Käufliche Masterbandkopie vs. eigene hochwertige Aufnahmen von CD oder Digitalfile

  • Klar, Freude am Hören sollte der Grundtrieb unseres Hobbys sein. Es stellt sich für manchen eben nur die Frage, ob er seine Brieftasche sehr weit aufmachen soll, wo er aber nicht weiß ob er dafür das bekommt, was ihm versprochen wird.

    Schlecht klingende Platten würde ich auch nicht zum Vergleich nehmen, denn wenn viele Kopiergenerationen dazwischen liegen, kann nichts gutes mehr rauskommen. Oft ist es rauh und spitz. Sind aber alle Platten des Albums so, kann die Masterbandkopie mal richtig lohnend sein.

    Gruß André


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  • Ich kann nur sagen, dass ich so Alben wie die 4er Toto oder die Breakfast in.... so richtig inhaliert habe und man/ich nach wenigen Sekunden merkt, ob das jetzt eine andere Welt ist oder nicht. Ich habe z.B. ein Band von Peter Paul & Mary, das 3 befreundete Musiker gehört haben und getrennt voneinander sagten, so etwas noch nie gehört zu haben. Mir geht jedesmal die Gänsehaut hoch :)


    MTR macht z.B. auch einen kleinen Demo-Sampler von gewünschten Tape´s. Dies war auch noch kostenlos. Fand ich ne super Sache.

  • Wenn ich noch mal kurz Bezug auf die Ursprungsthematik nehmen kann. Aus meiner Sicht wird diese Diskussion langläufig immer irrelevanter. Ich nehme dabei bewusst einige kritische Augenbrauen in Kauf.


    Durch den gestarten neuen Apple High Res Dolby Atmos Serivce wird es bald einen massiven Trend geben, bei dem wir sehen werden, wie ältere Aufnahmen auffällig "aufgebrezelt" werden um neue oder andere Hörerfahrungen zu schaffen. Einige Flagschifftitel scheinen wohl wirklich vom Mehrspurband neu abgemischt worden zu sein, ich gehe aber mal stark davon aus das hier vor allem automatisch auf Multikanal hochgerechnet wird.


    Wie auch immer, viele alte Masterbänder werden gegen diese gepimpten Versionen blass aussehen. Dabei spielt es auch keine Rolle was ursprünglich mal die Intention des Künstlers war, es muss halt ordentlich "knallen". Also Authenzität vs. Glitzereffekt. Klang ist eben auch Moden unterworfen.


    Viele Grüße

    Linus

  • Das mag mit Apple-Knöpkens im Ohr so erscheinen, aber auf einer guten Anlage hört man, ob da dran nachgedreht wurde. Giles Martin hatte schon den Spagat gemacht, die Beatles-Remixe zwar besser und moderner klingend erscheinen zu lassen, doch warnte er zugleich, das man sich als Toni nicht dazu verleiten lassen sollte, zuviel zu drehen, da man sich sonst immer weiter vom Original entfernen würde. Viele Remixe hören sich daher auch nicht mehr so authentisch an. Bei LP-Schnitten kam an auch wieder vom Sounding weg, wo viele Remaster aus der ersten Zeit grausig klangen, vor allem wenn die Kette was hörbar machen kann. Ich habe schöne Mastertaperecodings von George Duke, die Dirk Sommer remastert hat. Er wollte da aber nichts verändern oder gar sounden lassen und restaurierte den weichen, angenehmen Klang der 70er...und dennoch fehlt nichts an Details. Dafür wirken die Schnitte sehr authentisch. Hätte ich genug Kleingeld über, würde ich hier schwach werden, denn neben den Platten gibt es auch Masterbandkopieen davon, die "Feel" z.B. hätte ich schon mal gern im Vergleich gehört. 398€...

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer
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  • Ich hab mal beim seligen Jürgen Heiliger eine von ihm als Master Band bezeichnete Aufnahme von "the Race " gehört, ich war damals von den Socken, so hatte ich das noch nie gehört. Meine 12 Zoll LP Version ist da nix dagegen.

    Nur wer weiß schon von welchen "Master" meine 12 " stammt ? Da hört das vergleichen schon auf....

    Ich frag mich nur immer wie man Sicher sein kann wirklich ein Master zu kaufen, soviele kanns ja davon nicht geben und 500 für ne "billige" kopie von irgendwas......

    Edited once, last by Do-it-self ().

  • Morgen André,


    unterschätze die Knöpkes von Apple nicht, die bauen keinen Müll, im Sinne der technischen Fähigkeiten. Zielgruppe - Jugend und junggebliebenen.

    Was Stereo und Mehrkanal betrifft, ist Apple bestens bestückt, bei Immersiv hat Logic Pro (noch) nix.


    Perse zu sagen, dass HiRes besser ist, ist wohl, gemessen an den hiesigen Ansprüchen, eine Fatamorgana, so es in der Vergangenheit war. Genau - das Quellmaterial spielt eine große Rolle.


    Backkatalog - puuh, gab doch eine Menge Verschiebungen in der Industrie.


    Was aber passiert - es wird 'zum Teil' erschwinglich. Insofern ist die monetäre Ausgangsfrage sehr berechtigt. Zum Zweiten - kann jeder im Besitz Entsprechendes, ohne Umwege, selbst vermarkten, gegen % + Service.


    schnieken Tach

    Wolfgang

  • Kleiner Fun Fact am Rande. Apple empfiehlt für Ihr High-End Format kabelgebundene Kopfhörer :)

    Ich wollte nur darauf hinaus das es einen neuen Trend geben wird, dazu hat Apple zu viel Marktmacht im Musikbusiness. Und diese digitalen Versionen werden die teuren analogen Kopien erneut weniger attraktiv aussehen lassen.


    Viele Grüße

    Linus

  • Also ich finde die Idee von Gerhard nach wie vor interessant. Es geht ja hauptsächlich um die Frage, ob das 500€ Band lohnt oder ob man das genauso gut selbst aufnehmen kann. Wie sinnvoll es an sich ist, digitale Quellen auf Band aufzunehmen, kann ja jeder selbst entscheiden.


    Es gibt ja immer öfter Veröffentlichungen, die auf gar keinem physikalischen Medium mehr erscheinen. In dem Fall ziehe ich es zumindest vor, das auf Band aufzunehmen anstatt z. B. eine CD zu brennen oder mit einem anderen Gerät die Datei abzuspielen.


    Dass Apple im Jahr 2021 doch schon lossless und high-res bei Musik anbietet, ist ja schön und gut. Wobei die meiste Apple-Hardware so weit ich weiß maximal 24bit/48khz kann, die noch höher aufgelösten Formate, die es ja auch geben soll, kann man also ohne Weiteres eh nicht nutzen und ich schätze mal, die Zahl der iPhone User, die dann unterwegs zusätzlich noch einen DAC mit sich rumschleppen um dort dann den kabelgebundenen Kopfhörer anzuschließen, wird doch ziemlich klein sein. Für zu Hause gibt es eh bessere Alternativen.


    Was Dolby Atmos dabei soll, verstehe ich aber überhaupt nicht. Für Mehrkanalton gerade bei Kinofilmen ist das ein tolles Format, aber was soll ich damit bei Stereo-Musik? Aber Atmos funktioniert ja auch mit lossy-Formaten. Vielleicht also eher Marketing, weil es einfach viel besser aussieht, wenn Dolby Atmos als Format angezeigt wird und nicht einfach nur aac.


    Gruß

    Robert

    THIS MONOPHONIC MICROGROOVE RECORDING IS PLAYABLE ON MONOPHONIC AND STEREO PHONOGRAPHS. IT CANNOT BECOME OBSOLETE. IT WILL CONTINUE TO BE A SOURCE OF OUTSTANDING SOUND REPRODUCTION, PROVIDING THE FINEST MONOPHONIC PERFORMANCE FROM ANY PHONOGRAPH.

  • Hallo


    ich dachte bis dato immer, das das Masterband die Abmischung enthält, die dann zur Produktion von LP's bzw CDs herangezogen wurde, das enthält doch dann schon das endgültige Mastering. Bei Vinyl habe ich das so verstanden, das bei der Produktion selbst dann noch Filter eingesetzt werden, die den Frequenzgang und die Dynamik anpassen.

    Kommen denn bei einer CD-Produktion Loudness-Tools denn erst nach dem Mastering dazu?


    Grüsse


    Frank

  • Kommen denn bei einer CD-Produktion Loudness-Tools denn erst nach dem Mastering dazu?

    Das wäre Teil des Masterings. Eine totkomprimierte CD wird, sollte eine LP gleichzeitig angeboten werden, ähnlich klingen, mit den Einschränkungen der LP.


    Quote

    ich dachte bis dato immer, das das Masterband die Abmischung enthält, die dann zur Produktion von LP's bzw CDs herangezogen wurde

    Bei rein digitalen Produktionen (den meisten also) gibt es nirgendwo mehr ein „Masterband“, also auch keine Kopie dessen. Von den digitalen Mehrspurdaten kann jan sicher gewinnbringend ein „Masterband“ machen. Ich sage dazu gern „Master-Bandkopie“.

  • Bei rein digitalen Produktionen (den meisten also) gibt es nirgendwo mehr ein „Masterband“, also auch keine Kopie dessen.

    Das würde ich gar nicht mal so pauschal ausschließen.


    Viele große Filmstudios packen sich von jedem fertigen Film mit einer rein digitalen Produktion eine 35mm-Filmkopie ins Archiv, quasi als zusätzliche "Sicherheitskopie". Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass manche Tonstudios ähnlich verfahren.

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  • Gut, ich kenne auch die meisten nicht "von innen", in so fern habe ich mich mit "nirgendwo" sicher zu weit aus dem Fenster gelehnt. Ich kenne einige Spezis, die analoges Band vorhalten und durchaus unterschiedlich nutzen. Die rein digitalen wohl eher kaum. Ist ja auch Aufwand.

  • Hallo


    die Aussage von Masterband für CD bezog sich auf die "gute, alte" Vergangenheit. Ich kann mit vorstellen, das zu Beginn des CD-Zeitalters nicht alle Studios schon durchgängig digital waren bzw. wie angemerkt es zwar digitale Mehrspurmaschinen gab (z.B. Studer D82x), aber dennoch ein analoges Masterband erstellt wurde. Wie gesagt, "long time ago".

    Masterbandkopien machen für mich nur Sinn, wenn es auch analoge Aufnahmen waren. Wenn der Produktionprozess ohnehin vollständig digital war, dann kann es ggf. unterschiedliche Master geben. Und dann kann es auch Unterschiede zwischen der selbst überspielten CD/Hi-Res-Download und einer Masterband-Kopie geben.


    Grüsse


    Frank

  • Sachen gibt's, die .........

  • Ja Tom,


    die Jugend hat ihren eigenen Kopf und das ist gut so.


    Der Meinige hat bereits Familie, die sind zu viert, da liegen die Präferenzen sowie so anders.


    Gruß und bleibt gesund

    Wolfgang

  • Masterbandkopien machen für mich nur Sinn, wenn es auch analoge Aufnahmen waren.

    Es gibt dann ja auch Leute, die "Masterbänder" kaufen (es sind dann ja keine Kopien mehr), von digitalen Daten, weil es diese Musik sonst nicht gibt. Ist bei mir z.B. so, bei alten, nur digital gemachten Aufnahmen.