• Hallo zusammen,


    habe heute auf der AB im Radio ein Bericht über HD-Vinyl gehört.

    Angeblich mit jedem Plattenspieler abspielbar, Frequenzgang soll Linearer sein und mehr Dynamik.

    Eigentlich etwas spät für einen Aprilscherz.


    Habe http://www.t-online.de/digital/fernsehen-heimkino/id_77283632/hd-vinyl-schallplatten-werden-deutlich-laenger-und-besser.html im Netz gefunden.

    Würde mich auch interessieren ob man herkömmliche Phonovorverstärker weiter nutzen kann.

    Wäre ja echt interessant, da die aktuelle Pressqualität doch sehr zu wünschen übrig lässt.


    Viele Grüße

    frank

  • Nun ja,

    der Pressvorgang ändert sich ja nicht.

    Somit kann es ja weiter zu Klicks und Pops kommen.

    Für diese ist ja der schlampige Herstellungsprozess der Scheibe an sich verantwortlich.

    Nur die Matrize soll ja anders hergestellt werden.

    Sind wir mal gespannt.

    LG

    Andreas

    Viele Grüße

    Andreas


    "Jeder darf sagen was er denkt. Hauptsache, er hat vorher gedacht." (frei nach Harry Rowohlt, ihm zum Gedenken)

  • Hochinteressant, danke für die Info`s. Ich hol mal weit aus, seht es mir nach:


    Na toll! Dann können die Majors ja bald wieder alle Alben von Miles Davis, Pink Floyd, Bob Dylan, Frank Sinatra... (und so weiter und so fort...) "ganz neu" im Supersound des HD-Vinyls auflegen. Danach als neuer Kaufanreiz vielleicht gleich nochmal mit Bonustracks, weil mehr Platz. Und später dann erneut, in Sonderserien auf 45 upm, zum Ausreizen der Klangqualität. Am schlimmsten für die Geldbörse und die eigene Sammlung wäre, wenn das am Ende auch noch stimmen sollte!


    Jedoch der Umstand, das...

    ... bzgl. der LP-Qualität ausgerechnet ein überalimentierter und nachweislich "tauber" Messfreak des Fraunhofer Institutes (also diejenigen, die uns MP3 beschert haben, weil sie keinen Unterschied zur CD messen und schon gar nicht hören konnten...tolle Referenz!!) als maßgebliche Instanz befragt wurde, zeigt allerdings, auf welch abgründig niedrigen Niveau das Thema journalistisch bearbeitet wurde....

    ...stimmt mich verhalten optimistisch.


    Nur...

    Wenn ich dann wieder lese, was der angebliche Experte ins Heft diktiert, wie Klangunterschiede seien nur Psychoakustik, und als "Beweis" von Messungen nebst irgendwelchen Blindttests phantasiert, könnte ich mal wieder schreien. Schade, das dieser I*i*t nicht z. B. bei hiesigen Versuchen dabei war, in dem etwa ein selbstgebautes 1 Meter 25-Euro-Stromkabel u.a. gegen eine aufwendige 900 €-Lösung von MIT (auch blind) stets erkannt und -warum auch immer- als deutlich besser bewertet wurde. Komische Psychoakustik! Und von Unterschieden durch Stecker, Feinsicherungen, Fingerhaltern bei Tonarmen und anderem Voodoo gar nicht zu reden.


    Psychoakustik verkommt so zum Vorurteil. Auch ihre Blindtests entlarven gar nichts, nur sich selbst als genauso völlig ungenügendes Instrument, per Statistik Qualität wie alles andere messen (können) zu wollen. Die alte Auseinandersetzung zwischen Praxis und Verwaltung kannten schon die alten Römer.


    Grüße,

    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Sogar ich, mit meinem mehr als beschränkten technischen Verständnis, hab kapiert, dass der Artikel eine Verarsche ist. U.a. 40 % mehr Spielzeit bei gleichbleibender oder besserer Performance. Ah, klar! Die Erde ist ja flach. Und so gehts weiter im Text.


    Cheers


    Roland

    Ich höre mit ... den Ohren! (Devon) :sorry:

  • Sogar ich, mit meinem mehr als beschränkten technischen Verständnis, hab kapiert, dass der Artikel eine Verarsche ist. U.a. 40 % mehr Spielzeit bei gleichbleibender oder besserer Performance.

    Hallo Roland,


    evtl. hast Du technisch nicht verstanden wie das gemacht wird. Dabei ist das recht einfach zu erklären.


    Der an sich konstante Rillenvorschub bei der Schneidmaschine kann beim HD-Vinyl-Verfahren ganz individuell angepasst werden. Offensichtlich lässt sich das Druck-File für die Matrize recht beliebig anpassen. Bei leisen Passagen können die Rillen nahe zusammen rutschen und bei lauten Passagen werden sie etwas weiter auseinandergezogen. So wird die zur Verfügung stehende Fläche der Schallplatte optimal ausgenutzt, ohne Einbußen in der Dynamik;).


    Gruß Alfred

    "Gewerblicher Teilnehmer" -> Großer Bestand an originalen Dual- und Thorens-Ersatzteilen, auch für DIY unter www.dualfred.de

  • Nein, das ist sogar mir klar. Der Rest beisst sich. Ausgehend von einer K-Tel LP hätten wir dann so um die 35+ Minuten pro Seite? Was ist mit dem TA und der angehängten Hardware?


    Dass das machbar ist, keine Frage. Ob das qualitativ hinhaut ... wohl eher nicht. Aber das ist ja nicht der einzige Punkt im Artikel wos ziemlich schwurblig wird.

    Cheers


    Roland

    Ich höre mit ... den Ohren! (Devon) :sorry:

  • Der an sich konstante Rillenvorschub bei der Schneidmaschine kann beim HD-Vinyl-Verfahren ganz individuell angepasst werden. Offensichtlich lässt sich das Druck-File für die Matrize recht beliebig anpassen. Bei leisen Passagen können die Rillen nahe zusammen rutschen und bei lauten Passagen werden sie etwas weiter auseinandergezogen. So wird die zur Verfügung stehende Fläche der Schallplatte optimal ausgenutzt, ohne Einbußen in der Dynamik

    Öh... Ist das nicht das Rhein'sche Füllschriftverfahren aus den 50ern?

    Stereo: TD-125; 3009; DL-103; gsp Jazz Club; Mono: Dual CS 704; AT-Mono3/LP; iPhono; SABA HiFi-Stereo I; HK CC82

  • Es gibt Firmen die einleuchtend klingende technische und wirtschaftliche Konzepte entwickeln, um die z. Zt. reichlich auf dem Kapital-Markt befindlichen Private-Equity-Gelder einzusammeln. Dazu sind wohlklingende Produktnamen, die der breiten Öffentlichkeit so ähnlich im Zusammenhang mit anerkannten Technologien bereits bekannt sind, sowie eine Positionierung in einem trendigen Lifestyle-Segment des Marktes sehr hilfreich.


    Selbstverständlich werde ich keineswegs behaupten, daß dies bei HD-Vinyl der Fall ist!


    Grüße von Doc No

    "Das Volk hasst die Geniessenden wie ein Eunuch die Männer." Georg Büchner

  • Guten Abend,


    variabler Rillenvorschub existiert ja schon lange und wenn man ca 40% mehr Spielzeit auf eine Seite bringt sind Nadelauslenkungen nur noch minimal möglich. Das würde bedeuten das wenn es so kommt wir alle kräftig am Bassregler drehen, sofern vorhanden.

    Wenn ich dann noch lese das auch der Spurfehlwinkel gleich mitkorrigiert werden soll kann ich nur sagen, das hat schon vor Jahrzehnten klanglich nicht funktioniert.


    Den einzigen Vorteil würde ich darin sehen, das die Klangqualität und die Rilengeräuschproblematik sich deutlich verbessern wenn es bei der derzeitigen Spielzeit/Seite bleibt.


    Viele Grüße

    Dieter

    PS mit luftgelagertem Tellerlager, Outer Ring und VTA Lifter diy, Pro-ject Perspective, 2M Black, EPC 33 Jico SAS und Black Bird LO, Arme: Jelco SA-750 12", Pro-ject 12cc Evo., Dr. Fuss Steuerung, MuFi MX-Vnyl, Kabelkonfektion diy

  • Ich bin der Technik durchaus aufgeschhlossen. 40% mehr bedeutet, das die Nachbarillen nicht durch die Schneidstichelauslenkungen mehr beeinflußt werden. Dann passen auch viele CD-Kompilationen auf eine LP, weglassen oder Doppelalben entfallen dann öfters. Auch hier ein wirtschaftlicher Gewinn. Resonanzen des Schneidstichels fallen weg, da stimmt das mit dem erweiterten Frequenzgang und auch die ständige Sorge, das die Spulen des Schneidkopfes bei höhenintensiver Musik Schaden nehmen können, entfällt. Und natürlich die immer weniger werdenden Neumann VMS sind dann hoffentlich kein Nadelöhr mehr.


    Ich hoffe, es wird dann direkt in ein Metallmaster gebrannt. Dann stelle ich mir schon einen noch saubereren Schnitt vor. Davon unberührt bleibt leider, das durch zu schnelles Pressen/Abkühlen die Platten verzogen bleiben.


    Wenn es dann wieder diverse Reissues gibt, warum nicht? Der Markt bestimmt und muß sich an der Nachfrage richten.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer

    Es gibt nur zwei Meinungen, entweder meine oder eine falsche. ;)


  • Möglich, zumindest so lange sie noch neu sind. LC-Tachodisplays in den Autos werden auch teurer verkauft, obwohl sie billiger in der Produktion als elektromechanische Tachos sind.

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer

    Es gibt nur zwei Meinungen, entweder meine oder eine falsche. ;)


  • Ob die wirklich besser klingen glaub ich erst wenn ich es selbst gehört habe, punkt..ehrlich gesagt, so richtig dran glauben fällt mir schwer.



    Und von Unterschieden durch Stecker, Feinsicherungen, Fingerhaltern bei Tonarmen und anderem Voodoo gar nicht zu reden.


    Wie kommst du darauf das sowas Voodoo sei Reinhard?

    Ich nehme deshalb mal an das es deine Annahme ist..es gibt weder den Beweiß das es das gibt, noch einen Gegenbeweiß das es sowas nicht gibt.


    Rein Technisch gesehen spricht zwar alles dagegen, aber wie sollen sich die vielen Goldohren täuschen..Massensugestion?


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Schneidemaschinen sind rar und teuer!

    Spezialisten die diese bedienen können sind genau so knapp.


    Was liegt also näher als dieses erprobte Verfahren durch ein billigeres zu ersetzen?


    Die Mängel des klassischen Verfahrens kennen wir. Die Mängel des neuen Verfahrens werden wir (sofern eine Marktreife eintritt!) noch kennen lernen.


    Grüße von Doc No


    P.S. Schützen wir sicherheitshalber schon mal den Namen „4k-Ultra-Vinyl“ für die Folgetechnologie.

    "Das Volk hasst die Geniessenden wie ein Eunuch die Männer." Georg Büchner

  • Na toll! Dann können die Majors ja bald wieder alle Alben von Miles Davis, Pink Floyd, Bob Dylan, Frank Sinatra... (und so weiter und so fort...) "ganz neu" im Supersound des HD-Vinyls auflegen. Danach als neuer Kaufanreiz vielleicht gleich nochmal mit Bonustracks, weil mehr Platz. Und später dann erneut, in Sonderserien auf 45 upm, zum Ausreizen der Klangqualität.

    Nicht nur können, sie werden wiederkäuen!