokeramik

  • Danke für alle Hinweise. Nach diversen Versuchen ist es doch die klassische Beschaltung geworden (+ auf Pin 2, - auf 3, Schrim an 1, Cinch Schirm und - an Masse). Andere Varianten haben gebrummt. Sollte eine invertierte Schaltung tatsächlich weniger Bass machen, möchte ich die normale gar nicht erleben ;)

    Mit dem Pegel gibt es gar kein Problem, ich muss an den Lautsprecher eher noch absenken.


    Gruß


    Bonzo

  • Optimal ist die Wandelung auf symmetrisches Signal mit den Teilen von Thomas Funk:


    Danke für den Hinweis, hatte die Module auch schon im Blick. Allerdings wieder ein Gerät + Steckernetzteil mehr im Wohnzimmer und bei der zu überbrückenden Entfernung ist das schon Overkill.

    VG

    Bonzo

  • Am besten Einbau in die Geräte.....:-)))


    Mit Steckernetzteil gehen die nicht wegen einer symmetrischen Spannungsversorgung.


    Dazu gibt es bei Funk auch noch ein tolles Netzteil:-))) für die externe Lösung.


    VG


    jokeramik

  • Die Genauigkeit stellst du mit den zwei Potis ein. Wie bei allen Wandlern von symmetrisch (Balanced) auf unsymmetrisch (Unbalanced/RCA), muss die Symmetrie abgeglichen werden. Das ist auch bei den SSM-ICs und ähnlichen so. Selbst von Elektor gab es mal etwas ähnliches in dieser Richtung. Wer gerne selbst lötet, der wird auch bei JLM-Audio fündig. Es ist immer eine Frage nach dem, was man möchte und was der Geldbeutel dafür hergibt.


    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    die Genauigkeit hängt von den verwendeten Widerständen ab. Ein Abgleich ist möglich. Jedoch besitzen die wenigsten einen hochgenauen Analyzer der dies ermöglicht.


    Warum ist das notwendig? Weil bereits geringfügige Inbalancen von 1% die CMRR massiv verschlechtern.

    Selbst ein Inbalance von 0,1% verschlechert die Inbalance erheblich.


    Das nächste Problem besteht darin, das die verwendetn TL nicht in der Lage sind, die Kapazitäten, die in einem symmetrischen Kabel auftereten umzuladen. Als weiteres Problem sind die verwendeten TL nicht in der Lagen niederohmige Lasten zu treiben.


    Damit sind alle Vorteile, welche ein symmetrische Verbindung bringen sollte, bei Verwendung eines solchen Bausteines nicht erfüllt.


    Ich finde 53,00 Euro für einen Stereosymmetrierer von Funk auch nicht unangemessen. Bei der Qualität die dort geliefert wird und bei der Größe. Finde ich Klasse und OK.


    VG

    jokeramik