Massenlaufwerke und deren Qualitätsunterschiede

  • Ciao Zusammen


    Ich habe die letzten Stunden hier viel über das Thema Massenlaufwerke gelesen.
    Doch was unbeantwortet blieb, ist die Erfahrung zu deren Qualitätsunterschiede.


    Es wurde viel darüber geschrieben, dass es bei allen Konzepten gute und schlechte Laufwerke gibt (z.B. auch solche die Klingen oder eben nicht Klingen). Ob nun jemand ein Laufwerk sucht / haben will, welches Klingt oder eben nicht, ist ein ganz anderes Thema. Doch mich würde interessieren, welche Massenlaufwerke zu den Guten gehören und welche nicht. Ebenso interessieren mich die Parameter / Gründe, weshalb man diese der einen Kategorie oder der anderen zuordnet. Mir ist bewusst, dass vieles Subjektiv und dem eigenen Geschmack zuzuordnen ist. Doch trotzdem gibt es Erfahrungen, welche Ihr gemacht habt und diese interessieren mich.


    Aufgrund welcher erlebter Eigenschaften habt Ihr Euch für welches Massenlaufwerk entschieden?
    Natürlich hat auch viel mit der Optik zu tun, doch das ist sehr Subjektiv und Individuell.


    Danke für den hoffentlich interessanten Erfahrungsaustausch.


    Lieber Gruss
    Patric

  • ein Laufwerk (...), welches Klingt oder eben nicht


    ...liegt vollständig im Ohr des jeweils Hörenden und ist somit nicht festlegbar oder der einen oder anderen Kategorie zuzuordnen.


    Beim Endresultat kommt es zudem sehr auf die Wahl des Tonabnehmers an, den Tonarm wollen wir auch nicht vergessen, und beiden dürfte die Art des Laufwerks, mit dem sie kombiniert werden, in den meisten Fällen herzlich egal sein.


    Es gibt natürlich bestimmt Kombinationen, die hier im Forum als Mismatch oder No-Go bezeichnet wurden, zu jedem dieser Beispiele gab/gibt es aber Gegenstimmen, die eben dieser Kombi sehr gute Klangeigenschaften zubilligen.


    Alles höchst individuell also.


    Cheers, Holger

  • Hallo,
    ich denke das es viele Meinungen bzgl. Masse Laufwerk geben wird. ABER ... was ist ein Masse Laufwerk? Das allgemeine mit "dicken " Teller oder eines was bzgl. Masse und deren Anordnung mit dem dementsprechenden Trägheitsmoment auch als Masse Laufwerk interpretiert werden kann?


    Das wird mit Sicherheit einen sehr kontroversen Verlauf nehmen.


    Was ist für Dich ein Masse Laufwerk ?



    VG Thorsten


    DIY - Röhren und Fullrange Fan mit DIY-DD + 14" Tonarm


    Mitglied der AAA

    Edited once, last by TLS ().

  • Ich denke so ein Thread wird ins Leere laufen. Das wird nichts bringen . Der eine schreibt Laufwerk A taugt nichts, der wo Laufwerk A besitzt wird es natürlich nicht gelten lassen.
    Also selber eine Meinung bilden und Hörausflüge machen und für dich endscheiden.
    Axel

    Trau keinem Lautsprecher unter 1.50

  • Hallo zusammen,
    eigentlich gibt es da nichts zu diskutieren - Masselaufwerke sind prinzipiell besser. Wenn da nicht das große ABER wäre....


    Jedes Konzept sollte bis ins kleinste Detail durchdacht und handwerklich auch entsprechend umgesetz werden. Masselaufwerke natürlich auch. Da gibt es aber zuviele Hersteller, welche einfach nach dem Motto "viel hilft viel" vorgehen, und das ist natürlich Kokolores. Viel kann nämlich auch viel kaputtmachen. Und nichts macht bekanntlich auch nichts kapputt - aber verbessern tut es eben auch nichts. Bestes Beispiel ist ein Rega RP8 oder RP10, welche federleicht sind und trotzdem in der Topklasse mitspielen.


    Positive Beispiele für Masselaufwerke sind Feickert, Clearaudio, Kuzma und Scheu (wahrscheinlich noch einige weitere), beim Transrotor hätte ich da so meine Bedenken. Speziell Feickert und Scheu haben es mir angetan, aber auch Rega RP8 und 10, also der totale Gegensatz. Es ist eben das voll durchdachte Konzept.


    Meine Meinung...


    Gruß


    hoerohr

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Was ist für Dich ein Masse Laufwerk ?

    Eine gute Frage.


    Aktuell betreibe ich einen Holborne Analog1. Für mich ist das kein Masselaufwerk, sondern ein besonderer Brettspieler.
    Als Masselaufwerk empfinde ich z.B. Scheu das Laufwerk oder Audio Exklusiv Reference. Somit verbinde ich ein gewisses Plattenteller-Gewicht mit Masse und assoziere damit eine gewisse Laufruhe. Früher hatte ich mal einen Michell GyroDec, bei dem ich die Federnelemente überbrückt habe. Somit war es etwas zwischen Brettspieler und Masselaufwerk. Wobei der Plattenteller nicht extrem schwer war, aber auch nicht so leicht wie bei einem Brettspieler. Die damit verbundene Laufruhe empfand ich als angenehm.
    Einen Clearaudio Innovation Compact könnte ich mir auch noch vorstellen.


    Gruss Patric

    Edited once, last by zebaoth ().

  • Ich denke so ein Thread wird ins Leere laufen. Das wird nichts bringen . Der eine schreibt Laufwerk A taugt nichts, der wo Laufwerk A besitzt wird es natürlich nicht gelten lassen.
    Also selber eine Meinung bilden und Hörausflüge machen und für dich endscheiden.
    Axel

    Ich bin bereit gewisse Laufwerke vorab anzuhören, doch möchte ich eine gewisse Vorauswahl treffen, damit es nicht zu viele sind.


    Gruss Patric

  • Es ist ja schon angeklungen, daß mit dem Begriff Masselaufwerk unwillkürlich auch eine hohe Masse assoziiert wird - es aber auch leichte Masselaufwerke wie die Regas gibt. Umgekehrt gibt es auch schwere Subchassis-Laufwerke wie z.B. den Vyger Baltic M.
    Ich denke, daß die Qualität des Laufwerks allgemein etwas überbewertet wird. Ich hab die Erfahrung gemacht, daß ein schwerer Teller nicht unbedingt zu mehr Autorität im Klang führt. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Laufwerken sind verglichen mit den Unterschieden zwischen Tonabnehmern geradezu winzigst. Entscheidend ist ein vernünftiger Antrieb, wobei hier imho auch nicht unbedingt der allgemein als erstes genannte Gleichlauf zu großen Unterschieden führt sondern die Kopplung zwischen Motor und Teller ("Drehmoment") sowie elektromagnetische Streufelder des Motors (ich denke da an die 110V Motoren von Rega, die bei vielen Tonabnehmern zu Brummen führen).


    Gruß
    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.

  • Hallo zebaoth,
    die Scheu Produkte kenne ich schon aus deren Anfangszeit, zunächst nur aus den Ferne. Aber schon da fielen mir am Scheu Classic Tonarm die durchdachte, aber prinzipiel doch einfache Konstruktion auf. Als ich dann mal das erste Laufwerk mitsamt Tonarm vor mir hatte - ich war damals beruflich in der Branche unterwegs, Schwerpunkt Plattenspieler (was den sonst) - war ich überrascht wie genial einfach die Phono-Technik doch sein kann. Als ich dann noch das Glück hatte Thomas Scheu persönlich kennen zu lernen, war mir sofort klar warum: einfach, offen nach allen Seiten, logisch denkend und viel Sinn fürs wesentliche, und vor allem - niemals dick auftragend. Zumindest bei den Scheu-Produkten kann ich somit das Prädikat "durchdacht bis ins Detail" und dazu "einfaches Handling" bedenkenlos verwenden.


    Natürlich haben andere Mütter auch schöne Töchter (Feickert, Clearaudio - beide auch sowas wie Pioniere auf dem Gebiet). Ich empfehle dir mal bei Scheu nachzufragen ob die dir das laufwerk nebst Tonarm nicht mal mit deinem System vorführen können (oder ob Sie dir einen entsprechenden Händler empfehlen können). Wichtig ist bei so einem Test, das man wirklich die benötigte Zeit und Ruhe dafür aufbringt. So ein Test ist nicht in 15 min. erledigt, auch nicht in einer Stunde. Denn es ergeben sich nach einer Weile noch weitere Ansprüche, wie Bedienbarkeit, Aufstellung etc. also Dinge die nicht primär was mit dem Klang zu tun haben, sondern was mit dem alltäglichem praktischem Umgang mit den Geräten.


    Finde es irgendwie witzig, das ich ohne Kenntnisse zu deiner Vorauswahl einen Scheu-Tonarm empfohlen habe...


    Gruß


    hoerohr

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Es ist ja schon angeklungen, daß mit dem Begriff Masselaufwerk unwillkürlich auch eine hohe Masse assoziiert wird - es aber auch leichte Masselaufwerke wie die Regas gibt.


    imo konterkariert ein 150gr-Teller den Begriff des Masse-LW ;)


    Ein Apolyt, ne Platine, Scheu oder TR sind aus meiner Sicht Masse-LW, alles mit nem Plattenteller, der dem Gewicht einer audiofilen Pressung entspricht, nicht.
    Auch ein DD kann imo ein Masse-LW darstellen, abhängig von Tellermasse und der Art der Regelung.


    Da bei einem Masse-LW häufig die TA-Basen nicht 'integrativ' sind, stellt sich die Frage nach 'geht der Tonarm x hier gut' nicht - bei meinem LW zB kann ich auf die Basen alles von 9" bis .. montieren.
    Und warum ein Tonarm besser oder schlechter zu einer sich autark drehenden, schweren Scheibe passen soll, erschliesst sich mir nicht.


    Bei einem integrierten LW à la LP12, SP10 oä sieht das natürlich anders aus..

  • Hallo Patric,


    zum Unterschied Masse-/Subchassis-Laufwerk hatte ich bereits in einem anderen Thread einmal ausgeführt, ich zitere auszugsweise:


    ...man unterscheidet prinzipiell zwischen Masselaufwerken und Subchassis-Laufwerken:


    - Bei Masselaufwerken ist der Plattenteller mit seiner Masse an die Zarge gekoppelt.
    - Bei Subchassis-Laufwerken ist der Plattenteller von eben dieser entkoppelt.


    Alle weiteren Bezeichnungen wie "Brettspieler" oder "Masselaufwerk" für besonders schwere Plattenspieler entstammen der Feder auf Schubladisierung erpichter Fachmagazine sowie Hifiisten.


    Masselaufwerke haben also nichts mit hohem (Gesamt-)gewicht zu tun; der Begriff ist konstruktiv bedingt. Ein Rega ist z.B. ein Masselaufwerk und wird nicht durch seine entkoppelnden Gummifüße zum Subchassis-Spieler. Ebenso ist ein Thorens TD520 mit schwerem Messingteller aus dem "S-Paket" kein Masselaufwerk...



    Schönen Sonntag,
    Marc


    p.s. Gute und weniger gute Laufwerke gibt es sowohl als auch.

  • In der obigen Aufstellung ist nicht Masse das Unterscheidungsmerkmal, sondern die Kopplung von Teller und Zarge. Masse kann sowohl bei ankoppelnden als auch bei abkoppelnden Umsetzungen eingesetzt werden. Insofern macht innerhalb der Konzepte eine Unterscheidung in massearme (z.B. Brettspieler) und massereiche Umsetzungen auch Sinn. Die Bezeichnung Subchassis-Spieler ist einfach, weil als konstruktives Merkmal meist recht offensichtlich. Wobei ein Subchassis konstruktiv auch nur eine Art der Abkopplung darstellt. Wie Masse einzuteilen ist, ist unscharf. Ankopplung ist kein hinreichendes Kriterium.

    Viele Grüsse,
    Mario


    It is good taste, and good taste alone, that possesses the power to sterilize and is always the first handicap to any creative functioning. (Salvador Dali)

  • Hallo


    Ich nenne aus Überzeugung noch Acoustic Signature ... Wertarbeit mit einigen gelungenen Details aus Deutschland


    Ansonsten schließe ich mich einigen Vorredner an, auch weil ich es selbst so praktiziert hab, selber hören und sehen ist durch nichts zu ersetzen ...


    LG Armin

    ich suche Peter Alexander Singles und Schellack auf den Labels Austroton, Elite Special und Viennaphon, sowie Pressungen von außerhalb Europas...

  • Quote

    ...man unterscheidet prinzipiell zwischen Masselaufwerken und Subchassis-Laufwerken:


    Dieser Definition stimme ich nicht zu. Es geht um die Masse des Tellers. Bei manchen Masselaufwerken kann man aber kaum noch von einem Teller sprechen, vielleicht eher von eine Walze.


    Auch bei den Masselaufwerken zählt letztlich welche Gleichlauf- und Rumpelwerte mit einer bestimmten Konstruktion erzielt werden. (Wenn sie denn bekannt sind)


    BTW: Bei den Masselaufwerken gefällt mit am besten die Platine Verdier. Von der Entstehungsgeschichte her, von der originellen Konstruktion her und vom 'ehrlichen' Aussehen.

  • Hi,


    ich tendiere dazu Jo's Nicht-Zustimmung zuzustimmen :whistling:
    Von der Logik her müsste die Unterscheidung m.A.n. sein:
    Nicht-Masse oder Leichtbau gegen Masse, oder Zarge, bzw. Fest-Zarge gegen Subchassis (jeweils ergänzt um '-Laufwerk').
    Es scheint, das der Begriff Masse-Laufwerk eher für schwere, massive, massige, teils klobige Erscheinung a'la Pompöös steht 8)


    jauu
    Calvin

    ..... it builds character!


    gewerblicher Teilnehmer