Thorens TD 124 DD

  • Eisenloser DD-Motor wäre am besten, so wie es Technics heute macht, um auch noch das letzte 'Übel' nämlich das sog. Polruckeln praktisch zu eliminieren. Die sind meiner Meinung nach sowieso technologisch führend.


    Die Hanpin Motoren, die ich kenne, gehen alle auf die alten Technics Antriebe (mit Eisenkern) als Vorbild zurück.

  • Das „Polruckeln“ ist mMn bei den DD ohne praktische Relevanz. Von Relevanz ist jedenfalls, dass die Hanpin-Motoren hörbar in MCs einstreuen.

    Viele Grüße

    Thomas


    He sticks to his guns
    He take the road as it comes
    It take the shine off his shoes

  • Von Relevanz ist jedenfalls, dass die Hanpin-Motoren hörbar in MCs einstreuen.

    ... würde ich so nicht pauschalisieren. Man sollte m.E. am besten konkrete Modelle und Kombinationen benennen, wobei sowas aufgetreten ist.


    Das Störpotential, hängt auch von der Stärke des Antriebs ab, usw. Es kann bspw auch der eingebaute Netztrafo Ursache sein. (Hatte ich bei meinem ehem. DJ-Tech DD ausgelagert) :)

    Mit MMs hatte ich das Problem Einstreuungen in keinem einzigen Fall.

    Das „Polruckeln“ ist mMn bei den DD ohne praktische Relevanz.

    Habe ich auch noch nicht als störend festgestellt, außer mal bei einen AT 120LP

  • Um die Spekulationen etwas einzubremsen:


    1. Es handelt sich um einen DD mit außenstehenden Polspulen, Gleichlauf </= 0,06%.

    2. Die Gleichlaufwerte mit einer Angabe von +/-0,01% sind einfach zu ignorieren, es gibt keine Meßplatte, die solche Genauigkeit aufweist. Zwecks höherer Genauigkeit werden die Meßplatten für unsere Messungen extra zentriert, da schon ein bis zwei Zehntel mm Abweichung von der Mitte oder Spiel in dieser Größenordnung signifikant die Messung verfälschen oder auch 0,5 mm Höhenschlag.

    Demnach muß für solche Angaben wie z.B. beim Pioneer oder auch einigen Technics ein anderes Meßverfahren herhalten, meistens wird dort die Tellerantriebsfrequenz benutzt. Dieses Verfahren ist aber nicht vergleichbar mit der standarisierten Messung mittels 3000 oder 3150 Hz Meßton und ignoriert weitgehend die mechanischen Probleme.

    Außerdem (Aussage nicht bestätigt) findet bei der Bewertung vermutlich die JIS Norm Verwendung. Damit reduzieren sich alle gemessenen Werte gleich mal schnell auf ca. ein Drittel gegenüber der IEC Messung.

    3. Selbst bei unseren nachträglich zentrierten Meßplatten würde ich die untere Meßgrenze bei +/- 0,025% sehen.

    Eine Gleichlauf Meßschallplatte nach DIN 45545 vom Beuth Vertrieb kommt bestenfalls auf 0,035 bis 0,03 %. Und das ist der heilige Gral der Meßschallplatten.

    4. Besser laufen nur noch eigens dafür geschnittene Lackolien, von denen ich einige besitze. Auch da wäre aber bei 0,015% absoluter Feierabend. Außerdem sind sie sehr empfindlich und können nur etwa 60 mal abgespielt werden.

    5. Ich arbeite an einem optischen Abtastverfahren, welches eine höhere Genauigkeit ermöglicht, weil Höhen- und Seitenschlag dabei egal sind. Ob es jemals funktioniert steht momentan noch in den Sternen und ist mir auch nicht so wichtig.

    6. Wenn der Gleichlauf unter 0,1% liegt wird ein anderer Wert wesentlich signifikanter, der Gleichlauf über die Zeit. Dafür sollte man eine Meßzeit von 20 bis 30 Sekunden ansetzen, dann werden auch Lagerprobleme und stip slick Effekte sichtbar.

    7. Einen Reibradler mit mehr als 46 dB Rumpelfremdspannungsabstand

    möcht ich sehen, oder besser noch, auf dem Schwingtisch messen. Ich besaß selber 2 von dieser Sorte. Da sind modernere Konstruktionen, egal ob Riemen oder DD um 15 bis 20 dB besser, mit Platte oder Koppler gemessen.

    ciao

    Walter Fuchs

    Gewerblicher Teilnehmer

  • meistens wird dort die Tellerantriebsfrequenz benutzt.

    Genau! Wird bspw. in den Specs vom Pioneer PLX 1000 auch so benannt. Ist ja recht starr gekoppelt, das Ganze. Insofern halte ich die Methode nicht für praxisfremd.


    Mir gefällt zur Zeit der neue eisenlose Technics Antrieb am besten.

  • Genau! Wird bspw. in den Specs vom Pioneer PLX 1000 auch so benannt. Ist ja recht starr gekoppelt, das Ganze. Insofern halte ich die Methode nicht für praxisfremd.


    Mir gefällt zur Zeit der neue eisenlose Technics Antrieb am besten.

    Ich halte das für sehr praxisfremd. Es wird nicht die Konstanz der Drehung des Plattentellers gemessen, sondern das Antriebssignal. Je nach dem, welche Masse der Plattenteller besitzt, kommen da total verschiedene Ergebnisse bei raus. Geringe Masse wie z.B. bei einem EMT948/950 führt zu schneller Beschleunigung und rascher Regelung. Bei den beiden genannten Plattenspielern wirkt die Masse des Motorrotors beruhigend. Bei schwächeren Motoren und größerer Masse des Plattentellers

    reduziert sich die Regelgeschwindigkeit und die Masse des Tellers wirkt beruhigend. In beiden Fällen hat aber die Antriebsfrequenz des Tellers nichts mit der Rotationsruhe des Tellers zu tun.

    Es ist auch kein Problem ein Elektroauto mit 2000 PS zu bauen, die Schwierigkeit liegt darin, wie ich diese Leistung über die Reifen sauber auf die Straße bekomme (Rimac). Das ist übrigens die ganz hohe Schule der Regelung, dagegen sind Plattenspieler ein Witz.

    ciao

    Walter Fuchs

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Das zum Thema Reibrad - Messwerte stehen ganz unten :-)


    https://docplayer.org/23861873…e-ich-das-nicht-mehr.html

    Da Peter Schüller das gemessen hat, glaube ich das auch. Ich habe viel über messen von ihm gelernt. Trifft in dieser Form wahrscheinlich auch nur auf den 501 zu.

    Wird es nicht mit dem Teller drauf gemessen? Dann hielte ich es auch für praxisfern.

    Natürlich wird mit Teller gemessen. Aber wie? Leichter Teller starker Motor oder umgekehrt? In allen Fällen will die Regelung die Drehzahl konstant halten, aber mit völlig verschiedenen Ergebnissen für W&F.

    ciao

    Walter Fuchs

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Das ist übrigens die ganz hohe Schule der Regelung, dagegen sind Plattenspieler ein Witz.

    Überhaupt hat man es bei Plattenspielern nicht mit der sprichwörtlichen 'Raketentechnik' zu tun. Da kenne ich aus meiner früheren beruflichen Praxis auch ganz andere Anforderungen an Regelstrecken z.B. bei Laboraufbauten für physikalische Experimente. Das lenkt aber nur vom Thema ab.

  • Natürlich wird mit Teller gemessen. Aber wie? Leichter Teller starker Motor oder umgekehrt? In allen Fällen will die Regelung die Drehzahl konstant halten, aber mit völlig verschiedenen Ergebnissen für W&F.

    Dann kann man daran auch die W&F Werte ablesen, die sich mit einem bestimmten zum jeweiligen Modell gehörigen Teller zusammen mit der Ansteuerelektronik ergeben.

  • Moin,


    Baut eine stabile absorbierende Zarge unter ein TD 124 starr verschraubt ohne die Federn und Pilze,nicht diese Schuhkartondeckelzargen lagert den Tonarm aus nicht auf Zarge und ihr werdet den Unterschied deutlich messen was an Störgeräuschen in den Tonarm geleitet wird.

    Klanglich profitiert so ein Thorens enorm davon.


    Gruß Stephan

    P.S 2000PS Elektroauto kalter Kaffee 0-300 Km/h unter 9 sec😁

    https://www.lotuscars.com/de-DE/model/evija/

    "Liebe deine Ecken und Kanten.Denn nur eine Null hat Keine."

  • Na gut, der Rimac benötigt dafür 11,8s, dafür soll er rund 412 km/h laufen...

    Ich kann noch nicht mal so schnell kucken!

    Dann kann man daran auch die W&F Werte ablesen, die sich mit einem bestimmten zum jeweiligen Modell gehörigen Teller zusammen mit der Ansteuerelektronik ergeben.

    Nein, kann man nicht- sowohl abhängig von den oben angeführten Kombinationen wie auch der Tatsache, wenn die Tellerfrequenz 1000 Hz betrüge (war, glaube ich, beim ersten Techniks so, oder 980 Hz), kann man die Ergebnisse nicht einfach mit 3,15 multiplizieren. Die Bewertungen sind im unteren, mittleren und oberen Bereich an die 3150 Hz gebunden und sind nicht auf die 1000 Hz übertragbar, und vice versa.

    Man muß es schon mit der entsprechenden Meßplatte oben auf dem Teller machen. Ergibt aber nicht so sensationelle Werte.

    Das ist übrigens ein Problem, das auch bei meiner, noch zu konstruienden Meßeinrichtung, auftritt.

    ciao

    Walter Fuchs

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Was ich nicht ganz nachvollziehen kann:

    Der TD124 lebte und lebt von seinem Reibrad. Das macht doch seinen Reiz aus.

    60 Jahre später wird jetzt ein neuer TD124 in fast demselben Design aber mit einem anderen Antrieb auf den Markt gebracht.

    Das muss ja irgendwie den Schluss zulassen, dass das Design des TD124 ihn zur Legende hat werden lassen. Das glaube ich aber nicht.

    Wenn man dann noch den Preis hinzuziehen, würde ich vermuten, dass ihm kein großer Erfolg vergönnt sein wird.

  • Hier ist auch nicht der Zielmarkt für dieses Produkt unterwegs. Ein deutscher Hersteller darf sich auf keinen Fall am deutschen Markt orientieren, da der viel zu klein ist. Er muss in Richtung Ostblock und Asien schauen. Da sieht die Hifi-Welt ganz anders aus.


    Voffi

  • Ich habe das Original hier stehen. Sieht hübsch aus, ist Vintage und ist original.

    Klangtechnisch, Gleichlauf, Rumpelabstände, also Dynamik gemessen an heutigen guten Laufwerken, sehr sehr bescheiden um nicht zu sagen peinlich.

    ...mit Verlaub: das stimmt nicht. Wenn der Höreindruck allerdings sich nur an Messwerten orientiert, wäre es (noch gerade) nachvollziehbar.

    Hier wird wieder die Sau durchs Dorf getrieben, dass ein Reibradler nur rumpelt, schlingert, und keine Dynamik zeige.

    Sorry, aber diesen Vorurteilen widerspreche ich entschieden!!

  • Ich habe das Original hier stehen. Sieht hübsch aus, ist Vintage und ist original.

    Klangtechnisch, Gleichlauf, Rumpelabstände, also Dynamik gemessen an heutigen guten Laufwerken, sehr sehr bescheiden um nicht zu sagen peinlich.

    Aha, und daher erzielt dieses kleine Gerätchen bei vielen Musikfreunden immer noch Höchstpreise. Ich glaube nicht, dass der TD124 nur von Nostalgiefreunden gekauft wurde/ wird.