Phonovorstufen: EAR 324 / Dr. Feickert Vero

  • Hallo zusammen!


    Nun will ich endlich mal meinen bereits angekündigten Bericht über den Vergleich zweier Phonovorverstärker schreiben: EAR 324 und Dr. Feickert Analogue Vero.

    Eigentlich dachte ich ja, ich werde mit der EAR alt, aber es kam der Wunsch auf, 2 MCs zu betreiben und zwar nicht zwingend mittels Übertrager. Da ich die Chance hatte, eine Vero unverbindlich 2 Wochen zu testen, konnte ich nicht widerstehen.

    Zunächst ein kleines Portrait beider Geräte.


    EAR324: Es handelt sich hier um eine Schöpfung von Tim de Paravicini und im Gegensatz zu den meisten seiner Kreationen ist es kein Röhren- sondern ein Transistorverstärker. Zumindest ist die MM Verstärkungsstufe mit Transistoren realisiert und bietet 54dB Verstärkung. Zusätzlich ist ein Übertrager eingebaut, der 3 verschiedene Abgriffe besitzt, und auf diese Weise wahlweise als 1:10, 1:20 oder 1:30 Übertrager fungiert. Somit erreicht man eine maximale Gesamtverstärkung von (wenn ich mich richtig erinnere) 72dB, die aber wiederum über einen Schalter um -6dB oder -12dB angepasst werden kann. Es können 2 Tonabnehmer parallel angeschlossen werden, entweder 2 MM oder 1 MM und 1 MC (eben über besagten integrierten Übertrager). Die 3 verschiedenen Abgriffe des Übertragers ermöglichen den optimalen Betrieb von leisen MCs niedriger Impedanz (z.B. SPU) mit 1:30 in Stellung 4 Ohm (das ist die Primärimpedanz des Übertragers, nicht die Abschlussimpedanz) bis hin zu lauten MCs höherer Impedanz (z.B. mein EMT HSD006) welches am 1:10 Übertrager (beschriftet mit 40 Ohm Impedanz der Primärwicklung) ganz vorzüglich läuft. Der MM Zweig lässt sich ungewöhnlich feinfühlig anpassen: Es gibt es hier nicht nur die Wahlmöglichkeit zwischen 20, 100, 220, 373 und 470 pF Kapazität sondern auch zwischen 15, 22, 33, 47 und 100 kOhm Abschlussimpedanz. Das ist nicht nur eine Spielwiese für MM Liebhaber, sondern eröffnet auch interessante Variationen bei Verwendung eines externen Übertragers am MM Eingang. Erwähnt werden soll des weiteren die Umschaltmöglichkeit der Phase um 180° und der Stereo/Mono Schalter. Auf der Rückseite finden sich neben den üblichen Cinch Ausgängen auch „echte“ symmetrische XLR Ausgänge, denen ein Symmetriertrafo vorgeschaltet ist. Der aktuelle Listenpreis des EAR 324 liegt bei € 4745,- .

    Wer sich für Testberichte interessiert, wird hier fündig:

    Hifi News: https://ear-yoshino.de/index.p…ttachment&id_attachment=4

    Positive Feedback: https://ear-yoshino.de/index.p…ttachment&id_attachment=5

    Positive Feedback: https://ear-yoshino.de/index.p…ttachment&id_attachment=6

    Stereophile: https://ear-yoshino.de/index.p…ttachment&id_attachment=7

    LP: https://ear-yoshino.de/index.p…tachment&id_attachment=21


    Dr. Feickert Vero: Nun, zur Vero muss ich glaube ich gar nicht so viel schreiben, das hat ja David schon ausführlich getan. Er hat sicher nichts dagegen, wenn ich den Link hier reinsetze: Dr. Feickert Analogue - Vero

    Die Vero ist ebenfalls ein Transistorphonovorverstärker, jedoch ohne integrierte Übertrager. Sie bietet Anschluss für 4 (!) Tonabnehmer, 2xMM und 2xMC. Zusätzlich hat sie auch 2 Line-Eingänge, kann also in einer puristischen Kette auch den Vorverstärker ersetzen (sofern man mit 2 zusätzlichen Eingängen neben Phono hinkommt – mir reicht das leider nicht). Die Vero ist nämlich auch ein kompletter Vorverstärker, der dank leistungsfähiger Ausgangsstufen (auch hier wahlweise über Cinch oder symmetrisch über XLR) entweder einen Endverstärker oder Aktivboxen antreiben kann. Auf die extrem feinfühlige Anpassung der MC Impedanzen ist David bereits eingegangen. Die kapazitive Anpassung bei MM ist nicht ganz so detailliert wie bei der EAR, insbesondere fehlt hier eine extrem niederkapazitive Anpassung (bei EAR 20pF, hier zählt quasi nur noch die Kapazität des angeschlossenen Kabels), was bei sehr kapazitätsempfindlichen MM-Abtastern (z.B. AT) ganz hilfreich wäre. Die Verstärkungs- und Lautstärkeanpassung ist dagegen bei der Vero sehr ausgefeilt und gar nicht mit der groben 0/-6/-12dB Rasterung der EAR zu vergleichen. Bei der Vero kann man verschiedenen Quellen wirklich exakt gleich einpegeln. Auch die Vero hat einen Mono Schalter und eine Balance-Einstellung – leider funktionieren beide nur im Vorverstärker Modus und nicht im reinen Phono-Modus. Ein Phasenschalter fehlt bei der Vero. Dafür hat sie eine Fernbedienung (Apple) und ein Display. Auf beides verzichtet EAR. Der Listenpreis der Vero liegt bei € 4900,- .


    So, nun kennt Ihr beide Geräte und so sah es bei mir zum Vergleichshören aus:

    EAR_Vero

    Wer mag, darf sich jetzt darüber aufregen, dass das Übereinanderstellen zweier Phonovorverstärker nicht optimal ist. Aus Platzgründen ging das bei mir aber nicht anders und ich glaube nicht, dass es das Ergebnis grundlegend verfälscht.


    So, das war der erste Teil. Zum Weiterschreiben komme ich frühestens morgen - habt also bitte etwas Geduld.


    Liebe Grüße
    Sebastian

    Edited once, last by Sebastian ().

  • So, ich komme erst nochmal zu den "Äußerlichkeiten".

    Beide Geräte sind äußerst wertig verarbeitet und erstaunlich schwer. Was man auf dem Bild nicht sieht: Die Vero wird mit einem schweren externen Netzteil geliefert. Hier gibt es auch einen harten Netzschalter. Ist der an, kann man die Vero zwar per Schalter oder Fernbedienung ausschalten, sie bleibt aber im Stand by. Ich habe sogar das Gefühl, sie ist dabei handwarm. Leider habe ich vergessen nachzulesen, wie die Stromaufnahme im Stand by ist.

    Die EAR hat dagegen einen "harten" An/Aus-Schalter auf der Front und kein eigenes Netzteil.

    Was sich Chris Feickert dabei gedacht hat, das relativ große Netzteil generell in ein schwarzes Gehäuse zu kleiden, bei dem auf der einen Seite Kaltgerätestecker und harter Netzschalter angebracht sind und auf der anderen Seite das Niedervoltkabel für die Stromversorgung der Vero, entzieht sich meiner Kenntnis. Designtechnisch hätte ich es schöner gefunden, dem Netzteil die gleiche Front und Optik wie der Vero zu spendieren - in meinem Fall also Alu Natur - und sowohl Netzeingang als auch Ausgangsbuchse auf die Rückseite zu verlegen. So hätte man das Gerät wesentlich ansprechender unterbringen können. Vielleicht wollte er aber auch gerade verhindern, dass die "Designfreaks" das Netzteil der Optik wegen direkt neben der Vero platzieren, statt die Kabellänge zu nutzen, um etwas Abstand zu schaffen und damit Netzeinstreuungen vom Trafo zu minimieren?

    Alle Schalter an der EAR laufen übrigens über Relais, ebenso bei der Vero. Alledrings macht die EAR beim Ausschalten eine leises "seufzendes" Geräusch, wenn sich die Elkos entladen, die Vero bleibt stumm. Ich habe deshalb bisher immer erst den Vorverstärker ausgeschaltet und dann die EAR. Es ist aber - im Gegensatz zu manchem Vollverstärker - kein lautes "Plopp".

    Noch ein Wort zur Fernbedienung der Vero: Es handelt sich um die Apple Fernbedienung des "alten" Apple TV. Das funktioniert prima und eröffnet die Möglichkeit, im Sitzen mal die Abschlusswiderstände der MCs zu ändern. Das ist am Anfang ganz nett. Hat man aber erst "seine" Einstellung gefunden, braucht man das kaum noch, außer man ist Tonabnehmer-Vielwechsler oder ambitionierter Testhörer. Viel wichtiger ist die Fernbedienung wahrscheinlich für die Leute, die die Vero als vollwertigen Vorverstärker nutzen wollen, weil man damit auch die Lautstärke regeln kann. Leider hat die Apple Fernbedienung für Leute wie mich auch einen gravierenden Nachteil: Als ich mit der Familie abends einen Film über Apple TV angschaut habe, ging beim Benutzen der Fernbedienung immer die Vero an. Nun läuft mein Fernsehton auch über meinen Accustic Arts Tube Preamp und die Geithains - da stört das nicht, wenn auf einmal das Display der Vero angeht. Wollte ich aber die Vero als alleinigen Vorverstärker für meine Geithains nutzen, käme ich hier in Konflikt, da bereits die Lautstärkeregelung an der Vero in den Ablauf des Films eingreifen würde. Hier würde ich Chris Feickert raten, entweder die Frequenzen der Fernbedienung zu individualisieren oder zumindest im Menü der Vero ein vorübergehendes Deaktivieren der Fernbedienung vorzusehen.

    Insgesamt sind beide Phonovorstufen top sauber verarbeitet und machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Design der EAR ist in meinen Augen eher "klassisch", das der Vero eher "stylish". Aber man muss schon sagen: Neben einem Blackbird mit Linear Netzteil macht die Vero natürlich optisch mit ihren abgerundeten Kanten eine super Figur.

    So, gleich geht's weiter mit Teil 3.

    Liebe Grüße

    Sebastian

  • Kommen wir zum Hören.

    Ich habe ausschließlich folgende Kombinationen getestet:


    1. EMT HSD006 an Reed 3P 12 Zoll

    2. SPU Classic GM MK II am Schick 9,6 Zoll


    An der EAR324 sind die Einstellungen dafür wie folgt:

    1. EMT an 1:10 Übertrager und da sehr laut Pegel auf -12 dB

    2. SPU am 1:30 Übertrager und Pegel auf -6dB


    Zunächst habe ich grob die äquivalenten Einstellungen an MC1 und MC2 der Vero gesucht und dann die Tonabnehmer auf gleichen Pegel eingestellt. Mit dem SPU landete ich bei 25 Ohm, beim EMT bei 317 Ohm.


    Dann mache ich immer den Test, wie stark die Phonovorstufe rauscht, wenn kein Signal anliegt. Das Ergebnis beim EMT ist auf Augenhöhe: Weder die Vero noch die EAR zeigen ein hörbares Rauschen, sofern ich nicht den Lautstärkeregler bis in einen Bereich aufdrehe, in dem ich nie hören würde.


    Beim SPU ist das schon anders: Bei den hohen Verstärkungen habe Übertrager natürlich ihre Stärken und so zeigte das SPU am EAR etwas weniger Rauschen, als an der Vero. Aber Entwarnung: Selbst bei richtig lauten Hören ist das am Hörplatz nicht störend.


    Kommen wir zur Musik. Was habe ich alles gehört? Quer Beet alten und neuen Jazz, Kammermusik, Symphonik, Rock/Pop - die Einzeltitel aus 2 Wochen würden hier den Rahmen sprengen.


    Erster Eindruck: Tonal tun sich die beiden Phonovoverstärker nicht viel. Da ist keiner heller oder dunkler abgestimmt, in dieser Disziplin verrät sich keiner der beiden direkt beim Umschalten.


    Zweiter Eindruck: Auch grob- und feindynamisch zeigen sich zwischen den beiden keine großen Unterschiede. Das SPU zeigt auch an der Vero seine stupende Dynamik und das ist für mich schon mal ein Lob, denn ein SPU gehörte für mich bisher zwingend an einen Übertrager.


    Wo liegen die Unterschiede? Die Vero ist hochauflösender! Man hört tatsächlich mehr Details. Sie ist analytischer ohne kalt zu wirken. Die EAR wirkt dagegen geschlossener, dadurch organischer, fließender. Für den aktiven Hörer, der sich an allen Details erfreut und der gespannt der Musik folgt, bietet die Vero etwas mehr. Für den Entspannungshörer, der bei einem guten Glas Rotwein und einer schönen LP seinen Gedanken nachhängt, wird die EAR den vielleicht harmonischeren Eindruck hinterlassen. Vielleicht ist sie aber auch etwas "langweiliger"? Es ist schwierig zu beschreiben, ohne zu bewerten. Ich finde, beide Phonovorstufen haben eine etwas unterschiedliche Herangehensweise an die Musik - da geht es nicht um besser oder schlechter, richtig oder falsch. Ich hatte anfangs etwas Angst, der Vero würde aufgrund des analytischeren Charakters die Langzeittaauglichkeit der EAR abgehen. Das stimmt aber nicht. Ich habe mit der Vero 2,5h am Stück genußvoll Musik gehört und sie hat mich nicht genervt. Das ist mir persönlich extrem wichtig und so eine Beurteilung schaffe ich auch nicht in einem Tag Probehören. Daher war ich dankbar für die 2 Wochen.


    Es gibt aber noch einen zweiten Bereich, in dem die beiden Geräte sich unterscheiden und das ist die Räumlichkeit. Die Vero spielt extrem dreidimensional! Sie zieht einen in das musikalische Geschehen förmlich hinein. Akustische Geschehnisse außerhalb der Lautprecherposition (Amused to death!) lassen sich noch besser trennen, links außen ist noch ein Stück weiter links als bei der EAR. Trotzdem vergrößert sie die Musik nicht unnatürlich. Man starrt nicht virtuell auf riesige Münder oder haushohe Instrumente. Die EAR spielt da kompakter, dafür etwas mehr in die Tiefe, als die Vero. Alles ist organisch an der richtigen Stelle (sofern der Tontechniker seinen Job gut gemacht hat), der 3-dimensionale WOW-Effekt der Vero fehlt aber. Sie ist weniger spektakulär.


    Welche von beiden gefällt mir nun besser? Nun, diese Frage hat mich wirklich gequält. Für die Kombi EMT/Reed kann ich ganz klar sagen: Die Vero macht mich mehr an. Dieses Involvierende und Plastische hat einen gewissen Sog - so will ich hören! Bei dem SPU kommen mir dann wieder Zweifel: Das SPU macht seinen Job an der Vero gut, aber Klangfarben und musikalischer Fluss sind am Übertrager der EAR noch einen kleinen Tick geschmeidiger. Man könnte sagen, an der Vero klingt das SPU saugut, an der EAR betörend. Da hört man ein klein bißchen mehr von dem, was das Besondere am SPU-Klang ausmacht, an der Vero ist das SPU einfach ein gutes MC, aber nicht so sehr anders, als andere MCs. Ist vielleicht doch an der Aussage etwas dran, dass ein SPU immer am Übertrager besser klingt? Ich hätte gerne das SPU über meinen Fidelity Research Übertrager (der aber auch nicht ganz an die EAR Übertrager rankommt) am MM Eingang der Vero gehört. Leider habe ich mit allen MM Eingängen bei mir momentan ein Störproblem, sowohl beim EAR als auch bei der Vero. Ich will da jetzt nicht weiter darauf eingehen, es gibt einen eigenen Thread dazu. Jedenfalls wäre das unter diesen Bedingungen kein fairer Vergleich und deshalb bleibe ich die Antwort schuldig.


    Nun höre ich ungefähr 70% EMT und 30% SPU. Ich hätte gerne eine Phonovorstufe, an der ich 2 MCs ohne Übertrager betreiben kann, ohne umzustöpseln. Und ich hätte gerne diesen 3D Klang bei meinem EMT. Die Vero ist bestellt und demnächst gibt es hier eine EAR324 zu kaufen.


    Liebe Grüße

    Sebastian

  • Nein, ich bin noch nicht ganz am Ende.

    Ich möchte noch sagen, dass ich mich über 2 Wochen wirklich um eine faire Einschätzung benüht habe. Ich weiß, wie groß die Gefahr ist, dass alles Neue, alles Andere erst mal reizvoll ist. Kommt dann noch der "Haben-wollen-Faktor" dazu, mutiert man leicht zum "Fanboy". Ich mag Chris Feickert als Mensch und ich mag seine Produkte aber ich habe oben auch durchaus einige Kritikpunkte geäußert oder Änderungsvorschläge gemacht. Der Mann hört mit Geithain (wie ich auch). Das sagt schon mal etwas über eine gewisse Klangpräferenz. Das erklärt vielleicht auch, warum eine Vero etwas "analytischer" spielt, als eine EAR. Natürlich konnte ich mir nicht entgehen lassen, die Vero auch mal als kompletten Vorverstärker an meine Geithains zu hängen. Das war zum Glück auch ohne Änderung meiner gesamten Verkabelung möglich, weil mein Accustic Arts Tube Preamp II einen "Bypass" Eingang hat, bei dem das Signal nur durchgeschleift wird. Was soll ich sagen? Natürlich treibt die Vero meine Geithains problemlos auch über 10m symmetrisches Kabel. Natürlich klingt es gut. Aber es klingt dann noch ein Stück mehr nach "Tonstudio". Für mich ein Stück sachlicher, emotional distanzierter. Ich weiß jetzt wieder, warum mir Romeo Barisic damals empfohlen hat, die Geithain an eine Röhre (eigentlich ist es ja nur ein Hybrid) zu hängen. Es gibt dem Klangbild etwas, das ich mehr mit Genuss und weniger mit Arbeit verbinde. Und genau das soll mein Hobby ja sein. Die Vero wird also nicht meinen Vorverstärker ersetzen, sondern als reine Phonovorstufe bei mir einziehen. Dann habe ich auch keine Probleme mit der Apple Fernbedienung. Und ganz nebenbei: Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber ein richtiger Vorverstärker braucht für mich einen runden Lautstärkeregler. Mit Pfeiltasten kann ich mich einfach nicht anfreunden.


    Wer sich für eine Phonovorstufe in der genannten Preisklasse interessiert, macht m.E.mit keinem der beiden Kandidaten etwas falsch. Die beschriebenen Unterschiede sind auch nicht gigantisch, die höre ich nicht in der Küche, wenn im Wohnzimmer die Musik läuft. Aber sie sind nachvollziehbar. Man sollte sich also fragen, wo bei der Musikreproduktion die persönlichen Präferenzen liegen. Und man sollte sich vielleicht fragen, welche Tonabnehmer man denn betreiben will. Wenn jemand 80% SPU hört, wird er sich eher für die EAR entscheiden. Mit einem van den Hul Frog oder gar einem Colibri würde ich, wie bei den meisten höherohmigen MCs die Vero einem Vorverstärker mit SUT vorziehen. Liebt man aber verschiedene MMs, so kann die Vielfalt der Einstellungen der EAR bei Kapazität und Impedanz entscheidend sein. Schön, dass es so viele tolle Produkte am Markt gibt und man nach eigenen Vorlieben auswählen darf.


    Liebe Grüße

    Sebastian

    Edited once, last by Sebastian ().

  • Vielen lieben Dank Sebastian für Deine Berichte - top :thumbup:


    Musikalische Grüße

    Tom

    Is that what you wanted, Alfred?

    DPS3 iT: Colibri XGP

    DDX-1500: FR64s/T-550/Classic GME MKII - TA-1/Fideles,Master3,Seto Hori



  • .......Schön, dass es so viele tolle Produkte am Markt gibt und man nach eigenen Vorlieben auswählen darf.


    Liebe Grüße

    Sebastian

    Da bin ich ja sowas von bei Dir, Sebastian.

    Für mich fängt es aber bei der Fülle von Angeboten an und endet bei der Entschlussfähigkeit, sprich der Unsicherheit, seinem Hörempfinden zu trauen.

    Warum werden denn "welcher, welchen, wer passt" Fragen gestellt?

    Es wird mehr Vertrauen in die Meinung des Forums, als in seine eigenen Ohren gesteckt.

    Hin und wider mag das ja recht hilfreich sein.

    Meine Meinung:

    Probe Hören. Egal wie wann und wo!


    Tüsss

    Lothar

    ....schwarze Scheiben und braune Schenkel reichen mir, um viel Spaß zu haben:love:

    ....LASST MICH! Ich muss mich da jetzt rein steigern.

    Es war mir ein Vergnügen.

  • Toller Bericht, Sebastian!


    Hatte kürzlich auch mal Gelegenheit die Vero in meiner Kette zu Testen.

    Habe sie ausgiebig mit meiner Symphonic Line Phonostage (für MC) und der Monk + Keces NT (für MM) verglichen.


    Die verwendeten Systeme: AT 20 SLa, Benz Glider FGII am EPA 500 (501H und A250) und Steinmusic Aventurin am Reed 3P... beide TA auf dem Blackbird montiert.


    Ein toller Phono VV mit einer Ausstattung und Verarbeitungqualität die ihresgleichen sucht!

    Jedoch passte die Vero trotz ausgenutzter Anpassungsmöglichkeiten nicht optimal in meine aktuelle Konstellation und konnte sich nicht gegen die anderen beiden Phono`s durchsetzen.

    Warum nicht: die anfänglich wirklich seeehr beeindruckende räumliche Abbildung und Auflösung empfand ich aber nach längerem Hören und höherer Lautstärke als ein wenig zu "spektakulär"


    Grüße

    Uwe

  • Sebastian, auch von mir ein grosses DANKESCHÖN für Deinen ausführlichen Bericht. Wenn sich jemand so viel Mühe gibt, wie Du es getan hast, ist das echt ein Mehrwert für den geneigten Leser!:thumbup::thumbup::thumbup:

    Liebe Grüße Achim


    Drogenbeauftragter Die Gerillten e.V.


    Washburn Dreadnought


    Das Schöne an der Suche nach der Richtigen ist der Spaß mit den Falschen

  • Ein toller Phono VV mit einer Ausstattung und Verarbeitungqualität die ihresgleichen sucht!

    Jedoch passte die Vero trotz ausgenutzter Anpassungsmöglichkeiten nicht optimal in meine aktuelle Konstellation und konnte sich nicht gegen die anderen beiden Phono`s durchsetzen.

    Warum nicht: die anfänglich wirklich seeehr beeindruckende räumliche Abbildung und Auflösung empfand ich aber nach längerem Hören und höherer Lautstärke als ein wenig zu "spektakulär"

    Hallo Uwe,

    danke für Deine Rückmeldung. Ja. ich weiß, was Du meinst. Ich habe mich auch anfangs gefragt, wieviel ist dabei "Show" und "Geht mir das Spektakuläre irgendwann auf den Keks?".

    Ich bin offenbar zu einer anderen Antwort gekommen, denn mich hat die Vero auch nach stundenlangem Hören noch gefesselt und mir Freude gemacht. Wenn ich Dein Statement so lese, vermute ich, dass Du mit einer EAR324 zufriedener wärest.

    Zu Symphonic Line kann ich übrigens nichts sagen, aber die große Monk hatte ich als sie neu auf dem Markt war mal zur Probe. Die war nicht schlecht, aber ich würde sie eher als "gepflegte Langeweile" bezeichnen. Die konnte damals meine Aqvox nicht distanzieren. Das gelang später erst einer Tom Evans The Groove, die noch später wiederum, der EAR324 weichen musste.

    LG

    Sebastian


    PS: Ich möchte mich bei allen mal für das großartige Echo bedanken. Ich bin jetzt nicht so der besessene Sammler von "Likes". Aber wenn man sich nach 2 Wochen intensivem Hören und einem (für mich diesmal wirklich) schwierigen Entscheidungsprozess die Mühe macht, seine Erfahrungen auszuformulieren, ist es schön festzustellen, dass dies auf eine gewisse Wertschätzung stößt.

  • Hallo Sebastian


    vielen Dank für Deinen Bericht dem ich interessiert gefolgt bin👍

    Gerne mehr davon denn so etwas ist für mich mehr wert als irgendein Test


    Grüsse

    Damien

    "Hier muss ich nicht sein, hier möcht`ich nicht mal fehlen"


    Bauer dps3, Bauer Tonarm, Dynavector TeKaitora Rua, Mastersound Compact 300b, Rike Natalja 2, Kondo Übertrager CFz, Trenner & Friedl Phi, Innuos Zen MKIII

  • Hallo Sebastian,


    großes Lob auch von mir, du schaffst bei aller Begeisterung die Themen jeweils schlüssig, transparent und unaufgeregt zu übermitteln. Und die Likes sind deinen guten Ausführungen geschuldet, ich denke, dass ich das pauschal für viele Teilnehmer so schreiben darf.


    Ich scheitere meist an meiner Begeisterung, das Gehörte sachlich weiter zu geben. Das Bessere ist des Guten Feind, wobei man sich ja mal für das Gute entschieden hatte.;)


    Aber so ist das nun manchmal, oder sagen wir besser oft ist das Neue halt vermeintlich optimaler passend in der aktuellen Situation. Schlecht ist auf diesem Niveau ja sicherlich nur wenig.


    Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin die Begeisterung an unserem schönen Hobby und freue mich auf deine weiteren Berichte.


    Viele Grüße aus Lobberich

    Stefan

    "Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von allen!" Karl Valentin