Ist über SE Verstärker mit der Röhre 300B nicht schon alles gesagt? Eigentlich ja, aber...

  • Wird oft so gemacht ?

    Ich sehe das zum Ersten mal .....und die Frage, ist geht das mit jeder Gleichrichter Röhre,

    mich wundert, dass keine Begrenzung Widerstände vor der Röhre eingebaut sind, in den Datenblättern steht ja nicht umsonst der minimaler Widerstand der Wicklung ,



    oder ist die Schaltung try and error , also nicht genaues weiß man nicht, hat aber in der Regel funktioniert ….

  • Um mich mal nur kurz hier einzumischen...


    Das wurde in der Tat von den Chinesen übernommen. Die hatten sich seinerzeit überlegt, was man so einfach, simpel und billig als Softstart-Mimik plus Show nehmen könnte...


    Da hat man sich, auch in neuerer Zeit, an anderer Stelle noch lustig darüber gemacht. Und ich selbst habe da mal etwas darüber gelächelt.

    Macht aber durchaus Sinn, besonders dann, wenn man mit 211- oder 845-Röhren einen Röhrenverstärker aufzubauen gedenkt, mit Brücke die Wechsel- in Gleichspannung umwandeln will und über den Einschaltstromstoss diskutiert (Wink mit dem Zaunpfahl). Noch dazu, wie man 1000V abzusichern gedenkt (dazu kein Kommentar).


    Ob das Alles nun aber bei 300B erforderlich ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich halte es nur für Show.


    Ach ja: In gewisser Weise wirkt der Röhrengleichrichter strombegrenzend. Bis es aber soweit ist, dürfte die 300B schon gehimmelt sein.


    My 2 Cents.

    frihu

  • Hallo Leute,


    ich habe die Gleichrichter-Röhre einfach drin gelassen - einmal, weil sonst die Öffnung in der Gehäuse-Oberplatte doof aussieht und weil die Röhre als Softstart wirklich gut funktioniert. :)

    Die etwa 8V Spannungsabfall kann man verschmerzen im Gegensatz zu den 65V über dem Kathodenwiderstand. Die Röhre läuft super stabil mit der negativen Gittvorspannung - ich habe den Grid-Widerstand sogar spaßeshalber auf 150 kOhm erhöht (laut Datenblatt max. 50 kOhm) - ohne Probleme (mit meinen Röhren). Heute habe ich mit Gegenkopplung gespielt - von der Anode der 300B auf die Kathode der EL802... dadurch hatte ich mir eine Erhöhung des Dämpfungsfaktors erhofft. Leider bringt es kaum etwas, da die Sekundärwicklung des AÜ´s etwa 1,5Ohm-Kupferwiderstand hat. Da müsste man vom Übertragerausgang gegenkoppeln - das will ich aber nicht :pinch:


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Hi Friedrich, altes Haus, schön, mal ein Lebenszeichen, freut mich! :)


    Bevor ich's bei den Chinesen sah, sah ich's vor Jahrzehnten bei den alten Japanern.

    ...mit Brücke die Wechsel- in Gleichspannung umwandeln will...


    Stimmt daran was nicht? Habe ich womöglich eine Tücke übersehen?

    LG, Jo

  • Ich baue seit fast 20 Jahre Röhrenverstärker, mir ist noch nie eine 845, 211,

    oder 300 B durchgebrannt .

    Die beste Lebens Versicherung für die Röhren ist autobias und einen Gitterableitwiderstand G.R. nach Datenblatt und der mechanisch robust ist, löst sich der G.R. ist die Röhre in der Regel kaputt .


    Sie besagten 1000 V lassen sich nicht absichern, mit der sinnfreien Absicherung vor dem AÜ mittels Schmelzsicherung habe ich schon meinen Senf abgeben.

    Ich lasse eher die 211 abbrennen bevor ich meine 900E AÜ zerschieße .


    Was passiert ist, in den Anfängen, weil gut gemeint, Trafo überdimensioniert,

    dadurch zu wenig ohmscher Widerstand in der Wicklung, und obwohl nur 47uf Ladekondensator dran hing, die 5AR4 war regelmäßig kaputt .

    Typischer Anfänger Fehler:wacko:


    Die beste Einschaltverzögerung bzw. etwas langsamere Hoch laufen der Spannungsversorgt bei 300B ist eine Röhren Gleichrichtung mit der 5aR4, da indirekt geheizt .

  • Ich baue seit fast 20 JahreRöhrenverstärker, mir ist noch nie eine 845, 211,

    oder 300 Bdurchgebrannt .

    Mir auch nicht. Ich baue schon seit 1963 - mit teils längeren Unterbrechungen - Röhrenverstärker. Als Schüler natürlich nicht mit 211 oder 300B, sondern ich fing an mit ausgeschlachteten Radios von Schrott.

    LG, Jo

  • Zitat aus #686:

    Die Röhre läuft super stabil mit der negativen Gittvorspannung - ich habe den Grid-Widerstand sogar spaßeshalber auf 150 kOhm erhöht (laut Datenblatt max. 50 kOhm) - ohne Probleme

    Ja,

    weil du nur 325V * 0,069A, ca. 23Watt Anodenverlustleistung hast, bei 28W , fix bais, 150K, fängt der Ruhestrom langsam an zu wandern ...., das ist nicht gut ...geht du dann auf 50K, bleibt der Ruhestrom stabil .

  • Sie besagten 1000 V lassen sich nichtabsichern, mit der sinnfreien Absicherung vor dem AÜ mittelsSchmelzsicherung habe ich schon meinen Senf abgeben.

    Und es geht doch. Schmelzsicherung direkt vor dem AÜ, Wert ist dabei ziemlich egal. Detektion des Kathodenstromes mit nachfolgendem Komparator und dessen Signal zündet einen Thyristor direkt nach der Sicherung. Damit löst die Sicherung garantiert im einstelligen ms Bereich aus. Funktioniert in der Simulation perfekt.

    Softstart der HV Spannung erfolgt über hochohmige RC Kombination, die auf das Gate eines FET geht. Damit können fast beliebe Anstiegszeiten erreicht werden. Funktioniert in der Realität perfekt.

    Gruss Reiner

  • Hi Friedrich, altes Haus, schön, mal ein Lebenszeichen, freut mich! :)


    Bevor ich's bei den Chinesen sah, sah ich's vor Jahrzehnten bei den alten Japanern.


    Stimmt daran was nicht? Habe ich womöglich eine Tücke übersehen?

    Hallo Johannes, lange nicht mehr voneinander gelesen ;-)


    Wie gesagt: Ich will nicht grossartig dazwischenfunken. I do it my own way. Ist mir egal wer da sonst was sagt. Ich hatte einen guten Mentor, besonders wenn's über 500V hinaus geht.


    Eine 300B befeuert man mit Röhrengleichrichter. Wenig Kapazitäten und gut ist. Richtig gemacht, brummt da nix bis gar nix.


    Was 211 und Co angeht muss ich zitieren: "1000V ist wie Wasser. Es wird einen Weg finden. Kritzel dir das in's Gehirn".


    Brückengleichrichter als 1kV-Gleichrichtung im Röhrenverstärker mag ja ewig gut gehen. Es kommt aber der Tag und man wird feststellen, dass ein Kurzer, der von der Brücke verursacht wurde, eine verdammt schlechte Idee gewesen war. Nimm vier Einzeldioden 1500V / 3A und gut ist.


    Es lassen sich keine 500V absolut sicher absichern. Wie soll man das bei 1000V machen? Die Antwort liegt - und da hat kt200 bei #688 schon die fast richtige Antwort geliefert - beim Netztrafo. Du kannst sekundärseitig eine Schmelzsicherung einsetzen, ob sie was nützte, wirst Du erst hinterher wissen ;-)


    Mit dem richtigen Netztrafo kannste so etwas nur primär, als Netzseitig, einigermaßen (!) gut absichern.


    Wenn Du noch ein Schüppchen mehr Sicherheit willst, dann löte an der an der Anode einen kleinen Widerstand. 1W reicht Dicke. Das ist die Sollbruchstelle schlechthin. Warum man auf diesen Trichter bisher nicht gekommen ist... Nunja. Zu einfach.


    Was die Japaner betrifft: Die haben sehr schnell, sehr gut gelernt. Und es besser gemacht ;-) Nicht alles, was die Amis gemacht haben, war per se gut.


    Warum diese Wegweiser ignorieren? ;-) "Die Deutschen können alles, bloss keine Verstärker bauen." Musste ich mir auch schon anhören.


    Was 300B betrifft, um wieder zum Faden zu kommen: Pentode vorne, damit die nächste Röhrenfassung nicht leer bleibt einen sehr niederohmigen Kathodenfolger. Hat was.


    frihu

  • Messtechnisch ist viel besser geworden, klanglich glaube ich nicht so ganz, wie es sein konnte. Ich hätte mir im Ub zwei Dioden und CP3 gespart und die Elkos im Netzteil z.B. bei Lp 25 Hy Übertrager ca 1,6--3,3TuF und in der Katode 6 bis 12TuF verbaut, vorausgesetzt, das der Drossel max 5 bis 6 Hy Induktivität pro Kanal hat . Mit steigende Induktivität des Ausgangsübertragers senkt auch die notwendige Kapazitätswert und umgedreht.

    mfg, Arkadi

  • Wenn Du noch ein Schüppchen mehr Sicherheit willst, dann löte an der an der Anode einen kleinen Widerstand. 1W reicht Dicke. Das ist die Sollbruchstelle schlechthin. Warum man auf diesen Trichter bisher nicht gekommen ist... Nunja. Zu einfach.

    Moin,


    Neee, nicht zu einfach... sondern UNSINN.

    Was ist ein kleiner Widerstand? 1Ohm, 10Ohm, 100Ohm???


    Rechne es doch durch ... Ohms Law, very simple...


    1Ohm... Spannungsabfall im Schadensfall mit 450mA... U = I x R = 0,45V, Leistung nach U x I = 0,45 x 0,45 = 0,2025 W .... Was beeindruckt da den 1W Widerstand? Nix.


    10Ohm... Spannungsabfall im Schadensfall mit 450mA... U = I x R = 4,5V, Leistung nach U x I = 4,5 x 0,45 = 2,025 W .... Was beeindruckt da den 1W Widerstand? Immernoch Nix.


    100Ohm... Spannungsabfall im Schadensfall mit 450mA... U = I x R = 45V, Leistung nach U x I = 45 x 0,45 = 20,25 W .... Was beeindruckt da den 1W Widerstand? Der könnte dann nach einigen Minuten mürbe werden... wechschmirgeln und obdann einen fetten Lichtbogen generieren... Wer will sowas?


    Aber 100Ohm an der Anode... Was wird da aus dem Baß? Da gibt es hier Leute, die steigen wegen ein paar Ohm Widerstand einer Sicherung auf die Barrikaden... was soll das erst bei 100 Ohm werden?


    Ist genau so ein unsinniger Vorschlag, wie die Empfehlung, den Kathodenwiderstand als Sicherung zu mißbrauchen...

    Nur zum Bedenken... Auch Schmelzsicherungen sind nur Widerstände, die ab einer gewissen, jedoch bekannten!, Leistung kontrolliert! durchbrennen... was ist an einem völlig unvorhersehbar abfackelnden Widerstand besser???

    Gruß, Matthias

  • Schmelzsicherung oder Widerstand, beide sind bezüglich dem zeitlichen Verhalten im Fehlerfall unberechenbar und unkontrollierbar. Da hilft nur eine elektronische Unterstützung - ist doch keine große Kunst.

    Gruss Reiner

  • So, zurück zur 300B, die in diesem Faden original ja eher zu wenig Anodenspannung hat und nur mit einer Sicherung im Primärkreis versorgt ist 😉

    Hallo Friedrich, habe gerade meinen weißen Bart und meine grauen Haare beim Putzen der letzten echten Zähne gesehen, das war noch anders in deinem Forum 😂😂

    LG


    Dirk

    Jimmy war fair. Wenn ich ihm zehn Trips brachte, nahm er sieben und gab mir drei.

    Lemmy :saint:

    Im übrigen bin ich der Meinung das jeder eine DIGNA haben sollte

  • Und es geht doch. Schmelzsicherung direkt vor dem AÜ, Wert ist dabei ziemlich egal. Detektion des Kathodenstromes mit nachfolgendem Komparator und dessen Signal zündet einen Thyristor direkt nach der Sicherung. Damit löst die Sicherung garantiert im einstelligen ms Bereich aus. Funktioniert in der Simulation perfekt.

    Softstart der HV Spannung erfolgt über hochohmige RC Kombination, die auf das Gate eines FET geht. Damit können fast beliebe Anstiegszeiten erreicht werden. Funktioniert in der Realität perfekt.

    Gruss Reiner

    Kann ja sein, aber was macht das Magnetfeld im AÜ wenn man es schlagartig abschaltet,

    es erzeugt eine sehr hohe Spannung ..............

  • Matthias

    Ich will an Deiner Kenne gar nicht tippen.

    Ich schrieb weiter oben ja von "einem Schüppchen mehr Sicherheit", also zusätzlich zur Schmelzsicherung. Ich traue den Dingern halt nicht über den Weg. Zu oft Schäden beseitigt, die durch Auslösen der Sicherung eigentlich gar nicht hätten passieren sollen.


    Deshalb baue ich mehrere Sollbruchstellen ein. Das ist allemal biliger zu reparieren, als Trafoersatz (Netz oder AÜ). Ob's funktionierte, weiss man erst hinterher.


    Nur nebenbei: Ampeg ist ja bekannt dafür gewesen, die Röhren ziemlich hart 'ran genommen zu haben. Die Verstärker waren natürlich abgesichert. Zusätzlich gab es eine Sollbruchstelle, die wirklich recht zuverlässig "angesprochen" hat: Eine 1N4007 in der 0V-Leitung vom Netzteil zur Verstärkerschaltung.


    frihu