Tonabnehmer Tausch. Newbie. Ausgangsleistung/Spannung

  • Hallo und Guten Tag,

    Ich kaufe einen Plattenspieler der niederen Preisklasse. Aber egal. Für'n Anfang und meine Zwecke reicht's erstmal. Jedoch möchte ich das Tonabnehmersystem gegen ein besseres tauschen und möchte dabei möglichst keinen Fehler machen. Deshalb habe ich da ein paar Fragen, die ich leider nicht richtig er-googeln kann...


    Der Dreher ist der Teac-NT280-BT, also mit Blutooth. Das ist mir nun mal wichtig. Dieser hat ein Datenblatt zum Thema des montierten Tonarms und Tonabnehmers, mit den folgenden Eigenschaften:

    • 0-5 gr einstellbarer Auflagedruck
    • 3.5 - 6.5 g Tonabnehmergewicht (der montierte mit Schrauben etc =10gr, ohne =5.7gr)
    • Montiert: Typ "MM" Elliptisch
    • 1/2" Halterung
    • 20Hz-20kHz
    • Tracking Force 1.5 - 2.5 gr
    • 47kOhm Ausgangsimpedanz
    • Ausgangsspannung: 4.5mV
    • Ausgang:
      • Ausgangsspannung
        PHONO 4.5 mV (+/-3dB) LINE 120 mV (-13dBV)

    So. Und nun zu meiner mir wichtigsten Frage:

    Ich finde ein paar für mich interessante Tonabnehmer, die aber allesamt eine andere Ausgangsleistung/Spannung haben: nämlich haben die entweder 4mV oder 5, oder einer sogar 6mV. Wie genau ist das: Muss das Tauschabnehmersystem auch 4.5mV angegeben haben?

    • Man bedenke: Der Plattendreher hat ja einen internen Vorverstärker, der wahrscheinlich sehr optimiert ist auf die Leistung des Vormontierten (billig)Systems, mit 4.5mV.

    Ich hätte ja evtl. gerne den da: "Audio-Technica AT-XP7" - https://eu.audio-technica.com/AT-XP7?search=AT-XP7


    Da passt eigentlich glaub ich alles. Außer eben die Ausgangsleistung ist mit 6mV sehr viel höher. Ich befürchte (begründet oder nicht?), das wenn die Eingangsspannung in den internen Vorverstärker so viel höher ist, dieser evtl. nicht gut oder störungsfrei funktioniert. Oder extra deshalb brummen dazukommt! - hat da wer mehr Wissen/Erfahrung für mich parat?


    Und noch eine weitere Frage:

    Wenn ein Abnehmersystem mit Elliptischer Nadel vormontiert ist, soll man dann auch auf diesem Tonarm nur Elliptische Tonabnehmersysteme bzw. Nadeln montieren?


    Danke schon mal.

  • Punkt uno!

    Die Ausgangsspannung ist sekundär!

    Das bedeutet nur wie Laut dein System von der Vorstufe "gesehen" wird!

    Punkt due!

    Viel wichtiger ist das Gewicht(Systemgewicht) und Art (M M)


    Alles andere erklärt sich von selbst!!


    Ahoi


    Jürgen

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Da kannst du nehmen, was du möchtest!

    Eliptische Nadel ist der Schliff, wie der Diamant geformt ist! Das ist sozusagen das "Anfängerlevel"


    Ahoi


    JÜRGEN

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Audio Technika nennt seine MM-Systeme wohl gerne VM, weil die beiden Magnete, die auf den Nadelträger geklebt sind, in einer V-Form angeordnet sind. Marketing halt...

    Warum soll es denn ausgerechnet das XP7 sein? Von der Nadel und vom Generator her ist das AT VM 95 E gleich, kostet aber weniger und braucht weniger Auflagekraft. Beim XP7 zahlst Du für etwas, was Du eh nicht nutzt und mit dem TEAC auch nicht nutzen kannst, nimmst aber dafür einen höheren Preis, höheren Verschleiß von Nadel und Platte und auch noch schlechteren Klang in Kauf...

    Zur Ausgangsspannung (ja: Spannung - nicht Leistung!)

    PHONO 4.5 mV (+/-3dB)
    LINE 120 mV (-13dBV)

    Das bedeutet:

    Bei abgeschaltetem internen Phono-Vorverstärker wird die Ausgangsspannung des Tonabnehmers 1:1 ausgegeben. Das setzt aber dann natürlich voraus, daß der nachfolgende Verstärker einen MM-Phonoeingang hat.

    LINE bedeutet, daß der eingebaute Phono-Vorverstärker aktiv ist und 120mV ausgibt - in Verbindung mit dem ab Werk vorhandenen Tonabnehmer und dessen Ausgangsspannung von 4,5mV.


    Dein neuer Tonabnehmer kann aber ruhig eine etwas abweichende Ausgangsspannung haben. Nur ein Low-Output-MC mit ca. 0,3mV sollte es nicht gerade sein.

    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Erstmal danke für die Antworten. Möchte noch etwas über mich sagen. Ganz ein Laie bin ich nicht. In Bezug auf Plattenspieler aber definitiv schon, aber in Sachen Elektronik kenn ich schon so einiges.


    das mit dem Phono oder Line Ausgang ist schon klar, auch das die Tonabnehmer Spannung, in den Fall von angegebenen 4,5mV, direkt zum Phono Eingang geht. Ich weiß auch, das ein Verstärker eben dieses Signal verstärkt, und mit ~120mV in dem Fall ausgegeben wird und stark genug ist, für etwa den Aux Eingang.


    Aber der interne Verstärker könnte ja extrem gut optimiert sein, für genau dieses Eingangssignal der 4,5mV des verbauten Tonabnehmers. Und ich verstehe Verstärker an sich schon, und es gibt verschiedenste Bauweisen dafür. Daher die ursprüngliche Frage mit der verbundenen Angst, wenn am Eingang 20-30% mehr Spannung ist, dass das Signal, nennen wir es mal: "unglücklich" verstärkt wird und am Ende "verzerrt", weil irgendwelche Spulen/OPV's usw. in die Sättigung gehen. Bei Eingängen von (etwa standalone) Verstärkern ist für gewöhnlich der ideale Eingangsbereich angegeben. Beispiel: 3 bis 6mV. Damit sie im idealen Arbeitsbereich verstärken. Hier ist das aber eine Unbekannte.


    How ever, wenn ihr sagt, es haben schon genug Leute ohne jedes Problem an ihren Plattenspielern Systeme, gegen welche mit ganz anderer Spannung getauscht, na dann ist das für mich ausreichend beantwortet 👍.


    Der xp7 war keine besondere Präferenz, sondern eines der Ergebnisse auf der Suche nach einem wirklich besseren als das verbaute. Wegen Bewertungen usw. Aber vor allem habe ich echt keine eigenen Erfahrungen in Sachen Plattenspieler und deren Systeme. deshalb bin ich hier unbeholfen.


    Ich habe desweiteren hier raus gelesen, besser bzw nicht unbedeutend ist es, ein System das weniger Auflagekraft braucht, schont Nadel und Vinyl. Logisch eigendlich.


    Warum ich wegen "elliptisch" fragte, war, ich dachte, (wegen unwissen diesbezüglich) vielleicht ist diese Form wichtig bei, etwa geraden Tonarmen oder eben wegen der Führung die sich aus dem verbauten Tonarm ergibt. Aber wohl nicht, kann jede Nagelart verwenden oder? Welche Form ist denn dann für Hifi und guten Klang die Empfehlenswertere?


    Vielen Dank euch allen 🥰


    Nachtrag: wie gesagt. Bluetooth ist mir wichtig und das er neu ist und ich in Summe mit meinen 400 Euro auskomme. Hatte zuerst den pro-ject Essential 3 Bluetooth im Visier. schluckt aber gleich 400,- und hat auch kein bedeutend besseres System drauf. Darüber hinaus gefällt mir der teac viel besser.

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  • Tscha... den Teac würde ich jetzt mal als Brot-und-Butter-Plattenspieler bezeichnen. Aber ich denke, der mitgelieferte Tonabnehmer ist schon von ganz passabler Qualität, der zudem ganz gut zur Qualitätsstufe des Plattenspielers passt. Wenn Du in der Liga eines AT-XP7 oder eines AT-95 bleibst, wirst Du keinen wesentlichen "Fortschritt" erfahren. Der wird sich erst in einer anderen Kategorie (auch preislich) einstellen, wobei dann wiederum fraglich ist, ob die Leistungsfähigkeit eines Tonabnehmers der "anderen Kategorie" nicht durch den Plattenspieler limitiert wird.

    Gruss,


    Hendrik
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    Die Schallplatte ist das Tollste, auf das sich je eine Nadel gesenkt hat, seit Marilyn Monroe gegen Pocken geimpft wurde.
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    Mitleid ist die subtilste Form der Verachtung, und Neid die plumpeste Form der Bewunderung.

  • Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, ich verwende durchaus den "Phonoausgang" mit meinem Verstärker, und Bluetooth mit meinen Bluetooth-Kopfhörern wenn es mal leise sein muss, oder sonst auch um bei Bedarf mit der Bose Sound-Touch zu verbinden!


    Also ich denke zwei Gründen sprechen schon stark für ein gutes bzw. besseres Abnehmersystem:

    1. Erstens wird das Vinyl unabhängig vom Plattenspieler, sagen wir mal: "besser behandelt",
    2. Liefert ein besseres Nadelsystem eine feinere Analogsignalqualität zum Phonoausgang. Auch wenn man einen Brot-und-Butter Plattenspieler hat.
  • Wenn Du den Tonabnehmer (ab Werk ein AudioTechnica) gegen ein anderes (günstiges) AudioTechnica tauscht, wirst Du Dich nicht verbessern: Beide haben nur getippte elliptische Diamanten; und die Auflagekraft vom AT-XP7 (ist ein DJ-System!) ist mit 30...50mN sogar noch höher als beim original verbautem AT mit 15...25mN.

    Der einzige Vorteil vom XP7 ist die etwas (um 30%) höhere Ausgangsspannung - mit dem Nachteil der doppelten Auflagekraft; und das muss wirklich nicht sein!


    Ich würde es erst mal so lassen und hören; "richtige" Tonabnehmer gehen erst mit einem "nackten" Diamanten los … und diese sind schon wesentlich teurer.


    Ein Vorname wäre nett ;)


    Gruß Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Danke Stefan, das macht Sinn was du sagst. Was ist ein "nackter Diamant", ist es die sphärische Type?


    Vielleicht kannst du mir sagen, welche Art Nadel/System würde denn eine Verbesserung bringen, vor allem in Sachen: "VINYL - schonen". Also weniger Klang, weil dies ja nichts mit einem Brotaufstrich-Plattenspieler bringen wird, aber das Vinyl möchte ich trotzdem bestmöglich schonen. Also eine konkrete Frage: Deiner Meinung nach, was wäre die günstigste Version einer Nadel die wirklich was bringt (Vinylschonung)?


    Gruß Jürgen.

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  • Ich habe desweiteren hier raus gelesen, besser bzw nicht unbedeutend ist es, ein System das weniger Auflagekraft braucht, schont Nadel und Vinyl. Logisch eigendlich.

    Nee, das klingt vielleicht erstmal logisch, ist es aber nicht. Jedes System hat einen vom Hersteller angegeben Bereich in dem sich die Auflagekraft bewegen soll und nicht wenige User haben die Erfahrung gemacht, dass es am oberen Ende des angegebenen Bereiches am optimalsten tönt. Wenn man nun diesen vorgeschriebenen Bereich in der Annahme weniger Auflagekraft gleich weniger Verschleiß unterschreitet, kann es passieren, dass die Nadel nicht mehr kontrolliert durch die Rille läuft und links und rechts quasi einschlägt und die Platte genau da beschädigt, wo das Musiksignal aufgezeichnet ist. Eine zu hoch eingestellte Auflagekraft ist nun wiederum auf Dauer nicht gut für die Nadelaufhängung. Grundprinzipiell hat die empfohlene Auflagekraft des Herstellers reinweg garnichts mit der Plattenabnutzung zu tun. Ob hoch oder niedrig ist völlig wurscht und hängt mit der Konstruktion des Tonabnehmers zusammen. Aber die Sorgfältigkeit der Justierung z.B. kann bei einigen Schliffen einen Einfluss auf die Plattenabnutzung haben! Zumindest theoretisch, praktisch habe ich da auch noch keinen Langzeittest gemacht. Plattenabnutzung ist eh kein relevantes Thema für einen Vinylhörer, wer nuddelt ein und dieselbe Platte bis zum Erbrechen jeden Tag ab. Das machen unter Umständen DJs oder es betrifft Platten die in der Sturm&Drang Zeit dreimal die Woche auf Partys hoch und runter liefen und dann auch noch ohne Innenhülle herumlagen. Ich glaube ich habe keinen Tonträger der öfter als vielleicht zwei oder dreimal pro Jahr läuft, eher noch weniger. Wo soll da Verschleiß beim Vinyl entstehen...

    vriendelijke groeten aan de fatbike rijder :)

  • ...Ich glaube ich habe keinen Tonträger der öfter als vielleicht zwei oder dreimal pro Jahr läuft, eher noch weniger. Wo soll da Verschleiß beim Vinyl entstehen...

    Da gibt's den tollen Aussschnit von Fremer, wie er sein mindestens hndert Mal abgespieltes Tommy Album auflegt, gleich am Anfang des Videos:


    Dieselbe Erfahrung hab ich auch mit meinen alten Alben machen können. Hab aber erst ca. 10 Jahre später angefangen Platten zu hören.

  • 100 Abspielvorgänge sind schon 'ne Hausnummer. Aber ok, jemand der 70 ist und eine Platte die er mit 20 gekauft hat jedes Jahr zweimal gehört hat, kommt auf 100 Abspielvorgänge.

    vriendelijke groeten aan de fatbike rijder :)

  • Tonabnehmer mit einem "nackten" Diamanten haben eine geringer bewegte Masse als ein auf einem Metallkegel "aufgetippter" Diamantsplitter vorne auf dem Nadelträger. Zudem ist ersterer "orientiert" eingebaut und verschleißt somit weniger.


    Es gilt: Je kleiner die Auflagekraft, desto größer die Schonung des Vinyls - solange es nicht verzerrt! Ich betreibe z.B. meinen Tonabnehmer bei 17mN (an der Obergrenze der Empfehlung des Herstellers) damit auch komplexe Passagen verzerrungsfrei abgetastet werden. Hier bist Du mit dem serienmäßig verbauten Tonabnehmer mit max. 25mN gar nicht mal soweit weg - und vielleicht genügen auch 20mN. Es kommt stets auf die Konstellation von Tonabnehmer mit dem Tonarm an ;)


    Gruß Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • Hallo Jürgen,


    schau mal hier:

    https://www.thakker.eu/tonabne…agnet-tonabnehmer/a-9540/


    Je größer die Fläche ist, auf der sich die Auflagekraft verteilt, desto geringer wird der Verschleiß. Auf der verlinkten Seite wird dazu etwas ausgesagt. Besagter Tonabnehmer wäre auch eine gute Alternative AT-XP7.

    Ansonsten gilt: je mehr LPs du hast, desto weniger wird jede einzelne davon abgespielt. :)


    Gruß

    Rainer

    AAA - Mitglied ... und das ist auch gut so. :)

  • Hallo Hinti, hast du die entsprechenden Kenntnisse und Materialien um einen Tonabnehmer korrekt zu justieren? Das fängt bei einer TA-Waage an und hört bei einer Schablone auf. Eine Platte wird in der Regel nur dann übermäßig abgenutzt wenn die Tonabnehmergeometrie falsch eingestellt ist und ein Tonabnehmer ausserhalb seiner Auflagekraftspezifikation eingestellt wird.

    Viele Grüße


    Jørg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler.




  • Also darüber habe ich schon einige Videos angeschaut und klingt nicht kompliziert. Jedoch Schablone brauche ich wohl nicht unbedingt?... Denn grob Überschlagen: Komplett montierter Tonarm/System, mit Tonarm-Gegengewicht parallel zum Plattenspieler auspendeln. Dann im schwebenden Zustand die Antiskating Einstellung machen. Und last but not least: Mit der Justierschiebe am Gewicht von 0 ausgehend (von was sonst), das Herstellersystem Auflagegewicht einstellen. Am besten zu Anfang das Mittel wählen. bzw. steht im Datenblatt des Systems wohl ohnehin: recommended: 2g (bei möglicher Hysterese von 1.8 - 2.2g). Test bestanden?


    T.U.F.K.A.U. : Zum Thema Auflagegewicht: Ich würde nie mehr oder weniger einstellen als empfohlen in Datenblättern etc. Sonst hätte ich diesen Thread ja erst gar nicht eröffnet ;). Sondern ich meinte vielmehr, bei der Suche nach einem anderen System, darauf Augenmerk zu legen, das dessen Herstellerempfehlung eher im unteren Bereich angesiedelt ist.

  • Und woher weißt du, ob das System nicht schief oder richtig steht!

    Das hat Stefan gemeint!

    Schau doch mal auf die "Headshell"--Sind dort Langlöcher??

    Die sind da nicht umsonst!!


    Ahoi


    Jürgen

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)