[User-Review] Thorens TD1600

  • Hallo in die Runde,


    im Fred


    Thorens TD 1600/1601


    hatte ich es bereits angekündigt: ich möchte mal ein User-Review zum Thorens TD1600 schreiben. Dieses gliedere ich in eine Art „Test“: also das, was ich objektiv festgestellt habe und was von anderen bei gleichen Gegebenheiten mit hoher Wahrscheinlichkeit genau so festgestellt würde.


    Für den zweiten Teil werde ich mir noch eine Woche Zeit nehmen, da geht es dann um den subjektiven Part, also wie hört sich der montierte Tonabnehmer für mich an dem neuen Dreher an?


    Zur Sache:


    Montags bei meinem Händler bestellt, Donnerstags war er da. In Walnuss-Zarge. Wie gesagt, habe ich auf den elektronischen Lift und die Endabschaltung verzichtet.


    Alles ist gut und sicher verpackt, positiv aufgefallen sind mir auch Kleinigkeiten wie der Umstand, dass die Abstandshalter in den Ecken aus je zwei Teilen bestehen und der Player somit alleine aus dem Karton genommen werden kann - man muss diesen also nicht zusammen mit diesen „Eckpuffern“ aus dem Karton ziehen:


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    Also alles zusammengeschraubt und erstmal mit kritischem Blick betrachtet:


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    Die Zarge ist hervorragend verarbeitet, keine Einschlüsse oder Läufer im Lack und die Bilder zeigen, dass die Zarge in sich sehr gerade ist - lediglich oben an der Kante wird das Material weniger, so dass man dies an der Lichtbrechung sieht. Auch das aber sehr gleichmäßig.


    Die Rückseite mit den Anschlüssen:


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    Auch hier alles in Ordnung :)


    Notiert habe ich mir:


    * das Verbindungskabel zwischen Netzteil und Dreher misst runde 127 cm

    * die Haube knarzt etwas beim Öffnen und Schließen

    * die Bedienungsanleitung dürfte genauer formuliert sein. Ich bin technisch versiert und hatte keine Probleme. Bei z.B. der Verstellmöglichkeit des VTA muss eine Art „Konterring“ gelöst und nach dem Verstellen wieder festgezogen werden. Dazu sagt die BDA lediglich etwas vom „lösen“ und „festziehen“ und man könnte anhand des Bilds in der BDA meinen, dass im oberen Ring eine Schraube gelöst werden müsste, um diesen drehen zu können. Tatsächlich wird der Ring über das „beigelegte Werkzeug“ als Hebel, durch drehen gelöst. Das sind aber Kleinigkeiten :)

    * die Spaltmaße sind alle sehr gut - bis auf die der Bedienknöpfe für die Geschwindigkeiten. Bei mir sitzen diese nicht konzentrisch in ihren Löchern:


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    Hier wurde der linke Knopf planparallel fotografiert, so dass es sich an diesem am besten erkennen lässt und die beiden anderen in der Perspektive nicht wie real wiedergegeben werden.


    Nur zwei „wirkliche“ Kritikpunkte habe ich bislang entdeckt:


    Genervt hat die Tonabnehmermontage - aufgrund der sehr engen Kabelschuhe, die tatsächlich als zu weit erscheinen. Bei mir sah das so aus:


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    So draufgesteckt, konnte man noch dran wackeln und es war deutlich Spiel vorhanden. Nach Rücksprache mit Gunter Kürten darf ich ihn dazu zitieren:


    „Hallo David,

    deshalb der Tip von gestern. Die Stecker sind nicht richtig aufgeschoben. Die sind bei der ersten Verwendung sehr straff. Du muss mehr Druck ausüben. Am Besten mit einer kleinen Schnabelzange. Kann Dir gerne ein Video per WhatsApp schicken. Hier ist der Anhang zu groß. Melde Dich


    Du kannst aber auch das Video laden: https://we.tl/t-WX2MqLmpjn


    Da die Dicke der Pinne leider nicht genormt ist kann es zu solchen Problemen kommen. In der jetzigen Version der Kabelschuhe geht der Schrumpfschlauch nicht nur über die Lötstelle sondern auch noch über den Schuh. Wenn der Schrumpfschlauch nun erhitzt wurde, sitzt der Schuh sehr fest bzw. muss beim ersten aufschieben sich erst wieder weiten. Wir haben das Problem erkannt und werden in der zukünftigen Produktion den Schrumpfschlauch nur noch über die Lötstelle führen.„


    Bei mir hat das nicht funktioniert und ich habe die Kabelschuhe dann vorsichtig etwas zusammengedrückt.
    Ich betone die schnelle und nette Hilfe von Gunter! Nicht jeder Hersteller macht das so und stellt sich den Kundenfragen! Topp! 👍🏻


    Als zweites fiel mir auf, dass beim Ende einer LP-Seite (also Tonabnehmer in der Auslaufrille) der Tonarm beim liften nur noch „gerade so“ auf dem Lift liegt. Ich bin einmal minimal an den Dreher gekommen, so dass der Tonarm vom Lift rutschte. Das war nicht so prall... Verstellen lässt sich das Konstrukt durch verschieben des Lifts soweit ich das erforschen konnte, nicht. Man kann aber den ganzen Tonarm nach innen drehen, dann ist man sicher. In Ruheposition steht der Tonarm dann nicht mehr parallel zur Seite, sondern eben nach innen in Richtung Teller.

    A propos Lift: ich war es (auch vom 402DD) gewohnt, dass ich den Hebel des Lifts zu mir ziehe und der Tonarm sich gedämpft senkt. Mache ich das bei mir hier mit dem 1600er, senkt sich der Tonarm sehr schnell. Ich bin also dazu übergegangen, den Hebel sehr langsam zu senken und die Nadel sozusagen manuell aufzulegen. Ob das normal ist, wage ich zu bezweifeln. Thorens 2018 : kann man das Einstellen, zum Beispiel über die Kreuzschraube vorne am Lift?


    Ansonsten kann ich als „Subchassis-Neuling“ noch feststellen, dass mein 1600er nach dem Starten des Drehers mit einem gut wahrnehmbaren Geräusch anläuft, das nach kurzer Zeit verschwindet und ich auch ohne Musik und mit Ohr nah am Dreher nichts mehr höre. Gefolgt wird der Start - etwa zeitgleich mit dem Verschwinden des Geräuschs - von einem Ruck, der durch Teller und schwarze Basis unter dem Tonarm geht. Schnell beruhigt sich die Konstruktion. Wie gesagt, ich bin neu auf dem Gebiet - hatte aber von dem Stahlseil gelesen, das das Drehmoment des Motors konterkarieren soll. Scheint also nur zum Teil zu funktionieren?


    Soweit erstmal von mir, es folgt dann der subjektive Teil mit dem oben gezeigten Dynavector Karat 17DX.

  • Noch ein Nachtrag:


    * gemessen mit Adjust+ bei 1 Kilohertz war der Player ab Werk etwa 4,2 Prozent zu schnell eingestellt (gemessen 1042 Hertz)

    * Nach dem Einstellen via Schraube hielt er die 1000 Hertz sehr konstant!


    Wie gesagt, besser messen kann ich das nicht.


    Nicht so prall fand ich den Umstand, dass die Tonarmkabel per Klebeband am Arm befestigt waren. Dieses hat zum einen Rückstände am Armrohr hinterlassen und zweitens klebt es so stark, dass das herauslösen der fünf Kabel zu einem erhöhten Ruhepuls geführt hat.

    ;)

  • Hallo David!


    Danke Dir sehr für Deine Mühe und den ersten Teil Deines Berichts.


    Ich finde es auch sehr gut, das Du ein Augenmerk auf die kleinen Details gelegt hast. Ich persönlich finde das sehr wichtig. Manchmal sind es ja einfach nur die kleinen Dinge, die etwas großes werden lassen.


    Erwähnenswert finde ich auch die schnelle Hilfe von Herrn Kurten! Auch durch Deinen Bericht der Kabelschuhe oder des Lifts, können zukünftig schon wieder in die folgenden Thorens TD`s mit einfließen!


    Sehr schöne Fotos!

    Bin gepannt auf Deinen Hörbericht im zweiten Teil!


    Danke Dir nochmals sehr herzlich!


    Gruß

    Alexander

    Namasté

    Alexander


    "Wo nichts mehr geht, fängt alles an"                                                                                                                                                                                                                                                                        

  • Nicht so prall fand ich den Umstand, dass die Tonarmkabel per Klebeband am Arm befestigt waren. Dieses hat zum einen Rückstände am Armrohr hinterlassen und zweitens klebt es so stark, dass das herauslösen der fünf Kabel zu einem erhöhten Ruhepuls geführt hat.

    Ohhh ja, das ist kenne ich. :wacko:^^

    Namasté

    Alexander


    "Wo nichts mehr geht, fängt alles an"                                                                                                                                                                                                                                                                        

  • Ansonsten kann ich als „Subchassis-Neuling“ noch feststellen, dass mein 1600er nach dem Starten des Drehers mit einem gut wahrnehmbaren Geräusch anläuft, das nach kurzer Zeit verschwindet und ich auch ohne Musik und mit Ohr nah am Dreher nichts mehr höre. Gefolgt wird der Start - etwa zeitgleich mit dem Verschwinden des Geräuschs - von einem Ruck, der durch Teller und schwarze Basis unter dem Tonarm geht. Schnell beruhigt sich die Konstruktion. Wie gesagt, ich bin neu auf dem Gebiet - hatte aber von dem Stahlseil gelesen, das das Drehmoment des Motors konterkarieren soll. Scheint also nur zum Teil zu funktionieren?

    Hallöchen in die Runde, habe gestern meinen 1600er geholt und dies zum Anlass genommen mich mal im Analogforum anzumelden. Anlaufgeräusch ist bei mir genauso - Grund noch unbekannt. Anlaufschwabbeln auch: wenn der Riemen in eine Richtung zieht und der Draht in die gegenüberliegende dagegenhält, weicht das Chassis eben kurz seitlich aus - das ist an sich nicht überraschend und auch nicht zu verhindern. Außer mit einer Y-Anordnung (eine Richtung Riemen/Motorpulley und 2 Drähte) - Dann würde das Chassis nur vertikal schwingen. Die Thorens-Konstrukteure werden sich aber schon was dabei gedacht haben.

    Danke für den Tip mit der Tonarmdrehung und dem Lift-Arbeitsbereich - mir fiel schon auf, dass der Tonarm in Ruheposition nicht parallel über dem Brettchen stand, sondern leicht nach außen (!) gedreht.


    Übrigens ich habe mir einen AT33EV gleich montieren lassen. Geht alles dem ersten Eindruck nach sehr gut. Bei 'Lift oben' habe ich allerdings sehr wenig Luft zwischen Nadel und Platte. Wenn ich den Lift nur scharf ansehe geht die Musik schon los - Tonarmhöhe stimmt aber in etwa.


    VG

    Carsten

  • Glückwunsch Carsten kann man da nur sagen.


    Ich hoffe, das Du mit dem TD 1600 zufrieden und glücklich wirst!


    Ganz toll wäre es, wenn Du immer einmal Deine Eindrücke zum TD 1600 hier kund tun würdest!


    Danke Dir und herzlichen Gruß

    Alexander

    Namasté

    Alexander


    "Wo nichts mehr geht, fängt alles an"                                                                                                                                                                                                                                                                        

  • jazz & more


    Dann mal willkommen hier im Forum! :meld:


    Wir haben hier:


    Hallo, ich bin's!


    auch die Möglichkeit, sich einmal vorzustellen ;)

    Auch dir viel Spaß mit dem Thorens! :)


    Edit: und ein gescheites Profilbild hast du auch! :D

  • ...Vorstellung mach ich noch - momentan wenig Zeit weil kurz vor dem Familienurlaub....

    Übrigens David und ich haben denselben Lautsprecherbauer (oder reicht das schon als Vorstellung ;))

    Carsten

  • ...Vorstellung mach ich noch - momentan wenig Zeit weil kurz vor dem Familienurlaub....

    Übrigens David und ich haben denselben Lautsprecherbauer (oder reicht das schon als Vorstellung ;))

    Carsten

    Siehe mein Edit ;)


    Und NEIN, es reicht natürlich nicht! :D


    Wo wohnst denn du in etwa?

  • Wo wohnst denn du in etwa?

    Wenn ihr euch die typischen Vertragshändler-Karten der HiFi Hersteller anseht, fällt in Deutschland immer so ein weißer Fleck auf - der nennt sich Thüringen. Da kann man erstaunlich gut leben und Musik hören!

    VG

    Carsten

  • Hallo David, hallo Carsten,


    Glückwunsch zu Euren neuen Drehern, klasse! Ja und ich war zunächst etwas verwirrt, da Ihr beide ein fast identisches Profil-Bild nutzt....;)

    Wenn Ihr in der kommenden Zeit Eure Eindrücke hier (oder in dem Thorens 1600 Faden) postet, würde ich mich über einen Punkt sehr freuen.... versucht doch mal die Klangunterschiede herauszuhören zwischen mit/ohne Haube....

    Die Haube soll ja generell bei allen Playern negativen Einfluss nehmen... aber hier beim "Schwabbel-Dreher" ggfls. nicht so viel.... :):thumbup:


    Euch Beiden ganz viel Freude mit dem Neuzugang, beste Grüße


    Martin

    TR ZET3 + 80mm Teller + TMR (Magnet Drive) + Konstant FMD + 2-Motoren

    TR5009 (SME309) mit LYRA DELOS sowie Jelco TK-950L (12") mit KISEKI BLUE N.S.

    OCTAVE HP700 mit Übertrager PhonoPre-Einschub + OCTAVE RE320 + SBB

    B&W 800D3

  • Mein erster Plattenspieler (der die Bezeichnung verdiente) war ein Dual CS505-4, Baujahr 1990 mit nachgerüstetem AT120E. Da ist ja der Motor auf dem Subchassis - schwabbelt also nicht. Die Haube ist aber schon etwas entkoppelt. Schon dort habe ich keinen Unterschied gehört. Beim Thorens bleibt die Haube vermutlich immer drauf. Ich weiß nicht ob oder wie man da vielleicht einen Unterschied messen könnte - wenn mir da was einfällt könnte man mal ein Thema starten. Hören kann ich wie gesagt keine Unterschiede - und Einbilden will ich mir keine.

    VG

    Carsten

  • Hallo David,


    was für ein bildschöner Plattenspieler - die Farbe der Zarge gefällt mir sehr und der Tonarm sieht auch sehr "technisch" und "professionell" aus - bin begeistert.


    Auch vielen Dank an dich und Carsten für die interessanten Eindrücke - der TD 1600 ist echt ein sehr interessanter Plattenspieler...


    Gruß & noch viel viel Spaß mit dem Thorens

    Peter

  • wenn ich mal groß bin + nen Geldschisser habe, kaufe ich mir definitiv auch einen!

    Wunderschöner Spieler!

    TW Raven 1, ProJect 5.1, Debut 2, TD 166J, TD 318, Micro Seiki DD25, Dual 621, Sony PS-LX 22

  • Das ist jetzt „meine“ Einstellung, dass der Lift gefahrlos genutzt werden kann:

    Hi,


    hast Du einmal geschaut, ob sich die Liftbank so verstellen läßt, dass sich diese mit dem Lösen eines kleinen Schräubchens in der Nähe von dem roten Pfeil möglicherweise in Richtung des orangenen bewegen läßt?

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    Siehe angefügtes Bild, aber bitte vor dem Herumspielen und Lösen warten und beim Händler Rücksprache halten, ob das eine übliche Möglichkeit ist, bei meinem alten TP 90 ist das so ..

  • Hallo zusammen,


    ich kann es offen gestanden nicht ganz nachvollziehen. Bei gerade gestellten Tonarm liegt das Tonarmrohr voll umfänglich auf der Liftbank auf. So ist es bei allen TP92 und es gab hierzu keine Klagen. Schaut mal auf die Bilder. Entscheidend ist ja die Auflage des Rohrs und nicht ein Stück der Liftbank was noch zusätzlich rausguckt.


    Beste Grüße


    Gunter

  • Das ist schon richtig, aber bei einer kleinen Berührung rutscht es eben sofort links runter. Da ist keine Reserve mehr. Wenn ich von rechts an den Arm greife, um ihn anzuheben und ich leicht dagegen komme ohne ihn bereits in Händen zu halten, ist das Rohr auch schon abgerutscht. Gewiss, wir bewegen uns hier in der Feinmechanik. Aber das ist andernorts besser gelöst und wird ja nicht nur von mir so wahrgenommen.

    Der einzige Punkt, der den Spaß dauerhaft trüben wird...